Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 7 (1913)
- Issue
- 28 (11.7.1913)
- Date
- 1913-07-11
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 28 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 wenn Löwenstein Edler von Opoka gerade am Jahrestage des Drohobyczer Massenmordes über jüdische Sympathien für polnische Kandidaturen unter seinem Einflüße spricht. Dieses Argument allein mußte belehrend wirken. Es bedeutete einen Schwung ins „Große“. Herr Löwenstein wollte sein Nichtstun bemänteln, indem er seine Schandtaten anführte und wenn noch jemand darüber im Zweifel war, was Herr Löwenstein will und meint, so hat er es deutlich zu hören bekommen. Und Löwenstein liegt dahingestreckt als politische Leiche. Wenn ihm auch diesmal noch sein Schwiegervater Schmelke von Horowitz ein Mandat der Handelskammer zum Geschenke gemacht hat, so ist doch die Tatsache festgenagelt, daß Löwenstein aufgehört hat als Repräsentant auch nur einer Volksgruppe zu gelten. Vielleicht wird ihn dies belehren, daß man arbeiten muß, um sich Vertrauen zu erwerben. Verrat allein genügt nicht. Aber auch seine Freunde dürften diesmal viel gelernt haben. Täuschen läßt sich niemand. Das berüchtigte Sprichwort „ut aliquid“ hat keine Bedeutung verloren. Lemberg. Ben-Zion. Zentralfonö. Das große Aktions-Komitee hat in seiner Sitzung am 15. und 16. Juni 1913 die Berichte des Engeren Aktions-Komitee über die politische Lage und über die dringendsten Aufgaben der Palästinaarbeit zur Kenntnis genommen und einstimmig beschlossen, die Kraft der Organisation aut die Sammlung für den Zentralfonds zu konzentrieren. Besonders aut dem Kongreß und zur Kongreßzeit soll bei all denen, die Verständnis für die Notwendigkeit unserer Organisation und unserer weitverzweigten Arbeit haben, hauptsächlich für den Zentralfonds gesammelt werden. Die regelmäßigen Sammlungen für unsere Institutionen sollen unter dieser einheitlichen Parole nicht leiden. Doch ist. es nötig, diese einheitliche Parole auszugeben und an ihr festzuhalten, damit alle Anhänger und Freunde der zionistischen Bewegung wissen, worauf es jetzt ankommt.. , . T .. Um einen Ueberblick zu geben, welche Beträge in unserem Landesverbände im Jahre 1913 für den Zentralfonds gesammelt worden sind, veröffentlichen wir hier ihr vollständiges Verzeichnis und fordern die Zionisten, deren Namen in diesem Verzeichnis noch fehlen, auf, ihrer zionistischen Pflicht ohne Säumen nachzukommen. Das Engere ' Aktions-Komitee wird die Nemen jener Gesinnungsgenossen und Freunde unserer Arbeit, die für den Zentralfonds Beiträge leisten, in der Kongreßausgabe der „Welt“ und im Protokoll des 11. Kongresses einzeln aufführen. Das Zionistische Zentralkomitee für Westösterreich. Eingänge für den Zentralfond aus Westösterreich für das Jahr 1913. I. Distrikt. Innerösterreich: ' Wien: Durch die Sammelstelle des J. N. F. 110.60; Johann Kremenezky 2000.—; Samuel Thorn 10.—; Siegfr. Rosenbaum 23.—; Ing. F. Czeczowiczka 50.—; Dr. Benno Schallinger 10.—; Mendl Kohn 5.—; Dr. Georg Weiner 30.r—; Julian Oschery 5.—; Dr. Max Jerusalem 20.—; Dr. W. O. Strisower 10.—; A. Boehm 100.—; Kais. Rat Hirsch 500.—; Dr. M. Piekarski 150.—; Heinr. Lederer 60.—; Dr. Alfred Lanzer 35.—; Dr. Emil-Krasny 20.—; Dr. Jac. Ehrlich 20.—; Dr. Egon Zweig 40.—; Dr. Alfred Löwy 30.—; Julian Oschery 30.