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Jüdische Zeitung · 1913-10-15 · 42 (15.10.1913) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
7 (1913)
Issue
42 (15.10.1913)
Date
1913-10-15
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE. ZEITUNG Nn 12 complett FuBballhemden K 2.20 Fußballschuhe SS’ück ersieh Eichen Preise einen lOxigen Erhlärung. Wir erhalten folgende Zuschrift: „Löbliche Redaktion! Pie nadh den Ferien am 13, Oktober 1913 zusammengetretene 43. ordentliche Generalversammlung des Vereines jüdischer HochsChüIer Bar Kocfibä in Prag hat beschlossen, nachstehende Erklärung abzugeben, und Sie um gefällige Veröffentlichung im „Sprechsaal“ Ihres Blattes! zu ersuchen, für welche Freundlichkeit wir im voraus den besten Dank aussprechen. 'Da: unser Verein auf dem Kongreß vom Gg. Herrmann Struck, der einige Sätze aus einem in dem von uns herausgegebenen SammeTbüche „Vom Judentum“ enthaltenen Aufsatze von dem das. Verständnis allein ermöglichenden Zusammenhänge losgelöst, zitiert hat, angegriffen worden ist, sehen wir uns genötigt, mit Rücksicht darauf, daß durch die Darstellung des Herrn Struck zu allerhand Deutungen Anlaß gegeben ist und unser Verein Vorwürfe, wie den der Begünstigung der Mission vor der zionistischen Oeffentlichkeit nicht unwidersprochen lassen kann, öffentlich zu erklären: Wir haben das Buch „Vom Judentum“ herausgegeben, weil wir es für eine Notwendigkeit halten, die geistigen Grundlagen jener Bewegung, die .aus. der Not unserer Tage zur Aufrichtung eines neuen jüdischen Lebens strebt, zu erweitern. Von der Ueberzeugung durchdrungen, daß die Erneuerung des Judentum^ nicht allein durch irgendwelche mechanische Akte, nicht durch politische Aktionen oder organisatorische Maßnahmen .bewirkt werden könne — welche Ansicht seit dem X. Kongreß auch’Jn der Organisation herrschend ist — sondern, daß nur von innen heraus, aus einer großen Erschütterung, die das Volk ergreift, das neue Judentum geboren werden kann, wollen wir zunächst alle jene sammeln, die das Werden dieses neuen Judentums) als ihre persönliche innere Befreiung ersehnen. Wir, selbst Zionisten, haben gesehen, daß es im' Westen auch außerhalb der Partei suchende Menschen gibt, die diese Sehnsucht kennen; sie sind, weil der Zionismus mit seiner Ablehnung des gegenwärtigen Goluthjudentums und seinem Willen zur Ganzheit, zu einer neuen, aus dem Geiste des Judentums geborenen Gemeinschaft ihnen die Erlösung aus der Kulturkrise unserer Zeit, aus dem unerträglichen Galuthdasein bringt, zum Zionismus gekommen oder auf dem1 Wege zu ihm. Unser Buch wollte vor' allem' diese Menschen rufen, es wollte versuchen, dieser Stimmung im gegenwärtigen Judentum Ausdruck zu gehen und wir hoffen in -weiteren Veröffentlichungen, . voraussichtlich iii einer Zeitschrift, Männer zu Worte kommen Zu lassen, deren Sti]nimen dazu, beitragen sollen, daß der Geist der unbedingten Forderung, des' bedingungslosen Radikalismus, theoretisch und praktisch den Zionismus durchdringe. Wenn wir dabei nicht engherzig sind und allen ehrlich empfundenen Anschauungen Raum geben, so tun wir das im Bewußtsein der Stärke und. unerschütterlichen Kraft unseres' ZionistSschen Gedankens, die keine Diskussion scheut. Wir erhoffen gerade von einem freien Austausch' der Gedanken eine geistige Bewegung, die zu fruchtbarster Indeenentfaltung und tiefster und stärkster Entwicklung führen muß. Dies haben wir über den Sinn unseres Buches in Ergänzung des schon in der Einleitung