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Jüdische Zeitung · 1914-02-13 · 7 (13.2.1914) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
7 (13.2.1914)
Date
1914-02-13
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 7 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 7 Borsigschen Kreiselpumpe weitergeleitet. Auf diese - Weise werden stündlich 800 cbm Wasser in die ' Leitungsrohre gepumpt und auf eine Entfernung bis zu 3ty2 km den reldem und Orangengärten Pethach- . Tikwahs zugeführt. Im oberen Stockwerke befinden „ sich freundliche luftige Verwaltungsräume, die eine herrliche Fernsicht über die Ebene Saron bis zu den Bergen Judäas gewähren. Das Gebäude macht mit seinen hohen Spitzbogenfenstern und seinem zinnengekrönten; Dach einen - äußerst gefälligen Eindruck. , Als weithin sichtbares Wahrzeichen europäischer Kultur kündet es, was jüdischer FIeiß und Unternehmungsgeist hier inmitten des verwahrlosten Landes geleistet hat und noch zu leisten berufen ist. Wissenschaft gegen Gewaltpolitik. Lehnen es auch europäische Staaten strikte ab, sich zu Gunsten von Juden in die „innere Politik“ Rußlands einzumischen, so nimmt doch die freie Ge- Jehrtenpublik .keinen... Anstand, ,<Jen Lenkern der AusröttÜngspbiitik m Petersburg ab und zu eine erzieherisch wertvolle Lektion zuerteilen. Wie bekannt, hatte für den im nächsten Sommer in Petersburg stattfindenden internationalen Ophthalmologenkongreß der russische Minister des Innern die für die jüdischen Teilnehmer aus dem Auslande üblichen Paßbelästigungen und Aufenthaltsbeschränkungen nicht aufheben wollen. Auf ein von dem Berliner Augenarzt, Geheimrat Hirschberg, an den Kongreß Vorsitzenden gerichtetes Schreiben hin hat der Minister, wie von uns bereits berichtet, nachträglich die Beschränkungen für die jüdischen Kongreßteilnehmer aufgehoben. Nichtsdestoweniger ist es noch fraglich, ob der Kongreß zustande kommen wird, da bereits aus der ganzen Welt Absagen an den Präsidenten des Kongresses gelangt sind. In der „Berl. Klin. Wochenschr.“ wird erneut Protest gegen den Kongreß erhoben. In der hier veröffentlichten Erklärung heißt es zum Schlüsse: „-- Also die unerhörten Und beleidigenden Aufenthaltsbeschränkungen sind am 12. Dezember 1913 feierlich durch das zweite Rundschreiben des Kongreßvorsitzenden verkündigt und schon vor dem31 .Dezember 1913 wieder aufgehoben worden, — aus welchen Beweggründen und zu welchem Zweck, das ist doch klar, selbst für den Blödesten. Die so überstürzte, nicht von der Gerechtigkeit diktierte, sondern dem ersten mannhaften Widerspruch weichende Zurücknahme der Beschränkungen verfehlt . ihren Zweck: die Beleidigung erscheint dadurch nur um so empfindlicher, da sie doch als ganz unnötig erwiesen ist, wenn tatsächlich schon heute wieder die Beschränkung so ganz entbehrlich erscheint. Auf uns verfehlt die Zurücknahme jeglichen Eindruck. Wir werden ruhig weiter kämpfen. Wir kämpfen für eine Idee. Diese wird siegen. Wir hoffen, -der XII. internationale Ophthalmologenkongreß wird zu Petersburg 1914 nicht zusammentreten.