Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitung · 1913-06-05 · 23 (5.6.1913) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitung
Volume
7 (1913)
Issue
23 (5.6.1913)
Date
1913-06-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2438141-2438432-2438455--3622-2443403
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

«S r>" m-B M Erscheint .wöchentlich. —Redaktion, Administration und Inseratenaühiahnie: Wien, IL, Karmeliterpbtz Nr. 1. — Sprechstunden ■ _ täglich von 11—12 Uhr vormittags und 4—5 Uhr nachmittags. — Manuskripte werden nicht zurfickgestellt — Abonriemetnspreise: Für Oester- — ■ reich-Ungarn: Ganzjähr. K 10.—, halbjähr. K 5.—, Vierteljahr.- K 3.—. - Für Deutschland: Ganzjähr. Mk. 10.—, halbj&r. Mk. 5.—, vferteljähr. * ■ Mk. 3.—. Für das übrige Ausland: Ganzjähr. Frcs. 15.—. Einzelexemplare 20 b. — Postsparkassenkonto 133.404. — Telefon 22.075. ■ Nr. 23. Wien, Freitag, den if.. Juni 1913 VH. Jahrgang Zionistischer Zentralverein, Wien. II.. Karmeliterplatz 1. Samstag, den 7. Juni 1913 ‘/*9 Uhr abends, findet im Festsaale des Hotel Continental, II., Taborstraße 4. eine statt, in welcher der Generalsekretär der zionistischen Organisation KUR T BL U HEM FE III) über die Bedeutung des XL Zionistenkongresses referieren-wird. Dw XI. Zionistenhongpefc in Ji?n, -Der—Kongreß, findet Vom^rSiO^SeptenTber? 191J 430. Ab—7. Ehil 5673) in Wien, statt./ Das Kongreßbüro hat seine Tätigkeit am 2. Juni begonnen. Seine Adresse lautet: Büro des XI. Zionistenkongresses, Wien, II., Karnreliterplatz 1 (Telephon 22.075). Bürostunden von halb 9 bis halb 4 Uhr; Sprechstunden von MO bis 12 Uhr. Die Kongreßveranstaltungen zerfal’en in die Verhandlungen, und allgemeine Veranstaltungen. Von den Verhandlungen finden die Eröffnungssitzung in der Katharfnnenhalle, die übrigen Sitzungen im - Musikvereinsgebäude statt. Kongreßbesucher, die wegen Platzmangels zu den Verhandlungen keinen Einlaß erhalten sollten, werden an den allgemeinen Veranstaltung«: teilnehmen können, die in größerer Anzahl stattlinden. Es sind u. a. ein akademischer :Festakt, ein Turn- und Sportfest, mehrere Meetings, Lichtbildervorträge und Ausstellungen geplant. Der Einlaß zu jeder Sitzung und! jeder! Veranstaltung ist nur gegen Karten gestattet, die für jede einzelne Veranstaltung besonders ausgegeben werden. Die Einlaßkarten : für die Verhandlungen kosten für jede Sitzung K 1.—. Es finden 11 Sitzungen des Kongresses statt. Da schon jetzt eine große Zahl von Bestellungen auf Einlaßkarten vorliegt und eine äußerst starke Beteiligung zu erwarten ist, empfehlt es sich, die Karten im Vorverkauf zu bestellen. Die Gebühren für Karten im. Vorverkauf betragen: Für die Eröffnungssitzung (sämtliche Plätze) K 3.—; für jede weitere -Sitzung; Sitz K 1.50, Logensitz K 3.—; für sämtliche Verhandlungen K 18, bezw. K 3& Bestellungen! für Einlaßkarten zu den Verhandlungen sind unter gleichzeitiger Einsendung des Betrages an das Kongrißbüro za richten. Bestellungen, welche ohne Iq^gpduog .der entsprechenden Geldbeträge er|}Jgeri,-riHras^n unberücksichtigt bleiben und kfcbnen mcjr|*fbeantwortet werden. - ' tv Wegen der Karten zu doL allgemeinen Veranstaltungen folgen demnächst nähere Angaben. Da für Ordner schon fetjpt hinreichend gesorgt ist; kann auf Einlaß du^ch Beteiligung am (Jrdrierdienst nicht gerechnet* werden. , . .‘Es wird ausdrücklich ' dj^tapf hingewiesen, $& äucb Pressekarten nur ln Kanz beschränkter j.yAnzahl ausgegebep wertfeji;kj5ipen. Das Büro des XL ZionUHeokoflgresses.; ' Unsere Offiziöse# M feri-: sie verstehen :diet>vWelt /nidit' mehr:' Noch vor wenigem, Jahren;war die- Formel so einfach, damals nämIich, aTs ihän in dem' Papierkbrb des. Haüptig|b«tes im französischen Generalstab Alfred Dreyfuß einen ‘ dorthineingesehnrnggelten Zettel mit den französischen: Worten fand: „Diese Kanaille, der. D-....