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Jüdische Zeitung · 1913-11-28 · 48 (28.11.1913) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
7 (1913)
Issue
48 (28.11.1913)
Date
1913-11-28
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 48 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 pathien erworben bat. Da sich gerade unter uns Juden ein hoher Prozentsatz stimmfähiger Leute befindet und daran gedacht wird, diese Iee auch, und zwar möglichst großzügig zu verwirklichen, so werden sangeslustige Herren eingeladen, sich zu beteiligen. Wir fordern daher alle auf, die einen mächtigen Verein erstehen sehen wollen, in ihrem Bekanntenkreise rege zu werben. Der Gesangverein hat bereits mit dem Chorliede „Ich werde sein“ von Ignatz Brüll seine Tätigkeit begonnen, allerdings mit einer im Verhältnis zu der Größe der Idee geringen Zahl von Teilnehmern. Anmeldungen und Uebungsabende jeden Dienstag, 8 Uhr abends im „In- Wien. (Jüdische Toynbee-Halle, Wien, XX., Othmargasse 46.) Beginn der Vorträge: An Wochentagen halb 8 Uhr, Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Vortragsprogramm: Freitag, den 28. November: Bibelvortrag; Dr. Gottfried Freudmann. — Samstag, den 29. November: Konzert. — Sonntag1, den 30. November: „Rahe! Varnhagen und ihre Zeit“; Frau’ Anitta Müller-Rosenzweig. — Montag, den 1. Dezember: Deutscher Literatur-Zyklus. — Dienstag, den 2. Dezember: „Die Redensart tvom Jahrhundert des Kindes“; Dr. Heinr. Keller. — Mittwoch, den 3. Dezember: Thema Vorbehalten; Dr. Heinrich Herbaczek. — Donnerstag, den 4. Dezember: „Vom Glück“; Dr. Viktor Zwilling. — Freitag, den 5. Dezember: Bibelvortrag. — Kindernachmittage: Der erste, der vom Obmann-Stellvertreter derToynbeehalle und der Kinderhorte, Herrn Karl Freund, veranstalteten Kindernachmittage in der diesjährigen Saison findet Sonntag, den 30. d. M. in Verbindung mit einer Kinderfestjause präzise V»3 Uhr nachmittags in den Räumen der Toynbeehalle statt. Die künstlerischen Darbietungen der Kinder beginnen präzise 3 Uhr nachmittags. Budweis. Am 12. d. M. fand im Jüdischen Volksverein „Zion“ ein Diskussionsabend über Dr. Nathan Birnbaums Aufsatz: „Bodenständigkeit“ statt. An der Diskussion nahmen Ing. F r ä n k 1, Frau Prof. Lasch, Dr. Alfred Gründer Diskussion nahmen Ingenieur Frankl, Frau Professor Lasch, Dr. Alfred Grünfeld und Professor Dr. Epstein teil. Der Präsident Herr Dr. Freund hob hervor, daß Birnbaum die fördernde Wirkung des Territoriums offenbar doch unterschätze. Die tiefere Grundlage, der Jrrtümer in Birnbaums System, wie sie viel klarer in anderen Aeußerungen desselben hervortreten und auch das Richtige an seinen Ideen vielfach haben übersehen lassen, werden den Gegenstand des nächsten Diskussionsabends bilden. Am 15. d. M. hat Herr Dr. Grünfeld einen Vortrag gehalten, in welchem er ausführlich über den böhmischen Distriktstag vom 9. d. M. Bericht erstattete und hiefür reichen Beifall erntete. Bei der darauf folgenden Generalversammlung wurde, nachdem der Tätigkeitsbericht und Rechnungsabschluß das einstimmige Absolutorium gefunden hatten, die Wahl für das nächste Verwaltungsjahr vorgenommen. Der Präsident Herr Dr. Freund erklärt auf eine Wiederwahl verzichten zu müssen, wird jedoch auf Antrag d.es Herrn Dr. Karl Thieberger tur. Was wurde nicht alles in unserer heilifen Schrift gefunden von Philo an bis auf den eutigen Tag.