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Jüdische Zeitung · 1914-03-13 · 11 (13.3.1914) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
11 (13.3.1914)
Date
1914-03-13
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 11 stentum vom Judentum übernahm; später verfiel er in den deutsChpolnischen Gemeinden und fand erst im Zeitalter der Emanzipation vielfach wieder Eingang. Man denkt an ähnliche Rückwanderungen in der Sprachgeschichte: aus dem deutschen „Balken“ bildet der Italiener sein „balcone“, das dann wieder als „Balkon“ ins Vaterland zurückkehrte. * Elektrische Straßenbahnen in Jerusalem. Wie bereits mitgeteilt, hat das französische Bankhaus Perrier in Paris eine auf 40 Jahre lautende Konzession erhalten zum Bau einer Trambahn von Jerusalem nach Betlehem', zur elektrischen Beleuchtung der Stadt und zur Anlage einer Wasserleitung. Jetzt berichten Jerusalemer Zeitungen folgende Einzelheiten: Der Vertrag zwischen der Stadt Jerusalem und der Banque Perrier in Paris wurde am 27. Januar unterzeichnet und gleichzeitig wurde dem Unternehmer vom Gouverneur des Mutfessariflik Jerusalem, Medjid Schefket Be)', die Konzession zur Ausführung der Arbeiten erteilt. Diese Konzession umfaßt: 1. Den Bau einer elektrisch betriebenen Straßenbahn mit durch Motoren betriebener Kraftstation. Die Konzession zu einer Wasserkraftanlage wurde von der Regierung verweigert. 2. Eine elektrische Lichtanlage für den Bezirk der Stadt Jerusalem. - 3. Die Wasserversorgung Jerusalems. Ob hierzu die Quelle Ain Fauar oder Ain Arub das Wasser liefern wird, ist noch nicht entschieden. Wahrscheinlich wird jedoch die Wahl auf die wasserreiche Ain Fauar fallen, obgleich diese über 500 m tiefer liegt als Jerusalem1, wodurch' enorme Pumpenanlagen erforderlich' werden; während die Leitung von Ain Arub einiges Gefälle hätte. Mit den Arbeiten an der Straßenbahn soll vier Monate nach Unterzeichnung des Vertrage? begonnen werden und nach weiteren l1/» Jahren müssen die Arbeiten beendet sein. Es handelt sich hierbei um vier obligatorische Hauptlinien, die vom Jaffafore ausgehen und zürn1 jüdischen Hospital Sdhaarei-Zedek, zum Syrischen Waisenhaus, zum Hause des Mufti und nach Betlehem führen. Außerdem fühlen. Außerdem sind einige fakultative Linien vorgesehen, die binnen fünf Jahren in Betrieb kommen müssen; eine derselben soll durch, bezw. um die deutsche Kolonie nach der griechischen führen. — Die Linie Bahnhof—Bethlehem folgt entweder der jetzigen Straße am Sultansteiche und dem1 eng-c lischen Augen-Hospital vorbei, oder der vom griechischen Kloster geplanten, zwölf Meter breiten Straße durch die Nikoforije. — Mit der. Lichtanlage wird erst nadi Inbetriebsetzung der Straßenbahn begonnen. Der Jerusalemer Bürgermeister, Hassan Effendi II-Husseini, hat der Jerusalemer hebräischen Zeitung „Hacheruth“ noch folgendes mitgeteilt : Die Konzession wurde auf den Namen des ottomanischen Untertans Mbanmaki Effendi aus Konstantinopel ausgestellt Die Regierung ist berechtigt, nach 15 Jahren die Bahn zurückzuerwerben. Das französische Bankhaus hat als Garantie 300.000 Franks deponiert, die verfallen, wenn innerhalb eines halben Jahres die Arbeit nicht begonnen wird. Die Stadtverwaltung hofft dann 60.000 Franks jährlich an Wasser und Petroleum sparen und dabei mehr Wasser als bisher für die Reinhaltung der Straßen verwenden zu können. Es sind auch die Preise für Wasser, Beleuchtung und Fahrt bereits vereinbart worden. Die „Jerusalemer Warte“ meint: „Dies ist zwar ein bischen viel auf einmal, aber es Scheint, daß es sich diesmal um keinen blinden Lärm handelt. * Das neue Einwanderungsgesetz in Amerika. New-York: Das vom Repräsentantenhause angenommene Einwanderungsgesetz liegt nunmehr dem1 Senat zur Beratung vor, und man nimmt an, daß dieser die Vorlage in ihrer gegenwärtigen Fassung bestätigen wird. Die Gegner des Entwurfs hatten bisher gehofft, daß der Senat die Bestimmung des Bildungsnachweises aufheben würde, oder daß man die ganze Angelegenheit bis zur nächsten Kongreßperiode verschieben würde. Allem Anschein nach werden sich jedoch diese Hoffnungen nicht erfüllen. Der einizige versöhnliche Zug des Entwurfs ist die Ausnahmebestimmung zugunsten solcher Auswanderer aus fremden Ländern, die „n u r deshalb ausgewandert sind, weil sie religiösen Verfolgungen entfliehen wollten.