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Jüdische Zeitung · 1913-05-09 · 19 (9.5.1913) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
7 (1913)
Issue
19 (9.5.1913)
Date
1913-05-09
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 19 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 Pt ingst Wettspiele. Am Pfingstsonntag spielt Hakoah gegen den zweitbesten Klub der- Ua-Klasse, dem Sieger im Osterpokale 1 Ql 3 Bewegungsspieler. Pfingstmontag spielt Hakoah I gegen den ungarischen Provinzmeister, dem es auch gelang, einen der besten Budapester erstklassigen Klubs (M. T. K.) zu besiegen, gegen Tatra Banyai Sport-Klub. Wie aus dem oben angeführten Inserate ersichtlich ist, wird sportlich an beiden Pfingsttagen auf der Hohen Warte den Zusehern sehr viel geboten. Der Sportklub Hakoah wendet sich an alle Gg. Gg. mit der Bitte, Gelegenheit zu nehmen, an diesen beiden Tagen die Leistungen der Fußballsektion kennen zu lernen. * * * Blätterstimmen. Das „Neue Wiener1 Tagblatt“ schreibt: „Der Tatabanyai Sp. C. in Wien. Am Pfingstmontag wird der ungarische Provinzmeisterklub, der Tatabanyai Sp. C., ein Wettspiel auf der Hohen Warte gegen Hakoah austragen. Ta.tabanyai ist Meister von Westungarn und der Ployinzstädte Ungarns, hat aber auch in den Pox-alkämpfen mit den erstklassigen Budapester Magschaften schöne Resultate erzielt, so zum Beispiel schlug er den Budapest!- Torna Klub in Budapest 2:0 und erzielte gegen FerenczvarosF'das Resultat von 3:4. Der Gegner Haakoah ist Meister unserer Wiener B-Klasse. Er liat in Öftrer Saison 19 Spiele ausgetragen, ohne eine Niederlage zu erleiden, und führt mit 36 Punkten m seiner Klasse. Er schlug außerdem auf einer TpMrnee den Troppatier Sportklub mit 3:2 und 3:T und den Bielitzer Sportklub 2:1.“ '•tu * Die „MittagszQtung“ schreibt: „Auf dem Sportplätze Hohe Warte wird am Pfingstmontag öer Tatabanyai - Sportklub ein Wettspiel auf der^Hohen Warte gegen Hakoah austragen. Tatabanyai ist Meister Westungarns und der Provinzsta^fe Ungarns, hat aber auch in den Pokalkämpfen ‘ mit den erstklassigen Budapester Mannschafterf^schöne Resultate erzielt, so zum Beispiel schlug er den Budapest!- Torna Club in Budapest 2:0 und erzielte gegen Ferenczvarosi das schöne Resultat von 3:4. Der Gegner Hakoah ist Meister unserer Wiener B-Klasse. In dieser Saison.'in 19 Spielen ungeschlagen, führt er mit 36 :Punkten in seiner Klasse. Der Kampf gegen Tatabanyai dürfte daher ein ebenbürtiger und deshalb spannender werden.“ Fremdenliaß ausartet, ihre Begründung findet. Diese Abneigung verleitet die Norweger oft, gegen ihre eigenen Interessen zu handeln und mitunter selbst den Touristen Schwierigkeiten in den Weg zu legen. X: Einen ganz merkwürdigen Eindruck machte aut mich die Ankunft im Bahnhof von Drontheim, der auf einer Erdzunge gelegen, durch eine Holzbrücke mit der Stadt verbunden ist. Ein ganz eigenartiger Fischgeruch ist überall aut der Straße, im Hotel und in den Privathäusern zu spüren. Ganz merkwürdig sind auch die Häuser und die Warenhäuser an der Seeküste ins Meer hineingebaut. Eine ganz ungewöhnliche Umgebung, dabei acht Uhr abends una noch taghell. Es wurde neun Uhr, zehn Uhr und immer noch taghell. Es wirkte fast beängstigend. Endlich entschloß ich mich, meine Juden an diesem sonderbaren Freitagabend aufzusuchen. Offen gestanden, ich nahm mir vor, meine Reise als Mensch1, als Tourist auszuführen, sie nahm aber trotz des durchaus unjüdischen Milieus einen jüdischen Charakter an, denn, wo ich hinkam', mußte ich alles wohl oder übel als Jude betrachten. Im Sankt-Jörgenveg fand ich ein einstöckiges Haus: im Erdgeschoß w’ohnt der einzige Funktionär der jüdischen Gemeinde, der in einer Person Prediger, Lehrer und Schächter ist; in der ersten Etage befindet sich die Synagoge: Alles aus Holz gebaut. Der Lehrer.der nördlichsten jüdischen Gemeinde der Welt, der vor 15 Jahren aus dem Gouvernement Minsk nach Norwegen einwanderte, empfing mich sehr freundlich, nicht minder die Spitzen der Gemeinde. Es kommt ja so selten vor, daß ein Jude aus der Fremde sie .aufsucht. Sie beklagten sich sogar, von