und durch das Buch selbst Gesagten zu erklären; doch müssen wir noch auf eine Einzelhat eingehen, die im Rahmen des Buches, dessen Bedeutung für uns in ganz anderer Richtung liegt, nur .eine untergeordnete Stelle einnimmt, und über die wir nicht etwa deshalb sprechen1, weil gerade dieser Punkt eine zentrale Bedeutung für unseren Auslassungskreis hätte, weil gerade an ihm' viele Angriffe und die ungeheuerlichsten Verdächtigungen creknüpft wurden, über die Wrir nicht schweigen dürfen. Es handelt sich um' den Standpunkt einiger unserer Mitarbeiter zur Gestalt Jeschuahs von Nazareth. Hier seien einige Worte der Aufklärung gesagt. Wenn die essäische Bewegung und die aus ihr h’ervorgegangene Gestalt Jeschuahs für die Juden eine Bedeutung hat, so scheint uns diese vor allem' darin zu liegen, daß in dieser Bewegung wle- .der einmal, wie schon oft vorher und oft nachher In der jüd. Geschichte, der große jüd.. Geisteskampf zum Ausbruch kam. Wir halten eS für ganz verfehlt, daß man diese Zeit der jüd. Geschichte, nur deshalb, weil sich daran das Christentum anschloß, nicht unbefangen betrachten dürfte, wir konnten deshalb auch Beiträge, die die Gestalt Jeschuahs erwähnen, nicht deswegen zurückweisen. Wir glauben, daß die Einstellung Jeschuahs In die jüd. Geistesgeschichte eine bessere Waffe im' Kampfe gegen die Taufe darstellt als ein ängstliches Ausweichen vor der Auseinandersetzung mit ihr. Wer das Judentum' wirklich' tief erfaßt, kann keine Auseinandersetzung, scheuen. Niemand wird den verächtlichen Abfall von unserer; jüd. Gemeinschaft mit größerer Entschiedenheit bekämpfen als wir. Verein jüdischer Hochschüler Bar Kochba in Prag. Jüdifdiep Sport. Fußball. Györ schlägt i Hakoah 2:1. Die Raaber Mannschaft rechtfertigte in jeder Beziehung den guten Ruf, der ihr vorausging. Sie lieferte ein erstklassiges, faires Spiel, das alle. Anerkennung verdient. Die Hakoah ging mit geringen Siegeshoffnungen in den Kampf, da sie gezwungen war, ohne Sträußler und Grasgrün anzutreten, die eingerückt sind. Der Verlauf des Wettspieles zeigte aber, daß die Unseligen zumindest ebenbürtig waren und bei etwas Glück sicherlich den Sieg errungen hätten. Fast alle Angriffe der Unserigen wurden durch Horwitz inszeniert, der sich am Sonntag In glänzender Form befand. Leider wurde aber keiner der von ihm' zur Mitte‘abgegebenen Bälle verwertet, da die Innenstürmer im entscheidenden Augenblick auf dem rutschigen Boden die Standfestigkeit verloren und zu Boden fielen. Mehrere Durchbrüche der Ungarn wurden von der Hakoahverteidigung sicher zürückgewiesen. Erste Halbzeit torlos. Nach Wiederbeginn legten die Raaber mächtig los und erzielten die Führung. Vom Abstoß aus zog die Hakoah im ,glänzenden Kombinationsspiel zum; gegnerischen To--, schon glaubte man, daß sich 'die ^Ungarn nicht lange gefreut haben sollten, doch Glasei s.hoß über die Stange. Die Hakoah hatte jetzt viel mehr vom Spiel. Der ungarische Tormann hielt mehrere Bombenschüsse mit viel Glück. Ein rascher Lauf des Mittelstürmers der Ungarn, ein Fehler Hirschfelds und der Halbrechte erzielte für Györ den Zweiten Treffer. Jetzt gingen die Hakoahner-mit aller Macht ins Zeug. Endlich gelang es Gansl, die Verteidigung zu umgehen und unhaltbar einzuseriden. Unter den anspornenden Zurufen der Zuschauer spielte die Hakoah mit der größten Aufopferung weiter, doch gelang es ihr trotz mehrerer günstiger Chancen nicht, den ausgleichenden Treffer zu erzielen. Bei der Hakoah waren Kolisch I. und Horowitz die Besten. Das Wettspiel wurde von Herrn Bisenius in einwandfreier Weise geleitet. Bedauerlich war die verhältnismäßig geringe Besucherzahl, was hauptsächlich auf das schlechte Wetter zurückzuführen war. Ä. B. Voranzeige. Am- Sonntag, den 19. Oktober trägt die Hakoah auf der Hohen Warte ein Meisterschaftsspiel gegen den Ober-SLWeiter Fußballklub aus. Pie Ober-St.