Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 7 (1913)
- Issue
- 14 (4.4.1913)
- Date
- 1913-04-04
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 14 jüdische zeitunq Seite 5 Da Sie diesem Wunsche meiner Mandantin bis nun trotz Urgenz Vom 27./1. 1913 nicht nachgekömmen sind, fordere ich Sie nunmehr unter Berufung auf § 19 P. G. auf, nachstehende Berichtigung in die nach Einlangung dieses Schreibens nächstfolgende oder zweitfcilgende Nummer Ihres geschätzten Blattes aufzunehmen und zwar sowohl bezüglich des Ortes der Einreihung als auch bezüglich der Schrift ganz in der selben Weise, in welcher die oberwähnte Notiz zum Abdrucke gebracht worden war. „Eine feine Lehre.“ Es ist unwahr, daß der Chef der Firma P. & C. Habig ein in seiner, Niederlage in der Kärntnerstraße angestelltes Fräulein deshalb entlassen hat, weil er in Erfahrung gebrächt hatte, daß das Fräulein jüdischer Konfession ist. Wahr ist vielmehr, daß von der Firma P. & C. Habig und insbesondere von deren Chef in den letzten Jahren überhaupt keinem Fräulein jüdischer Konfession gekündigt wurde. Weiters ist es unwahr, daß der Eigentümer des Hauses, in welchem sich die Habig’sche Niederlage in der Kärntnerstraße befindet, Herr Gustav Baron Springer ist. Wahr ist vielmehr, daß die Baron Todesco’schen Erben Eigentümer dieses Hauses sind. Es entspricht daher die ganze weitere Darstellung dieser erfundenen Geschichte, wie: die Intervention eines Advokaten, dessen Namen Sie nicht nennen, die Mietzinssteigerung etc. nicht den Tatsachen. Endlich ist es unwahr, daß es Geschäftsprinzip der Firma Habig ist, keine jüdischen Angestellten zu beschäftigen. Wahr ist vielmehr, daß einzelne jüdische Angestellte beiderlei Geschlechtes seit Jahren zur vollsten Zufriedenheit im Geschäfte der Firma Habig bedienstet sind. Für die Firma P. S C. Habig: Dr. Eduard Weiß. Wir haben seinerzeit die Notiz einem' in Wien erscheinenden Montagsblatt entnommen. Wir hielten die Geschichte für wahr, umsomehr, als seit dem ersten Auftauchen der Nachricht bis zu ihrer Reproduzierung in unserem Blatte Wochen verstrichen, ohne daß die Firma Habig es für nötig erachtet hätte, zu berichtigen. Reizes Freiherr uon ausgeredinet Narienuerfh. „ vpn .Reisender .ftughapstische Spender wurde Baron. Er hat einen Bauch und ein Automobil, Mit denen er immer zu sehn ist, Er hat ein durchgeistigtes, edles Profil — Was lachst Du? — Du jweißt nicht, was schön ist! Der Adel ist gut, der Adel ist echt, Von keinem Ahnen verschandelt; 'Epistelnuraltes Rauhrijttergjeschlecht — Wer hat tnit Pferden gehandelt? Er ist ein gutkatolischer Christ Und jeder Nörgler verstummet, Wenn von den Frommen die Rede ist — Was soll das heißen: Meschumed?! Er "wirkt und spendet Jahr um Jahr Zum Heile der Kirche, des Kreuzes, Ünd freundlich grüßt der Rusche noir Den Neffen des Schimmele Reizes.- Beda. Rus dem iudildien Leben. Der Kampf der-zionistischen Hochschüler in Lemberg um Anerkennung der jüdischen Nationalität. Seit längerer Zeit schon kämpft die zionisti- Jugend durch Abhaltung von Versammlungen und Entsendung von Deputationen um die Anerkennung der jüdischen Nationalität an der Lemberger Universität. Die Forderung in diesem Kampfe besteht darin, in das Nationale unter der Rubrik „Nationalität“ „jüdisch“ ein tragen zu dürfen, was jedoch auf einen hartnäckigen Widerstand stieß. Infolgedessen schrieben die Zionisten in der besagten Rubrik „arabisch“. Gegenwärtig gab das Ministerium eine Verordnung heraus, nach welcher jeder Hörer, welcher sich nicht zu einer der anerkannten Sprachen (d. i. polnisch, ruthenisch, deutsch, tschechisch, rumänisch, italienisch, slowenisch u. serbokroatisch) bekennt, die Rubrik unausgefüllt lassen soll. Die Zionisten schickten darauf eine Deputation zum gegenwärtigen Rektor, dem jüdisch-assimilatorischen Professor Beck, der die Verordnung so