Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 8 (1914)
- Issue
- 6 (6.2.1914)
- Date
- 1914-02-06
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2438141-2438483-2438488--3991-2443803- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 6 JÜDISCHF. ZEITUNG Seite 5 nicht mehr die lächerliche und demütigende Rolle von Schutztruppen fremder Völker spielen mögen, so wollen wir auch auf dem Sportplätze in den Farben des Hauses Israel erscheinen und im eigenen Namen den Kampf aufnehmen. Die Gründung jüdischer Sportvereine ist eine nationale Tat, ein Stück Selbstemanzipation. Wenn die braven jungen Blauhemden mit dem weißen Davidschild auf die vier Jahre Hakoaharbeit zurückblicken, können sie mit Stolz auf ihre bisherigen. Erfolge verweisen. Sie haben in einem antisemitischen Milieu den jüdischen Namen zu Ehren verholfen. Der Wiener arischen Jugend, die den ersten Hakoahnem spöttisch und verachtend „Juden“ nachrief, hat der Klub vor den hlau-weißen Farben Respekt eingeflößt. Das größte Verdienst der Hakoah liegt aber in der Erziehung der jüdischen Jugend. Nicht geistlose Athleten hat der Klub herangebildet, vielmehr ^nei'fMännsiSaft-;mit «gestählten '-Muskeln, und dem Herzen am rechten Fleck. Die sportlichen Leistungen der Hakoah, insbesondere die der wichtigsten und ältesten Sektion: der Fußballmannschaft, stehen in dem Wiener Sportleben beispiellos da. Die Hakoahner sind bereits an dem Tore der ersten Klasse angelangt und werden sich bald den Eintritt unter die ersten Mannschaften Wiens erzwingen. Aber, wie gesagt nicht nur sportlich, auch national-ethisch wirkt die Hakoah, und ihre sportlichen Leistungen sind lediglichein Beweis dafür, was nationale Begeisterung vermag. Durch eine Reihe von jüdischen Vorträgen und Veranstaltungen werden die jungen Mitglieder in ihrem jüdischen Gefühl und Wissen gestärkt. Ich möchte allen, die die Hakoah noch nicht „bei der Arbeit“ gesehen haben,, bestens anraten, einem ihrer Fußballwettspiele anzuwohnen. Ein glänzender, für jüdische Augen erhebender Anblick. Die Hakoah ist mit eine Gewähr für die jüdische Entwicklung unserer Jugend. Ist von den Leistungen der Hakoah die Rede, so ist es unsere Pflicht, die hervorragendenVerdienste zweier Männer zu erwähnen. Der eine ist Dr. Fritz Löhner (Beda), der seit der Gründung dem Klub vorsteht und — der Hakoair stets mit Rat und Tat an die Hand geht, und Dr. J. H. Körner, der in den Jahren 1912—1913 durch seine aufopfernde und umsichtsvolle Tätigkeit zu dem Aufstieg und zu der-nationalen Erstarkung der Hakoah hervorragend beigetragen hat; und der jetzt zum ersten und einzigen Ehrenmitglied ernannt wurde. L. B. Vereinsnachrichten. Wien. (Akademische- Verbindung Kadimah im K. Z. V.) Wie bereits berichtet wurde, veranstaltet die akad. Verbindung „Kadimah“ am 24. Februar eine rot-violette Redoute in den Beethovensälen. — Komiteesitzung mit anschließendem Tanz findet am 10. Februar um 6 Uhr abends im Souterrainlokale des Cafe Prückl statt Wien. Der Zionistische Geselligkeitsklub „Jugend- - btmd“ veranstaltet am 28. Februar seine erste Veranstaltung in Form einer Tanzunterhaltung in den Sälen des Industriellencafes. — Karten ä 1.50 bei der „Jüdischen Zeitung“ und im Industriellencafe, Concordiaplatz-4. Wien. Vortragsordnung der „Jüdischen Toymbeehalle“ (XX., Oihmargasse 46) für die Zeit vom 7. bis. I3; Februar. Samstag 7. 