Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitung · 1914-06-19 · 25 (19.6.1914) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
25 (19.6.1914)
Date
1914-06-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2438141-2438483-2438507--4228-2444059
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

JUDSCHE Z0TUNG »Mi NRTIGNRL -JUDI5CHE5 QRGRN Kg« rmrrum Mit Beilage: „DER JÜDISCHE NATIONALFONDS“ MWlmMM tS Erscheint wöchentlich. — Redaktion, Administration und Inseratenaufnahme: Wien, II., Karmeliterplatz Nr. 1. — Sprechstunden ■ _ täglich von 11—12 Uhr vormittags und 4—5 Uhr nachmittags. — Manuskripte werden nicht zurückgestellt. — Abonnementspreise: Für Oester- _ " reich-Ungarn: Ganzjähr. K 10.—, halbjähr. K 5.—, Vierteljahr. K 3.—. Für Deutschland: Ganzjähr. Mk. 10.—, halbjähr. Mk. 5.—, Vierteljahr. ™ g Mk. 3.—. Für das übrige Ausland: Ganzjähr. Frcs. 15.—. Einzelexemplare 20 h. — Postsparkassenkonto 133.404. — Telephon 22.075. ■ Nr. 25. Wien, Freitag, den 19. Juni 1914 VIII. Jahrgang II. Kreis (Westösterreich) der Jüdischen Turnerschaft._ “ 2. Kreis-Schauturnen Schreibwaldwiese (Bei ungünstiger Witterung im städtischen Redoutensaale.) Am 22. Juni: Ausflug in die mährische Schweiz (Slouper-Höhlen und Macocha.) — Sonderzug Wien-Lundenburg-Brünn und retour. Gesellschaftsreisen sämtlicher Kreisvereine der w.-öst. jüdisch. Turnersch. nach Brünn. Fahrpreis ab Wien: Beide Fahrten per Sonderzug K 6.— pro Person; Hinfahrt per Sonderzug, retour in aufgelöster Gesellschaft K 7.50 pro Person. Sonderzug Wien, Mordbahnhof ab 6-40 früh, Brünn an 1010. Brünn ab 8 Uhr abends, Wien Ndbhf. an 1L55. Fahrkarten zu haben in sämtlichen jüdischen Turnvereinen Wiens, ferner in der Adm. d. Bl., li. Karmeliterplatz, sowie schließlich nach Maßgabe der vorhandenen Plätze 45-30 Minuten vor Abgang des Zuges vor dem Nordbahnhofgebäude. Für die Teilstrecke LunJenburg-Brünn und retour beim J I V. Lundenburg. Eintrittspreise ä K 4, 3, 2, 1, —.50 in Brünn erhältlich. Gäste willkommen! Auskünfte IX. Liechtensteinstraße 20. Gäste willkommen! Jiiaildmationale Tagungen. Ein frischer Hauch , geht durch das verjüngte jüdische Volk. Das junge, im Werden begriffene nationale Leben dringt durch Zusammenfassung aller gutjüdischer Kräfte nach kraftvoller Entfaltung und Betätigung. In diesem Zeichen tritt irr Brünn am kommenden Sonntag der wesjtösterreichische Kreis der Jüdischen Turnerschaft zusammen. In der Hochburg der deutschjüdischen Assimilation werden unsere schmucken Turner und Turnerinnen aus allen Gauen Westösterreichs vor aller Welt Zeugnis ablegen von ihrem Bekenntnis zur jüdischen Nation und zu Ihren Hoffnungen, von ihrem turnerischen Können, das sie, begeistert durch die Idee der Regeneration unseres Volkes, in heißem Mühen errungen haben. Unsere Turnvereine, die nach unseren größten Helden, den Makkabäern, benannt werden und auf die hebräische Kommandosprache hören wollen, gehören zu den besten und markantesten Vertretern der vom nationalen Geiste beseiten jüdischen Jugend. Ihr Schauturnen wird daher in wahrem Sinne des Wortes ein Volksfest werden, für das sich denn auch in den weitesten Kreisen der jüdischen Bevölkerung lebhaftes Interesse kundgibt. Wir entbieten unseren strammen Turnern und Turnerinnen unseren nationalen Gruß mit dem Wunsche für ihr weiteres kräftiges Gedeihen zum Segen unseres Volkes! Auch die Studentenschaft, diese älteste