“ Die Erklärung ist unterzeichnet von vielen Ehrenmitgliedern der ophthalmologischen Gesellschaft zu Petersburg und der Gesellschaft der Augenärzte zu Moskau. Ein neues Einwanderungsgesetz in den Vereinigten Staaten. Der Vorsitzende der Einwanderungskommission ini amerikanischen Repräsentantenhause, Repräsentant .Burnett, hat im Dezember v. J. die nach ihm benannte Einwanderungsvorlage wieder eingebracht. Die Burnettbill wurde, wie erinnerlich, vom vorigen Kongreß angenommen, aber vom Präsidenten Taft abfelehnt, und die Bemühungen Burnetts und seiner reunde, das Veto Tafts zu „überstimmen“ — wozu es einer Zweidrittelmehrheit beider Häuser bedurft hätte — schlugen fehl, ln dem jetzigen Kongreß, wo .die demokratische Mehrheit noch größer ist, dürfte der reaktionäre, einwanderungsfeindliche Entwurf mehr Glück haben. Schon in der Kommission wurde die Bill mit einer geradezu unanständigen Eile durchgepeitscht. Der Form wegen wurden einige „Termine“ abgehalten, damit es den Anschein habe, als hätte man den Entwurf gründlich geprüft. Dann hielt der Ausschuß vier Tage lang Dauersitzungen ab, und an einem Tage wurden die Mitglieder gezwungen, 16 Stunden lang zu „tagen“. Schließlich wurde das, was man im Kongreil die „Dampfwalze“ nennt, in Bewegung gesetzt, um der Opposition gegen die Bill ein . Ende zu machen. Am 31.1 Januar hat nun, nach einem Kabeltelegramm aus Washington, im Plenum des Repräsentantenhauses die Debatte über die Burnett-Bill begonnen. Eine Abstimmung über die Geschäftsordnung, die als eine Art Vorschau gelten kann, hat deutlich gezeigt, daß die Vorlage auf eine Zweidrittelmehrheit rechnen kann. Die neue Bill enthält die gleiche Bestimmung wie die frühere, nämlich, daß die Zulassung aller Einwanderer von einem Bildungsnachweis abhängig sein soll. Wenn der Einwanderer nicht lesen und schreiben kann, soll die Einwanderungsbehörde ihm die Landung versagen. Megilleth aas getriebenem Silber und Silberflligran in verschiedener Ausführung empfiehlt der „Bezatel“ seinen Freunden zum bevorstehenden Purimfest. Adresse für Bestellungen: Verein „Bezalel“, E.V., Berlin W. 15, Bleibtreustrasse 34/35. aus der Fabrik L. T. Piovati Zentral-Verkauf: MAX LUSTIG, WIEN I., Adlergasse 3. 1, Franz Josefs-Qual 19. Versand nach dem In- und Auslande. -Solideste Bedienung. Preiskurante gratis u. franko. BESIAORAHT MOB PIBRAS im Neubau des -ms HOTEL NEW-YORK -w» Wien, II-, Kleine Sperlgasse 5 bietet den P. T. Gästen allen Komfort — Küche und Keller sind als erstklassig bekannt Elegante u geräumige Lokalitäten. Hochzeits¬ und Festbankette werden bestens arrangiert Die Forderung der Einwanderungsbeschränkungen geht hauptsächlich von den Arbeitergewerkschaften ans, die niemand einlassen wollen, von dem zu erwarten steht, daß er zu wenig Lohn verlangen werde. Das sind in der Hauptsache die slawischen, italienischen und jüdischen Arbeiter. Die jüdischen Abgeordneten erklären sich gegen die ganze Bill und treten auch für die freie Einwanderung der Slawen und Italiener ein. Der Abgeordnete Goldfogle führte aus, der Bildungsnachweis widerspreche dem Geist der amerikanischen Institutionen. Manche der besten Bürger des Landes hatten weder lesen noch schreiben können, als sie nach Amerika kamen. Die Einwanderung habe in außerordentlicher Weise dazu beigetragen, die Vereinigten Staaten zu entwickeln. Die wirtschaftliche Entwicklung des amerikanischen Volkes habe aber dazu geführt, daß die Amerikaner die niedrigsten Arbeiten nicht mehr tun wollen, und da müßten die Einwanderer aushelfen. Der Wert der von den Einwanderern geleisteten Arbeit wird am besten durch folgende