2., ■ Musikaufführung, Fr. . Frieda Kafka (Gesang), Frl. Cora Senner (Violine), Herr E. Bunzl (Klavier) und Herr A. M. Vällas (Rezitation). Sonntag 8. 2., Ueber vernunftgemäße Ernährung, Frau Dr. Frieda Rienes-Lamberger. Montag 9. 2., Auffühning Beethoven’scher Werke, „Jugendbund“. Dienstag 10. 2., Bilder aus dem Rechtsleben, Herr Dr. M. Reiß. Mittwoch 11. 2., Pestalozzis Lebensbild, Frl. stud. phil. Hedwig Braun. Donnerstag 12. 2., Jüdische Geschichte (Cyklus), Prof. Dr. Rosenfeld. Freitag 13. 2. Bibelvortrag, Herr Lehrer Löw-Vogel. Wien. _ Zionistischer Verband ehemaliger Hochschfiler. Mittwoch, den 11. Februar, hält Herr Dr. Robert Lach, Leiter der musikalischen Abteilung der k. k. Hofbibliothek, einen Vortrag über altsemitische Musik mit besonderer Berücksichtigung der Juden Ort Cafe Pucher. Beginn präzise x/2 9 abends. Recht zahlreiche Gäste willkommen. Wien. Die jüdische akademische Verbindung „Unitas“ veranstaltet am 5. März 1914 in den Sälen des Hotel. Continental ihren diesjährigen Ball, dessen Ehrenkomitee außer , den Rektoren der Wiener Hochschulen auch die Spitzen der Wiener jüdischen Gesell- ■ Schaft angehören. Auskünfte: Täglich zwischen 6 und . 8 Uhr abends im Komiteelokal, VIII., Auerspergstraße 21, Telefon 14039. Wien. (Akademie des I. Zionistischen Frauenvereins in Wien.) Am 15 Februar, 5 Uhr nachmittags, veranstaltet der I. Zionistische Frauenverein in Wien im Hotel Continental eine Akademie, bei der unter anderem die elfjährige Violinvirtuosin Erika Morini und .deren Schwester Alice, Professor Marian Prestidigitateur, mitwirken. .Tanzmeister Professor Heimann arrangiert ejnen Kinderreigen, bei dem die kleine Bella Rappaport ‘fSffiS st«n< 1L1 M 1 Größte Auswahl nt und FecfafrapisifeiL Pmgtieder von Verb ind urigen, Spor r-To uns rer und Turnvereinen erhalten auf die aufjedsm Stück ersichHichen Preise einen 10%i$en einen Solotanz auitührt. Nach der Akademie Tanz. Entree K 2.— . Karten erhältlich bei Frau Berta Rappaport, II., Rote Sterngasse 6. Für diese Akademie, zu der auch Kinder Zutritt haben, gibt sich allseits ein reges Interesse kund. Wien. (Vereinigung der mähr.-schles. Ferialverbindungen). Die diesmonatliche Präsidialkonferenz findet am 7. Februar im Cafe Jägerhof statt, und zwar ausnahmsweise um 4 Uhr. Wien. Jugendbibliothek der Wiener Zionistischen Vereinigung. Die Jugendbibliothek wurde am 1. Januar a. c. mit 600 Büchern eröffnet. Die überaus große Zahl der Leser macht den Ausbau dieser Institution unumgänglich notwendig. Um nun die Bibliothek einem größeren Kreise zugänglich zu machen, wenden wir uns an die Oeffentlichkeit mit der dringenden Bitte, der Jugendbliothek Bücher zuwenden zu wollen. Verständigungen werden an die Vereinsadresse IX., Hörig. 