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Jüdische Zeitung · 1913-08-01 · 31 (1.8.1913) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
7 (1913)
Issue
31 (1.8.1913)
Date
1913-08-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 31 dende Verträge geschlossen werden können. Das Angeld, das bei der Bestellung miteinzusenden ist, wird auf den Mietpreis verrechnet. Auskunft: Die Firma Thos. Cook & Son erteilt in allen ihren Geschäftsstellen Auskunft über Reiseverbindungen zum Kongresse, Ermäßigungen usw. Kongreßplakat. Das Kongreßbureau gibt ferner ein Kongreßplakat nach einem Entwürfe des Herrn Dr. Marmorstein aus, das Interessenten zur Verfügung1 steht. Bei Gesuchen um Zusendung von Plakaten ist anzugeben, wo die Plakate zum Aushang kommen sollen. Mitteilungen. Die Lichtbildervorträge werden von Doktor Heinrich Loewe gehalten werden. Das Kongreßbureau gibt ein künsterisch ausgeführtes Kongreßabzeichen nach einem Entwürfe von Dr. Berthold Marmorstein (Wien) aus. Das Abzeichen ist gegen Einsendung von 60 Heller vom 8. August ab zu beziehen. Das Bureau des XI. Zionistenkongresses Wien, II., Karmeliterplatz Nr. 1 Als Redner für die Meetings und Vorträge wurden bisher folgende Gesinnungsgenossen gewonnen : Kurt Blumenfeld - Berlin (Sekretär des E.A.C.) Justizrat Dr. M. J. Boden heimer - Cöln (Mitglied des A. C.) Jean F i s c h e r - Antwerpen (Mitglied des A. C.) Oberrabbiner Dr. Gastcr- London Rechtsanwalt G r o n e m a n n - Berlin (Mitglied des deutschen Zentralkomitees) Dr. G.. jjd a 1 p e r n - Hamburg (Mitglied des A. C.) Dr. A. Klee- Berlin (Mitglied des A. C.) Dr. Sclimarja L e v i n - Haifa (Mitglied des E. A. C.) Dr. Emil M a rg u 1 i es - Leitmeritz (Vizepräsident des westösterreichischen Landeskomitees) L. M o t zk i n - Berlin (Mitglied des A.C.) Dr. A. Ru pp in-Jaffa (Leiter des Palästina- Amtes) Julius S i m o n - Mannheim (Mitglied des A.C.) N. S o k o 1 o w - Berlin (Mitglied des E. A. C.) Adolf Stand- Lemberg (Mitglied des A. C.) Rabbiner Dr. Osias Thon-Krakau Dr. E. W. T s ch I e n o w - Moskau (Mitglied des A. C.) Professor Dr. O. W a rb u r g - Berlin (Vorsitzender des E. A. C.) Professor Dr. Weizmann - Manchester (Mitglied des A. C.). Vom jööitäien TedMifium in Haifa. Die erste jüdische Hochschule ist im Bau begriffen und man kann sagen, daß alle Juden, die noch ein wenig Stammesbewußtsein fühlen, stolz das Werden dieser Hochburg nationalen Geistes auf palästinensischem Boden verfolgen. Die kühnsten Erwartungen knüpfen sich an den Bau. Plötzlich taucht ein Gerücht auf, das einfach unfaßbar erscheint. Das Kuratorium des Technikums will angeblich die Unterrichtssprache ausschließlich deutsch gestalten, das| Hebräische soll als Unterrichtssprache nicht ip Betracht gezogen werden. Wenn man bedenkt, wie rasch sich die hebräische Sprache die ausschließliche Herrschaft im palästinensischen Leben erobert hat, wenn man bedenkt, daß die jüdischen Kindergärten, Volksschulen, Mittelschulen, kurz alle lebenzkräftigen Bildungsinstitute in Palästina durchwegs hebräisch sind, so muß dieser angebliche Beschluß für toll erklärt werden. Was wollen denn die Herren? In Palästina Deutsche erziehen, wie seinerzeit die Alliance Franzosen? Die Assimilationspolitik von Berlin, wo sie kläglich gescheitert ist, nach