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Jüdische Zeitung · 1913-05-09 · 19 (9.5.1913) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
7 (1913)
Issue
19 (9.5.1913)
Date
1913-05-09
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 19 Seite 6 Wien. (Zionistischer Verband ehemaliger Hochschüler.) Mittwoch, den 14. d. findet im Cafe Pudier, I., Kohlmarkt, Mezzanin, ein Vortrag des Gg. M. Waldmann über das „Judentum im Mittelalter“ statt. Beginn präzise J/29 Uhr abends. Wien. (Herzl-Klub.) Dienstag, den 13. d. M., S Uhr abends, Besprechung über den kommenden Kongreß. — Sonntag, den 11. d. M., Tagesausflug nach Rodaun-'.iöllenstein. Zusammenkunft S Uhr früh vor der Oper. Proviantmitnahme empfohlen. — Montag, den 12. d. M., Ausflug nach Greifenstein. Zusammenkunft 2 Uhr nachm. Stadtbahnstation Brigittabrücke. Wien. (Verein zionistischer Hochschüler „Theodor Herz!“.) Chargenwahlen für das Sommersemester 1913: M.U. C. Fritz W i n t e r, Präses; M.U. C. Natan Korn, Vizepräses; stud. med. Matias Gans, Schriftführer; cand. ing. Sabbatai Frühiman, Kassier; stud. phil. Isak Mann, Bibliothekar. Tesdiai. (Jü d.-akad. Ferialklub Teschen.) Chargenwahlen: ing. Bruno P i 1 z e r x, iur. Josei Löwv xx, iur. Edgar Robitschek xxx. Drohotycz. (Zionistisches Lokalkomitee.) Am 26. April I. J. fand im jüdischen Volkshause eine Versammlung der Zionisten statt. Das Mitglied des Lokalko/nitees, Herr Dr. Chaim Tartakower erstattet einen Tätigkeits- und Rechenschaftsbericht für das abgelaufene Halbjahr. Die hierauf vorgenommene Wahl eines neuen zehngliedrigen Lokalkomitees ergab folgendes Resultat: Dr. Moritz Pacht mann, Advokat wurde zum Präsidenten urid Dr. Chaim Tartakower, Advokaturskandidat zum Vizepräsidenten, Frau Ewa Budracka und die Herren Dr. Adolf Silberschein, Dr. Isak Holländer, Natan Löwenthal, Dr. Leon T annenbaum, Advokat Dr. Abraham Bakk e n r o t h, Wilhelm W a 1 d m a n n und Abraham ' Frankel zu Mitgliedern gewählt. — Zuschriften sind zu richten an: Dr. Isak Holländer, Advokaturskandidat in Drohobvcz. JudiKdie Buhne. Die heurige Spielsaison der Wiener „Jüdischen Bühne“ wurde Mittwoch, am' 16. April mit einer Festvorstellung zu Ehren der Frau R. Siegler beendet. Nunmehr reist das Ensemble unter Direktion des Herrn M. Siegler für ein kurzes Gastspiel nach Prag, um dann die ganze Sommersaison dauernd in Marienbad zu spielen. In jüdischen Theaterkreisen erwartet man von diesen Gastspielen große Erfolge, da die Siegler’sche Truppe das Bestreben hat, ein jüdisches Theater im besten Sinne des Wortes zu werden. Büfherfdiau. Ein Boryslawer Roman. (Hermann BI u menmen t h a I, „Der Weg zum Reichtum“, zu beziehen durch die „Jüdische Zeitung“.) Das neue Werk von Hermann Blumenthal, der sich mit dem Romanzyklus „Der Weg der Jugend“ einen Namen gemacht hat, bezeichnet einen Wendepunkt in der künstlerischen Entwicklung des Autors. Indem1 das neue Werk alle Vorzüge der früheren Werke, wie geschickte Komposition, einfache Linienführung, sparsam-diskrete Farbengebung, vereinigt, hat es die Schwächen (hauptsächlich Sentiments) nicht übernommen. „Der Weg zum Reichtum“ schildert in spannender Weise, doch mit einfachen Mitteln die Entdeckung des Petroleums durch Abraham Schreiner und das Aufblühen der