auszulegen wußte, daß die Eintragung der jüdischen Muttersprache zulässig sei. Nach dieser Erklärung entsandten die assimilatorischen Jüngel des Vereines „Zjednoczenie“ ebenfalls eine Deputation zum Rektor, welcher nun erklärte, daß die Eintragung „jüdische Muttersprache“ keine Bedeutuhg für die Universitätskörperschaften besitzen könne; für den Fall, daß jemand in die Rubrik „jüdische Muttersprache“ eintragen sollte, würde dieselbe als unausgefüllt betrachtet werden. Ein bedeutendes Vermächtnis für zionistische Zweckel Aus Johannesburg wird telegraphisch gemeldet : Der kürzlich in Bulawayo (Südafrika) verstorbene David Popkin hat dem Aktions-Komitee der zionistischen Organisation 24.000 K für Jerusalemer Wohlfahrtszwecke und den Rest seines Vermögens im Betrage von 50.000 bis 75.000 K für den Jüdischen Nationalfonds hinterlassen. % Antisemitische Strömungen in politischen Kreisen Amerikas. Nachdem im gesellschaftlichen und geschäftlichen Leben Amerikas seit geraumer Zeit ein ständig wachsender Judenhaß zu verzeichnen ist, zeigen sich letzthin auch im politischen Leben der Vereinigten Staaten bedrohliche Anzeichen für einen fortschreitenden Antisemitismus. So brachten dieser Tage New Yorker Zeitungen die Aufsehen erregende ^Nachricht, daß der Republikaner-Klub der New Yorker Westseite künftig keine Juden mehr aufnehme. Diesem Klub gehörten bisher 20 jüdische Mitglieder an, die sich sämtlich eines5 hohen Ansehens erfreuten. Kürzlich nun empfahlen zwei dieser jüdiszchen Mitglieder zwei andere Juden zur Aufnahme in den Klub; ihre Namen standen tnit denen von 25 nichtjüdischen Kandidaten aut der Abstimmungsliste, aber während die übrigen 25 einstimmig aufgenommen wurden, wies man die beiden jüdischen Kandidaten ab. Aut Befragen erklärte der Vorsitzende denn auch, daß eine Gruppe von Klubmitgliedern sich gegen die Aufnahme weiterer Juden sträube. Einige der bisherigen, dem Republikaner-Klub seit Jahren angehörenden Mitglieder sind infolgedessen ausgetreten. Jüfliste Sport. Am letzten Sonntag hätte die Hakoah ihr fälliges Meisterschaftsspiel gegen Rennweg austragen sollen. Die Gegner zogen es aber vor, nicht anzutreten, so daß die Hakoah ohne Spiel zwei Punkte erhält. — Am nächsten Sonntag Meisterschaftsspiel gegen Favorit. Das Spiel findet aut dem Hakoahplatze statt. A. B. Notizen. Ein neues vornehmes Cafä. In dem soeben eröffneten Cafe Astoria, Wien, IX., Währingerstr. 12, ist eine Stätte modernster Eleganz geschaffen worden, die zum' behaglichen Verweilen einladet. Die vornehm gestimmten Lesesäle - und die aparten Spielzimmer sind mit den letzten Errungenschaften der Gastkultur ausgestaltet. Dies und die zentrale Lage wird sicherlich viele Besucher in die freundlichen Räume führen. Die jüd.-akad. Verbindung “Ivriä“ hat ihren Sitz ins Cafe Astoria verlegt. HURI JAKOB P1NKAS im Neubau des ntrr HOTEL NEW-YORK -BP3 Wien, II.. Kleine Sperlgasae 5 bietet den P. T. Gästen allen Komfort. — Küche und Keller sind als erstklassig bekannt Elegante und geräumige Lokalitäten. Hochzeits¬ und Festbankette werden bestens arrangiert. UereinsnadiFiditen. Vereins gründung. Brünn. Nach langjähriger Unterbrechung hat Brünn wieder einen Bürgerverein. Die Kreisleitung hat über Betreiben des Distriktskomitees die Gündung auf sich genommen und nach Ueberwindung aller Schwierigkeiten die konstituierende Generalversammlung des „Jüdischen Volksvereines Theodor Herzl“ für den 19. März einberufen. Unsere alten Gg., die bereits dem Brünner „Zion“ angehört hatten, die Mitglieder der akademischen Tafelrunde, folgten dem Rufe der Kreisleitung. Herr Dr. Albert Schönhof. unser Kreisobmann, entwickelte das Programm des neuen Vereines und erstattete den Bericht über die Genehmigung der Vereinsstatuten- Nachdem aus der Mitte der Anwesenden die Genugtuung über die Vereinsgründung ausgesprochen wurde, kam