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Jüdische Zeitung · 1913-08-15 · 33 (15.8.1913) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
7 (1913)
Issue
33 (15.8.1913)
Date
1913-08-15
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 33 bekamen die Jüdischnationalen von 3 Vorstandsposten beide Beiratstellen: Herr Dr. Rosenfeld wurde erster, Herr Sam. Scheuer zweiter Beirat. Beide Herren bieten uns die Gewähr dafür, daß in der Znaimer Kultusgemeinde endlich einmal auch dem jüdischnationalen Standpunkt Rechnung getragen werden wird. * Von der Judenmission. Gewisse christliche Kreise lassen es sich wahrlich nicht wenig Geld kosten, um Juden zur Taufe zu bewegen, speziell arme. Aber das Geschäft ist sehr kostspielig und schwie. ig, denn gerade die armen Juden erweisen sich charaktervoller und wenig zum Fortlaufen geneigt, als gewisse reidie Stammesgenossen. Welch große Summen der Missionsfond z. B. in Kanada verschlingt, geht aus einem Berichte hervor, 'd'en englische Blätter über die Einweihung der „Christina Synagoge“ in Torronto veröffentlichen. Mit ganz besonderem Pomp wurde hier eine Institution geschaffen, in welcher sich alles befindet, was geeignet erscheinen könnte, arme Juden in die Versuchung zu führen. Die „christliche Synagoge“ hat nicht nur einen überaus großen, ganz nach jüdischem Ritus eingerichteten Betraum, sondern auch einen Kranken-Pavillon, ein Gymnasium für arme jüdische Schüler, ein Tagesheim für Arbeiterkinder, Turnsäle, Volksküchen, eine Bibliothek, Lesehalle etc. Trotz des ausführlichen Einweihungsberichtes, wird auch nicht mit einer Zeile erwähnt, wieviele Juden der Zeremonie beigewohnt haben. Es scheint eben, daß auch in Kanada die Juden solchen Mätzchen nicht aufsitzen wollen. Andererseits gibt es auch unter den Kirchenleitern einsichtigere Naturen, die den Kampf gegen die Judenfänger durchaus billigen. So hielt dieser Tage im Castend von London der Bischof von Stepney eine aufsehenerregende Rede, in der er unter anderem sagte: „Jch möchte auf eine Tatsache hinweisen und das ist, daß wir die Beobachtung machen konnten, daß unserer Werbearbeit in dem abgclaufenen Jahre etwas stärkere Opposition ent- .gegengestellt wurde, als in den verflossenen Jahren. Ich muß sagen, daß ich diese Tatsache nicht beklage. Die jüdischen Behörden tun nur das, was ich als recht und billig anerkennen muß. Sie tun das, was ihnen meiner Meinung -nach ihr Gewissen diktiert. Die jüdischen Behörden tun das, was auch ich an ihrer Stelle tun würde. Wäre ich ein‘Jude und würde jene Mittel sehen, die angewendet werden, um unsere Arbeit zu noch größerem Erfolge zu führen, ich muß sagen, ich würde midi gewissermaßen zu der höchsten Kraftanspannung aufraffen, um dieser Arbeit ein entscheidendes Hindernis in den Weg zu stellen.“ HUI MOB PINKAS im Neubau des -SPr HOTEL NEW-YORK 1V2 Wien, II., Kleine Spertgasse b bietet den P. T. Gästen allen -Komfort. — Küche und Keller sind als erstklassig bekannt. Elegante und geräumige Lokalitäten. Hochzeits¬ und Festbankette werden bestens arrangiert. XSBSXSXSXS1 ® ESKSKSSCSKSl aus der Fabrik L. T. Piovati Central-Verkauf: MAX LUSTIG, WIEN Adlergasse 3. I., Franz Josefs-Quai 19. Versandt nach dem In- und Auslande. Solideste Bedienung. Preiskurante gratis u. franko. VcreinsnaöiPirtiten. Wien. (Ivria.) Die Jüd.-Akad. Verbindung „Ivria“ teilt mit, daß ihre i. a. B. Benno B i n ov i c i und Fritz Singer zu Doktoren beider Rechte promoviert wurden. Wien. (Jüdischer Handlungsgehilfen-Verband, Ortsgruppe Wien, II.,. Taborstraße 11b.) Sonntag, den 17. d. M., ganztägiger Ausflug nach Preßburg. Abfahrt van der Station WeilTgärber der Donau-Dampfschiifahrts-Gesellschaft mittelst Salondampfers um 3/48 Uhr früh. Rückfahrt per Bahn. Gäste willkommen. — Dienstag, den 19. d. M., 8 Uhr abends, im Verbandslokal Vortrag des Koll. Josef Neumann über: „Moses Hess und seine Zeit.