“ Durch die Einfügung des Wortes ,.nur“ bleibt die Entscheidung dem Ermessen der Einwanderungsbeamten überlassen, und es wird damit der persönlichen Willkür ein weiter Spielraum gewährt. Präsident Wilson ist dem Gesetz gegenüber ablehnend gesinnt. Man glaubt jedoch, daß auch er, falls' der Entwurf in seiner jetzigen Gestalt im Senat durchgeht, ihm die-Bestätigung nicht versagen Iwird. Jn den einwanderungsfreundlichen Kreisen versucht man nunmehr auf die Streichung des Wortes „nur“ in der oben angeführten Bestimmung zu dringen. * Naturalisation ausländischer Juden in Palästina. Wie in gut unterrichteten Kreisen versichert wird, haben die Verhandlungen zwischen dem Großrabbiner der Türkei und der Pforte bezüglich der Naturalisation ausländischer Juden in Palästina Zu günstigen Ergebnissen geführt. Es steht zu erwarten, daß in wenigen Tagen alle Schwierigkeiten, die bisher der Einbürgerung ausländischer Juden im Wege standen, beseitigt sein werden. Insbesondere soll die Bestimmung, wonach für die Naturalisation ein langjähriger Aufenthalt im Lande erforderlich ist, abgeändert und ein erheblich kürzerer Zeitraum festgesetzt werden. * Petroleumvorkommen bei Haifa. Englische Ingenieure haben in der Nähe Haifas recht ergiebige Erdölquellen gefunden. Die Bohrungen werden emsig fortgesetzt * Ein jüdisches Volksheim in Jerusalem!. Herr Julius Rosenwald aus Chicago, der dieser Tage in Jerusalem weilte, hat für den Bau eines eigenen Gebäudes für das’ dortige Befh-Am (Volksheim) 25.000 Franks gestiftet. Dem Vernehmen nach hat auch die Oaessaer Palästinagesellscbaft ihre tatkräftige 'Unterstützung für den Bau des Jerusalemer Befh- Am zugesagt. Herr Rosenwald hat auch den für die Herausgabe des nächsten Bandes von Ben-Jehudas großem hebräischem Wörterbuch erforderlichen Betrag von 12.000 Franks gezeichnet. PapfeinafflrMiteii. Arbeitsanschluß der mährisch-schlesischen zionischen Ferialverbindungen. s Der Frbeitsausschuß der mährisch-s friesischen zionistischen Ferialverbindungen veranstaltet Samstag! den 14. d. M. auf der Bude der Kartellverbindungen „Emunah-Gamala“, VI.. Linke Wienzeile 40, einen Vortragsabend, äni welchem Herr Dr. Otto Abel es über „Aktuelle Fragen im Zionismus“ sprechen wird. Alle Gg. Gg. sind zu diesem Vortrage höflichst eingeladen. Beginn präzise halb 6 Uhr abends. * Sitzung des i.-ö. D’striktskomitees. Am 9. März fand die dritte Sitzung des heugewählten Distriktskomitees statt, welcher ein Vertreter des Z. K. Gg. Dr. lEmil Stein beiwohnte. Die Beratungen erstreckten sich zunächst auf die Bezirksagitation. Die von den Bezirksleitern erstatteten Berichte, insbesonders au: den Bezirken Favoriten und Mariahilf, wo eine erfreuliche Entwicklung der Sektion konstatiert werden konnte, wurden mit Befriedigung zur Kenntnis genommen' . Dr. Weiner berichtete ferner über eine in Ottakring stattgefundene Vertrauensmännersitzung und daselbst demnächst stattfindende Veranstaltungen. — Für die Bezirke Landstraße und Döbling wurden Vertrauen: männerversammlungen für die nächste Woche in Aussicht genommen. Es wurde beschlossen mit dem Jüdischen Volkrat, bezüglich der in den Bezirken einzuleitenden Aktionen Einvernehmen zu pflegen. Bezüglich der Sammlungen für das Hebräische Schulwerk wurden Beschlüsse gefaßt, auf Grund deren eine intensive Sammeltätigkeit nunmehr einsetzen wird, ln den weiteren Beratungen beschäftigte sich das Distriktskomitee mit internen Organisationsfragen. * Distriktsfond. Der letzte i.-ö. Distriktstag hat den Beschluß gefaßt, einen Distriktsfond zu schaffen, durch den es ermöglicht werden soll, die begonnene Agitationsarbeit in den Bezirken regelmäßig und intensiv fortzusefzen. Die Mittel, welche dem Distriktskomitee aus der Parteisteuer zur Verfügung stehen, reichen bei weitem nicht aus, um allen, infolge der Propagandatätigkeit notwendigen Arbeiten nachzukommen. Die Schaffung des Distriktsfonds bildet somit die einzige Möglichkeit für eine Intensivierung .der Arbeit. Es ergeht daher an alle Gesinnungsgenossen des i.-ö. Distrikts die dringende Aufforderung, durch Zuwendungen an den Distriktsfond diese Tätigkeit zu ermöglichen. Das Distriktskomitee erwartet, daß dieser Appell an die Opferfreudigkeit unserer Gesinnungsgenossen nicht vergeblich sein wird. Die Niederlage der Karmelweine befindet sich bei S. Steinhart, Weinhandlung, II., Rotensterngasse 22. Telefon 17348. Ges. gesch. Schutzmarke. MM mm. mm®. mm HumaniC'Sdiiilie bieten beiTpopulSren Preisen das Volifiommenite auf dem Gebieteier Sdiuhinduitrie. ' Eigene WIEN: I. Kärntnerring Nr. 6 II. Taborstraße Nr. 17b VII. Mariahilferstr. Nr. 92 XVI. Thaliastraße Nr. 25 XXI. Brfinnerstraße Nr. 12 iljialen: CZERNOWITZ, Ringplatz 10 KO LOME A, Ringplatz Nr. 41 LEMBERG, Grand-Hotel PRZEMYSL, Plac na bramie RADAUTZ, Kirchengasse 7—8 STANISLAU, Karpinskiego 7 SUCZAWA, Franz Josefstr. 1162 TARNOW, Krakowska Nr. 1 Einheitspreise 1650

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