Haifa tragen? Woher wollen sie denn die Schüler beziehen? Daß unsere jungen Pioniere keine Lust haben, ihr höchstes nationales Gut, die hebräische Sprache, aufzugeben, beweist folgendes Memorandum, welches unsere lernende Jugend in Palästina auf Grund des erwähnten Gerüchtes an das Kuratorium gerichtet hat. Es lautet: „Wir, die Schüler der oberen Klassen der höheren Schulen Palästinas, gestatten uns, Ihnen, den Mitgliedern des Kurotariums des Jüdischen Instituts für technische Erziehung in Palästina, folgendes Memorandum zur gefl. Kenntnisnahme zu unterbreiten: Die Eröffnung des Technikums in Haifa steht in naher Aussicht und die gesamte jüdische Schuljugend Palästinas blickt mit freudiger Spannung diesem Tage entgegen, der für uns wie für' das gesamte palästinensische Judentum von historischer Bedeutung bleiben wird. Denn erst das Technikum wird das große Werk des jüdischen Schulwesens in Palästina, das so viele hochherzige Männer in jahrelanger Mühe und unter Aufwendung großer Geldmittel errichtet haben, in würdiger Weise abschließen. Seit etwa 10 Jahren, da der „Hilfsverein der Deutschen Juden“ mit der Errichtung seiner Schulen begonnen hat, ist immer mehr und mehr die Erkenntnis durchdrungen, daß die jüdischen Schulen Palästinas nur dann gedeihlich werden wirken können, wenn sie auf der Basis des Hebräischen als Unterrichtssprache beruhen werden. Auf dieser Grundlage ist bereits ein großes, weitverzweigtes Erziehungssystem errichtet worden, das den jüdischen Eltern die Möglichkeit bietet, ihren Kindern von ihrer frühesten Jugend — in den Kindergärten — bis zur Matura eine hebräische Erziehung zu geben. Wir, die wir durch diese Erziehung bereits hindurchgegangen sind, verspüren an uns die großen, unvergleichlichen Wirkungen, die sie auf uns ausgeübt hat; und es war stets unsere einzige Sorge gewesen, daß wir gezwungen sein werden, in diese unsere hebräische Erziehung einen Riß c-intretcn zu lassen, falls wir unsere Ausbildung durch Besuch einer ausländischen Hochschule werden vollenden wollen. Diese unsere Sorge ist uns seit dem Tage genommen, da wir wissen, daß bald in Haifa sich der stolze Bau eines Jüdischen Technikums erheben wird, in dem der jüdische Abiturient Palästinas seine letzte Ausbildung wird erhalten können. In letzter Zeit jedoch ist diese unsere freudige Hoffnung durch Sorge getrübt worden. Im Lande ist nämlich die Nachricht verbreitet, daß innerhalb des verehrlichen Kuratoriums Meinungsverschiedenheiten darüber bestehen, welche die Unterrichtssprache des Technikums sein sollte: Deutsch oder Hebräisch. Es ist begreiflich, daß die Aussicht, die Unterrichtssprache des Technikums könnte deutsch sein, uns große Sorge einflößt. Würde doch dadurch unsere ganze Hoffnung zunichte gemacht, daß es uns vergönnt sein wird, unsere Ausbildung auf der Basis des Hebräischen zu vollenden. Wieder würden wir dann gezwungen sein, in den Gang unserer Erziehung vor der letzten Stufe einen Riß eintreten zu lassen, und dieser Riß würde uns um so schmerzlicher sein, als er uns durch eine Hochschule in Erez-Israel selbst aufgezwungen sein würde. Ferner aber: Sollte die Unterrichtssprache des Technikums in sämtlichen Unterrichtsfächern Deutsch sein, so würde dies eine tiefgehende Rückwirkung auf sämtliche Mittelschulen Palästinas haben