“ In diesen Sätzen ist der Kern der Auffassung Achad Haams über das Judentum' enthalten. Diese Anschauung ist sehr zweischneidig. Das strenge Festhalten an den Formen hat im Judentum immer und immer wieder bewirkt, daß sie als das Wesentliche angesehen wurden und immer wieder, von den Propheten angefangen, sind die Reaktionen dagegen nicht ausgeblieben, durch welche die Formen als1 Net bensache und der Geist als Hauptsache erklärt wurden: ln unserer heutigen Zeit sehen wir, daß keinerlei Auslegung des Inhalts des Schrifttums — und seit mehr als 100 Jahren ist keine solche von zwingender Kraft mehr ans Licht getreten — die Auflösung des Judentums bei dem Zusammenstoß mit der modernen Kultur verhindern kann, daß deshalb das starre Festhalten am Buchstaben immer mehr als einzige Möglichkeit der Erhaltung des Judentums angesehen wird, mit immer geringerem Erfolg, da diese Starrheit erst recht als unerträglich wirkt, im Momente, wo diese Formen als seelenlos empfunden werden. Mit anderen Worten: Solange die Träger des Judentums fähig waren, die Schrift mit immer neuem Inhalt auszulegen, war es selbstverständlich, daß die Schale erhalten blieb. Da aber diese Fähigkeit schwand, blieb nur die Form und zwar ohne jeden zwingenden Inhalt bestehen. Diese aber kann — und das ist der Irrtum der Orthodoxen — keine Festhaltungskraft mehr ausüben und wird nur als Fessel empfunden. Das heue zionistische Judentum sieht nicht in Formen und Auslegungen, sondern in objektiven Elementen, Land und Sprache, die nationalen Kriterien, wie dies kürzlich Dr. Klatzkin im „Haschiloach“ sehr richtig ausgeführt hat. '' i ‘ " a. b'. (Fortsetzung folgt.) einstimmig zum Ehrenpräsidenten ernannt. Einstimmig gewählt wurden: Herr Dr. Adolf Grünfeld zum Präsidenten, Herr Hugo Rind zum Vizepräsidenten, Herr Daniel Sinek zum Kassier, Herr Heinrich Dubsky zum Schriftführer, Herr Salomon Kohn zum Nationa’fondskommissär und als Obmann der Nationalfondskommission. Zu Ausschußmitgliedern die Herren: Dr. Karl Thieberger, Wilhelm Arnstein, Josef Ziegler, Dr. Siegfried Klempfner, Jakob Adler und Dr. Josof Freund. Zu Revisoren die Herren: Sigmund Feigl und Daniel Kühnberg. Zu Schiedsrichtern die Herren: Gustav Blum, Oberkantor Emanuel Weizs und Josef Kohn. Montag, _ den 17. d. M. wird vom hiesigen Kultusgemeindevorsteher Herrn Dr. J. Kohn der jüdische Geschichtskurs in feierlicher Weise eröffnet. Eywanowitz Am 23. Nov. starb hier Herr Abraham Nowatschek in seinem 85. Lebensjahre. Wir Zionisten erleiden durch den Tod dieses wackeren Mannes einen großen Verlust. Trotz seines hohen Alters war der Verstorbene mit Jünglingseifer bestrebt, für unsere Sache zu wirken und war einer der Ersten, wolcher die zionistische Idee begriff. Seinem Eifer und seiner Propaganda sind nicht zum kleinen Teil unsere Erfolge hier zu danken. Auch der Nationalfond verliert einen seiner besten Sammler. Wir wollen sein Andenken in Ehren halten! Kolomea. Am S. d. M. hat im Vereinslokale eine große Mitgliederversammlung statt-' gefunden und es wurden die Gg. Dr. Salomon Rosenhek zum Präsidenten Dr. A. Kleinmann, Vizepräsident, P. RingeTblum, Sekretär und Isak Rosner, Verwalter, gewählt. Krakau. Am 8. d. M. fand die 7. Generalversammlung des „Jüdischen Turnvereines“ statt. Der Bericht des Ausschusses, der im verflossenen Arbeitsjahre eine überaus rege Tätigkeit entfaltet hatte, gab eine interessantes Bild von der stets steigenden Entwicklung des körperlichen Renaissancegedankens unter den Juden Krakaus. Im letzten Jahre turnten in 7 Kursen über 300 Mitglieder zweimal wöchentlich. Es bestanden zwei Kurse für Herren, zwei Kurse für Damen, zwei Kurse für Kinder und ein Kurs für Schülerinnen. Außerdem fanden zur Hebung der Geselligkeit