Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 8 (1914)
- Issue
- 25 (19.6.1914)
- Date
- 1914-06-19
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2438141-2438483-2438507--4232-2444063- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr 25‘ JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 Aufgebracht wurden bisher in Innerösterreich I K 15.445,64; Mähren-Schlesien K 10.560,54; Böhmen K 14.753,27; Gesamtsumme K 41.159,45. iü.' 'Spezifikation der bereits ausgewiesenen Krönten 124.—' der Jüd.-akad. Verbindung „Zephirah“: Ajbert Onisieiii 30.—; Eduard Weidmann 10.— : Julie König 10.—; Marianne Halle 10.—; Anna Kröhti 20.—; 'Katharina Boskowitz 2.—; S. Silberstein' 2.—; Schnitzer 10.—; N. Karpfen 5.—; Emil'Selka 10.—; Hans Schiller 2.—; Egon Haas 1.—; Karl Wolf 2.—; Felix Loria 1.—; Fritz Ticho 1.—; DE Fritz Löhner 2.—; Dr. fH. FriSchauer 2.—; Alex. Stern 1.—; Richard Ornstein ' 2.—; N., Ni; 1.—. ' * Propaganda in der .Leopoldstadt. Der „Jüdische VolksYerein Leopo'.ds^adt“ hat in seiner Sitzung vom 16. Juni besch!o;sen, d e m •zionistischen Distrikts verbau de bet- ,z u treten. Die Aufnahme erfolgte in der am selben Tage stattgefundenen Sitzung des Distriktskomitees. Der Volksverein veranstaltet im Einvernehmen mit dem Volksrat und dem D.-K. eine große Volksversammlung in der Leopold- .stadt. “ * In der Sektion Ottakring-Hernals fand am 17. d. M. eine Herzlfeier statt, bei der Gg.;Dr. Otto A b e 1 e s die Gedenkrede hielt. — Außerdem veranstalten die Sektionen M a r i a h i lf, Alsergrund und O 11 a k r i ng- Herna Is des Zionistischen Zentral verein es Gedenkfeiern in den Bezirkstempeln. — Es finden ferner in J3 a de n, Linz und Klosterneuburg H etzlfteiern statt. .. -:- J ■ r.; •; " Hus dem jüdischen Geben. Botschafter Mörgenthau über Palästina. Der amerikanische Botschafter in Konstantinopel, Mr. Mörgenthau, ein Jude, besuchte kürzlich — wie schon berichtet — Palästina. In einem Interview, das er dem „Yewish Chronicle“ gewährte, sprach er sich' ausführlich über seine Eindrücke aüsi'Wir entnehmen daraus felgende interessante Stellen. Mr. Mergenthau sagte: „Die umgewandelten Juden, die ich in Palästina traf, machten den tiefsten Eindruck - aut mich. UeberalL fand ich sie stolz, frei und zufrieden, Leute von Selbstverantwortung und Selbstachtung, welche ^dadurch die Achtung, ja die Zuneigung der Naiäibarn erwarben, Menschen, die an sich selbst und ihre Zukunft glauben. Die Regierungsvertreter vom Gouverneur bis zum Stadtbeam.ten erklärten mir einstimmig, dab sie nicht das geringstegegen die jüdische Kolonisation einzüvvenden haben.“ „Oie jüdische Kolonisation wird 'hünderttausenden Juden eine friedvolle und . glückliche Existenz verschaffen.“ Mr. Mörgenthau rühmte ferner den Eifer, die Begeisterung, das Feuer det jüdischen Jugend Palästinas in Bezug auf -die. hebräische Sprachrenaissance. Diese Jugend müsse reüssieren. Wie schlecht sind die liberalen Juden informiert, die nichts wissen von dieser begeisterten Jugend, die .alles opfert, um in Palästina für die Befreiung des Volkes zu arbeiten. Mr. Mörgenthau sagte weiter, er wolle für das jüdische Palästinawerk tun, was in seiner Macht steht. Er habe im Verein mit einem Pastor veranlaßt, daß von Amerika eine Studienkommission nach Palästina gesandt werde. In der gleichen Nummer ist ein Interview mit dem Direktor unserer Kolonialbank Mr. Moset Cowen veröffentlicht, der sich sehr befriedigt über seine Beobachtungen in Palästina aussprach. Dies ist deshalb bemerkenswert, ■weil Mr. Cowen zu den sogenannten „politischen“ Zionisten gehört und sich früher sehi gegen die praktische Arbeit in Palästina ausgesprochen hat. Der „Yewish Chronicle“ ein nichtzionistisches Blatt, das