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Jüdische Zeitung · 1913-08-29 · 35 (29.8.1913) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
7 (1913)
Issue
35 (29.8.1913)
Date
1913-08-29
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 35 JÜDISCHE ZEITUNG Seite: 5 schein Jubel belohnt. Wenn die hebräische Tagung^ sonst nichts gebracht hätte, als das Referat .ßialiks, so ist sie durch dieses Referat eine der;interessantesten Tagungen des modernen Judentums' geworden. , Ueber den Verlauf der Konferenz und über die gefaßten Beschlüsse werden wir in" der nächsten Nummer berichten. ParteisNadiriditen. Diewestösterreichisehe zionistische Landsmannschaft veranstaltet am Dienstag, d en1 2. S e p t emb er, nachmittags 3 Uhr, im Beethovensaale, Zimmer Nr. 5, eine Konferenz. *' Die Kongreßteilnehmer aus Proßnitz halten Donnerstag, den 4. September 1013, um halb 10 Übr’abends, im Cafe Adler, Souterrain, Wien, I. Schottenring, eine gemütliche Zusammenkunft ab. Gäste hezlichst willkommen, namentlich die in Wien .domizilierenden Proßnitzer snd herzlchst .eingeladen. Anmeldungen mit Adressenangabe an •Herrn Robert Kien, Wien, X., Favoritenstraße Nr. 65 oder an Herrn Julius Neumann, Wien, II. , Hotel ■ National. * Samstag, den 30. d. M. findet um, halb 0 Uh¥ abends im Kursalon Vöslau anläßlich des XI. Zionistenkongresses ein allgemein zugänglich er.';Kongfeß-BegTüßungsabend statt, bei dem unser Gg. Herr Adolf Stand, Mitglied des Großen’ A.-G., das Referat halten wird: Zahlreiches . Erscheinen von Gesinnungsgenossen erwünscht. V * '• Das jüdische Leben in Palästina. Wir machen unsere Leser auf die kinematographischen Vorstellungen des i-u'd is.ch en L eb ens in P a 1 äs t ina, die im Sfop h i e n s a a 1, III.,, Marxergasse, stattfiriden, aufmerksam. Sie werden nur kurze Zeit, lind zwar vom 30. August bis zum 9. September abgehalten. Es ist wohl zu hoffen,; daß. die Wiener Juden, aller Schichten die Gelegenheit ergreifen werden, die sehr interessanten und anziehenden' Bilder' aus der palästinensischen Natur und aus dem jüdischen Leiten im Heiligen Lande etc kennen zu lernen. Wien, II., Taborstr. 17 [Hirschenhaus] Zum KöngreßvfürrUnfäflveriiiiturig und'erste Hrffe, 5—7: September. — Reiche Auswahl von Schriften und Tafeln für die Samariter aller Berufe in jeder Preislage. Antiquariat;; Provinzversand. JäöisdieRünstler-Posfftarten Farbige Reproduktionen nach Bildern der Maler: Epstein. Krestin, Kaufmann, Schattenstein, Wachtel, Hefschel, David: Kohn, Eichhorn. Postkartenverlag Brüder Kohn" Wien, I., Kärntnersfr. 29, Teinfaltstr. 15, Mänahilferstraße 15. ’ > Permanente Ansichtskarten* Ausstellung. HUT JAKOB PI8KAS im Neubau des TO3 HOTEL NEW-YORK 1U3 Wien, II., Kleine Sperlgasse b bietet den P. T. Gästen allen Komfort. — Küche und Keller sind, als erstklassig bekannt Elegante und geräumige Lokalitäten. Hochzeits¬ und Festbankette werden bestens arrangiert. aus der Fabrik L. T. Piovati * Central-Verkauf: MAX LUSTIG, WIEN I., Adlergasse 3. I., Franz Josefs-Quai 19. Versandt nach dem In- und Auslande. Solideste Bedienung. Preiskurante gratis u. franko. tS3CS3ES3tS3CS^ESgSKS3tS3CS3 •CI3«CI3ICia*CI3ac»)tCE)«CI3CI3S |Tanz -Institut! 3 ffip öistinguierle Kreise § | II., Taborstraße Nr. 20 a. 5 Direktion: Jacques LÖw. § A Die P. T. Studierenden sowie Korporationen n genießen Honorarbegünstigungen. t| eK)acxaacxa«cMadearaaeasacKaacK)a Uereinsnadipiditen. Wien. Die Vereinigung jüd. Hochschüler aus Galizien „Bar. Kochb a“ in Wien veranstaltet zu Ehren der galizischen Delegierten im Fest- . saale des Hotel Guth, II., Stephaniestraße 14, Montag, üen 1. September, um halb 9 Uhr abends, einen Begrüßungskommers. Kongreßdelegierte und Gäste werden herzlicjist eingeladen. Wien. (Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina.) Der Verband veranstaltet in der Zeit vom 2. bis 10. September imf kleinen Musikvereinssaal eine Ausstellung von in Palästina erzeugten Spitzen, zu deren Besichtigung jedermann eingeladen wird. Die Verkaufsstelle des Verbandes befindet sich bei der bekannten Firma Ad. B. Hbfbauer, Tuchlauben 20. Wien. (Jüdischer Turnverein Favoriten.) .Am 30. August, um 8 Uhr abends,, findet im Saale :des Jüdischen Schulvereines Favoriten, X., Hasen- ■ gasse 7, ein Vortrag statt. Thema: „Wir jüdischen Turner und der XI. Zionisten kongre B.