—; Nathan Deutsch 10.—; Dr. Max Rosenzweig 10.—; Dr. FritzEckstein 10.—; Ing. Löwenbein 6.—; Max Markus 10.—; Dr.' M. Scherlag 5.—; Dr. Emil Stein 5.—; Dr. b. Hahn 5.—; Isidor Gewitsch 25.—; Moritz Lamberg 5.—; Fritz Weil 5.—; Zion. Vereinigung „Neure Jehuda“ 25.—; Dr. S. Herz 10.—; Julius Löwy 10.—; Osias Seinfeld 5.—; Ing, Oscar Kramer 20.—; Dr. Samuel Russ 3.—; Dr. Leopold Meisel . 50.—; Anton Löw 5.—; Emil Kafka 10.—; Bernhard Wittlin 20.—; Dr. Marmorstein 20.—; Dr. Emil Stein 5.—; Gustav Jakob 5.—.; Alexander Geller 5.— '; E. Torczyner 25.—; Jakob Brandstätter 5.—; Dr. Paul Berger 10.—; Dr. Max Bernhardt 10.—; Fritz Berger 10.—; Dav. Kessler '5.—; Mos. Hammer 5.—; Dr. Gottlieb 5.—; Adolf Freiwillig 5.—; Wilh. Kohn 3.—; Leon Friedmann 2.—; B. Goldstein 1.20; Dr. Grätzer 1.—; Ing. Jul. Engel 1.—; Semmering: A. Mayer 5.—; Abbazia: M. Brodsky 20.—; Vordernberg: Moses Marmorek 20.—; Graz: „Makkabäa“ 25.—; Summe: K 3702.80. II. Distrikt. Mähren-Schlesien. Altenberg: Sammlung 22.—; Freudenthal: M. Goldberger 30.—; Brünn: Judäa 2.—; OImütz: Eduard Schwarzbart 100.—; Oscar Huber 100.—; B. Hornik 50.—; Verein Zion 50.—; Wilhelm Spitzer 30.—; Arnold Jellinek 30.—; Felix Zweig 20.—-; Josef Grünberger 20.—; Dr. A. Taussik 10.—; Ing. Oscar Stern 5-—; Ing. Fried 5.—; S. Fleischer 2.— : S. Spiegel 2.—; Eugen Pless 2.—; Zdenko Oplatka 10_.—; Sammlung Huber 64.10; Kojetein: Ing. W. Zweig 3.—: Jamnitz: Dr. H. Wertheimer 20.—; Prerau: Dr. Czeczowiczka 20.—; Paskau: Fritz Kohn 3.—; Teschen: Jüd. Volksverein 100.—; Moritz Müller 5.—; Jacob Huppert 3.—; Ung.-Hradisch: Dr. Moritz Jellinek 25.—; Arthur Brauner, Gustav Blum, Norbert Brunn, Prof. Arnim Lemberger, Oskar Lieben, Karl Schindler, Sigmund Trost, Aron Sträußler, Rud. Sträußler, Ing. Rud. Wechsberg, Dr. Otto Winter, Sigmund Fürst, Ing. Zweig, Leopold Sonnenfeld,. U.-Ostra, Dr. Ed. Stern, U.-Ostra, Max Siebenschein, Gaya, B. Reich, Buchlowitz ä 20.—; Weinberger 10.— : L. u. H. Berger 20.—; Karl Frankl 20.—; Trebitsch:, Wilh. Glassner 20.—; Ernst Fabian 5.— : Troppau: Gustav Finzi 100.—; Hugo Schlesinger 20.—; Igiau: Sammlung 14.—; Rieh. Weissenstein 10.—; Leo Sobotka—5.—; Wilhelm Hoffmann 2.—; Alfred Sommer 1.—; Obering. Friedrich Glas 5.—; Moritz Schwarzkopf 5.—; Karl Pick 1.—; Sal. Spielmann 4.-*-; Sammlung 19.—; Partschendorf: Dr. A. Czeczowiczka 25.—; Proßnitz: Sammlung 9.—; Dr. Gustav Zweig 40.—; Jul. Neumann, Leo Beer ä 20.—; Dr„ Leop. Goldschmidt, Jüd. Turnverein ä 10.—; Josef Grabscheid 5.—; Dr. Viktor Weissmann 3.—; Leo Ber 2.10; Kleine Sammlungen 4.63; Wilhelm, Lösegeld 10.—; Sammlung 47.—; Mähr.- Ostrau: Sammlung 7.10; J. M. Läufer 10.—; Leseverein „Zion“ 10.—; Summe K 1551.93. III. Distrikt. Böhmen. Aussig: Zion. Volksverein „Theodor Herzl“ 40.—; Sammlung 32.— : Brüx: Jüd. Volksverein „Zion“ 50.—; Budiveis: Hugo Rind 5.—; J"3'f Freund 5.—; Gablonz: Dr. Baneth 10.—; Doloplas: Ing. Karl Straka 5.—; Karlsbad: Volksverein „Zion“ 1. Rate 15.—; Krummau: Jüd. Mädchen-Klub 10.—; Kalodey: Frau Thekla Ascher 3.—; Kwasney: Gottlieb Fischer 10.—; Landskron: Dr. Leop. Fantes 50.—; Leitmeritz: E. Margulies 50.—; Dr. E. Margulies (Spende) 3.—; Prag: Anton Glaser S5.—: Dr. M. Kohn 20.—; Arthur Koralek 2.50; Martha Schick 5.—; Bar Kochba 100.—; Emil Thein 50.—; Alfred Kraus 5.—; Karl Resek 100.—; Verein jüd. Beamten 35.—; ing. Schwarzkopf 5.