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Jüdische Zeitung · 1913-09-26 · 39 (26.9.1913) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
7 (1913)
Issue
39 (26.9.1913)
Date
1913-09-26
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 39 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 Dr. Alfred Löw („Massada“) über „Assimilation“. Der Redner geiselte insbesondere die politische Indifferenz der mährischen Juden. Sodann ergriff Herr Dr. Heinrich Mandl („Massada“) das Wort und erörterte in geistvoller Weise die Bedeutung des XI. Zionistenkongresses. Beide Redner ernteten reichen wohlverdienten Beifall. Bei dem darauf folgenden musikalischen Teile des Abends brillierten Fräulein Valerie Mandler, eine Absolventin der Wiener -Akademie für Musik und darstellende Kunst, Fräulein Olga und Herr Fritz Thorsch. Auch ein zufällig hier weilender Gast, Herr Bondy- Prag trug durch hübsch vorgebrachte Klaviervorträge reichlich zur Unterhaltung der Anwesenden bei. Zum Schlüsse trug Herr Hans Löw („Unitas“ und „Giskalah“) in meisterhafterWeise Gedichte ernsten und heiteren Inhalts vor. Das Reinerträgnis im Gesamtbeträge von K 109.80 wurde folgendermaßen verteilt: Der zionistische Zentralfonds erhielt K 50.—, der Tobitschauer jüdische Frauen-Wohltätigkeitsverein K 25.—, die - Kunstgewerbeschule Bezalel K 5.—, das hebräische Gymnasium in Jerusalem K 10.—, der Olmützer jüdische Freitischverein K 10.— und der jüdische Nationalfonds den Rest per K 9.80. Bielitz. (Jüd.-akad. Fcrialverbindung „Emunah“.) Am 18. v. M. fand im Festsaale der israelitischen Kultusgemeinde ' der angekündigte Vortragsabend mit Bb. J a k o b o w i t z als Redner statt. Seine interessanten Ausführungen über „Rassenhygiene und -probleme des Judentums“ fanden den ungeteilten Beifall der anwesenden Gäste, die diesmal in besonders großer Anzahl (fast 150) erschienen sind. — Samstag, den- 23 d. M. fand im Adlersaal ein lustiger Abend statt, dessen Programm größtenteils von unserem Bb. Richter bestritten wurde. Durch seine wirklich trefflichen Darbietungen sicherte er sich den Beifall aller Anwesenden. Den Schluß bildete ein Tanzkränzchen. — Als weitere Veranstaltungen sind beschlossen: am Montag, den 24. d. M. ein Diskussionsabend mit A. H. Borger aus Breslau als Diskussionsleiter; am 30. d. M. ein großangelegter Kongreßabend; am 7. September ein Vortrag unseres Bb. Borger; am 14. September ein großer Couleurabend. Die Verbindung war an den Vorarbeiten zur Gründung einer Sektion des „Zentral verein es der jüd. Handelsangestellten“ beteiligt. Die Verbindung veranstaltet allwöchentlich größere Ausflüge, die mit leichtathletischen Uebungen schließen. Außerdem beteiligen sich die Bb. Bb. an den Turnübungen zum Kongreß, ein jüdischer Turnverein. An N.-F.-Beträgen brachte die Verbindung außer den bereits ausgewiesenen Sammlungen (Verkaufsstelle in Wien) durch ihren Nt-F.