unter den Mitgliedern Ausflüge und Tanzunterhaltungen statt. Zu dem vom galizischen Verbände veranstalteten Turnlehrerkurse entsandte der Verein zwei Vorturner zum Zwecke der Ausbildung. Am Turnfeste der Jüdischen Turnerschaft in Wien beteiligten sich 16 Mitglieder. Neu geschaffen wurde ein Kurs für ältere Herren, 1 Kurs für die jüdische Skauting-Gruope, 1 Kurs für jugendliche Arbeiter und 1 Kurs für Vorturner. Letzterer hat neben der theoretischen und praktischen Heranbildung von VorturnerkräPen auch die Aufgabe der systematischen Einführung der hebräischen Könfmandosprache. Die Zahl der in der Woche Turnenden beträgt rund 500. Der leitende Ausschuß besteht aus den Herren: Ing. B. Z immermann, Präsident, R. Landau, Vizepräsident, I. Landau, Sekretär und S. Ho ch w a I d, Kassier. Adresse des Vereines: Skawinska 2. Graz. (Jüdischer Turnverein.) Am 30. Oktober fand im Saale des Hotel Wiesler die 10. ord. Generalversammlung statt. Vom Präsidium der Kultusgemeinde erschienen Herr Vizeuräsident Armin Birmann und Herr Gustav Pollack. Nach der Eröffnungsrede des Obmannes Karl Schwarz ergriff Herr Vizenräsident Birmann das Wort und brachte die Sympathien der Kultusgemeinde für den Verein und seine Bestrebungen zum Ausdruck. Hierauf wurde eine Resolution angenommen, in welcher dem Vorstande der Kultusgemeinde für die gewährte Förderung gedankt und das Ehrenpräsidium des Grundungsjnhres übertragen wird. Hierauf hielt der Schriftführer Herr Samuel Schwarz einen ausführlichen Bericht über das große Turnfest in Wien anläßlich des Kongresses und des zehnjährigen Bestandes der jüdischen TumerScfhaft, an welchem unser Verein sich mit 14 Turnern beteiligte. Turnwart Herr Artur Preis erstattete den Turnbericht, aus welchem hervorging, daß im abgelaufenen Berichtsjahre in 4 Abteilungen 188 Turnzeiten mit 1050 Turabesuchen stattfanden!. Die Leistungen der Turner sind im Durchschnitt bedeutend besser geworden, wenn auch noch manches zu wünschen übrig bleibt. Außer dem Hallenturnen wurde das volkstümliche Turnen im Freien auf dem Sportplatz in der Göstinger Au allsonntäglich betrieben. Ueberdies .wurden Wanderungen durch Berg und Tal unserer schönen Umgebung regelmäßig anSonn- und Feiertagen un*ernommen. Oeffentüche Turnvorführungen wurden in diesem Jahre viermal abgehalten. Der Kassabericht wurde von dem die Kassa provisorisch führenden Obmanne Herrn Karl Schwarz erstattet, der Schriftführerbericht von Herrn Samuel Schwarz. Nach einer angeregten Generaldebatte und nach Erteilung des Absolutoriums an den abtretenden Ausschuß wurden die Neuwahlen vorgenommen. Es wurden gewählt: Obmann Herr Karl Schwarz, Obmannstellvertreter Herr jur. Robert Sonnenwald, Turnwart Herr Artur Preis, Kassier Herr Josef Hofmann, Schriftführer Herr Samuel Schwarz und Fräulein Adele Rosenberger, 1. Ersatzmann Herr Paul Wachsler, 2. Ersatzmann Herr ehern1. Marcell Glesinger, Zeugwart Herr Karl Rosenberger, Nationalfondskommissär Herr Dragan Klein. Unserem langjährigen verdienstvollen Turnlehrer Herrn Karl Einfalt wurde von der Generalversammlung der Dank für seine hingebungsvolle Tätigkeit unter lebhaften Ovationen zum Ausdruck gebracht und ihm ein von den Mitgliedern angekauftes Ehrengeschenk überreicht. — Oktoberbericht. Mit Beginn des 10.Vereinsjahres haben wir eine umfangreiche Agitation für die Turnidee durch Aussendung verschiedener Zirkulare in allen Kreisen der hiesigen jüd. Bevölkerung entfaltet. Persönliche Agitation tat das Ihrige und so können wir einen vollen Erfolg verzeichnen, indem es uns gelungen ist, den größten