Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 7 (1913)
- Issue
- 18 (2.5.1913)
- Date
- 1913-05-02
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE -ZEITUNG Gelellldiaft jüöilriier Rerzte und Naturwiffenföiaffler für Märe IntcreiEen in Palästina. Unter diesem Namen hat sich vor kurzem ein Verein konstituiert, dessen Aufgabe es sein soll, für die Besserung der sanitären Zustände in dem jüdischen Siedlungsgebiete in Palästina zu wirken. Wie unsere Leser wissen, ist die die Idee der Organisation der jüdischen Aerzte auf dem 9. und 10. Kongreß besonders von Dr. Benderski propagiert worden, ohne daß es bisher geiungen wäre, eine solche Organisation wirklich ins Leben zu rufen. Die nunmehr zustande gekommene Gesellschaft weist in einen Aufruf, der in diesen Tagen an alle jüdischen Aerzte und Naturwissenschaftler Deutschlands versandt wird und im Laufe der kommenden Wochen auch i:t die übrigen Länder Europas gelangen wird, auf die betrübende Tatsache hin, daß in den meisten Städten und Kolonien Palästinas trotz der gelegentlichen guten Erfolge überhaupt noch keine systematischen Sanierungsversuche unternommen worden sind, und daß das gesamte Gebietder sanitären Fürsorge ohne dessen Pflege eine gedeihliche Kolonisation überhaupt nicht betrieben werden kann, von seiten der jüdischen Organisation bisher nicht die gebührende Beachtung gefunden hat. Schon in allernächster Zeit wird die Gesellschaft ein Institut ins Leben rufen und wird dabei bestrebt sein, sowohl mit dem von Herrn Nathan Straus begründeten Health office in Jerusalem, das unser Gesinnungsgenosse, Herr Dr. Brünn, leitet, als auch mit dem in Deutschland entstandenen Internationalen Komitee zur Assanierung Jerusalems zusammenzuarbeiten. Wie wir neulich bereits berichteten, hat das Actions-Comite in seiner letzten Sitzung aus den Mitteln des Fonds zur Begründung eines mikrobiologischen Instituts 10.000 Mark für die ersten Anschaffungskosten sowie einen jährlichen Zuschuß zu den Betriebskosten in Höhe der Zinsen des genannten Fonds bewilligt. Es liegen auch bereits zahlreiche Mitgliederanmeldungen sowie namhafte Einzelspenden vor. Das Programm der Gesellschaft ist sehr umfassend: Kampf gegen Malaria und Trachom, Sorge für Säuglingspflege und Schulhygiene, Beschaffung von Sera und Vaccinen, Verbreitung aufklärender Schriften, Sorge für ärztliches Hilfspersonal, Ausnutzung der Heilfaktoren des Landes, Unterstützung bestehender Anstalten und wissenschaftlicher Arbeiten, kurzum jede Maßnahme^ die der Besserung der gesundheitlichen Zustände dient, soll in den Kreis der Aufgaben der Gesellschaft fallen. Wir hoffen, daß unsere Freunde, Aerzte und Nichtärzte, in großer Zahl das junge Unternehmen, sei es durch Beitritt zu der Gesellschaft, sei es durch einmalige Zuwendungen, unterstützen werden, daß unsere Presse das Verständnis für die sanitären Bestrebungen im Kreise ihrer Leser zu wecken suchen wird, und daß es insbesondere kein zionistischer Arzt, Chemiker, Zahnarzt, Apotheker usw. versäumen wird, der Gesellschaft als Mitglied beizutreten: (Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt nur 6M.) Aber auch von nicht-zionistischer Seite erhoffen wir weitgehendste Unterstützung. Handelt es sich doch um ein Gebiet, auf dem Juden aller Parteirichtungen Zusammenwirken können, ln dem Komitee sind 54 Männer, darunter die glänzendsten Namen der zeitgenössischen Judenlieit vertreten. Von bekannten Medizinern nennen wir Exzellenz Ehrlich, Prof. James Israel- Berlin, Geheimrat Landau - Berlin, Prof. Jacques Loeb-.New York; der Aufruf trägt ferner die Unterschriften von Prof. Warburg, von James Simon und Dr. Paul Nathan, Geheimrat Timendorfer, Prof. Kalischer, Geheimrat Rosin - Freiburg, ferner namhafter Rabbiner, Schriftsteller u. a, Geldsendungen und Briefe sind an den Vorsitzenden der Gesellschaft, Dr. Aron Sandler, Berlin-Charlottenburg, Droysenstr. 6, zu richten. 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