-Kommissär Ing. Bleicher in der Jahresbüchse 72 K zusammen und die erste Leerung der- Ferialbüchse ergab 16 K. Am Schluß der Ferialtätigkeit erfolgt die weitere Leerung der Büchse. Budweis. Der Jüdische Volksverein „Zion“ in Budweis veranstaltete am 13. September 1. J. einen Vortrags- und Diskussionsabend, bei welchem Herr Dr. Adolf G r ü n f e 1 d über die Bedeutung des Zionismus in ethischer, sozialer, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht sprach und Herr Prof. Dr. Karl Thieberger über den XI. Zionistenkongreß in Wien, welchem er als Gast beigewohnt hat, berichtete. Es entspann sich nach jedem Referate eine sehr lebhafte und hochinteressante Diskussion, an welcher sich die Herren Dr. Siegfried Klempfner, Dr. Gustav Hesky, Prof. Dr. Epstein, Dr. Josef Freund, kais. Rat Ignaz Fantl beteiligten. Die zahlreich erschienenen Gäste folgten den Referaten und der Wechselrede mit großem Interesse, spendeten lebhaften Beifall und schieden um 11 Uhr nachts mit dem vollen Bewußtsein, einen sehr angenehmen und lehrreichen Abend verbracht zu haben. Gurahumora. (Bezalel-Ausstellung.) Die Jüd.- akad. Ferialverbindung „Libanon i a“ in Gurahumora veranstaltete vom 23. August bis 7. September eine Ausstellung der Erzeugnisse der Kunstgewerbeschule „Bezalel“ zu Jerusalem, die sich eines großen Zuspruchs erfreute. Am 23. August wurde die Ausstellung durch einen erläuternden Vortrag des Herrn cand. ing. Wilftelm Biedermann über die Entwicklung, Einrichtung, Zweck und Ziel der Kunstgewerbeschule „Bezalel“ eröffnet. In der Versammlung referierte Herr Advokat Dr. Abraham Schärf Über den kommenden XI. Zionistenkongreß in Wien und beantragte folgende Resolution, die einstimmig angenommen, wurde: „Die am 23. ■August versammelten Jüdinnen und Juden begrüßen den XI. Zionistenkongreß und sprechen dem zionistischen Aktionskomitee ihr vollstes Vertrauen aus.“ — Am 24. August hielten die Mitglieder der Jüd.-akad. Ferialverbindung „Libanonia“, Herr stud.. med. Wolf Huttmann in Frassin a. M. und cand. ing. Wilhelm Biedermann in Warna Vorträge über die Kunstgewerbeschule Bezalel. Bei beiden Versammlungen wurden gleiche Resolutionen wie in Gurahumora gefaßt. Die Jüd.-akad. Ferialverbindung „Libanonia“ hat durch den Verkauf von Bezalelgegenständen um ungefähr 1000 K der zionistischen Sache einen schönen Dienst erwiesen. Alle Besucher hatten das erhebende Bewußtsein, das erstaunliche Resultat einer modernen jüdischen Kulturschöpfung gesehen zu haben, die weit über die Bedeutung einer Lehrstätte hinausgeht. Nikolsburg. Mit ihrem am 16. August veranstalteten Kommers hat die Jüdisch-akad. Verbindung „H ebronia“ einen in jeder Hinsicht zufriedenstellenden Erfolg erzielt. Unter den Darbietungen des Abends ist als eine wirkljfhe Meisterleistung die vom A. H. der Verbindung, Prof. Dr. Spitzer, gehaltene Festrede hervorzuheben, in der er von der Notwendigkeit einer jüdischen Renaissance sprach und die Möglichkeiten auseinandersetzte, die sich dem Judentum eröffnen, wenn alle seine Kräfte an der Gestaltung einer neujüdischen Kultur tätig sind. Der stürmische Beifall, den der allgemein beliebte Redner erntete, bewies, daß der Zionismus in Nikolsburg wieder einen Schritt nach vorwärts getan hatte. Huis!fir EinjilipigsEreiuiillige. Telefon: Stelle 6 von 3455. Witkowski & Nacht Nfldif. Julius Nadifs Witwe IX., Berggasse Nr. 27 empfiehlt sämtliche Uniformierungs- und Ausrustungs-Sorten