Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 7 (1913)
- Issue
- 32 (8.8.1913)
- Date
- 1913-08-08
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 32 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 7 Papfei-'NadiPirfiten. 10. Schekelausweis 5673 (Innerösterreich). Ivria (4. Rate) 36.—;'Moriah 7.20; Zentralverein 38.40; Viktor Knie 3.60; Eisig Sacher 12.—; Sitzmann 36.—; ing. Winter 12.—; Dr. Wolfmann (Th. Herzl) 12.—; Hyrkania (Unitas) .12.—; M. Markus 6.—; Dr. Abeies 7.20; Ness- Zionah 2.40; Zion. Haridelsang. des J. H. V. .(4. Rate) 38.40; Kleiner 3.60; Kadimah 9.60; Ing. Winter 6.—; Ch. Weiß 10.—; J. Löw 12.—; Wr. Zion. Vereinigung 20.40; Zephirah 22.80; Z. H. V. Judäa durch Wr. Zion. Vereinigung 12.—; Dr. Pinkas Heinrich 4.S0; Dr. Meisl 1.20; Theodor Herzl 20.40; Dr. Weiner (Theodor Herzl) 12.—; Charitas Qraz IS.—; Picker 2.40; Neure Jehuda 56.40; Bato 1.20; Moria 32.40: Waldmann 12.—; Seinfeld 9.20; Cirkolo Sionistico, Triest 56.—; Ness Zionah 20.40; Lucian Brunner 12.—; Theodor Herzl 21.60; Martha Köppl 1.20; Moriah 4.S0; Herzl-Klub 16.80; Kafka (Ness-Zionah) 3.60; Gewitsch 9.60; Aimuslino 4.80; Dr. Friedmann 24.—; Gersuny 6.—; Dr. Armin Kohn 1.20K; Heller 1.20; Graz 37.20; bisher ausgewiesen 1830.—; in Summa K 2540.—. Gartenfest in Sauerbrunn. Wie bereits berichtet, veranstalten unsere Gg. in Sauerbrunn auch heuer ein Gartentest, das am Abend des 14. August abgehalten werden wird. Es ist zu erwarten, daß neben dem moralischen Erfolge, den diese Veranstaltungen bringen, auch der materielle hinter jenem der früheren Jahre nicht Zurückbleiben wird. Das Komitee hat sich den großen Garten, die Terasse, sowie die gesamten, sehr geräumigen Lokalitäten des Hotel Bank gesichert. Eine Musikkapelle, die bis 4 Uhr früh konzertieren wird, besorgt den musikalischen Teil. Der Park wird festlich beleuchtet sein und dem Publikum werden allerlei Unterhaltungen geboten werden. Es seien alle Gg., die an der Südbahnstrecke Sommeraufenthalt genommen haben, auf diese Veranstaltung aufmerksam gemacht. Aus Mattersdorf, Eisenstadt, Oedenburg und anderen ungarischen Orten sind Teilnehmer angemeldet. Nähere Auskünfte durch das Büro des i.-ö. Distriktskomitees, II., Karmeliterplatz 1/10. Hebräische Konferenz. .Eine Woche vor dem Zionistenkongreß, 25.-27. August, findet in Wien, Beethovensaal, eine Konferenz der „Organisation für hebräische Sprache und Kultur“ (Histadr ü t h I b ri t h): s t a 11, -Hebräische Sprachkurse für Ausländer in Palästina. Wir wenden uns noch einmal an die jüdische Studentenschaft mit der Aufforderung, sich als Teilnehmer für die im kommenden Wintersemester geplanten Kurse zur Erlernung der hebräischen Sprache anzumelden. Es sind zwar einige Anmeldungen eingelaufen, das Projekt wird aber nur dann verwirklicht werden, wenn mindestens 20 Teilnehmer sich für den Kursus verpflichten. Die Kurse sollen in dreistündigem täglichen Unterrichte bestehen, den bewährte pädagogische Kräfte erteilen werden. Gegenstände des Unterrichtes sind: 1. Hebräische Grammatik, 2. Hebräische Konversation und 3. Hebräische Literatur. Der Kursus selbst soll sich auf die Zeit Von Ende September bis Mitte April erstrecken -und naCh dem Urteil kompetenter Personen dazu 'ausreichen, um den Teilnehmern die Grundlagen der Sprache in leichtfaßlicher Weise beizubrin- . •gen. Es wird dafür gesorgt werden, daß die. Teilnehmer die ganze Zeit hindurch in einer hebräischen Atmosphäre sich' befinden und somit» das lebende Hebräisch auch praktisch üben werden. Falls das Projekt zustande kommt, wird die' .Histadruth die allgemeinen Kosten decken. Für jeden Teilnehmer entstehen nur die Ausgaben für die Reise und den Verhältnis? mäßig' billigen Aufenthalt in Jaffa. — Diejenigen, die darauf reflektieren, bitten wir um so? fortige Anmeldung, da wir noch im Laufe der nächsten drei Wochen feststellen müssen, ob eine genügende Anzahl zur Realisierung des Projekts vorhanden ist. Das Zentralkomitee der „Organisation für hebräische Sp.rache und Kultur“ Berlin-Charlottenburg, Kantstraße 93. Herzlandacht in Wien, Donnerstag, den 24. Juli fand im Seitenstättnertempel eine Herzlandacht statt, welche einen erhebenden Verlauf nahm. Der Tempel war bis auf das letzte Plätzchen besetzt und auch auf den Galerien stauten sich die Massen der Erschienenen. Gemeinderabbiner Bach hielt die Gedenkrede, in welcher er über die Persönlichkeit Herzls sprach und auch auf den kommenden XI. Kongreß hinwies. Die kantoralen Funktionen versah der Tempelchor unter Leitung des Kantors Maiväs in vorzüglicher Weise. Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina. Der „Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina“ veranstaltet anläßlich des XI. Zionistenkongresses eine Ausstellung von in Palästina erzeugten Spitzen im Kongreßgebäude (Musikvereinssaal). Der Vorverkauf der zur Ausstellung gelangenden Spitzen hat die Firma Hofbauer, Wien, I., Tuchlauben, übernommen. Nähere Daten über die Spitzenausstellung folgen in einer der nächsten Nummern. Die Niederlage der Karmelweine befindet sich bei S. Steinhart, Weinhandlung, II., Rotensterngasse 22. Telefon 17348. Notizen. Ein Sorgenkind ist immer da und die größte Sorge macht jeder Mutter die Ernährung ihres Kleinen. Verdauungsstörungen kommen leider so häufig vor und gerade vor solchen muß ein Kind geschützt werden, einzig und allein durch richtige Ernährung. Versuchen Sie aber nur ein vertrauenswürdiges, in Tausenden von Familien mit den allerbesten Erfolgen verwendetes Nährpräparat, wie es Nestles Kindermehl ist. Eine Probedose davon und das lehrreiche Büchlein über die Pflege des Kindes ist gratis erhältlich von der Firma HENRI NESTLE, Wien, I., Biberstraße Nr. 1. Gesinnungsgenossen! Den Zionisten Oesterreichs ist durch die Abhaltung des XI. Zionistenkongresses in Wien eine sehr ehrenvolle Aufgabe zu teil geworden. In freudiger Opferwilligkeit haben insbesondere die Wiener Gesinnungsgenossen die schwierigen und anstrengenden Vorbereitungen, die ein solcher Kongreß erfordert; übernommen. Schon heute kann gesagt werden, daß der Wiener Kongreß nicht nur einer der größten und seiner äußeren Wirkung nach machtvollsten, sondern auch einer der bestvorbereiteten Kongresse sein wird. Zu den wichtigen Aufgaben, die noch zu erfüllen sind, gehört eine in jeder Beziehung gute Berichterstattung über den Kongreß. Es wäre ein großer Fehler, wenn wir nicht rechtzeitig dafür Sorge .tragen würden, daß der XI. Kongreß eine dauernde Wirkung auf die Gesamtjudenheit hinterläßt. Von großer Bedeutung ist dies aber insbesondere für die z i o n i s t i s c h e O r g a n i s a t i on in Oesterreich. Es ist für jeden österreichischen Zionisten eine Ehrenpflicht, dafür zu sorgen, daß alle Juden der- Monarchie authentisch und nicht tendenziös über unseren Kongreß orientiert werden. In der täglichen Kongreßausgabe unseres Zentralorgans „Die Welt“ wird diesmal ein Bericht über die Kongreßverhandlungen geboten werden, der an Ausführlichkeit und Genauigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. „Die Welt“ wird aber nicht nur den besten Bericht über die Verhandlungen des Kongresses bringen, sondern mit dem Referate über die LandsmannsschaftssTzungen und Sondertagungen kritische Feuilletons über die Veranstaltungen, Stimmungsbilder vom Kongreß und vom Leben und Treiben der Kongreßbesucher ein getreu es .Spi e g e 1 b.i ld des ganzen Kongresses bieten. „Die Welt“ wird außer den Kongreßverhandlungen auch die Berichte des Aktionskomitees, der Zionisteninstitute, sowie auch die wichtigsten und interessantesten Daten in knapper Zusammenstellung -veröffentlichen und durch ihren speziell organisierten Stab von Mitarbeitern dafür sorgen, daß denen, die am Kongreß .nicht teilnehmen können, dieses bedeutsame Ereignis dennoch zu einem unauslöschlichen Erlebnis wird. Sorget .dafür, daß dieser Bericht in jedes jüdische Haus gelangt! Vor allem muß jeder Zionist die Kongreßausgabe bestellen. Der Bezugspreis für die sechs Nummern umfassende Ausgabe beträgt für Oesterreich-Ungarn K 2.80 und ist im voraus zu entrichten. Der Gesamtauflage der heutigen Nummer liegen Bestellkarten bei. Propagandamaterial stellt der Verlag der „Welt“, Berlin W 15, Sächsische Str. S, kostenlos zur Verfügung. Jüdiftfier Sport. Hakoah schlägt Kricket 5:2 (Halbzeit 3:1). Das erste Wettspiel in