1L, erbeten. Wien. (Jüdischer Handlungsgehilfen - Verband Wien II. Taborstraße 11 B.) Dienstag, den 10d. M., findet im Saale der Literaturfreunde, I. Postgasse 13, I. Stock, ein Vortrag des Herrn Dr. Siegfried Plaschkes statt. Thema: Reiseeindrücke aus Indien (mit Licht* bildern). Beginn 8 Uhr abends. Gäste willkommen. Sonntag, den 22. d..M., Va5 Uhr nachmittags im Festsaale des Hotel „Continental“. Wien II, Taborstraße 4, 'Vorlesung des Schriftstellers Felix Salten (aus eigenen Werken), Karten ä K —-50, K 1.— und K 2.— sind in den Kartenbüros: Kehlendorfer, Spitzer und „Aida“ erhältlich. Wien. „Hatchijah“ agudah akademith lasafah welatarbuth haibhrith. Samstag, den 11. Schebhath. 8 Uhr abends, referiert Herr Rappaport über „Haschkaphoth philosophioth b’dibhrei Chasal“. Montag, den 13. Schebhat, 7 Uhr abends, Bb. N. M. Gelber, über „Tholdoth Jisrael b’Pholin bischnoth 1764—1864“ (4 Fortsetzung). Vereinslokal IX. Garnisongasse 22, Parterre. Hebräisch sprechende Gäste willkommen. Mittwoch, den 15. Schebhat, II. Februar, findet auf Einladung der „Hatchijah“ im Saale XXXIII der juridischen Fakultät, um 7 Uhr abends, ein Vortrag des Herrn Prof. Abraham Zwi ben Jehudah (Idelsohn) aus Jerusalem über das Thema: „Der Jüdisch-Traditionelle Gesang im Orient und Occident“ mit phonographischen Aufnahmen statt. Gäste herzlich willkommen. Wien. (Herzlklub.) Mittwoch, 11 Februar d. J., findet in unserem Klubheim um 8 Uhr abends ein Vortrag des Herrn Arch. Josef Laszkowitz statt Thema: Der jüdische Handwerkerstand in Galizien. Gäste willkommen. Wien. Der akademische Verein „Jüd. Mediziner“ veranstaltete am 27. Januar seinen Ball in den Beethovensälen. Der zahlreiche Besuch gibt Zeugnis davon, wie rasch sich dieses repräsentative Fest der jüd. Mediziner eingebürgert hat Von der mediz Fakultät war Se. Spektabilität Hofrat Prof. Dr. Richard Paltanf erschienen. Vom Ehrenkomitee hatten sich eingefunden: Prof. Dr. Salomon Ehrmann, Prof. Dr. Markus Hajek, Prof. Dr. Ludwig Braun, Doz. Dr. Albert Blau, Doz. Dr. Hans Koenigstein, viele Doktoren und A. H. des Vereins. Unter den Klängen der Hatikwah hielt das Komitee seinen Einzug, worauf der Tanz einsetzte, der bis zeitlich morgens anhielt Während der Tanzpause wurde ein namhafter Betrag für das hebräische Schulwerk gesammelt Das Tanzarrangement lag wieder in den bewährten Händen Prof. Löw. Leltmerltz a. E. Am 28. Januar fand die Konstituierung des „Zionistischen Vereins Leitmeritz“ statt In den Vorstand wurden die Herren Philipp Heller, Fabrikant. Obmann, Wilhelm Heller, Kaufmann, Obmann- Stellvertreter, Sigmund Kohn, Kaufmann, Kass erer. Dr. Herbert Birnbaum, 1. Schriftführer, Dr. Hugo Pick, Bibliothekar und 2. Schriftführer und als Beisitzer: Rodolf Kafka, Inspektor, Otto Kohn, Kaufmann, Dr. EmQ Margulies, Advokat, Berthold Pollak, Prokurist, Vincenz Pollak, Kultus Vorsteher, Arthur Sachs, Kaufmann, Dr. Heinrich Töpfer, Advokat, gewählt An die