Statistik illustriert: Sie tun sieben Zehntel der Arbeit in den Kohlenbergwerken, sieben Achtel der Arbeit in den Wollspinnereien, sie verfertigen neun Zwanzigstel der in Amerika hergestelllen Kleidungsstücke, die Hälfte der Schuhe, vier Fünftel der Möbel, mehr als die Hälfte der Hemden, Kragen und Manschetten, vier Fünftel der Lederartikel und die Hälfte der Handschuhe, ja sogar 19 Zwanzigstel der Produkte in den Zuckerfabriken. Die Einwanderer leisten 80 Proz. der Arbeit, die in den Schlachthäusern und den Fleischpackereien geleistet wird, und mehr als die Hälfte der Arbeit in den Tabak- und Zigarrenfabriken. Auch der Deutsch-amerikanische Nationalbund, welcher zwei Millionen Mitglieder zählt, hat durch seinen Vorsitzenden Dr. Hexamer dem Repräsentantenhause einen Protest gegen den Einwanderungsgesetzentwurf zugehen lassen. Bei den einwanderungsfeindlichen Anschauungen der herrschenden demokratischen Partei ist aber leider kaum daran zu zweifeln, daß die Burnett-Bill diesmal — vielleicht mit einigen unwesentlichen Amendements — Gesetzeskraft erlangen wird. Vereinsnachrichten. Wien. (Sektion Favoriten des Zion. Zentralvereines.) Donnerstag, den 22. v. Mts., veranstaltete die rührige Sektion Favoriten des Zion. Zentralvereins ihren regelmäßigen Vereinsabend. Herr Dr. Otto Abel es sprach in trefflicher und beredter Weise über „Theodor Herzl und wir“. Zu seinen Ausführungen sprach noch Herr Dr. Rosenthal, der die zion. Verbindungen vor Herzl erwähnte. Nach dem Schlußworte der Referenten blieben die Favoritner Bürger mit dem Verein „Theodor Herzl“ noch lange beisammen. Vorlesungen ans jüdischen Schriftstellern and hebräische sowie jüdische Lieder füllten diesen gemütlichen Teil aus. Besonders die . palästinensischen Lieder sind auch uns Favoritnem bereitslieb geworden. Der Abend muß wieder als überaus gelangen bezeichnet werden. Wien. (Jung-jüdischer Abend in Favoriten.) Donnerstag, den 5. d. Mts., fand dieser Abend im großen Saale des Arbeiterheims bei übe’raus zahlreicher Beteiligung statt Der Saal wurde uns zu eng, so groß ist bei uns das Interesse für Jung-Jndentnm. Das Programm des Abends, dessen Arrangement in den Händen des Vereines „Theodor Herzl“ lag, war sehr glücklich gewählt Zuerst hielt Herr J. Herschdörfer einen Lichtbildervortrag über den jüdischen Künstler Hirschenberg. Dann sang Herr Preis mit viel Verständnis und tiefem Empfinden jüdische Volkslieder. Die Violinvorträge des Violinvirtuosen Herrn Spitzen lösten durch ihre Exaktheit sowie durch ihre prächtige Wärme wahre Beifallstürme aus. Einen wahrhaft herzerhebenden Abschnitt des schönen Abenda bereiteten die Vorführungen einer Masterriege des wackeren Turnvereins Favoriten. Die vorzüglichen Leistungen erweckten -bei den Anwesenden lebhaftes Interesse für das am 14. März stattfindende Schauturnen. Auch dieser gelungene Abend berechtigt zn den besten Hoffnungen für die weitere Entwicklung unserer Sektion. Wien. (Verein zion. Hochschüler „Theodor Herzl“ IX. Hörigasse 11.) Seminarprogramm: Samstag, 14. Februar öffentliche Vereinsprüfung; Dienstag, 17. Februar Zion. Seminar; Freitag, 20. Februar Palästinaseminar; Samstag, 21. Februar Bb. Oswald Löbel: „Radikalismus und Opportunismns“.. Beginn der Vorträge nnd Seminarien präzise 8 Uhr. Gäste willkommen. Wien. (J&d.