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Jüdische Zeitung · 1914-04-24 · 17 (24.4.1914) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
17 (24.4.1914)
Date
1914-04-24
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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.Nr. 17 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 7 m'achen, die einen spezifisch jüdischen Charakter tragen, nicht bloß dem Namen nach1, sondern in ihrem' ganzen Wesen. Vor allem aber ist es den meisten Erzeugnissen der jüdischen Kinderliteratur des Westens anzusehen, daß sie eben gemacht werden. Nur ein echter Dichter, der zugleich ein echter Jude wäre, könnte die stofflichen und subjektiven Schwierigkeiten überwinden, die sich dem Unterfangen entgegenstellen. Ein solcher Dichter hat auch endlich den Versuch gemacht und dieser ist gelungen. Schalom Aschs „Kleine Geschichten aus der Bibel“ sind ein echtes Buch, ein rechtes Kinderbuch. Echt ist der schlichte Volkston des Märchens, in welchem Alltag! und Phantasie sich so wunderlich verweben, echt ist der leicht schalkhafte Humor, echt vor allem das Gefühl für die jüdische Vergangenheit, die mit der Gegenwart eins bildet. Die fünfunddreißig Geschichten, sind nicht einfadhe Wiedererzählungen der Bibel. Vielmehr hat Asch die jüdischen Legenden, vor allem diejenigen der Nidraschin verwendet und (mit den Erzählungen der Bibel verschmolzen. So finden wir die schöne talmudische Erzählung wie Abraham Gott suchte und fand, von Esau und Jacob, von Josef in Aegypten und manches mehr, was nicht im Pentateuch steht. Die deutsche Bearbeitung, es handelt sich hier um eine vollständige Bearbeitung und keine einfache Uebersetzung, ist dem Originalkolorit treu geblieben. Sie hat jedoch alles beseitigt, was an dem aus dem ostjüdischen Milieu hervorgegangenen Buch allzu spezifisch ist und den westeuropäischen Kindern unverständlich wäre. Die Ausstattung des Buches ist geradezu prächtig. Der große klare Druck, das feste Papier, die schönen Illustrationen nach Originalen von Holbein und Beham (ein Bild „Esaus Jagd“ ist einer alten Hagadah entnommen) die geschmackvollen pnd doch soliden Einbände, dies alles zusam'men hat dazu beigetragen, daß dem jüdischen Haus und der jüdischen Schule ein. Kinderbuch entstanden ist, wie unser Büchermarkt noch nicht gesehen hat. * * * Eine Broschüre über jüdische Jugenderziehung. Soeben ist das von unserem' wackeren Freund Dr. Siegmund Werner auf dem diesjährigen Distriktstage der mährisch-schlesischen Zionisten in Iglau erstattete Referat: „Ueber jüdische Jugenderziehung“ in Broschürenform! erschienen.- Die Frage der Jugenderziehung wird in jüdischnationalem Charakter immer akuter und ihre Lösung beschäftigt gegenwärtig unsere besten Kräfte. Denn es liegt auf der Hand: wir tnüssen Mittel und Wege finden, unsere heranwachsende Jugend zu körperlich und geistig gleich' tüchtigen Juden zu erziehen. An Hand historischer Belege behandelt der Referent das wichtige Problem' und kommt zum Schlüsse zu folgendem Ergebnis: „Wenngleich wir überzeugt sind, daß eine vollkommene, bewußt jüdische Erziehung unserer Jugend nur in Palästina möglich ist, in dem Hebräisch als Mutter- und Verkehrssprache herrscht, So zwingt uns doch die Lage des jüdischen Volkes, dem in der Diaspora nicht einmal die Möglichkeit gegeben ist, seine Kinder jüdisch zu erziehen, auch hier für eine annähernd vollkommene jüdische Erziehung zu sorgen. Eine solche Erziehung ist erreichbar durch: 1. Errichtung jüdischer Kindergärten. 2. Errichtung jüdischer Volks- und Bürgerschulen, sowie jüdischer Mittelschulen. 3. Jüdische Internate (Konvikte). 4. Gründung eines allgemeinen jüdischen Schulvereines. 5. Gründung von jüdischen Elternvereinigungen. 6. Gewinnung der Kultusgemeinden zur Pflege jüdischgeistiger Interessen durch Hebräisch-, Geschichts- und Literaturkurse. 7. Gründung von Turn-, Sport- und Wandervereinen.“ Die Broschüre, die im’ Verlage des Troppauer zionistischen Vereines „Jeschurün“ (erschienen ist, sei allen, die sich für die Frage der jüdischen Jugenderziehung interessieren, bestens empfohlen. Turnen und Sport. Jüdischer Turnverein „Makkabi“, Graz. (Jubiläums-Gründungsfest.) Am 29. März 1914 feierte unser Verein das Fest seines zehnjährigen Bestandes, aus welchem Anlasse am Nachmittage ein öffentliches Schauturnen und am Abende ein Festkommers mit nachfolgendem Kränzchen stattfand. Unser Verein, welcher seit seinem Bestände, infolge seiner streng nationalen Richtung, stets mit Gegensätzen in Grazer antizionistischen Kreisen zu kämpfen hatte, brachte es trotzdem zu einer recht ansehnlichen Höhe, wie dies auch der glänzende Verlauf unserem Jubiläums-Gründungsfestes