fahrenden Schnorrern sehr wenig besucht zu werden, ln den ersten zwanzig Jahren der jüdischen Siedlung — sagten sie mir — hatten sie überhaupt niemanden, dem sie eine Krone hätten geben können. Es fehlte die Möglichkeit Jüdischer Turnverein Favoriten. Am 20. April veranstaltete der jüdische Turnverein Favoriten ein Wetturnen der Zöglinge, das in turnerischer Hinsicht einen vollen Erfolg hatte. Vorgeschrieben war: Hochsprung mit Anlaut, ferner am1 Pferd (breit), Reck und Barren je eine Pflicht- und eine Kürübung. Geturnt wurde in zwei Abteilungen. Das Schiedsgericht bestand aus den Herren ing. Pol/ak, ing. Theodor Steinherz und dem Turnleiter med. A. Tag licht. Die Zöglinge, die unter Herrn Heinrich Singer’s Leitung antraten, bewiesen durch ihre schönen Leistungen aufs neue, daß die Hoffnungen, die der Verein auf seinen Nachwuchs setzt, nicht unberechtigt sind. Das Ergebnis, das der Turnleiter Herr Taglicht verkündete, war folgendes: in der I. Abteilung siegte Po llak Erwin mit S2,6; Zweite wurden Gang Richard und L ö w Gustav mit je 79,1 Punkten. Dann folgten Feldschreiber (75,8) und P o 11 a k! Rudolf (75,5). In der II. Abteilung siegte Klein Ludwig (67,7). Die weitere Reihenfolge war: Kohn (67), Steinhart (63) und Hajek (53,5). Den Schluß des Wettturnens bildete die Verteilung der Preise durch unseren T urnleitcr, der — an das P a ssahiest anknüpfend — aneifernde Worte an die jungen Turner richtete. Und nun einige Worte über den Besuch. Die Jugend war in hellen Scharen erschienen -- was ja sehr erfreulich ist. Aber das fast vollständige Fehlen der Erwachsenen mußte leider beweisen, daß die Bevölkerung des X. Bezirkes die Bestrebungen eines jüdischen Turnvereines nicht würdigen kann und will. Von einer Förderung natürlich ganz zu schweigen. Der jüdische Turnverein Favoriten hat noch schwere Aufklärungsarbeit zu verrichten. Soeben erschienen: Neue Palästina- Ansichtskarten. Sechs Sujets aus dem Leben der jemenitischen ijudeji. .. . Ferner: Sechs der schönsten Reproduktionen aus dem Werke ,Palästina im Bild*. Preis einer Serie (12 St) K 1.20, Porto 5 h Wiederverkäufer und Engrossiaten erhalten bedeutenden Rabatt. Zu beziehen durch die Ansichtskarten-Abt. der „Jüdischen Zeitung-, 11., Karmeliterplatz X. zur Ausübung eines wichtigen jüdischen Gebotes, der Unterstützung von Armen. Die Gastfreundlichkeit, die mir entgegengebracht wurde, war geradezu rührend und ' ließ auf das starke Gefühl der Zusammengehörigkeit mit den Juden der ganzen Welt, die in dem Herzen der nach diesem1 nördlichen Punkte der Welt verschlagenen Brüdern lebt, einen Schluß zu. Drontheim ist eine sonnige, reine Stadt; dagegen macht Kristiania einen sehr düsteren Eindruck, der es begreiflich erscheinen läßt, warum die größten Dichter Norwegens nicht die Hauptstadt zu ihrem Wohnorte erkoren haben. Krisitiania bietet vom jüdischen Standpunkte nichts Bemerkenswertes. Die jüdische Gemeinde steht unter der geistigen Leitung eines reichsdeutschen Juden, der nach sattsam bekanntem Frankfurter Muster gesetzestreu ist, das heißt, gar kein Interesse für modernes jüdisches Leben hat. Infolge der verhältnismäßig geringeren Zahl der Juden als in Drontheim ist der Zusammenhang unter ihnen ein ziemlich lockerer. Zu Beginn der Fünfzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts wanderte nach Norwegen ein russischer Jude namens Nathanson ein. Da er infolge des Verbotes im Lande sich als Jude nicht niederlassen durfte, ließ er sich taufen und nannte sich Nansen. Sein Enkel ist der berühmte Entdecker des Nordpols, Frithjof Nansen. Ein anderer jüdischer Hausierer wanderte ungefähr um dieselbe Zeit nach Schweden ein. Seine Familie lieb sich ebenfalls taufen. Sein Enkei führt den weltbekannten Namen: Sven von Hedin. Als sich Norwegen von Schweden lossagte, entstand zwischen Nansen und Hedin eine heftige Preßfehde in den vornehmsten englischen Blättern. Jeder von ihnen verteidigte seine Nation: Nansen die Norwegen und Hedin die Schweden. Es ist die jüdische Golus-Tragik — ins Skandinavische übersetzt. Paptei-'NacbPicfiteii. Propaganda in Wien. Der zionistische