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Jüdische Zeitung · 1914-07-03 · 27 (3.7.1914) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
27 (3.7.1914)
Date
1914-07-03
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 27 Bielitz. Unter dem Vorsitze seines Obmannes, Herrn Wilhelm Sobel, hielt der zionistische Bürgerverein „Haschachar“ am 20. d. M. Seine diesjährige Generalversammlung ab. Aus dem Rechenschaftsberichte, den Dr. Wilhelm Wagner erstattete, ist unter anderem folgendes!zu entnehmen: Der Verein beteiligte sich an allen jüdischnationalen Veranstaltungen (Gartenfest, Makkabäerfeier, Pessadifeier etc.), als sein Gast sprach vor fast tausendköpfigem Publikum Dr. Sdiemarja Lewin und vor kurzer Zeit Dr. Felix über Palästina. Vereinsmitglieder übernahmen die Führung in den verschiedenen ähnlich gesinnten Vereinigungen, wie Zionistischer Jugendklub, Turnverein, Sportklub „Hakoah“, und haben sich um die Gründung einer Ortsgruppe des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina und einer Ortsgruppe des Wanderbundes „Blau-Weiß“ große Verdienste erworben. Die Sammlungen für den Zentralfonds ergaben über 1000 Kronen. Bei den diesjährigen Kultuswahlen gelang es, einen Sieg zu erringen. Bielitz konnte auf den Kongreß einen eigenen Delegierten (Dr. Wilhelm Wagner) entsenden. Die Mitgliederzahl beträgt 76. Dem abtretenden Ausschüsse wurde Dank und Vertrauen votiert. Dr. Aschermann beantragte in einer Resolution, aus den Obmännern der im Orte bestehenden zionistischen und jüdischnationalen Vereine eine Kommission zu bilden, die die zionistische Arbeit zu überwachen und zu leiten hätte. Die Resolution wurde nach erregter Debatte angenommen. In den Ausschuß wurden gewähli die Gesinnungsgenossen Sobel, Huppert, Artur Rabinowitz, Dr. Citrin, Dr. Allerhand. Rofe. Bielitz. (Wanderbund „Blau-Weiß".) ■ Die jüdische Wanderbewegung, die in so kurzer Zeit so ungeahnte Fortschritte gemacht hat, hat in der letzten Zeit auch in Schlesien Fuß gefast. Am 20. Juni fand in Bielitz die Konsti-. tuierung einer Ortsgruppe statt, bei der nach einem einleitenden Referat des Dr. Wilhelm Wagner folgender Ausschuß gewählt wurde: Doktor Aschermann, Brückner, Frischler, Frl. Mechncr, Robinson, Dr. Wagner. . Olmütz. Dem jungen, überaus rührigen Mädchenverein „Esther“ in Olmütz haben wir cs zu verdanken, daß in dieser Stadt, der Hochburg des Liberalismus, ein Blumentag für jüdischnationale Zwecke veranstaltet wurde, dessen Ergebnis K 257,53 betrug. Wir gestehen offen, daß selbst gesinnungstüchtige Zionisten dieser 'Veranstaltung im Anfang etwas skeptisch gegenpberstanden. Die zionistische Frauen-Weltorganisation in Königshütte (Schlesien), ist jedoch in so überzeugenden Worten für die Veranstaltung des Blumentages in Olmütz eingetreten und hat bei unserem jungen Mädchenverein eine derartige Summe von Energie und Begeisterung ausgelöst, daß alle Widerstände nicht imstande waren, die Damen von ihrem Vorhaben abzubringen. Es ist selbstverständlich, daß unsere sogenannten jüdischen Finanzmagnaten sich heftig gegen diesen Blumentag aussprachen und eine Agitation einleiteten, um diese lobenswerte Regung des jüdischen Selbstbewußtseins zu unterbinden. Es hat aber alles nichts genützt und der erste Olmützer jüdische Blumentag hatte einen glänzenden Erfolg. Wir abstrahieren von dem immerhin nenneswerten Betrage von K 257.53, da dieses materielle Ergebnis von den moralischen Erfolgen des Blumentages noch weit überboten wird. Der Verein jüdischer Mädchen steht unter der Führung des Frl. Flora H e r z und hat sich nicht nur diese, sondern auch die Damen Frl. Irene Diamant und Hilda Fried um die Durchführung und um das Gelingen dieses Blumentages äußerst verdient gemacht. Wir beglückwünschen den Verein „Esther“ auf das herzlichste! Nicht unerwähnt soll bleiben, daß der Schatzmeister des Vereines „Zion“ Herr Osk. Huber den Damen wacker zur Seite gestanden ist Schwimm-Meeting der „Hakoah“. Diese erste Veranstaltung der Schwimm Sektion findet Sonntag, den 5. Juli 1914 im Bade in der Penzing er Au (nächst der Stadtbahnhaltestelle Braunschweiggasse) statt und verspricht einen gelungenen Verlauf zu nehmen, da 113 Nennungen von seiten der sechs bedeutendsten Wiener Schwimmvereine eingelaufen sind. Im Mittelpunkte des Meetings steht der Mehrkampf um den Ehrenpreis des Herrn Dr. Paul Weisengrün, in dem sich der Wiener Athletiksportklub und die Hakoah einen scharfen Kampt liefern werden. Die Namen der Starter verbürgen einen schönen Verlauf der Konkurrenzen, so daß das Publikum voll und ganz aut seine Kosten kommen. wird, zumal die. bisherigen Leistungen in den 5. Heats des Mehrkampfes äußerst knappe Siege der einen oder anderen Partei erwarten lassen. Außer den Schwimmen gelangen noch ein Springen, ferner ein Wasserballmatch zur Austragung, dem die Besucher der Hakoahwettspiele sicherlich gleiches Interesse wie den Fußballmatches entgegenbringen werden. * Das II. Schauturnen des Kreises Westösterreich der Jüdischen Turnerschaft im Film. Dienstag abends hatten wir Gelegenheit, das Brünner Kreisschauturnen im Film zu sehen. In den dichtgefüllten Rosensälen war kein Plätzchen unbenützt geblieben und brausender Jubel erfüllte den Saal, als das erste Bild au) der Leinwand erschien. Die lauten Hedadrufe, die nach den Bildern den Saal durchbrausten, galten zum großen Teil dem wackeren Kreisturnrate Ingenieur S f e i tili erz, der in seiner bescheidenen und doch so zielbewußten Art diese schönen turnerischen Erfolge in monatelanger Arbeit zu erreichen verstanden hat. Großer Dank gebührt dem „M a k k a b i“, Wien X., der die Aufnahme dieses Films aus eigenen Mitteln ermöglicht und durchgeführt hat. Bildet doch dieser Film ein ganz hervorragendes Propagandamittel — nicht nur für die jüdische Tumbewegung allein, sondern auch für den Zionismus, der eine solche Bewegung hervorgebracht hat. Notizen. Das Leben des jungen Babys hängt an einem Faden, wenn die Verdauung gestört ist. Versäumen Sie deshalb nicht Ihrem Kinde beizeiten Nestles Kindermehl zu geben. Sie ersparen sich damit bittere Vorwürfe in der Zukunft. — Eine Probedose und lehrreiche Broschüre über die Pflege des Kindes versendet vollkommen gratis: Henri Nestle, Wien, L. Biberstraße 1. STEEHNIEsRlHO, II. 06. DonaustP. 79 Nächst der Stephanie-Brücke. Vorzügliches Programm! „HELIOS“ Kinematographen-Theater II. Taborstraße 36. Programm vom 3. bis 6. Juli 1914: Ab i/25 Uhr nachmittags. Familienprogramm. 1. Pathe-Joumal. 1. Teil. — 2. Verrat des Trappers. Drama in zwei Akten. — 3. Familie Hertenstein. Lustspiel in zwei Akten. — Ab 6 Uhr: 1. Pathe-Joumal. ls Theil. 2. Der lebende Leichnam (Drama in 5 Akten von Leo v. Tolstoi.) — Vom 7. bis 9. Juli: Familien-Programm: 1. Pathe-Joumal. 2. Theil. — 2. Belagerung von Petersburg. Drama in zwei Akten. — 3. Die wilde Komtesse. — Ab 6 Uhr: 1. Pathe- Joumal. 2. Teil. — 2. Leichtsinn. Drama in drei Akten. — 3. Eine NaCht in Berlin. Lustspiel. Sportklub „Hakoah“ Sonntag, 5. Juli, halb 5 Uhr ttettsMnmen io Penzinger Bad XIII. Bezirk, Hadikgasse Nr. 128. Vorverkaufskarten zu K 2i—, 1.20, —.60 sind an der Badekasse, im Industriellen-Cafö, Cafe Marienbrücke, sowie in der „Jüdischen Zeitung“ erhältlich. iW Soeben ersdiienen! Soeben ersdiienen! Das beben Theodor Herzls von Adolf Friedmann 141 Seiten, 1 Bildnis, 2 Faksimiles, Mk. 2.— gebunden, Porto 20 Pi. Erste Biographie unseres großen Führers. Ein Buch, das mit Liebe und Sachkenntnis geschrieben ist. Keine Polemik. — Reiches Material, unveröffentliche Briefe und Dokumente, literarisch ansprechende Form. Zu .beziehen durch jede Buchhandlung, sowie direkt vom Verlag Berlin W 15, Sachs. Str. 8. 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