müssen, die doch ihre Schüler für das Technikum werden vorbereiten müssen. Auf diese Weise würde das ganze große hebräische Erziehungssystem wieder in seinem Bestände gefährdet und jenes gesunde Prinzip des Hebräischen als Unterrichtssprache ins Schwanken gebracht werden, das von all denen, die dieses Erziehungssystem errichtet haben, nicht zum wenigsten von den Leitern des „Hilfsvereins der Deutschen Juden“ als das allein richtige erkannt worden ist. So würde das. Technikum, anstatt der letzte glänzende Schlußstein in dem Gebäude des hebräischen Unterrichtswesens in Palästina zu sein, ihm zur Gefahr und zum Schaden werden und diese Institution, die für die Entwicklung des palästinensischen Judentums epochal zu werden verspricht, ihrer bedeutendsten und segensreichsten Wirkung beraubt werden. Wir, die wir als die ersten Schüler des Technikums in Betracht kommen, die wir schon mit Ungeduld dem Tage seiner Eröffnung entgegenschauen und somit an der Frage seiner Eröffnung entgegenschauen und somit an der Frage seiner Unterrichtssprache das große Interesse haben, halten es für angebracht, Ihnen, sehr verehrte Herren, diese Gesichtspunkte zit unterbreiten und bitten Sie, dieses Memorandum zur Kenntnis zu nehmen und cs bei Ihren Entschließungen berücksichtigen zu wollen. Mit vorzüglichster Hochachtung Die Schüler der oberen Klassen des Lehrerseminars des „Hilfsvereins der Deutschen Juden“ in Jerusalem, des Hebräischen Gymnasiums „Herzliah“ zu Jaffa, der Handelsrealschule des „Hilfsvereins der Deutschen Juden“ in Jerusalem. Diesen Ausführungen ist nichts hinzuzufügen. Sie sind so beredt, so erschöpfend und zwingend, daß man an diesem Mahnruf unserer palästinensischen Jugend nicht zweifeln kann. Rundschau. Kultuswahlen in Czernowitz. Mittwoch, den 23. Juli fand in Czernowitz die Konstituierung des durch die Neuwahlen ergänzten Kultusrates statt. 23 Kultusräte waren erschienen, während die restlichen 7 ihr Ausbleiben schriftlich entschuldigten. Nach den Bestimmungen des Rates übernahm der älteste Kultusrat, Herr Jakob Gold den Vorsitz und er öffnete die Sitzung mit einer kurzen markanten Begrüßungs - ansprache. Hierauf wurde zur Erledigung der Tagesordnung geschritten, deren erster Punkt die Wahl des Präsidiums bildete. Die Wahl wurde mittels Stimmzettel vorgenommen. Von den 23 abgegebenen Stimmen entfielen sämtliche auf den bisherigen Präsidenten Dr. Benno Strauche r, der somit einstimmig gewählt wurde. Das Ergebnis der Wahl wurde vom Kultusrate sowie vom Auditorium mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Der Wiederwahl des Gesinnungsgenossen Dr. St rau eher sind harte Kämpfe 'vorausgegangen. Die unter Führung des Universitätsprofessors Leon Kellner stehende „Volksratspartei“ hat bei den Ergänzungswahlen in allen drei Wahlkörpern Kandidaten nominiert und eine fieberhafte Agitation entfaltet. Die Aktion en- NESTLE8 KINDERMEHL PROBEDOSE VERSENDET GRATIS: HENRI NESTLE,WIEN,l-BIBERSTRflSSEl LEBENS-VERSICHERUNGS - GESELLSCHAFT WIEN, I., ASPERNPLATZ 1. Im eigenen Palais. — Versilbertes Kapital zirba 380 Hillionen. — Prhmienreseroe zirba 113 Millionen. — Billigste Prämien und hulanteste Bedingungen. Engagiert Jederzeit tOibtige, leistungsfähige Agenten gegen hohe Bezöge. 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