“ Referent Herr med. Adolf Taglicht. Gäste, willkommen! Wien. (Jüd.-akad. Verbindung Maccabäa.) Der Filialleiter der Jüd.-akad. Verbindung Maccabäa ist täglich nachmittags im Kouleurcafe, Cafe Gartenbau, L, Kaiser-Wilhelmring und überdies Montag und Donnerstag von halb 7 bis halb S Uhr abends auf der Bude, III., Reisnerstraße 23, zu sprechen. Vom „Jüdischen Museum“, 11., Malzgasse 16. Die Wiedereröffnung des .Jüdischen Museums“ wird Sonntag, den 31. d-. stattfinden. Während der Kongreßwoche des zionistischen Kongresses, d. h. vom 31. August bis zum 9. September, wird das Museum täglichzwischen li—3 Uhr zu besichtigen sein. Die offizielle Besichtigung durch die Besucher des XI. Zionisten-Kongresses ist für Mittwoch, den 3. September und Dienstag, den 9. September festgesetzt. Die Teilnehmer an dieser Besichtigung mögen sich um ‘,{>2 Uhr der beiden genannten Malzgasse 16, versammeln, von wo aus, nach Tage im Turnsaal der Talmud-Thora-Schule, II..' der Begrüßungsansprache durch Herrn Dr. M., Grünwald, die Führung durch die Räume des Museums unter der Leitung einiger Mitglieder des Kuratoriums stattfinden wird. . Eintritt frei! I. A. des Kuratoriums des* „Jüdischen Museums“: Moriz Bronner, Kustos. Das Kongreßbureau hat zwecks Dekorierung der Katharinnenhalle Wappen der einzelnen Verbindungen und Vereine in den Dimensionen 1 m Länge und 1 m Breite angeschafft. Dieselbenwerden nach den Feierlichkeiten gegen Ersatz des Anschaffungspreises von 5 K abgegeben. Zuschriften an das Kongreßbureau, I., Giselastraße Nr. 12. Friedek. Die jüd.-akad. Ferialverbindung „Hasmonäa“ veranstaltete am 13. d. M. im Cafe Habsburg einen Diskussionsabend. Herr Prof. Siegfried Bodansky hielt ein Referat über „Die Juden und das Wirtschaftsleben.“ (Nach Werner Sombart.) Die lebhafte Debatte, die sich an diesen Vortrag schloß, ist ein Beweis dafür, daß die Friedeker Judenschaft Verständnis für alle jüdischen und zionistischen Frai gen statt. Ein zweiter Vortrag fand am 20. August statt. Referent I.U. C. Artur Kolban: „Die jüdische Kolonialbank“. Iglau. Die Iglauer Zionisten veranstaltenam 30. d. M. um halb 9 Uhr im Maxim (Grand Hotel) ihren Kongreßtag, wozu auch ortsfremde und Gg. aus der Umgebung, herzlichst eingeladen sind. Notizen. „Berson“-Gi*mmiabsätzesintfdodhi die besten I Den P. T. Kongreßteilnehmern ist bei 'Einkauf von Seide das Snezia'lhaus „Z'ur Stadt Lyon“, I., Tuchlauben Nr. 12 (Mattonihof) bestens empfohlen. Schöne Form-, beauemes Tragen, solide Arbeit, diese Vorzüge bietet die Sch uh Warenerzeugung Ge za Ärvay, II., GredTerstrafre-9. " - Aengstlich hütet jede Mutter ihren kleinen Liebling vor den Gefahren der Sommerhitze, welche alljährlich soviele Opfer unter den Säuglingen fordert, weil es in den meisten Fällen an einer richtigen, verläßlichen Nahrurar fehlt.’- Geben Sie aber dem zarten Baby Nestles Kindermehl, das sich schon in vielen tausend Fällen’ von Generation zu Generation so glänzend bewährt hat, dann ersparen Sie sich nicht nur Kummer, sondern sie werden Ihr Kind auch* nieder und der Zug kam ins Stocken. Die Lücken .und die Verwirrung, die da entstanden, benützten die Räuber, um einzudringen und es entspann sich ein blutiges Handgemenge. E s gab Tote auf beiden Seiten; die Weiber und'Kinder ergriffen die Flucht, kamen aus der’ Wagenburg .heraus und viele von ihnen wurden unbarmherzig niedergemacht oder von den. Räubern gefangen. Die' 'Wagenburg wurde’ wieder hergestellt, die Räuber waren zurückgeschlagen, aber diese hatten viele Weiber und Kinder: in ihrer Gewalt. Meisl machte einen Ausfall und es gelang ihm, mehrere Gefangene zu befreien; andere wurden, ehe er: in den Feind eindrang, vor