“ Die Mitglieder werden um pünktliches Erscheinen ersucht. Gäste willkommen. — Jede offene Stelle bitten wir der Stellenvermittlüngsabteiiung des Verbandes zur Kenntnis zu bringen. Ungariseh-Brod. Gartenfest zu Gunsten der jemeniten-Siedlungen in Ungarisch-Brod. Die jüdische Jugend von Ungariseh-Brod und Umgebung, repräsentiert durch die vier Vereine: jüd.- akad. Ferialverbindung „Achiwah“, Jüd. Handlungsgehilfenv. Ung. Hradisch, Jüd. Gesangsverein „Hasomir“, Zion. Vereinigung Ung. Hradisch, veranstaltet am 14. Ab (17. August) ein Gartenfest zu Gunsten der Jemeniten-Siedlungen mit reichhaltigstem Programm. Als Glanznummern figurieren die Produktionen des I. Brünncr jüd. Turnvereines, sowie der Gesangsvortrag des „Hasomir“. Das Fest wird durch, gemeinsamen Abmarsch vom Hotel „Smetana“ durch die Stadt zum Festplatze eingeleitet. Rückzug mit Lampions. Bei ’ ungünstiger Witterung wird durch ein Saalfest mit unverändertem Programm den P. T. Besuchern voller Ersatz geboten. Bo&kcwitz. (Jüd. -akad. Ferialverbindung „Laefifia“.) Die Chargenwahlen für das laufende Jahr ergaben folgendes Resultat: 1. U. C. Paul Stern x, med. Hugo Spitzer xxFx, cand. ing. Ernst Ultmann xxx (xxx). Radautz, (Jüd.-akad. Ferialverbindung „Barissia“.) Ergebnis der Chargenwalilen: med. Wilhelm Schimmel x, med. Karl Seidner xxFx, med. Salo Zwccker xxx. Radautz. Am 24. Juli d. J., veranstaltete die iüd.-akad. Ferialverbindung „Barissia“ im hierortigen Tempel eine Herzlfeier. Lange vor Beginn war der Tempel bis auf das letzte Plätzchen gefüllt.' Einem Trauerpsalm, den ein aus d*n Mitgliedern der „Barissia“ zusammengesetzter Chor vortrug, folgte die Begrüßung durdi den derzeitigen Präses der „Barissia“ Wilhelm Schimme!, die auch eine Agitation für den XL Kongreß und . einen Appell an die jüdi-! sehen Bürger der Stadt beinhaltete. Hierauf j ergriff der Rabbiner Jakob Hoffmann das Wort; zur Gedenkrede. Die mehr als glanzvollen Ausführungen verfehlten ihre Wirkung nicht. Den Schluß der Feier 4bild£te 1 das Trauerlied „El mule rachmim“ und die Nationalhymne „Hatikwah“. Friedek. (jüd.-akad. Ferial-Verbindung „Hasmonaea“.) Ergebnis der Chargenwalilen: I.U. C. Oskar Singer x, stud. pharm. Leop. SnigerxxFx, I. U. C. Artur Kolban xxx! Friedsk. (Jüd.-akad. Ferial-Verbindung „Has- : monaea“.) Die jüd.akad. F.-V. „Hasmonaea“ hat : ihre Ferialtätigkeit wieder aufgenommen und am! 6. d. M. einen ' öffentlichen Diskussionsabend j veranstaltet, der sehr gut besucht war. Herr I. U. C. Oskar Singer (x) sprach über das „Jüdische Kolonisationsproblem“. An dieses Referat schloß sich eine äußerst rege Debatte. Den nächsten Vortrag im Zyklus hielt Herr Professor Sigfried Bodansky Mittwoch, den 13. d., über „Der Anteil der Juden am Wirtschaftsleben“ (nach Werner Sombart). Was man sich gegen uns erlaubt. (Eine Frechheit der „Zeit“.) Im Feuilleton der „Zeit“ vom 13. August d. J. (Kunstschätze der Bukowina, von Josef Strzygowski.) befindet sich folgender Passus: „Die Bukowina ist ein Grenzland. Slawen einerseits und Nachkommen latinisierter Dazier und römischer Legionäre andererseits ringen dort um die Vorherrschaft. Griechen und Armenier, die alten Kulturträger des Landes, sind entweder ausgestorben oder im Zurückweichen. Dafür setzt sich überall der Jude fest; auf dem flachen Lande ist seine Zahl auf 15%, in den Städten bereits auf mehr als80% gestiegen. Zwar tritt durchaus noch — eine Augenweide für den unvermittelt im Osten anlangenden Großstädter — das Landvolk in seiner weißen, buntbeflickten Tracht mit dem Schafpelz hervor; aber diese bodenständige Schicht droht von wuchernden Schmarotzern erwürgt zu werde n.