“: Was war das doch damals; für Lärm! Alle Milit^rorgane schwätzten von dem' semitischen Geist der Vaterlandslosigkeit! Alle Antisemiten feierten Orgien und das Gesindel; aller Staaten vereinigte sich zu einem’ brüllenden Chorus,! der die alte güte Parole ausgaB^J uden raus! Nun, in Deutschland, Oesterreich und in Rußland gibt es in den Generälstabskorps keine Juden. Und siehe da, bald hier, bald da verhaftet man Offiziere dieser leitenden BehördeiC die die wissenschaftlichen Grundlagen des Massenmordes zu legen haben, unter der Anklage, ihr teures Vaterland an den Meistbietenden verkauft zu haben. Da kommt gewöhnlich der Einwand von der Versuchung, die an schlecht gezahlte junge Leute herantritt. — Gemach! Was ist denn mit den Phrasen von der traditionellen Einfachheit und Anspruchslosigkeit unserer Offiziere? Es sind interessante Elemente darunter. . Da ist einer gewesen, der seine Jahrgangskollegen 'mit Zyankali um ■ die Ecke bringen wollte. Dann sind da die Brüder Jandric, (Arier, denn Arier sind sie alle!), Spione von großer Tüchtigkeit. Aus dem Geheimbureau des Kriegsministeriumä. Und in der letzten Woche der Oberst Redl, dem man einen Browning ins Hotelzimmer legte,, so wie seinerzeit den* Obersten Henry das Rasiermesser. Dieser Oberst Redl trat bei ' jedem1 Spionageprozeß als Vertreter des §|$ates gegen den zu verdonnernden Sünder auf. Dieser Herr war Chef des Evidenzbureaus, das ist die. Abteilung des Kriegsministeriums, welche die' Konterspiönage zu überwachen hat. Ein sauberes Handwerk ist das wohl kaum. Und wie gut hat dieser Oberst Redl sein Amt verständen! Der kleine Beamtensohn aus Lemberg wurde als wohlsaturierter Genußmensch „gestorben“. Kein Wunder, wenn man an seine vierzehnjärige Tätigkeit denkt zu Gunsten des bei uns Hebbels sogenannten;. „Fremden Staates“. ‘’S^TKeseir ElSmenfen; ist cfas Wohl undf Wehe von Tausenden blühender Männer anveirtraut. Diese Elemente sind es, bei denen ‘die Ehre Vorspeise und Dessert bildet, - diese Elemente sind t— Gott sei Dank — judenrein. Sie sind sogar immer Es gibt bei uns und wohl auch in anderen Staaten noch einen zweiten Stand, der die Judert ängstlich aus seinen Reihen fernhält. Das ist die Diplomatie. Die hochnäsigste Aristokratie, die natürlich auch die Ehre gepachtet hat, von Staatsgefühl überfließt und bei der doch, siehe die Institution der Militärattaches, die „Information über militärische Vorgänge“ ein nobile officium darstellt. Das mag ihre Pflicht sein. Und in der Wahrnehmung der Interessen des eigenen Staates kann es manchmal Situationen geben, in denen solch lichtscheues Tun wirklich Pflicht wird. Aber der Hochmut dieser Kaste wird nur noch durch ihre grenzenlose, ehrfurchtgebietende Dummheit übertroffen. Man denke an den russisch-japanischen, man denke an den Baikankrieg. Sämtliche Diplomaten waren peinlich überrascht; In diesen beiden Klassen repräsentiert sich das, was man so Patriotismus nennt. Jene1 innere sittliche Empfindung für* Staatlichkeit und- Volkstum, die der gemütlose, parasitäre Semiteangeblich nicht besitzt. Diese Empfindung drückt 7 <r im Kino der k,. k, GesellschaftvomSilbernen Kreuz,I.,WoMzeite Yh Gewähltes, Gesettschafts-Programm. Als Einlage: Dienstag, den 17. Juni — Donneretag, den tfl. Juni 0rigÜsi-aiAail9a m lU^jetail<rleBMlUefl 8Va Uhr abends* erläutert von Hefrn Dr. Georg Weiner. tu WT

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.