für das k. k. Militär-, Staats- und Eisenbahnbeamte, sowie für Einjahrig-Freiwillige aller Branchen. Große Auswahl in Couleurbändern, Neuanschaffungen werden in kürzester Zeit effektuiert. Jüöifdie Buhne. Täglich Schlager der Saison: „Die Amerikanerin“ oder „Dus Mädel von der West“, komische Operette in 4 Aufzügen von A. Schorr. Sonntag, den 2S. September, halb 4 Uhr nachmittags, bei halben Preisen: „H c r z a I e M ej ich es“ von M. Richter. — Im Studium: „Borg mir dein Weib“. — In Vorbereitung: J. L. Peretz „Die drei M a t u n e s“, Musik von Ch. Wolfsthal. GEZA ÄRVAY SCHUHWAREN-ERZEUGUNG GEGR. 1888. TEL. 21773. WIEN, II., GREDLERSTRASSE NR. 9 EMPFIEHLT SICH DEN HERREN EINJÄHRIG-FREIWILLIGEN FÜR VORSCHR1FTSMÄSSIGE BESCHUHUNGEN SOWOHL NACH MASS ALS AUCH VOM LAGER LIEFERANT FÜR K. U. K. OFFIZIERS-UNIFOR- MIERUNGS-VERWALTUNGEN. GROSSE AUSWAHL VON MODERNEN SCHUHEN SPORT- UND TURNSCHUHE. Austro-Americana Triest, 33 Ozeandampfer. Nach Sued Amerika in 10 Tagen von Kontinent zu Kontinent. Zwei Sonderfahrten mit dem Doppelschraubendampfer „Kaiser Franz Josef 1.“, 16.500 Tonnen, 10.676 indizierte Pferdekräfte. Nächste Abfahrt: Am 30. August Dampfer „Belvedere“ nach New York. Abfahrten von Triest: 30. Oktober und 18. Dezember. Neapel: 1. November und 20. Dezember. Barcelona: 3. November und 22. Dezember. Las Palmas: 6. November und 25. Dezember. Rio de Janeiro: 14. November und 2. Jänner. Ankunft in Buenos-Aires: 17. November 1913 und 5. Jänner 1914. Bezüglich Auskünfte und Buchungen wende man sich an die Direktion der Austro-Americana, Triest, Via Molino Piccolo 2. Absolvent des Jerusalemer Lehrerseminars empfiehlt sich als Lehrer der hebräischen Sprache und Literatur. Gefl. Zuschriften an J. Hurewitz. II., Große Mohrengasse 38 24. Jüdifdw Spopt. Ring Sektion. Die Ringsektion des Sportklubs „Hakoah“ gibt hiemit bekannt, daß sie mit Beginn der Saison einen Trainingskurs für Anfänger eröffnet, der unter der bewährten Leitung der Herren Deutsch und Winter steht. Die Trainingsabende finden Dienstag und Samstag ab halb S Uhr im Ündustriellen-Cafe, L, Concordiaplatz statt, woselbst auch Anmeldungen entgegengenommen werden. Schwimmen. Am Samstag, den 27. September findet im Industriellen-Cafe, präzise S Uhr abends, die Generalversammlung der Schwimmsektion statt. Das Training wird am 1. Oktober im vollen Umfange wieder aufgenommen. Leichtathletik. Das Training dieser Sektion findet nun jeden Mittwoch und Samstag auf dem Sportplatz „Hohe Warte“, sowie am Sonntag Vormittag auf dem Hakoahplatz statt!. Die Erfolge der günstigen Trainingsmöglichkeit werden sich wohl bald einstellen und darf man auf das Abschneiden der Hakoahner bei dem am 12. Oktober stattfinilenden Meeting des W. A. C. gespannt sein. Voranzeige! Sonntag, den 28. September spielt die Hakoah mit beiden Mannschaften ihr fälliges Meisterschaftsspiel gegen „Donaustadt“. Obwohl der Gegner sehr stark ist, er belegte in der vorjährigen Meisterschaft den dritten Platz, rechnen wir doch mit einem bestimmten Sieg der Unsrigen, die sicherlich alles daransetzen werden, die beiden Punkte nach Hause zu bringen. Das Wettspiel findet auf dem