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Jüdische Zeitung · 1913-04-25 · 17 (25.4.1913) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
7 (1913)
Issue
17 (25.4.1913)
Date
1913-04-25
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 17 Der zion. Mädchen-Verein,MORIA* veranstaltet Sonntag, den 4. Mai 1913 aut der Schafberg-Alpe ein großes FRÜHLINGS-FEST verbunden mit Vorträgen, Tanz, Juxpost, Schönheitskonkurrenz etz. Beginn 3 Uhr nachm. Regiebeitrag 70 Heller. Gäste willkommen! Ein Teil des Reinerträgnisses fließt dem Z. F. und dem N. F. zu. Zehn Gehminuten von der Endstation des 41er Wagens in Pöizleiiisdorf. Bei schlechtem Wetter wird das Fest auf Sonntag, den 18. Mai, verschoben. Karten sind zu haben: Bei allen Vereins- Mitgliedern, in der „Jüdischen Zeitung“ und in allen zionistischen Vereinen. Diesesneue Wandern ist ein Sinnbild des neuen Judentums, des lebenskräftigen, lebensfreudigen, das seinen Anteil an der Erde und seinen Platz in der Sonne fordert und bereit ist, die dazu nötigen Anstrengungen zu machen. Ich begrüsse Ihren Bund und wünsche ihm viel Wanderfreude. Ihr aufrichtig ergebener ", Dr. M. Nordau. Rus der Kultusgemeinde. Das Kottagesanatorium des Prof. Norden als Taufanstalt. Kürzlich' war in einigen Wiener Tagesblättern die Meldung zu lesen, daß im Kottagesanatörium der Jude Dr. Hirsch auf dem Sterbebette’ getauft wurde. Bemerkt war, daß der durch die Frau des Kranken (eine Christin) herbeigeschaffte Priester sich zuerst geweigert habe, den Dr. Hirsch zu taufen, weil dieser völlig bewußtlos dalag, und sich erst auf Betreiben der Frau hiezu habe bewegen lassen. In der letzten Sitzung des Kultusvorstandes interpellierte der Vorsteher Herr Steiner das Präsidium und forderte Untersuchung des Fal- J.es,; da , der. Verdacht vorliege, daß hier eine Zwangstaufe vorgerfömmen worden sei. In der Debatte hob Vorsteher Gg. Stricker hervor, daß ihm Informationen zugegangen seien, laut welchen Dr. Hirsch während der Vornahme der Taufe tatsächlich bewußtlos in Agonie gelegen sei. Auch er forderte eingehendste Untersuchung durch die Kultusgemeinde und Aufklärung seitens der Sanatoriumdirektion, da sonst vor dem Besuch einer- Anstalt, in welcher die Aerzte ihre sterbenden Patienten so behandeln lassen, öffentlich gewarnt werden müßte. Das Präsidium versprach die Einleitung einer strengen Untersuchung. Rus dem ludifdien Reben. . Das erste jüdische Museum in Rußland. ' Wien aus Petersburg gemeldet wird, wurde dort' kürzlich ein Museum eröffnet, das der Geschichte der Juden in Rußland gewidmet ist. Er trägt den Namen des bekannten Barons G. O. Günzburg, dessen vierter Todestag gerade für die Eröffnungsfeierlichkeit ausersehen wurde. Das Museum enthält zahlreiche Objekte, die sich auf die Vergangenheit der russischen Juden beziehen, wichtige Urkunden und Handschriften. Die traurigen Episoden der Judenhetzen sind durch eine große Anzahl von Photographien vertreten, die bei jenen Gelegenheiten, vor allen in Kiew und Odessa aufgenommen worden sind/ . \ - ‘ ~ * Jüdische Publikationen in Rußland 1912. Die jährliche Ausstellung russischer Druckschriften in- Petersburg weist statistisch nach, daß im Jahre 1912 in Rußland insgesamt 565 ' hebräische Bücher in: 1,019.558 Exemplaren und 558: Yiddish Bücher mit 1,765.290 Exemplaren gedruckt würden. Von den 33 verschiedenen Zeitungen für jüdische Interessen waren 20 in jüdischer Sprache, 8 in hebräischer, 9 in russischer und 1 in polnischer Sprache erschienen. Die preußischen MTionäre. Berlin. Die von antisemitischer Seite mit besonderer Vorliebe verbrei'ete Fabel vom Reichtum der Juden erhält durch das jetzt in Deutschland erschienene , Jahrbuch der Mil’ionäre“, das vom Regierungsrat Rudolf Martin verfaßt ist, wieder einmal ihre Beleuchtung. So befindet sich unter-den 21 ersten Millionären und Industrie¬ JÜDISCHE LEITUNG Seite 5 magnaten der Rheinprovinz weder ein Jude noch ein Judenstämmling. Die Zahl der Juden in Kanada. Montreal. Gemäß