Zentralverein hat die agitatorische Tätigkeit in den einzelnen Bezirken Wiens nach Durchführung der notwendigen Vorarbeiten mit aller Intensität aufgenommen. In den letzten Tagen landen Vertrauensmännerversammlungen im III., VI., VII. und XVI., XVII. Bezirke statt. In diesen Versammlungen referierte Herr Ge Her über die organisatorischen Maßnahmen und die Vorarbeiten für den Kongreß. Es wurde in diesen Sitzungen die Abhaltung von großen öffentlichen Versammlungen beschlossen. Im VI. Bezirk fand eine solche bereits statt, der demnächst eine zweite folgen wird. Im III. Bezirke wird am 21. d. M. im kleinen Soliensaal eine Versammlung abgehalten werden, in welcher Dr. Emil Krasny und Dr. Georg Weiner sprechen werden. In den nächsten Tagen werden Vertrauensmännersitzungen im I., II., IX., X., XIV. und XVUI.. XIX. Bezirke stattfinden, in denen die Vorbereitungen für Versammlungen getroffen werden sollen. * Schek£ hammiung in Wien. Verein Neureh Jehuda K 36.—, Unitas K 24.—, Frl. Kornelie Kraus K 12.—, Dr. Zweig K 6.—, zusammen K 78.—, bereits ausgewiesen K 412.—, zusammen K 490.—. Die Inhaber von Schekelblocks werden ersucht, die bisher gesammelten Schekelgefder unverzüglich abzuführen. Auf Grund eines Beschlusses des Distriktskomitees hat die Abrechnun alle 14 Tage zu erfolgen. Jene Gesinnungsgenossen, die noch keine Schekelblocks haben, werden ersucht, solche im Bureau II., Karmeliterplatz 1/10 zu beheben. Bureaustunden täglich von 9 -12, 2—6 Uhr. RES1ÜMI JAKOB PINKAS im Neubau des -wT HOTEL NEW-YORK i»S Wien, II., Kleine Sperlgasse 5 bietet den P. T. Gästen allen Komfort. — Küche und Keller sind als erstklassig bekannt. Elegante und geräumige Lokalitäten. Hochzeits¬ und Festbankette werden bestens arrangiert. UereinsnadKiditen. Wien. (Jüdische Turnerschaft, II. Kreis (Westösterreich). Vor wenigen Tagen sind die Teilnehmer an der ersten Turnfahrt nach Palästina in ihre Heimat zurückgekehrt. Der Delegierte des westosterreichischen Kreises, Herr J. U. C. Alfred Bachrach, wird am Samstag, den 17. d. M., um 8 Uhr abends im Turnsaale des I. Wr. jüd. Turnvereines (IX., Liechtensteinstraße 20) den Verlauf der Reise und seine Eindrücke schildern, wozu alle Mitglieder der Vereine und Gäste herzlichst eingeladen sind. Wien. Der akademische Verein „Jüdische Kultur“ veranstaltet zwei Vorträge über die jüdische Sprache. Den ersten Vortrag: „Yiddish“ vom1 rassentheoretischen Standpunkte hält der bekannte Schriftsteller Mathias Mieses (Lemberg) Samstag, den 10. d ^M. im Lokale der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler, IX., Türkenstraße 9, den zweiten Vortrag: „Yiddish“ vomsprach-kritischen Standpunkte hält Schriftsteller B. Borochow Donnerstag, den 15. d. M. im Lokale der „Jüdischen Kultur“, IX., Oamisongasse 24. Beide Vorträge beginnen pünktlich um 8 Uhr. Gäste herzlich willkommen! Wier. Jüdischer Handlungsgehilfen-Verband, Ortsgruppe Wien, Frauensektion. Dienstag, den 13. d. M. im Verbandslokale II., Taborstraße Nr. Ilb Rezitation jüdischer Dichtung en („Leid und Freud aus einer stillen Welt“) von Herrn Dr. phii. Max Präger. Beginn 8 Uhr abends. Gäste willkommen! Wien. Wie bereits angekündigt, veranstaltet die Jüd.-Akad. Verbindung „Ivria“ auf ihrer Bude unter dem Gesamttitel „Der XI. Kongreß“ einen Zyklus von Vorträgen über die wichtigsten Fragen des Kongresses. Der erste Vortrag findet Dienstag, den 13. d. M„ um > j8 Uhr auf der Bude, IX., Glasergasse 4 a statt. Herr Dr. Abeies wird über „Die Grundlagen des Zionismus“ sprechen. Gäste, Bürger, wie gg. Kollegen sind herzlichst willkommen. Wien. (Zion. Mädchenverein „Moria“.) Das für den 4. Mai anberaumt gewesene Frühlingsfest aut der Schafbergalpe mit Tanz, Vorträgen, Juxpost etc. mußte infolge schlechten Wetters aut Sonntag, den 18. Mai, verschoben werden und findet an diesem1 Tage bei jeder Witterung statt. Große, geschützte Lokalitäten stehen zur Verfügung. 10 Gehminuten von der Endstation der 41er Wagen in Pötzleinsdorf. Gäste herzlichst willkommen. Das Reinerträgnis fließt dem Nationalfonds und Zentralfonds zu.

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