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Jüdische Zeitung · 1914-06-26 · 26 (26.6.1914) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
26 (26.6.1914)
Date
1914-06-26
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 26 Seite 7 Infolgedessen mußte zirka 20 Mädchen die Aufnahme verweigert werden. Sowohl die Jerusalemer als auch die Jaffaer Schule, die jetzt unter der Leitung des Dr. Marschak steht, haben eine .ausgesprochen positiv religiös-nationale Richtung. Dieser Umstand erregt die Unzufriedenheit mancher freisinnigen Kreise, die auch in heftigen Zeitungsartikeln ihren Ausdruck findet. Demgegenüber ist das Gros der Bevölkerung auch in Jaffa mit dieser Richtung Sehr zufrieden, was audi in der steten Zunahme der Schülerzahl seinen Ausdruck findet. Jetzt beginnen bereits Schüler aus! Rußland für die hebräische Realschule in Haifa einzutreffen, und täglich häufen sich diesbezügliche Anfragen aus Rußland. Das gleiche gilt vom Jerusalemer Hebräischen Gymnasium und von der landwirtschaftlichen Mittelschule in Pethach- Tikwah, welche bereits 48 Schüler zählt, darunter 27 aus Rußland .Es wäre im' allgemeinen und auch im Interesse der Schüler selbst zu wünschen, daß die Schüler Sich immer mehr auf die'einzelnen’Schulen'verteilen, da in Jaffa die Wohnungsnot bereits bedenkliche Formen angenommen hat und für viele Schüler die hohe Miete einfach unerschwinglich ist. Der zehnjährige Todestag Herzlsi. Die Herzl-Gedenkfeiern werden in diesem Jahre eine größere Bedeutung und einen besonderen Charakter haben. Ein Jahrzehnt ist vergangen, seitdem Theodor Herzl dem jüdischen Volk durch den Tod entrissen wurde. Ueberalf, wo Zionisten in merklicher Anzahl beisammen sind, wird man durch würdige Veranstaltungen das Andenken unseres großen Führers feiern. Ein Gedanke von Herzlscher Größe liegt in der Vorstellung, daß auf der ganzen Erde die Träger einer gemeinsamen Idee ihre Treue zum Zionismus und ihre dankbare Verehrung für dessen Schöpfer dokumentieren. Das Zentralorgan der zionistischen Organisation „Die Welt“, sowie die „Jüdische Zeitung“ bringen anläßlich dieses Tages eine Herzl-Gedenknummer. Außerdem ist im „Jüdischen Verlag“ eine Biographie Theodor Herzls von Adolf Friedemann erschienen. Die erste Biographie des großen Zionistenführers ist auf Grund reichen Materials und persönlicher Erinnerungen des langjährigen Mitarbeiters Herzls verfaßt, und wird dadurch noch besonders interessant, daß sie durch1 eine Reihe meist - unveröffentlicher Briefe und Dokumente ergänzt wird. * Fünftes Kreisturnfest des Konstantinopler „Maccabi“.; Sonntag, den 7. Juni fand das fünfte KreiSturnfest des Jüdischen Turnvereins „Maccabi“ in Konstäntinopel in Anwesenheit von mehr als 2000 Personen satt. U. a. waren erschienen: Der amerikanische Botschafter Henry Morgenth’au mit Familie, der Gouverneur von Pera, Kiany Bey, der deutsche Vizekonsul, ein Vertreter des italienischen Botschafters, der portugiesische Generalkonsul de Mesquita, der Großrabbiner der Türkei Haim Nahum Effendi, mehrere höhere türkische Offiziere, Vertreter der jüdischen Institutionen und Gemeinden, Delegierte türkischer, griechischer und deutscher Turn- und Sportvereine usw. Der Minister der öffentlichen Arbeiten und der Kommandant der Militärschulen hatten telegraphisch