dieser Saison fand die unsrigen noch nicht in voller Form. Das Spiel zeigte aber, daß noch etwas Training notwendig ist, um wieder auf der Höhe zu sein. Dazu bietet sich noch immer genügend Zeit, da die Meisterschaftsspiele erst am 31. August beginnen. Leichtathletik. Das Training dieser Sektion für das Sportfest ist in vollem Gange. Es trainieren auf dem Hakoahplatze mit den Hakoahnern auch unsere Turner — sicher die beste Vorbereitung für das Fest. K. » Jüdischer Turnverein „Massada“ (Wien, XVIL Bezirk, Rötzergasse 9—lt). Im Juni d. J. hielt der Jüdische Turnverein „Massada“, gegründet im Juni 1912, seine erste Generalversammlung ab. Herr Dr. Stern, der unermüdliche Obmann, Begründer und eifrigster Förderer des Vereins, eröffnet die Generalversammlung mit der Begrüßung der zahlreichen Gäste, von denen wir Herrn Kreisobmann Kien und die Vertreter aller Wiener jüdischen Turnvereine hervorheben. Nach einer schwungvollen Ansprache führt Dr. Stern über die Geschichte des Vereins folgendes aus: Der Großteil der jetzigen Mitglieder des Vereins lernten sich im Beth-Haam des 17. Bezirks kennen und gründeten dort eine Turnsektion unter Leitung des Herrn Dr. Stern. Bei der heftigen Unterstützung, die der junge Verein insbesondere durch den Fünfhauser jüdischen Turnverein erfuhr, nimmt es nicht wunder, daß dem Verein der Rahmen des Beth? Haam bald zu enge wurde, so daß er daran.- ging, sich von letzterem zu separieren und einen eigenen Turnsaal zu beschaffen. Ein geeignetes Gebäude fand sich denn auch in der Rötzergasse. Durch die Unterstützung wohlwollender Gönner gelang es bald, die zur Adaptierung des Lokals nötigen Mittel zu beschaffen und am 6. Juni 1912 fand unter Beteiligung der Vertreter der Wiener jüdischen Turnvereine das feierliche Antumen statt. Unter der bewährten Leitung unserer alterprobten Turnwarte, der Herren Goldstaub, Pasternak, späterhin der Herren Adler und Schüßler, der unermüdlichen Arbeit des hochverdienten Kassiers, Herrn Goldscheins, kam der Verein in die Höhe, die Gründung einer Damenriege vollzog sich zu gleicher Zeit. Bei Beginn der Herbstsqison eröffnete der Verein unter Leitung des Herrn Saß eine vielversprechende Kinderabteilung. Gesellschaftliche Unterhaltungen und ein von Herrn Saß geleiteter Tanzkurs hielten die Turner und Turnerinnen zusammen,* welche es nicht verabsäumen, sich durch fleißiges Training zu dem im März stattfindenden Schauturnen vorzubereiten. Schon vorher hatte Herr Dr. Stern im Verein mit gutem Erfolg die hebräische Kommandosprache eingeführt. So bot der Verein als erster in Westeuropa den Juden das Bild eines jüdischen Turnens mit hebräischer Kommandosprache und errang einen großen Erfolg, der auch in materieller Hinsicht nichts zu wünschen übrig ließ. Dieser Bericht wurde von der Versammlung mit Begeisterung zur Kenntnis genommen. In den Turnrat wurden gewählt die Herren: Dr. Stern, Goldstaub, cand. jur. Bloch, Max Goldstein, Goldschein und Fleischmann, nachdem dem abtretenden Tumrat einstimmig das Absolutoriura erteilt wurde. Der neue Tumrat inaugurierte eine kräftigte nationale Propaganda, führte die Abhaltung von Vorträgen (allwöchentlich Samstag) ein und wendet nun alle seine Kräfte dem kommenden Kongreßschauturnen zu, das die „Massada“ sicherlich auf ihrem Posten finden wird. * f Jüdischer Turnverein ProBnitz. Samstag, den 26. d. J., hielt Gg. Julius Neumann in unserem Verein einen Vortrag über das Thema „Der XL Zionistenkongreß und seine Bedeutung für die jüdische Turnerschaft“, ln überaus interessanter und sachlicher Weise entwickelte der Redner ein Bild der Entstehung der jüdischen Tumerschaft, schilderte die Fortschritte derselben und erzählte, welch großartigen Eindruck die Delegierten des Kongresses von den Darbietungen der jüdischen Turner und Turnerinnen auf den Kongressen jedesmal empfingen. Er betonte, das diesmal der Kongreß als großartiger Demonstrationskongreß gedacht sei und daß daher die Beteiligung von turnerischer Seite ebenfalls eine sehr imposante sein müsse. Die Stimmung nach dem Referate war eine sehr gehobene und wir glauben, daß eine ahnsehnliche Zahl unserer Mitglieder in Wien anwesend sein wird.