“ Wir lassen der „Zeit“ Frist, sich wegen der Frechheit ihres Paradechrisien Strzygowski zu entschuldigen. Sollte diese Frist verstreichen, ohne daß die „Zeit“ in aller Form ihre Entschuldigung vorgebracht und dem Frechling Strzygowski den Laufpaß gegeben hat, so wird sie die Antwort der „wuchernden Schmarotzer“ in der Bukowina und Galizien, aus deren Bezugsgeldern sie ihr Leben fristet, zu fühlen bekommen! Ueber die Auslassungen des Herrn-' Hofrates und Universnätsprofessors Strzygowski brauchen wir kein Wort zu verlieren! Notizen. Die Gefahren der Sommerhitze sind zweifellosfür den Säugling am größten, weil es in den meisten Fällen an einer richtigen, verläßlichen Nahrung fehlt. Geben Sie aber Ihrem kleinen Liebling Nestles Kindermehl, das sich schon in vielen tausend Fällen, von Generation zu Generation, so glänzend bewährt hat, dann ersparen Sie nicht nur Kummer, sondern Sie werden auch Ihr Baby prächtig gedeihen sehen. Probedose auf Verlangen sofort vollkommen gratis durch: Henri Nestle, Wien, L, Biberstraße 1. Die P. T. Kongreßbesucher werden auf das bestrenomierte Cafe Astoria, IX., Wahrmgerstraße 12 aufmerksam gemacht. Dieses eine Minute von der Universität entfernte modernst eingerichtete Cafe ist das Couleurcafe der jüd.-akad. Verbindung „Ivria“ und wird von den zionistischen Kreisen gerne frequentiert . Das geräumige vornehme Lokal, die Frischluftventilation, die" solide Bedienung empfehlen dieses Familiencafe auf das Beste. [bewährtes PROBEDOSE VERSENDET GRATIS: HENRI NESTLE,WIEN,I.BIBERSTRASSE» KURT WOLFF VERLAG, LEIPZIG. \Jf\m Ein Sanunelbuch, herausgegeben » yll» JUUClH.mil. vom Verein jüdischer Hochschüler Bar Kochba in Prag. Mit Beiträgen u. a. von: Hugo Bergmann, Nathan Birnbaum, Adolf Böhm, Max Brod, Martin Buber, Moses Calrary, Micha Josef hin Garion. Moritz Goldstein, Moritz Heimann, Hugo Herrmann, Gustav Landauer, Arthur Salz, Kurt Singer, Ludwig Strauß, Margarete Susmann. fakob Wassermann, Robert Wcltsch, Karl Wolfskehl, Arnold Zweig. Dieses Buch unternimmt es, die im Judentum unserer Tage gärenden Strömungen, die eine Aktivierung und Freimachung der jüdischen Kräfte als tiefes Bedürfnis empfinden und realisieren wollen, zu vereinigen und der jüdischen Lebensstinunung des Heute einen Ausdruck zu schaffen. Es sind in diesem Buche Männer vertreten, die noch nie oder nicht in so entschiedener Weise in der jüdischen Frage das Wort ergriffen hauen. Das Buch will mehr sein als ein literarisches Dokument unserer Zeit; es ist ein Zeugnis der gewaltigen Erschütterung, die sich zur Tat durchririgt. Das Buch erscheint Mitte August; sein Preis beträgt M. 3.50 für das geheftete, M. 4.50 für das gebundene Exemplar. Bestellungen nehmen schon jetzt alle Buchhandlungen, der Jüdische Verlag, Berlin W15, der Verein Bar Kochba, Präg, 1. Langegasse 41 und Kurt Wolff Verlag, Leipzig, entgegen. Jausenstation Alpenhaus und Cafe Sonnblick Böckstein Schönster Ausflugsort von Bad Gastein innerhalb 25 Minuten zu erreichen. Zion-flbzeidien in Email und Silber. Hnhänger, Brodten und Nadeln. Anfragen mit Zuschriften sind an d e Adm. der „jüdischen Zeitung“, II., Karmeliterplatz I, zu richten. Möbel WIEN, VII., SIEBENSTERNGASSE 1 und 2. Brautausstattungen. Der große illustrierte Katalog gegen K 1,— in Briefmarken. trrnr. 649

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