Garde der zionistischen Bewegung, fühlt, in richtiger Erkenntnis der großen Vorzüge der vereinigten Kraft, das Verlangen nach Zusammenschluß. So tagte vor kurzer Zeit in Heidelberg der Verband zionistischer Hochschüler aus Rußland „Hecha- \v e r“, der bereits über 800 Mitglieder zählt und dessen kräftige Entwicklung darauf schließen läßt, daß er berufen sein wird, für die Verbreitung des zionistischen Ideals in Rußland Großes zu wirken. — In Westösterreich, in Teplitz, trat vor einigen Tagen der Kartelltag der Prager jüdischen Verbindungen zusammen, dessen Verlauf und Beschlüsse von einem tiefen Erfassen der dringendsten Bedürfnisse unserer Bewegung zeigen. — ln Lemberg tagte vor kurzem die Konferenz der jugendlichen jüdischen Arbeiter. Einen ganz besonders hervorragenden Platz unter den jüngst stattgefundenen nationalen Tagungen nimmt der zu Beginn dieser Woche in Leipzig abgehaltene Delegiertentag der deutschen Zionisten ein. Diese Tagung trat nicht nur infolge satzungsgemäßer Bestimmungen zusammen, es war vielmehr das Verlangen der Kampfgenossen, sich nach errungenem Siege über die ferneren Aufgaben der Armee auszusprechen, das die deutschen Zionisten zusammenführte. Vor allem kam es zu einer Aussprache zwischen zwei Richtungen: die eine tritt für den offenen und unbedingten Nationalismus ein, die andere möchte den Nationalismus weniger betont wissen und die Nichtzionisten durch gütiges Zusammenarbeiten aufzuklären und durch Kompromisse zu gewinnen. Die erste Richtung trug einen überwältigenden Sieg davon und damit ist reinnationale Richtung des Zionismus für. Deutschland endgültig festgelegt. Großen Anklang fand auch die Idee der Achusavereine, die eine neue, innigere Verknüpfung mit Erez Jisrael bedeutet. 1 Eins haben die deutschen Zionisten vor uns voraus: dies ist ihre Gegnerschaft. Ihre Feinde erkennen die Gefahr, die der Zionismus für die Assimilation in sich birgt und schließen sich daher zur Abwehr zusammen. Organisierte Antizionisten! Wäre dies in Oesterreich möglich? Antizionisten, die auf Grund eingehenden Studiums der zionistischen Literatur den Zionismus zu bekämpfen gedenken? Gerade in der jüngsten Nummer unseres Blattes hatten wir Gelegenheit, auf die unterschiedliche Stellungnahme der deutschen und der österreichischen Sozialdemokraten zum Zionismus hinzuweisen. Sind diese Feinde auch nicht so leicht zu fassen, wie die Widersacher in Deutschland, wir werden sie besiegen vermöge der Kraft, die uns der Zionismus verleiht. Zum Diener KultussbanOaL Eir.e merkwürdige Berichtigung. In Nr. IQ unseres Blattes haben wir berichtet, daß zufolge der Haltung des Präsidenten Dr. Stern im Mayersohnskandal Kultusrat Lemberger sein Mandat niedergelegt. Herr Lemberger hat damals seinen Schritt damit begründet, daß er als anständiger Mensch unter einem Präsidium, welches die Korruption schütze, nicht länger bleiben könne, ln seinem Demissionsschreiben an den Kultusvorstand hat er diese Anklage gegen das Präsidium ausdrücklich hervor gehoben. Wir haben diesen Brief veröffentlicht. Es hieß darin unter anderem wörtlich: „Ich begründe diese meine Demission damit, daß mein langjähriges Bestreben, eine Purifizierung der Zustände im Wiener Rabbinatskollegium herbeizuführen, auf einen hartnäckigen und andauernden Wi- &&L22 Herzl-Gedenkfeier der Wiener Zionisten. Beelhouensaal UBBl

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.