noch vor kurzer Zeit manche Angriffe gegen den Zionismus gerichtet hatte, schreiDt über diese Interviews in sehr warmen Ton. Er spricht von der auffallenden Tatsache, daß in der Gegenwart ein immer steigendes Interesse der Juden für Palästina s'ich kundgibt. Es nahe •die Zeit, .wo die Erziehung eines. Juden als un-, vollständig gelten werde, wenn er Palästina nicht jfesehen haben werde. Die jüdischen Philantropen sollten einen Moment lang ihre Aufmerksamkeit von ihrem Wohltätigkeitsbetrieb wegwenden und ihren BliCk auf den „umgewandelten“ — freien und stolzen Juden in Palästina richten. — Wenn einer unserer Wiener Gesinnungsgenossen früher davon sprach, daß „Palästina den Golus revolutionieren“ werde, so scheint sich tatsächlich diese Entwicklung schon zu vollziehen. Viel mehr als durch alle Agifation wird durch die Schöpfungen in Palästina -das Judentum zum Zionismus bekehrt. -* Aur einem Bankett, das Mr. Cowen in London gegeben wurde, sprach sich Zangwill in sehr versöhnlicher Weise für eine Kooperation von Zionismus und (loismus aus. Eine Filiale der Jüdischen Kolonialbank irr New-York. Der Direktor der Jüdischen Kolonialbank Dr. N. Katzenelsohn weilt gegenwärtig in New-York, um dort eine Filiale der Bank zu gründen. In seiner Begleitung befindet sich auch ein Beamter der Londoner Bank. Blumentage zu Gunsten des Jüdischen Naticnal- Fonds. Sonntag, den 24. Mai veranstaltete die Londoner zionistische Vereinigung einen Blumentag zu Gunsten des Jüdischen Nationalfondes. Zahlreiche junge Damen stellten sich in den Dienst der edlen Sache. Es wurden über 60.000 Blume» verkauft. Der Reingewinn beläuft sich auf 6000 Kror.e.a. Eia solcher Blumentag fand an vorigen Sonntag auch in New-York statt. Das Ergebnis war ein glänzendes, es wurden tür den Nationalfond über 5001) Dollar gesammelt. * * Erster jüdischer Blumen lag in Prag. Der jüd. Frauenverein in Prag veranstaltete anläßlich des heurigen Schewnottestes seinen 1. Blumentag in Prag und nahm somit eine neue Tätigkeit in der jüdischen Arbeit gewidmetes Programm auf. Es handelte sich diesmal mehr um ' einen kleinen Versuch. Der Reinertrag ergab K 50.—, die dem Jüd. N.-F. zugewiesen werden. Es ist zu hotfen, daß es im nächsten Jahre gelingen wird, diesen Blumentag in größerem Stile und mit bestem Eifolge zu veranstalten. * * * Die russische Justiz verteidigt sieb. In einer der letzten Sitzungen der russischen Reichsduma fand es schließlich der Vertrc:.-r des Justizministeriums für gut, den oei der Etatsberatung gegen die Regierung erhobei en schweren Anschuldigungen entgegenzutreteu und sie von der Anklage der Rechts Vergewaltigung im Beilisprozesse reinzuwaschen. Gelungen ist ihm dieser Versuch in keinem feile, aber interessant und bezeichnend für den stark verschlungenen Gang der russischen inneren Politik sind seine Ausführungen dennoch. Daß man Richter und Rechtsanwälte hart gemaßregelt habe, das kam natürlich nicht daher, weil sie gewagt haben, getreu ihrer Ueberzeugung und nach dem Diktate ihres Rechtsempfindens zu reden und zu handeln, sondern, weil . . . Und darum und demgemäß . . . Was aber der. «Beilisprozeß selbst anbelangt, so habe das russische Gericht einen Wahrspruch gesprochi n, der nach allen Seiten voll befriedige . . . Beilis, dem man eine Schuld nicht klar nachweisen konnte, ist frei, aber die Anklageschrift in ihren Voraussetzungen bestätigt ... Daß die Regierung nichts zur Autdeciiung der wahren Mörder tue, sei eine Verleumdung. Und was die Anna Tscheberj a c k betrirft, so komme man doch und zeuge gegen sie. (Zwischenruf: Und die neuesten Enthüllungen?) Wenn die Regierung hier auf die Justiz politisch eingewirkt hat, so beschränkte sich diese Einwirkung darauf, es zu