-akad. Verbindung „Ivria“, Wien) Die Chargenwahlen für das Sommer-Semester 1914 (46. Sem.) hatten folgendes Ergebnis: x J- N. C. Oskar Singer (XXX)> XX F X cand. ing. Ernst Rübenstein, XXX med. Ferdinand Barber. Wien. (Zionistischer Verband ehemaliger Hochschüler.) Mittwoch, den 4. Februar sprach statt des plötzlich verhinderten Dr. David Rothblnm Herr Staatsbahnrat Ing. Emil Fried. Er gab einen historischen Ueberblick über die Trennung von Nation nnd Religion, welches Thema eine äußerst lebhafte und lange Diskussion anslöste. Am 11. Februar hielt Herr Dr. Robert Lach einen Vortrag über altsemitische Musik mit besonderer Berücksichtigung der Juden. Sowohl der Name des Vortragenden, als auch das Thema hatten eine besonders zahlreiche Zuhörerschaft in das Verbandslokal geführt. Herrn Dr. Robert Lach, Vorstand der musikalischen Abteilung der k. k. Hofbibliothek, gebührt der herzlichste Dank für diese Veranstaltung. — Die Mittwochabende erfreuen sich eines immer zahlreicheren und stetig wachsenden Besuches, was sicherlich ein Zeichen ist, daß sie Anklang gefunden haben. — Mittwoch, den 18. Februar spricht Herr Dr. Wilhelm Stein, am Mittwoch, den 25. Februar Herr Dr. Paul Weisengrün. DieVorträge, wie gewöhnlich, im Cafe Pucher I, KoMmarkt 10, Beginn 1/29 Uhr. Mittwoch, den 11. März veranstaltet der Verband in den Souterrainlokalitäten des Cafe Prückl eine Purimunterhaltung mit Tanz. Rezitationen bedeutender Schauspieler, Klavier- und Violinvorträge, sowie die Darbietungen eines bekannten Humonstetr versprechen einen gelungenen Verlauf. Regiebeitrag l Krone, Familienkarten 2 Kronen. Gäste herzlichst willkommen. Wien. (Herzl-Klnb.) Der „Herzl-Klub" veranstaltet alle 14 Tage im Cafe Folly Akademien mit vorangehender Conference über zionistische oder andere jüdische Themata und mit nachfolgendem Tanze, ln der letzten diesartigen Veranstaltung hielt Gg. Simon Advokat eine ausgezeichnete Conference über „Die Renaissance des Judentums“. Hierauf trug Herr cand. jur. Viktor Saß einige auserlesene Stücke jungjüdischer Literatur mit Meisterschaft vor. In glänzender Weise vervollständigten nqch das Programm Frl- Risa Porjes und die Herren Max Weinberger und Maximilian Kummerling. .Die nächste Akademie des Herzl- Klubs findet am Sonntag, den 15. d. Mts., um 4 Uhr nachmittags, im „Cafe Folly“, I. Gonzagagasse 11 statt Gäste herzlichst willkommen. — Am 18. d. Mts., um 8 Uhr abends, spricht in unserem Klubheim Herr Dr. Leopold Plaschkes über „Die sozialen und politischen Verhältnisse der Juden in Oesterreich". Weiter teilen wir mit, daß wir mit der Einrichtung eines dritten Hebräischkurses beschäftigt sind. Teilnehmer an diesem Kurse, (für Anfänger) ersuchen wir, sich unverzüglich anzumelden, da derselbe Anfangs nächster Woche beginnt Kiubadresse: Herzl-Klub, II., Leopoldsgasse 31, Tür 61. — Am 25. Dezember 1913 fand die dritte ordentliche Generalversammlung des Herzl-Klub statt. Aus dem Rechenschaftsbericht ist zu entnehmen, daß dieser Klub im abgelaufenen Jahre 52 Vorträge veranstaltete. Weiter hat der Klub in der Berichtsperiode ca. 450 Kronen für den J. N. F. und ca. 150 Kronen für die Jemenitenaktion aufgebracht Der Klub hat zwei hebräische Sprachkurse •oooo» Dauerhafter als :: Leder •oooo» KAUTSCHUK-ABSATZ Gefellldiait m. b. H. WIEN i. Elegant und hygienisch •oooo* 027706

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