—; Sofie Bondy 5.—; Gartenfest 270.—; Dr. Hugo Bergjnann 10.—; Pisek:. Max. Klein.„10.—;. Pilsen.: Volksverein 75.—; Teplitz: Elisabeth Perutz 200.—; Ludwig Steiner 50.—; Ernst Bechert 20.—; Dr. Arthur Scheuer 20.—; Wolf Kann 20.—; Max Abeies 20.—; Siegfried Falk 20.—; Karl Löw 5.—; Frau E. Perutz (Spende) 130.—; Emil Wehle 50.—; Dr. Joset Grünhut 15.—; Leopold Spitz 5.—; Heinrich Schütz 10.—; P. Weingarten 5.—; Ludwig Steiner 15.— :Tetschen: Rudolf Kornfeld 10.—; Trautenau: Volksverein „Theodor Herzl“ 125.—; Trupschitz: Dr. Weiss 12.—; Summe K 1792.50; Gesamtsumme Kronen 7057.23. Palästina * Gessllsdiaftspeise anlä&lidi des XI. ZionisSenkongpesses. Um den Teilnehmern des XL Zionistenkongresses in Wien Gelegenheit zu geben, eine Reise nach Palästina zu unternehmen, wird im Anschluß an denselben mit dem Eildampfer des Oesterr. Lloyd eine große Gesellschaftsreise veranstaltet. Da man auf eine große Teilnehmerzahl rechnen kann, werden die Fahrpreise außerordentlich ermäßigt sein. Programm: Am 11. September Abfahrt von Wien nach Triest; am 12. Abfahrt von Triest mit Eildampfer des Oesterr. Lloyd; am 15. Ankunft in Alexandrien und Umschifhmg auf den Syriendampfer. (Hier wird die Gesellschaft bei mindestens 20 Teilnehmern vom Reisebüro Sachs erwartet, welches die Weiterreise arrangiert.); am 17. Ankunft in Beirut und Umschiffung; am 18. Wägenausflug nach Sidon; am 19. Wagenausflug über Metullah nach Rosch- Pinah; am 20. Aufenthalt in Rosch-Pinah. (Ev. Fußausflug nach Saffed.); am 21. Ausflug mit Reittieren nach Tapchan, von hier mit Dampfboot über den Kinereth-See nach Tiberias; am 22. Mit Wagen nach den heißen Quellen, zum Grabe des Rabbi Meir bal haness und zur Farm Kinereth. Nachmittags nach Daganiah, abends zurück nach Tiberias; am 23. Mit Wagen nach Poriah, mittags mit der Eisenbahn nach Chaifa; am 24. Ausflug auf den Karmel, nach der Eliasgrotte; nachmittags zum Technikum etc.; am 25. Mit der Eisenbahn nach Merchawja; abends zurück nach Chaifa; am 26. Mit Wagen nach Sicbron Jakob; abends nach Petach-Tikwah; am 27 Aufenthalt in Petach-Tikwah; am 28. Mit Wagen nach Rischon le Zion, Ness-Zionah und Rechowoth;. am 29. Mit Wagen nach Benschamen; abends nach Chuldah; am 30. Mit der Eisenbahn nach Jerusalem; am 1., 2. und 3. Oktober Aufenthalt in Jerusalem, wo Besichtigung aller sehenswerten Institutionen und historischen Stätten; am 4. Abends Abfahrt nach Jaffa; am 5. Nachmittags 6 Uhr Abfahrt nach Alexandrien; am 9. Abfahrt von Alexandrien; am 12. Ankunft in Triest. Preise: Wien—Triest und retour Schnellzug I. Kl. Frcs. 130.—, 11. Kl. Frcs. 90.—; Wien —Triest und retour Personenzug I. Kl. Frcs; 100.—, II. Kl. Frcs. 70.—; Triest—Palästina und retour bei 20 Teilnehmern 1. Kl. Frcs. 600.—, II. Kl. Frcs. 420.—; Kosten des 19-t:igigen Aufenthaltes in Palästina Frcs. 425.—; (Angaben für die weiteren Klassen folgen). Freigebäck auf dem Schiff: I. Kl. 100, II. Kl. 60, III. und IV. Kl. 30 Kilo. Die Passagiere, die auf rituelle Verpflegung reflektieren, müssen diesen Wunsch bei der Anmeldung zur Teilnahme an der Fahrt äußern. Die Rückfahrt kann auch aufgelöst erfolgen. Für das Arrangement des Aufenthaltes in Palästina hat jeder Teilnehmer an das Reisebüro Sachs in Jaffa einen einmaligen Pauschalbetrag von Frcs. 30.