Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 7 (1913)
- Issue
- 33 (15.8.1913)
- Date
- 1913-08-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ü ■ CHE ZEITUNG KSK NRTIDNRL -JUDI5CHE5 DRERN KSK mm iBaiiiiiBiBiiBiiiBsoiii n^m H Erscheint wöchentlich. — Redaktion, Administration und Inseratenauinahme: Wien, II., Karmeliterplatz Nr. 1. -- Sprechstunden ■ — täglich von 11—12 Uhr vormittags und 4—5 Uhr nachmittags. — Manuskripte werden nicht zurückgestelit. — Abonnementspreise: Für Oester- H “ reich-Ungam: Ganzjähr. K 10.—, halbjähr. K 5.—, Vierteljahr. K 3.—. Für Deutschland: Ganzjähr. Mk. 10.—, halbjähr. Mk. 5.—, Vierteljahr. ™ ■ Mk. 3.—. Für das übrige Ausland: Ganzjähr. Frcs. 15.—. Einzelexemplare 20 h. — Postsparkassenkonto 133.404. — Telefon 22.075. ■ Nr. 33. Wien, Freitag, den 15. August 1913 VII. Jahrgang Tagesordnung des XI. Zionisten- Kongresses in Wien. Dienstag, den 2. September: Abends 8 Uhr Eröffnungssitzung. Eröffnungsrede des Vorsitzenden des Engeren Aktions- Komitees, Prof. Dr. Otto Warburg-Berlin. Rede des Herrn Nah um S o k o 1 o w- Berlin: „Das jüdische Leben in der Diaspora. Rede des Herrn Dr. Schmarja Levin-Haifa: „Das neue Judentum in Palästina.“ Wahl des Bureaus. Mittwoch, den 3. September: Vormittagsitzung. Bericht über die Tätigkeit des Aktions-Komitees: Dr. Arthur H a n t k e-Berlin. Generaldebatte. — Nachmittagsitzung. Fortsetzung der Generaldebatte. Donnerstag, den 4. September: Vormittagsitzung. Fortsetzung und Schluß der Generaldebatte. — Nachmittagsitzung. Die Tätigkeit des Jüdischen Nationalfonds seit dem X. Kongreß: Justizrat Dr. M. J. Bodenheim er - Köln. Die zionistische Arbeit in Palästina: Dr. Arthur Ruppin- Jaffa. Der jüdische Kulturfonds Kedem: M. F e 1 d s t e i n - Warschau. Debatte. Freitag, den 5. September: Vormittagsitzung. Fortsetzung der Debatte. — Nachmittagsitzung. Fortsetzung und Schluß der Debatte. Montag, den 8. September: Vormittagsitzung. Jüdische Kulturarbeit in Palästina: M. Ussischkin -Odessa. Die Frage der Gründung einer jüdischen Universität in Palästina: Prof. Dr. C h. Weiizm a n n - Manchester. Debatte. — Nachmittagsitzung. Fortsetzung und Schluß der Debatte. Dienstag, den 9. September: Vormittagsitzung. Die Tätigkeit der zionist. Bankinstitute seit dem X. Kongreß: Dr. N. Kotzeneisohn - Libau. Debatte. — Nachmittagsitzung. Etat für das Verwaltungsjahr 1913/14. Wahlen. * Der Vorverkauf zu den Kongreßverhandtungen ist geschlossen. Karten im' Vorverkauf sind nur mehr zu den Veranstaltungen zu haben. * Die Ausgabe von Stehplätzen erfolgt ab 3. September bei den Schaltern. * Veranstaltungen während der Kongreßzeit: Dienstag, den 2. September, abends 8 Uhr: Eröffnungssitzung in der Katharinenhalle. Mittwoch, den 3. September, 11 Uhr vormittags: Vortrag im Beethovensaal; — i/28Uhr abends: Hebräische Theatervorstellung in der Neuen Wiener Bühne; — S Uhr abends: Meeting im Sofiensaal; — S Uhr abends Lichtbildervortrag im Beethovensaal. — Zu noch zu bestimmenden Stunden Führungen durch das jüdische Museum und die Adria- Ausstellung. Donnerstag, den 4. September: Dasselbe Programm wie Mittwoch. Außerdem: 3 Uhr nachmittags: Versammlung des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina im Beeihovensaal. Rednerinnen Frau Justizrat Dr. Bodenheimer (Köln), Frau Johanna Simon-Friedberg (Heidelberg) u. a. Freitag, den 5. September, 11 Uhr vormittags: Konzertmatinee des Jüdischen Gesangvereines Czernowitz im Beethovensaal; — abends: Gottesdienst. Samstag, den 6. September, vormittags: Gottesdienst; — 8 Uhr abends: Akademischer Festakt in der Katliarinnenhalle; — 8 Uhr abends: Meeting im Beeihovensaal. Sonntag, den 7. September, 10 Uhr vormittags: Gang zum Grabe Herzls; — 3 Uhr nachmittags: Turnfest auf dem Vicnna-Sportplatz Hohe Warte; — i-Q Uhr abends: Konzert im Musikvereinsgebäude (Mitwirkende: Frl. Margary Bentwich, Herr Leo Gollanin); — Uhr abends: Lichtbildervortrag des Herrn Pilichowsky über „Jüdische Kunst“ im Beethovensaal; — i/oQ Uhr abends:Meeting im Sofiensaal („Nationales Judentum und körperliche Regeneration“). v Montag, den 8. September, 11 Uhr vormittags: Musikalische Matinee im Beethovensaal (Mitwirkende: Frl. Margary Bentwich, Herr Leo Gollanin); — 3 Uhr nachmittags: Sportfest auf dem Vienna-Sportplatz Hohe Warte; — 8 Uhr abends: Lichtbildervortrag für Vertrauensleute im Beethovensaal; — S Uhr abends: 30 Bezirksversammlungen; — 9 Uhr abends: Kommers der jüdischen Turnerschaft im Sofiensaal. Dienstag, den 9. September, 11 Uhr vormittags: Vortrag im Beethovensaal; — S Uhr abends: Meeting im Sofiensaal (Vorstellung des Neuen E. A. C.); — 8 Uhr abends: Meeting im Beethovensaal (Vorstellung des Neuen E. A. C.). Zu noch zu bestimmende Stunden: Führungen durch das jüdische Museum und die Adria- Ausstellung. An sämtlichen Kongreßtagen sind ferner die Ausstellungen des Jüdischen Nationalfonds,, des Bezalel und des Jüdischen Verlags geöffnet. Opganifdiep und medianifdiep Zionismus Kongreßglossen. I. Wenn man die gesamtjüdischen und österreichisch-jüdischen Probleme richtig verstehen will und die Absicht hat, zu einer Klärung, sowie entsprechenden Stellungnahme zu denselben am Kongresse und im öffentlichen Leben zu gelangen, so müssen dieselben unter allen Gesichtspunkten und nicht nur unter den in der Alltagsagitation üblichen, erörtert werden. [ Es sind durch die Umwälzung am rialkrin, die! große Gährung im gesamten Oriente, ein.- Reihe von Vorgängen in unserer Monarchie, sowie endlich durch eine Anzahl von Artikeln in zionistischen Blättern eine Menge von Problemen aufgeworfen worden, die eine gründliche Diskussion erheischen. Es sind dies Probleme, die weit w i c htigere Kernfragen der Bewegung sind, als die stets sich wiederholenden unfruchtbaren Zänkereien über „politischen“ und „praktischen“ Zionismus, die man endlich durch die viel treffenderen Begriffe mechanischen und organischen Zionismus ersetzen sollte. Es ist ja überhaupt unsere, in vielen Punkten revisionsbedürftige Terminologie ein Hauptgrund so mancher Verwirrung in den Köpfen und so vieler fruchtloser Kümpfe in der Bewegung. So traurig es auch sein mag, so notwendig ist es aber, bevor man über „organischen“ und „mechanischen“ Zionismus diskutiert, klar und deutlich die Grenzlinien des Zionismus überhaupt zu ziehen und nicht Mittel sowie Zweck stets zu verwechseln. Der oberste Zweck des Zionismus ist die Erhaltung der jüdischen Art, der jüdischen Volksindividualität, nicht etwa nur deshalb, weil die Wahrung der Volkseigenart ethischer ist, als die Verschmelzung, sondern weil die Assimilation der Juden überhaupt unmöglich ist. Was man so nennt, ist keine nationale Assimilation, sondern eine Assimilation an die Kulturmenschheit, wie sie sich auch bei den anderen Völkern zeigt. Darum muß ganz energisch dagegen Verwahrung eingelegt werden, wenn man künstlich einen Gegensatz konstruiert zwischen jüdischer und europäischer Kultur und um diesen Gegensatz noch drastischer zu gestalten, in eine Reihe stellt mit der „Golusbejahung“ und „Golusverneinung“ und auf diese teilweise falschen, teilweise dehnbaren Gegensätze und Begriffe den Zionismus theoretisch basieren will. Der Zionismus basiert vielmehr auf der Tatsache, daß die Massen des jüdischen Volkes sich weder assimilieren wollen, noch können und daß sie aber erstens ein jüdisches Kulturzentrum für das gesamtjüdische Leben und zweitens ein Emigrationszentrum für jene jüdischen Massen in Palästina benötigen, für alle diejenigen, die in ihren derzeitigen Wohnsitzen nicht bleiben können und wollen. Das und nichts anderes ist der Sinn des Basler Programmes: Eine Heimstätte für das jüdische Volk. Das gesamte jüdische Volk wird wohl nie, jedenfalls aber nicht in absehbarer Zeit) in Palästina wohnen und wenn der Zionismus eine Renaissancebewegung des ganzen jüdischen Volkes sein soll und nicht nur eine! palästinensische Kolonisationsbewegung im Inter-; esse der Emigrierenden, dann ist eben die natur- Photograph Nachim Chefez II., Taborstraße 41. Erstklassiges Melier ftDnsilepisdiep Richtung. Langjähriger Lieferant der Kultusgemeinde, empfiehlt sich den Kongreßmitgliedern für sämtliche in das Fach einschlagende Arbeiten auf das Beste. Das Atelier befindet sich im Parterre. Telephon 225.91