Konstituierung schloß sich ein Vortrag des Herrn Ernst Bechert, Teplitz, über Ziel und Zweck des Zionismus, der mit seinen interessanten und geistvollen Ausführungen die Begeisterung und den . Beifall der Versammlung erweckte. In der Debatte sprach Herr Dr. Emil Margulies. Der junge Verein geht nunmehr, von berechtigten Hoffnungen für seine Zukunft erfüllt, an die Arbeit. PersonainaciiriEliteii. Am 1. Februar fand in Wien die Trauung unserer Gesinnungsgenossin Frl. Berta Herrmann mit Herrn Alexander Berger statt. Liste der Ueherläufer. Berta Libisch, geb. Stalper, laut Zuschrift der Bezirkshauptmannschaft Görz. — Siegmund Elkan, Wien, ledig, Schneider, IX, Seegasse 13. — löset Beck, Brüx, ledig, Schauspieler, IX, Harmoniegasse 4. — Leopold Haimann, Wien, ledig, Kutscher, 11, Navaragasse 7. - Edl» von Sau-Sirs, geb. Weiß, Wien, verheiratet, Private, VII, Schottenfeldgasse 58. — Red. Hirschenhauser, Mokrin, ledig, Maler, II, Praterstr. 76. — Helene Sametz, Budweis, ledig, Private, XVIII. Vinzensgasse 30. — Hedwig Bach, Nagybecskerek, ledig, Private, VIII, PfeQgasse 23. — Anna Kuh, Wien, ledig, Studentin^ IV, Schelleingasse 6. — Ernst Renner, Wien, Opernsänger, laut Zuschrift des Rabbinats Graz. Notizen. Atelier für Herren-Garderobe, Franz Petrovic, Wien I, Neuer Markt 9. Unter dieser Firma wurde am 1. Februar ein neues Geschäft eröffnet, dessen Inhaber durch sein langes Wirken als Zuschneider bei ersten Wiener Häusern bereits bestens bekannt ist. Die Prinzipien dieses neuen Geschäftes: nur gute Ware und mäßige Preise, sichern im vorhinein dem Unternehmen ständige Kundschaft Ein Beitrag zur Teuerungsfrage. Wenn sich das Publikum auch damit noch nicht abgefunden hat so ist es doch Tatsache, daß fast alle Nahrungsmittel in den letzten 2 bis 3 Jahren im Preise ganz bedeutend erhöht worden sind. Besonders bei Fleisch ist die Teuerung eine ganz enorme, so daß die Hausfrau gezwungen ist, um auf billige Art eine schmackhafte und kräftige Suppe zu erhalten, sich stets der weltberühmten „Graf“-Rindsuppenwüriel zu bedienen. Man verlange deshalb beim Einkauf ausdrücklich die echten „Graf-Würfel“ und lasse sich andere Marken nicht aufdrängen. „Graf-Würfel“ sind die ersten mit österreichischem Staatspreis prämiierten Rindsuppenwürfel. * Das auf dem Gebiete der Sportausrüstung bestbekannte Sport- und Touristen-Ausrüstungs-Haus Ludwig Lazar, Wien IX, Kolingasse 13 und IX. Liechtensteinstrasse 6, auf dessen Inserat wir im übrigen verweisen, bringt zur Frühjahrssaison eine große Anzahl neuer Fußbälle, Fußballschuhe und sonstiger Sommersportartikel zum Verkaufe, die bei bester Qualität und hervorragender Ausführung, äußerst preiswert sind. Es empfiehlt sich daher den für die Frühjahrssaison vorliegenden Bedarf, sowohl in Fußball, sowie Tennis- und Hokey - Artikeln, bei obgenannter Firma zu decken. „BLUMENSCHNEE" die neuartige, wissenschaftlich gearbeitete HAND-u.ßESICHTSCREME. Das hygienisch beste Toilettemiitel Tube 80h. .der ßegenmrt: DoseKm -- Überall erhältlich! :-