Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 7 (1913)
- Issue
- 34 (23.8.1913)
- Date
- 1913-08-23
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. U ii* :; ä L.'i •;! nn ä!il im i'V' l)f 1' 1 ■?[■ I!fi 1?! ' iS I; ' ijj l ji ilj n ili Gesellschaft „MISRACM“, Odessa. Lebende Bilder (Kinematograph) Sofiensaal, III., Marxergasse. Filmlänge 2500 m. Vorführungsdauer ca. 2 Stunden. Preise der Plätze 60 h bis K 2.— Die Vorstellungen finden von Samstag, den 30. August bis Mittwoch, den 10. September von 4 Uhr nachm, bis 11 Uhr nachts statt. Am 3., 4., 8., 9. nur in der Zeit von halb 4—7 Uhr. Kartenvorverkauf: KongreBlokal: I., Cisellastr. 12. Cate Marienbrücke: I., Rotenturmst.31 Sofiensaal: HL, Marxergasse.. Rongpe&tag und Kongre&fpenüe. Das zionistische Aktionskomitee hat einen Aufruf erlassen, in welchem alle Zionisten aufgefordert werden, anläßlich des in Wien stattfindenden Zionistenkongresses Kundgebungen, Kongreßtage, zu veranstalten, in denen sie ihrer Solidarität mit der Wiener Tagung, die im Geiste Herzls wirken wird, zum Ausdrucke bringen. Durch diesen Vorschlag bietet das Aktionskomitee allen zionistischen Vereinen die Möglichkeit, sich in würdiger und deutlicher Form zum zionistischen Ideal zu bekennen. Es ist darum'Pflicht aller zionistischen Organisationen solche. Kongreßtage zu veranstalten. 1 Diese Kongreßtage sollen zur Aufklärung der jüdischen Bevölkerung über die Bedeutung des XI. Kongresses benützt werden. Namentlich gilt es aber, für den Zionistischen Zentralfond zu werben. Dort, wo die Abhaltung eines Kongreßtages in der Form einer Versammlung nicht möglich ist, soll die zionistische Manifestation in Form einer an den Kongreß gerichteten Adresse erfolgen, in der zum1 Kongreß als der Verkörperung des nationalen Judentums Stellung genommen wird. Auch :bei diesem Anlaß muß (des Zionistischen Zentralfonds durch Samlmlung von Beiträgen für die K o ngreßspende gedacht werden. Dadurch', daß die Manifestation für den zionistischen Gedanken, wie sie der Kongreßtag und die Kongreß adresse darstellen sollen, mit der werktätigen Unterstützung: des zionistischen Zentralfonds verknüpft wird, löst die Begeisterung, die der Kongreß in allen bewußt-jüdischen Kreisen wecken wird, nachhaltige und positive Erfolge aus. Denn der Zionistische Zentralfonds soll das wichtigste Instrument werden, mit dessen Hilfe; die zionistische Organisation ihren großen politischen, kulturellen und propagandistischen Aufgaben gerecht zu werden vermag. Die zionistische Organisation hat bisher keinen Fonds gehabt, der die Durchführung von Kongreßbeschlüssen dieser Art tatsächlich garantieren konnte. Erst dadurch, daß ein großer zionistischer Zentralfonds geschaffen wird, kann die Leitung der zionistischen Weltorganisation instand gesetzt werden, jeden solchen Kongreßbeschluß auch wirklich durchzuführen. Deshalb ist es besonders angezeigt, gerade die Samm- NESTLEs KINDERMEHL flroewäbrtes PROBEDOSE VERSENDET GRATIS: | HEHR! NESTL£.WIEH,lBIBEBSfflflSSE 1I hingen, die anläßlich des Kongresses vorgenommen werden, dem zionistischen Zentralfonds zufließen zu lassen. Wird aus allen diesen „Kongreßtagen“ ein imposanter Fonds entstehen, der unsere Arbeit über alle widrigen Zufälligkeiten greßtag sicherstellt, so wird der Kongreßtag auch der kleinsten Gruppe sich den Tagen des Wiener Kongresses selber würdig anreihen! Rundschau. Herrn Dr. Bloch ins Stammbuch. Dr. Josef Samuel Bloch, der ‘Herausgeber der „Oesterr. Wochenschrift“ hat sich eine eigentümliche Methode zurechtgelegt. Er tritt nie offen gegen den Zionismus, dessen Entwicklung und Ausbreitung Kehilleexistenzen ä Ia Bloch den Garaus machen müssen, auf, sondern ergreift ihn heimtückisch an. Wenn irgendwo ein Zionist als Parteigenosse die zionistische Leitung kritisert, da tritt Bloch auf den Plan und spielt die Kritiker gegen die Leitung aus. Wir fühlen uns veranlaßt, diese Gesinnungsgenossen in dieser Hinsicht zu schützen, denn in die Gesellschaft des Bloch zu geraten, hat auch der heftigste zionistische Kritiker der gegenwärtigen Leitung nicht verdient Es ist klar, daß Nordaus Pariser Rede für Rabbi Bloch ein gefundenes Fressen ist. Bloch, der sonst von den zionistischen Erfolgen und Arbeiten nichts berichtet, veröffentlicht die Nordau’sche Rede und knüpft daran folgende. Bemerkungen : „ln der Parteipresse wird den Pariser Rednern der Vorhalt gemacht, daß sie nicht vorgezogen haben, ihre kritischen Bemerkungen vor dem versammelten Kongreß vorzutragen. Es wäre ihre Pflicht gewesen, bei dem Kongreß zu erscheinen und dort ihre Einwendungen zur Geltung zu bringen. Indessen scheint es, daß die beiden Herren von Auseinandersetzungen auf einem Kongreß, der innerhalb des Wiener Milieus tagt, nichts ersprießliches erwarteten.