seinen Augen massakriert. Diese Kämpfe dauerten bereits zwei volle Tage und Nächte; man war im Hochsommer, die Sonne brannte undden Belagerten ' fehlte es' an- Wasser. Sie litten furchtbar und wären dem Verschmachten nahe. Sie begannen mit' den Räubern zu unterhandeln, aber diesen schien jedes Lösegeld zu gering, da sie bei den Juden ungeheure Schätze vermuteten. Da, am vierten Tage kam ein Graf Esterhazy zufällig über den.: Kampfplatz. Er erfuhr, was hier vorging und suchte _ das jGesindel von seinem Vorhaben abz üb ringen. . Die Räuber wagten nicht, den' ungarischen' Magnaten, der außerdem von Bew^ffn'eten” umjgepäri war; anzugreifen, aber andererseits1 kehrten ,sie\ sich auch nicht an seine Ermahnungen und; Drohungen. Er zuckte die Achäeiri;;;. als ob' er die Sache gänzlich aufgebe und' ritt weiter. Aba- , schön’ nach wenigen Stunden kam er an tdef! Spitze'einer Anzahl Heiducken und Husaren zürüök’;- die Juden erkannten’ sofort, daß er als ihr Retter kam, brachen aus ihrer Verschanzuner hervor und mit ihren Kampfgenossen vereint fielen sie über das Gesindel her, das wie Spreu auseinanderstob und nach allen Seiten die Flucht ergriff. Einige wurden gefangen und von den Heiducken gebunden abgeführt. Sofort setz+en sich die. Juden in Bewegung, nachdem sie ihre edlen Befreier mit Segenswünschen überhäuft, begleitet von einer Schar Husaren, die sie erst am folgenden Tag verließ. Auf dem öden Kampf platze hinterließen die Juden mehr als fünfzig Gräber der Ihrigen; die Leichen der Räuber blieben als Beute der Vögel und W ö 1 f e 1 i e g e n. Aber mit dieser Rettung durch den edlen Grafen war die Reihe der Leiden dieser Unglücklichen noch nicht geschlossen. Infolge der Mühseligkeiten, der Entbehrungen, der Aufregungen und der furchtbaren Sonnenhitze1 brachen in dem wandernden Lager Krankheiten aus, die fast ebensoviele niederstreckten, wie die: ausgestandenen Kampfe. Unter denen» die den Krankheiten erlagen, war auch der tapfere Meisl. An seiner Stelle wurden nun fünf Aelteste gewählt, die die schwer Geprüften weiter führen sollten. Sie wurden ihnen bald genug entrissen, denn in der Nähe der kroatisch-ungarischen Grenze kam ihnen ein Edelmann mit Bewaffneten entgegengeritten, der es ihnen afs Verbrechen anrechnete, daß sie, ohne vorher seine Erlaubnis eingeholt zu haben, ..über seine Gebiete“ zogen. Die Aeltesteri, die hervortraten, um sich zu entschuldigen, ließ er ins Gefängnis, werfen und den anderen verbot er, weiter zu ziehen, bis er ihre Habe untersucht, ob sie nicht „Verbotenes“ ins Ausland" führten, bis er ihre Paniere geprüft und die Summe bestimmt habe, die sie ihm als Buße zu zahlen hätten. Sie mußten vor einem Dorfe lagern, bewacht von den Heiducken des Edelmannes und täglich von den Einwohnern um einige Gegenstände beraubt. Die Aeltesten blieben mehrere Tage im Gefängnis; die Krankheiten wüteten fort im Lager; die Summe, die sie zahlen mußten, brachte sie um den größten Teil ihres Vermögens. Entmutigt gaben sie den Gedanken an das gelobte Land auf und zu einem kleinen Häuflein zusammengeschmolzen, zerstreuten sie sich: die einen, uni1 bei den nächsten- Judengemeinden Schutz und Hilfe zu suchen, die anderen, um sich wieder nach Böhmen durchzuschlagen. Von diesen letzteren kamen nur wenige als Bettler zurück. Nur fünf entschlossene Männer, die. unverheiratet, weniger zu wagen hatten, setzten die Reisenach Palästina fort. Von diesen kam einer, ein gewisser Hartmann, nach Jahren als blinder Mann nach Böhmen zurück. Er war, wie der Himmel weiß wie, auf einem Schiffe den Barbaresken in die Hände gefallen; im Momente, da die Seeräuber das Schiff erstürmten,- warfen sie der Mannschaft und den Reisenden einen Staub in die Augen, der sie blendete, daß sie sich nicht verteidigen konnten. Hartmann wurde infolge dessen ganz blind und als blinder Bettler kehrte er von seinem Suchen nach dem gelobten Land in das Land der Unterdrückung und der Judenhetzen zurück. o o

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