verhindern, daß von „gewisser Seite“ ein Prozeß im Keime erstickt werde und volle Klarheit zu schaffen. . . . Die Untersuchung in der Fastower Mordangelegenheit bewege sich in den richtigen Bahnen und dürfe nicht gestört werden . . . Daß der Minister es wagen durfte, von einer „Klärung in der Beilissache“ und „richtigen Bahnen“ in der Untersuchung der Fastower Mordaffäre zu sprechen, ist selbst für russische Verhältnisse ein starkes Stück. JÜDISCHER VOLKSVEREIN FÜR DIE LEOPOLDSTADT. Wir bringen unseren Mitgliedern zur Kenntnis, daß das Rechtsschutzbüro während der Sommermonate an jedem Montag von 5—6 Uhr nachm, und Freitag von 3—4 Uhr nachm', funktioniert, zu welchen Stunden allen Mitgliedern gegen Vorweisung ihrer Mitgliedskarte unentgeltliche Rechtsauskünfte erteilt werden. Die Mitglieder werden dringendst um Einzahlung ihrer Beiträge ersucht, worauf ihnen, ihre Mitgliedskarte zugehen wird. Die Hausierer-ektion hat sich bereits konsti tuiert und ihre Tätigkeit aufgenommen. Gesuche um Gewährung kleiner unverzinslicher Darlehen können bereits in unserem Vereinslokale, II., Karmeliterplatz 1 (Zionistisches Büro), überreicht werden, da anfangs nächster Woche bereits die erste Sitzung des Zensuricrungskomitees stattfindet. Darlehen werden nur an berücksichtigungswürdige Mitglieder des Vereines unter Bürgschaft zweier weiterer Mitglieder igewährt. Nähere Auskünfte in Angelegenheit des Rechtsschutzes und der Darlehensgewährung werden im Vereinslokale erteilt. Der Ausschuß. Buionii 01160IHB6 Wien, II. Taborstr. 17 [Hirschenhaus] Telephon 39247. Schönpflugs satirische Manöverbilder. 15 Blatt zum Ausnahmspreise von 40 h statt K 6.— Antiquariat. Provinzversand. Sei- und ** aus der Fabrik L. T. Piovati Zentral-Verkauf: MAX LUSTIG, WIEN I., Adlergasse 3. I., Franz Josefs-Quai 19. Versand nach dem In- und Auslande. Solideste Bedienung. Preiskurante gratis u. franko. BES1HI JAKOB PIKKAS im Neubau des -rr HOTEL NEW-YORK -r: Wien, II.. Kleine Sperlgasse bietet den P. T Gästen allen Komfort. — Küche und Keller sind als erstklassig bekannt Elegante un i geräumige Lokalitäten. Hochreits¬ und Festbankette werden bestens arrangiert. Jüd. Volksverein für die Leopoldstadt Wien, II. Karmeliterplatz 1. Euer Wohlgeboren werden hiemit zu der am Dienstag, den 23. Juni L J. um halb 9 Uhr abends, im großen Saal des Hotel Continental (Tabcrstraße) stattfindenden Versammlung flöflichst eingeladen. TAGESORDNUNG: 1. Die jüngsten Vorgänge in der Kultusstube. (Referent: Kultusvorsteher Dr. Jakob Ehrlich) 2. Das Verwaltungssystem der Kultusgemeinde (Referent: Di. Paul Weisengrün.) Wir ersuchen um Ihr zuversichtliches Er scheinen. Für den Jüd. Volksverein Leopoldstadt: Ob.-Ing. Robert Stricker. Von der Genernlngentur einer Versicherungsanstalt wird zur Stellvertretung des Generalagenten tüchtige Kraft gesucht die be ähigt ist, das Büro selbstständig zu leiten und akquisitorisch tätig zu sein. Offerte mit Ansprüchen an die Exp. d. „Jüd. Ztg.“ unter „Versicherung“. UereimnaAriiUeit. Wien. (Wiener Zionistische Vereinigung.) Die Wiener Zionistische Vereinigung veranstaltet am 20. d., t/.S Uhr abends, eine Herzlfeier für die Wiener zionistischen Jugendgruppen. Ort: Saal der Literaturfreunde, I., Postgasse 3. Wien. (Jüdisches Museum, II., Malzgassc 16, Straßenbahnlinie: C.) Besuchstunden: Samstag u. Sonntag von 11—1 Uhr bei freiem Eintritt. Vereine und Schulen auch zu anderen Zeiten gegen vorhergehende Verständigung mit dem Büro. Während der Sommermonate (Juli und August) bleibt das Museum geschlossen. Wien. Die Wiener Zionistische Vereinigung veranstaltete am 8. Juni eine Kursschlußfeier für die Teilnehmer der Geschichts- und Hebräischrkurse. Obmann M. U. C. Isidor Klaber brachte