Teil der hiesigen Jugend zum Turnen zu bringen. Es turnen gegenwärtig: 22 Knaben 7—10 Jahre, 15 Knaben 10—14 Jahre, 16 Mädchen 7—11 Jahre, 20 Mädchen 11—16 Jahre, 16 Mittelschüler 15—18 Jahre, 28 Männer, 13 Damen, zusammen 130 Teilnehmer. In allen Abteilungen ist ein reger Turnbesuch zu verzeichnen. Durch systematischen Turnunterricht einerseits, strenger Disziplin anderseits hoffen wir, das nun gewonnene gute Mitgliedermaterial zu erhalten und unserer Tumbewegung vollständig zuzuführen. JnlilAe Kühne. Freitag, den 28., Samstag, den 29. und Sonntag, den 30. November: Neu! Zum erstenmal: „Jakob und Essow“, Biblische Operette m vier Aufzügen von Professor Horowitz, Musik von Perlmutter und Wohl. — Sonntag, den 30. November, i/24 Uhr nachmittags, bei halben Preisen: „Der Emes und Scheker“, komische Operette von J. Latainer. — Montag, den 1. und Dienstag, den 2. Dezember: „Jakob und Essow“; präzise i/29 Uhr: „Opfer des Fanatismus“, Drama in einem Aufzug vom1 großen jüdischen _ Gelehrten Herrn Emanuel Stein, unter persönlichem" Auftreten des Autors. — Mittwoch, den 3. Dezember, zu Gunsten des Vereines „der _ Rzeszower“ „Chussen Kaie“, Operette in vier Aufzügen von J. Latainer. — Donnerstag, den 4. Dezember, zu Gunsten des Vereines „AnsctoeDath Wo-Zedek“: „Schir Haschirim“, komische Operette in vier Aufzügen von S. Schorr. Ein jüdisches Drama. Die Direktion der Neuen Wiener Bühne hat das Stück von Ossip Dymow „Der ewige Wanderer“ in deutscher UeberSetzung zur Aufführung angenommen. Wie erinnerlich, ist dieses Stück, das eine Apothese der jüdischen Leidensgeschichte darstellt, während des letzten Zionistenkongresses auf derselben Bühne in hebräischer Sprache aufgeführt worden - und fand lebhaften Beifall. ■* Jüdisches Theatervariete im neuerbauten Saale S. Bondi, II., Unt. Augartenstraße 8 (nächst der Augartenbrücke). Direktion: H. Weinberg. Gastauftreten des weltberühmten Heldentenoristen und Schauspieler Adolf Metzer und Anna Melzer. Freitag, den 28. November: „Ischu Rah“; Herr Metzer in seiner Glanzrolle. — Samstag, den 29. und Sonntag, den 30. November: Neu! ■ Premiere! „Die jüdische Tochter“ von Lerner. — Sonntag, nachmittags um 4 Uhr, bei halben Preisen: „Sufamith“ von Goldfaden. — Dienst tag, den 2. Dezember: Benefiz-Ehrenabend des hier beliebten Schauspielers Pepi und Moritz Weinberg. Zur Aufführung gelangt: „Mendele Soldat“ von Charkanski. Auftreten der Russischen Gesangs- und Tartz-Truppe „Radziwilow“ sowie des Opernsängers N. Hellner aus der Berliner Oper. — Mittwoch, den 3. Dezember: Wohltätigkeitsvorstellung: „Der Wilder Mensch“ mit Herrn Rubinstein in der Titelrolle. — Donnerstag, den 4. Dezember: „Armut und Reichtum“ von Richter. Tarnen und Sport Jüdische Turnerschaft — Westösterreichischer Kreis. (2. ordentlicher Kreis-Turntag.) Samstag, den 6. Dezember, V29 Uhr abends: Schauturnen des J. T. V. Fünfbaus in den Katharhmensälen (Weigls Dreherpark). Sonntag, den 7. Dezember, vormittags: Verhandlungen. — 2 Uhr nachmittags: Fortsetzung und Fußballmatch. — 9 Uhr abends: Beda-Abend. Montag, den 8. Dezember, 10 Uhr vormittags: Meeting. — 3 Uhr nachmittags: Vorturnerstunde im Jüdischen Turnverein Fünf haus, XV., Herklotzgasse 2T. — 5 Uhr nachmittags: Five o’clock Tea des I. W. J. T. V. in dessen Räumen, FX., Liechtensteinstraße 20. Die Beratungen des Kreis-Tumtages sind frei zugänglich, der Besuch der Vorturnerstunde ist allen Mitgliedern der Kreisvereine gestattet. Delegierte haben zu sämtlichen Veranstaltungen freien Zutritt

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