Naphtaindustrie in Boryslaw und Drohobycz. Tragische Geschicke sind in diesem Kampf mit der Erde verflochten und über Menschenglück siegt das unerbittliche Fatum. Der Reichtum quillt aus der Erde, das Gold strömt, doch er Mann, der dies geschaffen, starrt auf die Trümmer seines ehelichen Glückes. Mit einer Dissonanz schließt das Buch, und läßt im Leser lange einen Nachhall Zurück .... Fgm. * Prof. Sombarts Forschungsergebnisse zur Judenfrage. Von J. Hennjgsen, Deutscher Verlag Hamburg. — Der Verlag, der uns diese Broschüre einsendet, teilt uns mit, daß sie in jüdischnationalen Kreisen starke Verbreitung gefunden hat. Dies müssen wir füglich bezweifeln, denn das Büchlein ist nichts anderes, als eine Ausbeutung des Sombart’schen Werkes vom antisemitischen Standpunkte. Alle den Juden ungünstige Bemerkungen und Feststellungen Sombarts werden zusammengetragen und unterstrizhen. Wo aber Sombart für die Juden günstige Tatsachen berichtet, werden sie mit den haltlosesten Vorwänden bestritten. So wird die Hauptthese Sombarts, daß den Juden das wirtschaftliche Aufblühen fast aller Länder zu danken ist, mit der geistreichen Frage in Zweifel gezogen, warum denn Rußland mit seiner zahlreichen jüdiscfien,.':Bevölkerung wirtschaftlich so rückständig sei: -VEfer Verfasser des Pamphlets, ein Herr Dr. Ffenriigsen, scheint keine Ahnung davon zu haben, daß" in Rußland eine Gesetzgebung existiert, die die Juden an jeder Entwicklung hindert. ‘ Noch leichter macht es sich der Verfasser mit dem Nachweis Sombarts, daß die Städte, welche die Juden., austrieben, wirtschaftlich niedergingen. Hennigsen behauptet, die Juden seien überall. — — freiwillig ausgewandert, weil sie vorhersahen, daß es mit der betreffenden Stadt abwärts gehen müsse, wofür natürlich kein Schatten eines Beweises geliefert wird und was natürlich, ■ selbst ein oberflächlicher Kenner der jüdischen Geschichte weiß, auch nicht geliefert werden kann. Wie überall, arbeitet auch hier die antisemitische Propaganda mit geradezu lächerlichen Behauptungen, die den Tatsachen direkt ins Gesicht schlagen. Aber es wird alles geglaubt, die Broschüre hat schon drei Auflagen, die in wenigen Tagen vergriffen waren, erlebt! Prof. Sombart, der objektive Wahrheit suchte, kann nichts dafür, daß sich die Antisemiten an seine Rockschöße hängen. Deshalb ist das öde Geschrei unserer Assimilanten, Sombarts Buch habe eine antisemitische Tendenz, noch immer nicht gerechtfertigt. o<z>ooo<z>oooo<z>ooo<z> o SCafe Rstoriäö o o O Uornehmes Familien-Tafe o o o o . o Ö modernste Frisihluftuentilation o A Wien, IX., Währingersirafje 12, V O vis-ä-vis der Alt-Pilsenetzer Bierhalle. O O 1 Min. von der Universität. Billard und Spielsäle. O Ö° ColeuFcafe der ,loria‘. Renflezuous ö. Zionisten Q Sämtliche inu. ausländische Zeitungen liegen auf. I \ ALBERT ELSNER, Cafetier. \J o<c>ooo<z>oooo<z>ooo<z>o W.W.W.W.W.W.W.W.W.W.W.W.W.W.W.W. MM Telefon 12420. Iy. Touristen- ‘ Ludwig Lazar Wien, IX., Kolingasse Nr. 13, Liechtensteinstraße Telefon 12420. empfiehlt sein großes Lager in allen Fecht-, Turn-, Sport-, Tennis-, Fußball-, Hockey-, Militär- und Beamten-Uniformsorten in billigster bis feinster Ausführung und gewährt allen Mitgliedern sämtlicher akad. 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