der letzten kanadischen Volkszählung vom Jahre 1911 beträgt die Zahl der in Kanada lebenden Juden 74.564 bei einer Gesamtbevölkerung von 7,206.643. im Jahre 1901 belief sich die Zahl der Juden in Kanada nur auf 16.401, das bedeutet also eine Zunahme von 58.163 Seelen während der letzten zehn Jahre. Beinahe die Hälfte der jüdischen Bevölkerung entfällt auf die Provinz Quebec, nämlich 30.268 Seelen. , Dumadebatte über die Ausscbüeßung der russischen Juden vom Heeresdienste. Petersburg. Die Quma hat am 16. April in einer geheimen Sitzung das Rekrutenkontingent für das Jahr 1913 verabschiedet. Von den Parteien der Rechten war dabei wieder einmal die Frage der Ausschließung der Juden aus dem Heere aufs Tapet gebracht worden. Da die Berichterstattung über die Sitzung untersagt wurde, ist es vorläufig noch unbekannt, in welchem Sinne die Duma zu; dieser Frage S’ellung nahm. Der Ausschluß der Juden aus dem Heere ist in Rußland keine neue Frage. Die reaktionären, antisemitischen Parteien operieren mit dieser Forderung seit Jahren, um auf diese Weise die bürgerliche Entrechtung der Juden im Zarenreich zu rechtfertigen. Aus dem gleichen Grunde wehrt sich aber die jüdische Bevölkerung Rußlands, unterstützt von den fortschrittlichen Parteien, energisch gegen dieses odiose Privilegium. Die Juden, die die bürgerliche Gleichberechtigung anstreben, wollen auch alle Lasten und Pflichten auf sich nehmen. Obwohl in der Heeresleitung und in maßgebenden Regierungskreisen wenig Neigung vorhanden zu sein scheint, dem Drängen der einflußreichen antisemitischen Kreise in dieser Angelegenheit nachzugeben, ist es bei den unklaren •politischen Verhältnisse, die im russischen Reich herrschen, schwer zu beurteilen, ob die Anschauungen der fortschrittlichen intelligenten Kreise aurchdringen können. Vom Verlaufe der geheimen Dumasitzung ist nur soviel durchgesickert, daß die Verhandlungen über den Antrag betreffs Nichteinstellung der jüdischen Rekruten äußerst stürmisch und erregt war. PapteisNacfmchten, . Sitzung des zionistischen Zentralkomitees für Westösterre'ch vom 20. April 1913. Am 20. April fand in Wien eine Sitzung des zionistischen Zentralkomitees für Westösterreich statt. Nach einem Berichte des Präsidenten Dr. Karl Pollak wurde über Antrag des Gg. Dr. Emil Margulies (Leitmeritz) beschlossen, den westösterreichischen Zionistentag erst nach dem Kongresse abzuhalten. Der vorgelegte Bericht über die bisher für den Kongreß geleisteten Vorarbeiten — Saalmieten, Verhandlungen mit dem Eiseribahnministerium, den Bahn-, Post- und Telegraphendirektionen, dem Fremdenverkehrsbüro, dem Gremium des Hoteliersverbandes etc. — wurde diskutiert und zur Kenntnis genommen. Ueber die weiteren Arbeiten wird fortlaufend Bericht erstattet werden. Es wurde auch die Herausgabe einer Kongreßflugschrift in Aussicht genommen. Nach einem Berichte des Sekretariates über die Tätigkeit des Palästinainformationsbüros wurde beschlossen, dasselbe zu reorganisieren und auszugestalten. Mit der Durchführung dieser Aufgabe wurde ein Komitee, mit Gg. Adolf Böhm an der Spitze, betraut Das Zentralkomitee beschäftigte sich ferner mit einer Reihe von laufenden Angelegenheiten. Eine hochherzige Spende für den Jüdischen Nationalfonds. Herr Chaim Kahan aus Warschau, der kürzlich mi*: seiner Frau Gemahlin das Haupt- Bureau in Köln besuchte, spendete den Betrag von Frcs. 10.000 für 10 Jemenitenhäuser und Frcs. 1000 als Beitrag zum Erwerb von Boden in der Umgebung einer historischen Stätte in Palästina. Herr Kahan ließ außerdem seine Gemahlin in das Goldene Buch des Nationalforids eintragen. RESTAURANT JAKOB PINKAS im Neubau des TMD HOTEL NEW-YORK "ISD Wien, II.. Kleine Spertgasse 5 bietet den P. T. Gästen allen Komfort. — Küche und Keller sind als erstklassig bekannt. Elegante und geräumige Lokalitäten. Hochzeits¬ und Festbankette werden bestens arrangiert Verelnsnadirtditei». Wien. Die Jüdisch-akademische Verbindung „Ivria“ veranstaltet unter