Kricketerplatz, II., Vorgartenstraße, statt. Beginn halb 4 Uhr. Vorher die Reserven. Das jüdische Turn- und Sportfest. Die Feste der jüdischen Turnerschaft anläßlich des XI. Zionistenkongresses zählen unbestritten zu den Höhepunkten der Kongreß; tage; die Begeisterung, die jubelnde Freude aller Zuseher galten nicht allein den turnerischen Vorführungen an sich, sondern sie waren der Widerhall, das Spiegelbild der tiefen, inneren Erschütterung, welche alle ob des ungewohnten Bildes dieser zwölfhundert jüdischer Turner und Turnerinnen, Sportsman und Wanderer erfaßt hatte. Der Präsident des Kongresses Wolfsohn berichtete in seiner Ansprache beim Kommerse der Turnerschaft: Vor zehn Jahren waren über seinen Wunsch einige Cölner Turner nach Basel gekommen, uni dort mit den heimischen Turnern, zusammen an die dreißig, unter Scholems Leitung dem Kongreß ein „Schauturnen“ zu bieten; nach der Feier sagte Herzl wohlgelaunt zu Wolfsohn: „Schön war’s, aber wenig!“ und der erwiderte voll Zuversicht: „du hast mit noch weniger angefangen! . . .“ Und wahrlich! Nach zehnjähriger, rastloser Tätigkeit, nach Anstrengungen, welche oft fast alle vorhandenen Kräfte aufgezehrt und zum weiteren Bestände nichts übrig gelassen hatten, als den Willen zum Leben, die Freude zur Arbeit und den nie verlöschenden Glauben an den endlichen Sieg — durften wir heuer den zehnten Jahrestag der Gründung unserer Turnerschaft in einem Glanze feiern, wie wir ihn in unseren kühnsten Träumen noch nicht erhofft, unsere Widersacher ihn in ihren schwärzesten Verwünschungen nie gedacht hatten. Am ersten Festtag, den 7. September nachmittags, fand auf der Hohen Warte das Schauturnen statt. Zwölftausend Zuseher harrten erwartungsvoll den Darbietungen; beim Anmarsch der Turner, welche aus Palästina, der Türkei, Bulgarien, Deutschland, ganz Oesterreich und Ungarn zu uns geeilt waren, brachen sie in frenetischen, wilden, minutenlangen Beifall aus, gaben in allen Weltsprachen der Erde ihrem Jubel, ihrer übermächtigen Freude Ausdruck. Vor den aufgestellten Reihen hielt der Vorsitzende der Jüdischen Turnerschaft, Rechtsanwalt Greifenhagen (Berlin) eine Ansprache an die Ehrengäste des Festes, in deren Namen später Dr. Schmarja-Lewin (Jaffa) erwiderte. Nach würdevoller Weihe der neuen Fahne des Wiener Jüdischen Wanderbundes „Blau-Weiß“ begannen die Freiübungen der Männer, worauf sich in abwechslungsreicher Fülle Frei- und Geräteübungen der Damen- und Männerabteilungen und Sondervorführungen einzelner Vereine reihten. Ein Hockey-Match zwischen Barkochba- Berlin und Hackoah-Wien beschloß das Programm des ersten Tages. Am Abend fand in den Sofiensälen ein Meeting statt, bei welchem die Herren Scholem- Berlin, c. ph. G. Kohn-Wien, Greifenhagen-Berlin, Dr. Plaschkos-Wien, Dr. Kimmel-Wien zu Worte kamen. Montag vormittag tagte der erweiterte Ausschuß der Jüdischen Turnerschaft im Kleinen Beethovensaal und am Nachmittag fand das Festprogramm im leichtathletischen Steeting auf der Hohen Warte seine Fortsetzung. Mit Ausdauer und Zähigkeit — unseren im Erwerbsleben so notwendigen Begleitern — 3WS3W*T.’ mm Sk msB

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