“ ...... Weiter heißt es bei Rabbi Bloch: „Hat mög-, licherweise der Korrespondent des „Hajnt“ darin vielleicht recht, wenn er von dem Mißtrauen gegen eine Parteileitung spricht, deren Mitglieder zum Teil aus der -Parteikasse bezahlt werden. Theodor H e r z 1 sprach mit Sarkasmus von den Leuten, die nicht sowohl für das Judentum' als vielmehr von dem Judentum leben. Seine engeren Freunde mag es mit Unbehagen erfüllen, daß Zionismus eine Erwerbsquelle geworden. Alle diese Erklärungsversuche lüften indes das Geheimnis nicht vollständig, das sich in den erbitterten Reden der beiden Pariser Führer verrät.“ Also da hätten wir’s! Die bösen „Wiener“ Zionisten sind schuldig und überdies werden die Mitglieder der zionistischen Parteileitung aus der Parteikasse bezahlt! Was den ersten Vorwurf anbelangt, so erklären wir, daß er uns gansi kalt läßt. Wir müßten uns sdiämen, von Bloch gelobt zu werden. Seine Unzufriedenheit erregt zu haben, ist der beste Beweis, daß wir getreu der Herzl’schen Parole gegen die israelitischen Dunkelmänner und die ärgsten Schädiger unseres Volkstums, ■ die Protestrabbiner und Mauschel, wacker und (Blochens Wut beweist’s) mit Erfolg gestritten haben. Was den zweiten Vorwurf und das Zitat Herzls vom „Leben von dem Judentum“ anbelangt, so sei erklärt, daß Leute, welche Butter am Kopf haben und von Pauschalien leben, am wenigsten berufen erscheinen, solche Verleumdungen und Verdächtigungen auszustreuen. Herr Rabbi Bloch! Sie Nutznießer des Antisemitismus und Kostgänger aller Kultusgemeindekassen! Wir sagen es Ihnen klipp und klar: Ihre ganze Wut rührt daher, weil Sie spüren, daß es Ihnen an den Kragen geht. Denn in einem zionistischen Judentum und in einem zionistischen Wien wird es für Leute Ihres Schlages, für die westjüdische Ausgabe der ostjüdischen Batlonim und Marschaliks keinen Platz geben! Nordaus Rede in Paris. Ueber die Angriffe, welche Max Nordau anläßlich der Herzl-Gedenkfeier in Paris gegen die jetzige Leitung der zionistischen Organisation gerichtet hat, schreibt das nichtziönistische Kölner „Israelitische Gemeindeblatt“: Sich im einzelnen über die starken Angriffe gegen die gegenwärtige Leitung auseinanderzusetzen, kann füglich der gegenwärtigen Leitung selbst überlassen bleiben. Für denjenigen, der dem Zionismus objektiv gegenübersteht, ergibt sich aus diesen scharfen Angriffen eines Veteranen des Zionismus doch auch noch ein tieferer Sinn. Auch Max Nordau hat innerlich sicherlich die sichere Empfindung, daß der Zionismus auf dem "Wege der Entwicklung zur praktischen Arbeit, wir sagen, erfreulicherweise, begriffen ist. Er benützt den Umstand, daß in der Tat auch auf dem Gebiete der praktischen: Arbeit hie und da die Wünsche den Möglichkeiten vorauseilen und die Fülle der Projekte und Unternehmungen, die eine kritische Betrachtung zuweilen erfordern, dazu, um den Wert der sicherlich nicht zu unterschätzenden praktischen Tätigkeit der Zionisten herabzusetzen. Es unterliegt keinem Zweifel, Max Nordau ist vom prinzipiellen Gesichtspunkte betrachtet gegenüber der gegenwärtigen Leitung des Zionismus im Unrecht. Darin darf sich das Urteil auch nicht etwa dadurch beeinflussen lassen, daß er bei der Kritik einzelner Vorgänge durchaus im Rechte ist. Aber darum handelt es sich hier gar nicht — und am wenigsten für Nordau. Ob gewisse Summen und. Ausgaben hätten erspart werden können, ob einzelne Beträge für nutzlose Zwecke unpraktisch' verausgabt worden sind, all das sind Dinge, die auch anderswo Vorkommen und die allenfalls die Schadenfreude von Kleinigkeitskrämern unter den Gegnern des Zionismus’ erwecken können. Mag man Nordau noch so gering einschätzen, daß er . sich unter die'Schar der kleinen Kläffer hätte mischen wollen, ist ausgeschlossen; außer Frage steht, daß es sich für ihn um bedeutungsvolle Prinzipien handelt, vielleicht auch ein wenig um persönliche Liebhabereien. Das ist aus diesem Vorstoß durchaus sichtbar, Er will die praktische Arbeit des Zionismus mm im eigenen Palais.—Uersiäertes Kapital LEBENS-VERSICHERUNGS-GESELLSCHAFT WIEN, 1., ASPERNPLATZ 1. zirha;380 Millionen. — Pramienreserve zirha 113 HHlionen. — Billigste Prämien unö kulanteste Bedingungen. Engagiert jederzeit IBihiige,'leistungsfähige Rgenfenjdgen hohe Bezöge. Uien, I., Bspernpiatz 1 (Beiter: David Rebenzahl). 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