-Veiter verfügen über eine sehr spielstarke Mannschaft, die neben Wacker als erster Anwärter auf die Meisterschaft gilt. Ein Sieg würde der Hakoah eine glänzende Position schaffen. Hoffentlich gelingt es den Unserigen am' Sonntag bereits mit kompletter Mannschaft anzutreten, unter welchen Umständen mit einem Erfolg der Hakoah immerhin zu rechnen wäre. Ein sehr interessanter Kampf ist zu erwarten, 'der von beiden Mannschaften mit dem Aufgebot aller Kraft geführt werden wird. E s wäre sehr wünschenswert, wenn sich die Gesinnungsgenossen in recht großer Zahl auf der Hohen Warte einfinden würden, da die U nserigen vor einer großen Anhängerschar bedeutend besser spielen. — Der Sportplatz „Hohe Warte“ liegt an der Haltestelle des „37er“ Wagens und ist vom Schottentor in 15 Minuten zu erreichen. Bei eventuellem Regen bietet die gedeckte Tribüne vollkommenen Schutz. Der Sportklub „Hakoah“- gibt bekannt, daß er seinen Sitz ins „I n d us.t r i e 11 en ca f e, I., Concordiaplatz, verlegt hat, /wo jeden Mittwoch die Ausschußsitzungen stattfinden. ' *. Schwimmen. Die Schwimmsektion der Hakoah übt jeden Samstag ab 7 Uhr abends im Beatrixbad, III., Linke Bahngasse, woselbst auch Gastkarten zu 70 Heller aüsgegeben werden.' — Herr jur. Siegfried Deutsch, der in verdienstvoller Weise die Trainerstelle durch ein Jahr inne hatte, hat seine Funktion niedergelegt:' Der Häuptausschuß des Sportklubs Hakoah nahm, das Ausscheiden des Herrn Deutsch mit Bedauern zur Kenntnis und sprach ihm für seine aufopferungsvolle Tätigkeit den Dank aus. Leichtathletik. Die Leichtathleten der Ha-, koa'h konnten am letzten Sonntag, trotz offensichtlicher Benachteiligung, beim W, A. ,C.; Meeting drei Plätze belegen. Wir werden auf .- dieses Meeting hoch zurückkommen.; Am 7. Dezember 1913 im Sofiensaal Beda--. Abend. Vorverkauf demnächst. * Jüdische Tumerschaft — Westösterreichischer Kreisu Der diesjährige Kreisturntag wurde für den 7. und 8. Dezember d. J. ' festgesetzt und wird wieder in Wien abgehälten werden. Das Tagesprogramm wird neben den Verhandlungen noch eine Vorturnerstunde (praktisch und theoretisch) sowie ein Meeting über die jüdische Turnbewegung und Festveranstaltungen einiger Wiener Vereine umfassen. In den nächsten Tagen findet die -Konstituierung des Lokalkomitees der Wiener jüdischen Turn- und Sportvereine statt. Hiedurch wird ein Organ ins Leben gerufen, welches bestimmt ist, nicht, nur dem internen Betrieb aller beteiligten Korporationen viel Nutzen zu bringen, sondern auch allen öffentlichen Aktionen und Veranstaltungen derselben eine breitere Basis, eine mächtigere Resonanz zu schaffen und somit den durch- . Schlagenden Erfolg unbedingt zu sichern. Details des Verhandlungsprogramms und .der Festord-' nung folgen. Sportplatz i,Hohe Warte“, Sonntag, 19. Oktober 1913, halb 4 Uhr Ober St. Veit - Hahonh Meisterschaftsspiel. Halb 2 Uhr: Ob. St. Veit II. — Hakoah II. Entree 60. Heller. Reserv. Raum K 1. ^7 U&HS,l HERZLBILD entworfen von Dr. B. Marmorstein Preis K 5.-^ Zu beziehen vom Jüdischen Verjag II., Karmeliterplätz 1.

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