ihre Glückwünsche ausgesprochen. Das Fest, an dem sich über 300 Turner aktiv beteiligten, nahm1 einen ausgezeichneten Verlauf. * Eröffnung einer Filiale der Ariglo-Palestine Company in Gaza. Diese Woche ist in Gaza, der südlichsten und Aegypten am nächsten gelegenen Stadt Palästinas, eine Filiale der Anglo-Palestine Company, der Zionistischen Palästinabank, eröffnet worden. In Gaza besteht seit altersher eine jüdische Gemeinde, die aber in letzter Zeit immer mehr zusammenschrumpft. Hoffentlich' gelingt es der Filiale des jüdischen Institutes, an deren Spitze Abraham ’llmalech tritt, zur Stärkung 'der dortigen Gemeinde beizutragen. Die Gegend von Gaza eignet sich vorzüglich zur Anlegung von Trockenpflanzungen. In den letzten Jahren entstand dort die Siedlung Ruchämah, etwa zwei Stunden von Gaza entfernt. Die relativ ’ niedrigen Bodenpreise werden die Anlegung weiterer Siedlungen veranlassen. Die V. Konferenz des Verbandes der jüdischen jugendlichen Arbeiter und Handelspraktikanten Oesterreichs. Am 30., 31. Mai und 4. Juni d. J. tagte in Lemberg die V. Konferenz des Verbandes, der jüdischen jugendlichen Arbeiter und Handelspraktikanten Oesterreichs „Jugend“. Die ■ Konferenz wurde von 51 Delegierten beschickt. Außerdem nahmen an der Konferenz die Vertreter des Zentralkomitees des Verbandes .und des allweltlichen sozialistischen Verbandes „Poale-Zion“ teil. Laut dem Berichte zählt die Organisation 23 Vereine und 6 Gruppen mit über 1500 'Mitglieder, darunter befinden sich über 100 weibliche Mitglieder; 88 Mitglieder davon sind gewerkschaftlich organisiert, darunter 35 in der Wiener Zentrale und 53 im jüd. „Handelsangestellten-Verbande“ Oesterreichs in Lemberg. 166 sind Mitglieder der jüd. sozial. Arbeiter-Partei „Poale- Zion“. Das Organ des Verbandes „Die jüd. Arbeiter-Jugend“ (iri jüdischer Sprache) wurde jeden Monat in über 1500 Exemplare verbreitet. Nach Erteilung des Absolutoriums an das abtretende Zentralkomitee referierte Herr Red. B. Locker über die Methoden in der Erziehungsarbeit unter den jugendlichen Arbeitern. Der ausführliche Plan wurde dem ZentralbildungsaussChuß übergegeben. Es referierten noch Herr J. Kenner über die physische Hebung der jugendlichen Arbeiter, Herr O. Tunis über die Organisation, Herr H e n i g Über die Agitation und Herr Laub über die Presse und den Verlag. Alle Resolutionen wurden mit kleinen Aenderungen einstimmig angenommen. In das neue Zentral-Komitee wurden gewählt die Herren: J. Kenner (Obmann), A. Freund, N. Buxbaum (Sekretäre), B. Locker (Redakteur), O. Tunis (Kassier), J. Kirschner (Administrator), alle in Lember wohnhaft, weiter Dr. Sekal (Czernowitz), Meyer (Wien), Silberstein (Krakau). Schorr (Chrzanow), Henig (Tamow), Frl. Wilf (Drohobycz) und Schneetrepler (Kolomea). Außerdem wurde noch der Zentralbildungsausschuß gewählt, welchem die Herren J. Kenner. Dr. F. Stembeig, Red. B. Locker, A. Freund. S. Geilmann, N. Buxbaum gehören. Die Konferenz fiel mit dem 10jährigen Jubiläum des Bestandes der Organisation zusammen, aus welchem Anlasse eine Festsitzung und ein Abendfest veranstaltet wurde. Es fand auch ein Schauturnen statt, an welchem sich1 über 30 jüdische jugendliche Arbeiter beteiligten. I. Karteitag Oer Verbindongen im R.P.J.V. „Barissia“ unö „Joröania“ in Krag. Am 