bewies. Das allgemein bekundete Intere:se an unserem Stiftungsfeste seitens der hiesigen jüdischen Bevölkerung verriet einesteils die Popularität unseres Vereines und der jüdischen Turnsache in Graz und andernteils der schöne Erfolg unseres Festes zeigte von einem guten Zusammenwirken im Vereine selbst. Die Reihe der Veranstaltungen wurde durdi einen recht gemütlichen Frühschoppen, internen Charakters, eröffnet, wobei wir Gelegenheit hatten, unsere auswärtigen Gäste, insbesondere unsere Wiener Turnbrüder, willkommen zu heißen. Das Schauturnen am’ Nachmittage, an welchem alle Abteilungen ca. 120 Turner und Turnerinnen teilnahmen, nahm einen recht befriedigenden Verlauf (und bot ein Schönes (und abwechslungsreiches turnerisches Bild. Nach einem allgemeinen Aufmarsch, welcher sich unter großen Beifall und unter den Klängen unseres Bundesliedes vollzog, hielt der Vorsitzende unseres Kreises Herr Kien, eine kernige, :gehaltsvolle Ansprache. Daran schlossen sich die Freiübungen der Männer, die Stabübungen der Damen und Mädchen und schließlich die Freiübungen der Kinder. Die exakte Ausführung der einzelnen Uebungen, insbesondere die gute Disziplin in unseren erst seit kurzem bestehenden Kinderriegen, fanden im Publikum verständnisvollen Anklang. Das darauffolgende Riegenturnen aller Abteilungen in schöner Aufeinanderfolge, zeigte wirklich gute turnerische Leistungen und war besonders beim Männerturnen bei den Einzelnen hervorragende turnerische Veranlagung zu beobachten. Das Riegenturnen, speziell das unserer Wiener Turnbrüder, wurde vom Publikum mit lebhaftem Interesse verfolgt und die einzelnen Darbietungen durch stürmischen Beifall gewürdigt. Mit harmonisch zusammengestellten Pyramiden, an welchen sich alle Abteilungen beteiligten, fand das Schauturnen sein Ende. Den Abschluß unseres Festes bildete der Kommers am Abende, der sich durch ein recht festliches Gepräge auszeichnete. Nach einer kurzen Begrüßung unseres Obmannes Herrn Karl Schwarz, ergriff unser Ehrenobmann Herr Oskar Freudmann zu einer in markigen Worten gehaltenen und tendenziösen Festrede das Wort, welche auf alle Anwesenden den tiefsten Eindruck hervorrief. Die weiteren Ansprachen, unter anderen die des Präsidenten der hiesigen Kultusgemeinde Herrn Rendi, des Vorsitzenden unseres Kreises Herrn Kien, des hiesigen Rabbiners Herrn Dr. Herzog, waren größtenteils Ausdrücke der Freude und der Anerkennung über das fruchtbare Wirken unseres Vereines, sowie der Beglückwünschung zu unserem Jubiläumsfeste. Nach einer Ehrung unseres verdienstvollen Obmannes Herrn Karl Schwarz und der Verlesung der eingelangten Glückwunschtelegramme, welche uns aus allen Kreisen unserer Turnbewegung zugekommen sind, wurde der Kommers geschlossen und nach einem kurzen Koloquium das Kränzchen mit einer Polonaise eröffnet. Der Tanz, welcher bald die fröhlichste Stimmung hervorbrachte, fand in den Morgenstunden seinen Abschluß. Anläßlich des Festes gab der Verein eine Festschrift heraus, eine ausführliche Abhandlung über die Geschichte unserer Bewegung und unseres Vereines, enthaltend. Dieselbe wurde bereits auch an alle Verbandsvereine unseres Kreises in Versandt gebracht. * * * Jüdischer Turnverein Leopoldstadt Sonntag den 26. April Ausflug nach Troppberg. Kombinierte Tagespartie und Nachmittagspartie. Abfahrt der Tagespartie 7 Uhr früh von der Stadtbahnstation. Abfahrt der N,achmittagspartie Va- Uhr Stadtbahnstation Schottenring. Währena der Rast Vortrag -ber „Erste Hilfe bei Unglücksfällen“ mit praktischen Uebungen. * * * Hakoah zweiter Sieger im Frühjahrsturnier 1914. Bei dem am 11. und 12. April 1. J. auf dem Rudolfshügel-Platze stattgehabten Turniere plazierte sicn Hakoah mit einem Siege (gegen den erstklassigen Klub Rudolfshügel 2:0) und einer Niederlage (gegen Wacker 0:3) an zweiter Steile und erhielt als Trostpreis einen schönen Pokal. * * Hakoah sdilägt Sportfreunde 3:1. Dieses Wettspiel fand am letzten Sonntag auf dem Wackerplatz statt, und brachte der Hakoan zwei wertvolle Punkte. Das Spiel selbst ergab eine Kette von Roheitsakten der Sportfreunde. Rechnet man noch das Benehmen des Ges. gesch. Schutzmarke. Humanic-Sdiulie bieten bei populären Preisen das Uollbommenite auf dem Gebiete der Sibubinduttrie. — Eigene WIEN: ==§ I. Kärntnerring Nr. 6 II. Taborstraße Nr. 17b VII. Mariahilferstr. Nr. 92 XVI. Thaliastraße Nr. 25 XXI. Brünnerstraße Nr. 12 Filialen: - CZERNOW1TZ, Ringplatz 10 KOLOMEA, Ringplatz Nr. 41 LEMBERG, Grand-Hotel PRZEMYSL, Plac na bramie RADAUTZ, Kirchengasse 7—8 STANISLAU, Karpinskiego 7 SUCZAWA, Franz Josefstr. 1162 TARNOW, Krakowska Nr. 1 Einheitspreise: Iß»

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