— zu bezahlen. Öie Anmeldungen zur Gesellschaftsreise werden vom Palästina-Informationsbüro, Wien, II., Karmeliterplatz 1, bis zum 31. Juli 1913 entgegengenommen und bis zu diesem Zeitpunkte ist mindestens die Hälfte des Betrages für die Fahrt Triest—Palästina und retour zu erlegen. Sämtliche Angaben über Verhältnisse des Landes, Sehenswürdigkeiten, Touren, Reiseausrüstungen sind dem im Verlage des Büros erschienenen „Kl. Reiseführer durch Palästina“ (Preis 1 Frc.) zu entnehmen. * Eine Palästina-Kolonisations-Sliftung. Aut Anregung der „Allgemeinen Jüdischen Kolonisations-Organisation in Berlin und in Angliederung an dieselbe hat ein hochherziger Philanthrop, Herr Markus Przedborski aus Lenczyca in Russisch-Polen, sich entschlossen, eine Palästina-Kolonisations-Stiftung in der Höhe von SO.000 Francs (30.000 Rubel) zu errichten, ’a dem an den Ehrenpräsidenten der A. J. K. O., Herrn Dr. Isidor Ginsberg gerichteten Briefe schreibt der Stifter: „In Anbetracht der unsagbar traurigen Verhältnisse, unter denen unsere Glaubensgenossen in meinem Heimatlande zu leiden haben, glaube ich meiner Stiftung keine bessere Bestimmung verleihen zu können, als die Förderung der Palästina-Kolonisation durch rationell erteilten Kredit und durch Vorbereitung jüngerer Auswanderer zur Ausübung des landwirtschaftlichen oder gewerblichen Berufes in Palästina. Möge mein Beispiel die Wirkung haben, daß in jeder Gemeinde mehrere ähnlich denkende Männer sich finden,- die einen Teil ihres Vermögens der dauernden Versorgung ihrer unglücklichen Glaubensgenossen widmen. Nur wenn jeder von uns dieser Pflicht nachkommt, kann das namenlose jüdische Elend beseitigt werden.“ Die A. J. K. O., der Herr Przedborski die Verwaltung seiner Stiftung an vertraut, hat bereits einen Plan ausgearbeitet, auf Grund dessen das Stiftungskapital unter Hinzuschlag der Zinsen in fruchtbringender Weise zur Verwendung gelangen wird. * Von der A. J. K. O. (Allgemeine Jüdische Kolonisations Organisation.) Wie das Preßbureau der A. J. K. O. mitteilt, hat Herr Markus Przedborski aus Lenczyca in Russisch-Polen 30.000 Rubel für Zwecke einer Stiftung zur Förderung der Palästina-Kolonisation gespendet. Ab Juni 1913 gibt die A. J. K. O. eine Monatschrift unter dem Titel „Der Orient“ heraus. Das von der „Palestine Land Development Co.“ erworbene Terrain Kasr-Urieh an dem Bahn Jaffa—Jerusalem (4800 Dunam) ist durch Gewährung eines Agrarkredits von 118.000 Frcs. seitens der A. J. K. O. in den Besitz einer Kolonistengruppe von 30 Familien übergegangen. Der Führer der Ansiedlergruppe, Herr M. Manassewitz hat eine Stiftung für die Kosten der nötigen Institutionen (Schule, Synagoge etc.) errichtet. Ihm zu Ehren wird die Kolonie „Kiriath Mosche“ genannt werden. Wie aus der Zeitschrift „Orient“ hervorgeht, hat der Jüdische Nationalfonds in dieser Kolonie 250 Dunam für 10 Arbeiterfamilien gesichert. Die Niederlage der Karmelweine befindet sich bei S. Steinhart, Weinhandlung, II., Rotensterngasse 22. Telefon 173-18. ParteisHadipftiitsn. Mitteilung des I. Oe. D. K. Jene Gg., die den Sommer in Vöslau oder Baden verbringen, werden hötliehst ersucht, ihre Adresse dem Büro des D. K., II., Karmeliterplatz 1, umgehend bekanntzugeben. Jene Gesinnungsgenossen, die während des Sommers in Bad Gastein Aufenthalt nehmen, werden ersucht, iiire Adressen dem Gg. Herrn Simon Advokat, Wien, 11., Nestrovgasse 9, bekanntzugeben.