30. Mai, abends, "wurden die Veranstaltungen der Verbindungen „Barissia“ und „Jordania“ mit einer Versammlung in T e p I i t z eröffnet, in der die A. H. A. H. des Kartells Dr. Birnbaum über „Die Entwicklung des jüdischen Nationalgedankens“, Dr. Stern über „Geistige Werte in unserer Bewegung“ und Dr. Engel über das Thema „Wir und Palästina“ sprachen. Am 31. begaben sich die Teilnehmer an der Kartellfahrt nach einem imposanten Bummel nach Brüx. Auch dort fand eine öffentliche Versammlung Statt, in der die Redner des Vorabends über dieselben Themen referierten. Daran schloß sich eine Debatte, die Dr. Engel Gelegenheit bot, über eine der dringlichsten Gegenwartsaufgaben des Diasporajudentums, über die Erziehungsaufgabe zu sprechen. Am 1. Juni wurde im Hotel Roß der Kartelltag eröffnet. In der Eröffnungsrede hebt der x I. U. C. Hermann Ungar hervor, daß diese Veranstaltung der erste Versuch sei, der Studentenschaft eine Aussprache über die Probleme zu schaffen, die sie am tiefsten bewegen. Hierauf folgten die Begrüßungen. Nach dem' "Referate des Präses über die „Aufgaben des jüdischen Studenten“ eröffnete Dr. Kohner mit Seinem Referate „Propaganda unserer Idee“ die nachmittägigen Verhandlungen. Als letzter ergreift Prof. Dr. Engel das Wort, um in seinem Vortrage „Der jüdische Akademiker im Kampfe um Seine Weltanschauung“ ein packendes Bild des Geisteskampfes im Judentum der letzten hundertfünfzig Jahre zu entwerfen. ' Resolutionen, betreffend die Förderung dei Bibliothek der hebräischen Universität, dei Achusabewegung, der ParteipresSe und der Blau Weiß-Wanderbewegung, einstimmig angenommen Als letzte Veranstaltung der Kartellfahrt fand abends eine Akademie mit anschließendem Tanzt statt. Eine Konferenz über jüdiSche Kunst, gehalten von I. U. C. Ungar, leitete den Abend ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung Stand’ ein Palästinalichtbildervortrag des Herrn M. U. C. Franz Ekstein, dem die Zuhörer .mit gespa intern Interesse folgten. Damit war die erste Kartellfahrt beschlossen und stolz auf ihre reichen Erfolge kehrten die Mitglieder des Kartells zu ihrer regelmäßigen Arbeit in der Kooperation zurück. BüMhaa. Zionistische Broschüren-Bibliothek. Das Zionistische Zentralbureau beginnt demnächst mit der Herausgabe einer Serie auf Massenverbreitung berechneter Publikationen, die unter dem Gesamttitel „Zionistische Broschüren- Bibliothek“ erscheinnen .wird. Die Hefte dieser Bibliothek sollen Einzelfragen der zionistischen Theorie und Praxis, Zeit- und Streitfragen des modernen Judentums in knapper Darstellung beleuchten und der Allgemeinheit zugänglich machen. Die Hefte werden durchschnittlich zwei Bogen stark sein und zum Preise von 10 Pf. pro Exemplar abgegeben werden . Es ist geplant, die Broschüren-Bibliothek auch in hebräischer, jüdischer, englischer, französischer und teilweise auch in ungarischer, russischer, und spaniolischer Sprache erscheinen zu lassen. Als erste Veröffentlichung der Zionistischen Broschüren-Bibliothek erscheint in diesen Tagen die Schrift „Theodor Herzl“ von Dr. Osias Thon. Die Schrift erscheint rechtzeitig zum" 10. Gedenktage des Todes Theodor Herzls und dürfte eine große Verbreitung finden. Zentral-Verkauf:MAXLUSTIG, WIEN I., Adlergasse 3. I., Franz Josefs-Quai 19. ausder Fabrik