dem Gesamttitel „Der XL Kongreß“ einen Zyklus von Vorträgen, bei welchen wichtige Fragen, die bei den Verhandlungen ‘des kommenden Kongresses eine größere Rolle spielen dürften, von leitenden Männern der Partei in grundlegender Weise zur Besprechung gelangen sollen. Obwohl oder weil diesen Vorträgen dadurch, daß sie auf der Bude der „Ivria“ (IX., Glasergasse 4 a) stattfinden, absichtlich ein interner Charakter verliehen werden soll, sind Gesinnungsgenossen herzlichst eingeladen. Thema, Referent und Zeitpunkt der einzelnen Vorträge, die jeden Freitag stattfinden, wird jeweils bekanntgegeben werden. » Wien. (Jüdischer Handlungsgehilfenverband, II., Taborstraße Nr. 11 b.) Sonntag, den 27. d. M., 2 Uhr nachmittags findet im VerbandslokaS eine Versammlung der „Jugend-Abteilung“ statt. Gäste willkommen! Wien. („Neß-Zionah.“) Am 30. April 1913, abends 8 Uhr im Cafe Korb, I., Tuchlauben 10 (separierter Damensrlon) Vortrag des Herrn Dr. Max Präger. Thema: „Jüdische Märchen“. Anschließend Vorlesung aus I. L. Perez’ neuen „Volkstümlichen Erzählungen“. Gäste herzlich willkommen! Wien. Der im Winter 1912 ins Leben gerufene „Verein der Rzeszocver“ hielt kürzlich seine erste ordentliche Generalversammlung ab, bei welcher der provisorische Obmann Herr Dr. Kahane den Rechenschaftsbericht über die bisherige Tätigkeit erstattete. Der Obmann konnte mitteilen, daß der Verein bereits' über 100 Mitglieder zählt und im raschen Aufschwung sich befindet. Es seien neuerlich alle in Wien wohnhaften Juden aus dem Kreisgerichtssprengel Rzeszow aufgefordert, dem Vereine, an dessen Spitze neuerlich Herr Dr. Moriz Kahane, Hof- und Gerichtsadvokat, I-, Franz Josefskai 7 berufen wurde, beizutreten. * Wien. (Mariahilf.) Wir tragen hiermit nach, daß nebst den in der letzten Nummer genannten Herren, welche sich um das Zustandekommen der Versammlung in Mariahitf verdient gemacht haben, auch unser bewährter Gg. Restaurateur E. Reiß zu erwähnen ist. Wien. (Verein Jüd. Hochschüler „Mensa academica- Judaica“.) Als Krarrzablösungsspende anläßlich des Ablebens des Herrn Oberlandesgerichtsrats Dr. Bernhard Barbe r kamen.dem Vereine jüdischer Hochschüler „Mensa academica Judaica“, Wien IX., Pramergasse 31 zu von: Herrn Josef Barber 50 K, L. R. 30 K, K. R. 10 K, Dr. C. 20 K, Frau Luise Centilomo 20 K, Familie Löw 20 K. * Wien. Der „Zionistische Verband ehemaliger Hochschüler“ veranstaltet am Mittwoch, den 30 .April einen Diskussionsabend über ein aktuelles Thema. Ort: Cafe. Pucher (Kohimarkt), Mezzanin. Anfang präzise V«9 Uhr. Gäste willkommen! Tepütz-Schönau. Unter der Patronanz des jüdischen Volksvereines „Zion“ fand am 2. d. ein von den Mitgliedern* des hiesigen Stadttheaters, Fräulein Leontine Sagan, Herrn Alfred Winardt und Herrn Erich Sonn veranstalteter „Jüdischer Literaturabend“ statt, bei welchem Herr Professor. Dr. Hugo Herrmann die einleitende Conference hielt Die Vorträge, welche aus der Bibel, der ostjüdischen und modernen deutschen Literatur zusammengestellt waren, fanden überaus reichen Beifall, sodaß diese für unsere Stadt neue Veranstaltung einen großen Erfolg bedeutet. m Brünn. (Zionistischer Mädchenbund „M i rj a m“.) Herr Rabbiner Dr. Ludwig L e v y hielt am 29. März d. J. einen Vortrag über wichtige Kapitel aus der jüdischen Geschichte. Die interessanten Ausführungen wurden mit Beifall aufgenommen. Es wurde allgemein der-Wunsch geäußert, öfters solchen Vorträgen beiwohnen zu dürfen. . * . ... Seretb. (Akademische Vereinigung „Makkabäa“.) Chargenwahlen: Caiid. iur. Rudolf Grauer (x), stud. iur. Alfred K a p i s e (xx) und stud. iur. Jonas Glasel (xxx). Sadagöra. (Akad. Verein „M a k k a b ä a“.) Chargenwahlen: stud. iur. Hermann He r - 1 ing x, stud. iur. Sinai Burger xx, stud. iur. Karl Zwick xxx. Suöisiber Sport. Hakoah I gegen Lyon! 2:0. In der Meisterschaft das 18. Spiel. - Hakoah führt mit 34 Punkten (16 Spiele gewonnen, 2 Spiele unentschieden)..... KL

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