L. T. Piovati Versand nach dem In- und Auslande. Solideste Bedienung. Preiskurante gratis u. franko. RESIAIMNI JAKOB PIIAS im Neubau des -PC’: HOTEL NEW-YORK irs Wien, II., Kleine Sperlgasse bietet den P. T Gästen allen Komfort. — Küche und Keller sind als erstklassig bekannt Elegante un.l geräumige Lokalitäten. Hochzeitsunü Festbankette werden bestens arrangiert. VereinsindiFHtten. Wien. (HerzI-KIub.) Mittwoch, den 1. Juli d. J. spricht Herr Lehrer Aron Schwertfinger. Thema Vorbehalten. Beginn präzise 8- Uhr abends. Gäste herzlichst willkommen. Vereinslokal: II., Leopoldsgasse 31, Tür 61. Sonntag, den 28. Juni Ausflug. Treffpunkt präzise 2 Uhr nachmittags Stadtbahnstation Schottenring. Gäste herzlichst willkommen! Wien. Die Lese- und Redehalfe jüdischer Hochschüler in Wien hält Freitag, den 26. d. eine interne Herzl-Gedenkfeier ab, bei welcher A. H. Dr. Plaschkes die Gedenkrede halten wird. Beginn halb 8 Uhr. Gäste willkommen! Wien. („Haibhri“, Hebr. Konversationsklub.) Die nächste Zusammenkunft findet Samstag, den 27. d. M., präzise Uhr abends, im Lokale des Handlungsgehilfenverbandes, II., Taborstraße 11 b statt. Wien. (Gartenfest des Z. G. K.) Am 10. d. M, fand im Stadtpark das vom Zionistischen Geselligkeitsklub Jugend-Bund veranstaltete Sommerfest statt. Der hell beleuchtete Garten und das zahlreich erschienene beim Lampionkörso und Militärkonzert promenierende Publikum boten ein sehr hübsches Bild. Ganz besonders gefielen die Darbietungen des Jüdischen Gesangvereines „Hakinnor“, der zum ersten Male in der .Oeffentlichkeit auftrat. Nach seinem Wahlspruch sang er unter Leitung des unermüdlichen Prof. Artur Wolf den Choral „Israels Zuversicht“, das hebräische Lied „Ness Zionah“, „Ich werde sein“ und zum Schlüsse ein mit großem Beifall aufgenommenes fröhliches hebräisches Mirschüed („Schir heleh“). Nach der Auslosung des Juxbasars fand unter Leitung von Mmc. Löv die Erstaufführung des Tanzes Ta-Tao statt. Ein lustiges Kränzchen beschloß das Sommerfest. Zeigten sich auch kleinere Mängel in der Veranstaltung, So ist doch das Fest mit Rücksicht auf den kurzen Bestand des Vereines als gelungen zu bezeichnen. Brünn. In der „Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler“ in Brünn sprach Samstag, den 20. d. M .Herr Dr. Wilh. Stein aus Wien über den „Zionismus als Lebensanschauung“. Der Vortragende suchte auszuführen, daß von dem Parteibekenntnisse der ersten Jahre des Zionismus eine gerade Entwicklungslinie zu der heutigen Auffassung des Zionismus als beherrschendes seelisches Erlebnis hinüberleite. Die Anerkennung der sehr zahlreich versammelten Studenten lohnte den Referenten. Lundenburg. Die J. A. Ferialverbindung veranstaltet am 5. Juli anläßlich der 10. Wiederkehr von Herzls Todestag im Tempel um 5 Uhr einen Trauergottesdienst, bei welchem Herr Gg. Rabbiner Dr. Schwenger die Predigt halten wird. Um 8 Uhr findet im großen Saal der „Krone“ eine Gedenkfeier statt. Redner, die Herren: Dr. Emil Stein und Dr. Wilhelm Stein. Alle durchreisenden Gg. Gg. werden zur Teilnahme eingeladen. Bielitz. Um die Nationaifonds-Arbeit in unseren judenreichen Schwesterstädfen systematisch und erfolgreich durchführen zu können, hat sich unter dem- Vorsifa unseres—altbewährten' Kom-

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