es zur Wahl. Ueber Antrag des Gg. Ing. Frischer wurde folgender Vereinsausschuß gewählt: Dr. Albert Schönhof, Obmann, Wilhelm Sonderling, Obmannstellvertreter, Julius Schüller, 1. Schriftführer, Ing. Joset Schwarzbart, 2. Schriftführer, Kornelius Strach, Kassier, Frau Gisela Schallinger, Bibliothekar, Frau Else Schönhof, Adolf Schallinger, Leopold Müller, Dr. Karl Sonnenfeld, Beisitzer. Der neue Obmann dankte hierauf für die Wahl und versprach, sich mit aller Kraft für die Vereinsinteressen einsetzen zu wollen. In Brünn bestehen nunmehr vier zion. Vereine. Zwei studentische, der vor kurzem gegründete Mädchenverein „Mirjam“ und der Bürgerverein „Theodor Herzl“. Hoffentlich wird es bei einiger Anstrengung gelingen, dieser so großen Judengemeinde Mährens jenen Platz in unserer Bewegung zu verschaffen, der ihr schon infolge ihrer Größe gebührt. Daß dies möglich ist, erhellt schon daraus, daß dank der Tätigkeit des unermüdlichen N.-F.-Kommissärs, techn. Josef Spitzer, in den ersten drei Monaten 1913 für den N.-F. ein höherer Betrag abgeführt wurde, als im ganzen Vorjahre. » Wien. (Theologia.) Agläßlich des Gegenbesuches, den die Hörer der Landesrabbinerschule zu Budapest unter Führung des Prof. Blau ihren Kollegen in Wien machten, fand Montag, den 17. März, in den Räumen der J. Theol. Lehranstalt ein Festbankett statt. Es sprachen Prof. Blau, Prof. Kraus, Prof. Aptowitzer, Dr. Bauer, Rektor Schwarz und mehrere Studierende. Von den Budapester Studierenden sprachen Dr. Guttmann ^deutsch) und Max Klein (hebräisch). Beide Reden fanden großen Beifall, ebenso die Reden der Wiener Studierenden Weiner und Sonnenschein (Wien). Aus der Schlußrede des Herrn J. Feld (Wien) sei folgendes wiedergegeben: „Zwanzig Jahre besteht das Wiener Rabbinerseminar und innerhalb dieser Zeit ist von keiner Seite der Versuch gemacht worden, eine Annäherung zwischen den Hörern der Wiener und der Pester Anstalt anzubahnen. Erst jetzt ist es dazu gekommen. Die zustandegekommene Vereinigung fließt aus jener großen Idee, die bewußt oder unbewußt gegenwärtig die jüdische Welt beherrscht und durchdringt. Es ist jene Idee, die am Werke ist, das heilige Land, die heilige Sprache zu beleben,, die zersprengten Glieder unseres Volkes zu sammeln und zu vereinen. Und diese Idee hat auch uns zusammengeführt und vereint im Zeichen der Verjüngung und Erneuerung der religiösen Kräfte, die zu fördern unsere Bestimmung ist.“ Eine Kneipe beschloß den schönen Abend. Wien. (Vereins-Volksschule „Talmud-Thora“, 11., Malzgasse 16.) Jüdisches Schülerfest: Von dem Bestreben geleitet, die jüdische Jugend dem Judentum zu erhalten und angespornt durch den Erfolg im Vorjahre, veranstaltet das rührige Komitee unter dem Protektorat des Herrn Vizepräsidenten der isr. Kultusgemeinde und Landesschulrates Dr. Gustav Kohn am Sonntag, den 13. April d. J„ um V®4 Uhr nachm., im Prachtsaale des Hotels „Continental“, II., Taborstr. Nr. 4, ein Schülerfest. Programm: Festrede, Schülerchor, Vortragsakademie, Festspiel: „Der Weg der Treue“, Orchester Kapellmeister Ganglberger. Karten ä K 4.—, 3.— und 2.— erhältlich: Schulkanzlei, II., Malzgasse 16, Buchhand- Heimann, Praterstraße 34, Theaterkarten-Büro, lung J. M. Belf, I., Rabensteig, Tanzinstitut 1., Morzinplatz 5. Allseitige Unterstützung und Förderung erwünscht. Reingewinn zu Gunsten hungernder Schulkinder. * Iglau. Der für den 6. April angekündigte Lichtbildervortrag, als dessen Sprecher Herr Dr. Weiner aus Wien gewonnen wurde, wird am 13. April 1. J. stattfinden. Wien. Der zion. Mädchenverein „Moriah“ veranstaltet Sonntag, den 4. Mai, auf der Schafbergalpe ein großes Frühlingsfest. Näheres in der nächsten Nummer. Wien. (Herzl-Klub.) Dienstag, den 8. d. M., Vortrag des Gg. Ludwig Batö über „Die Juden Skandinavien“. Ort: II., Leopoldsgasse 31, Tür Nr. 61. Beginn präz. 1/28 Uhr abends. — Sonntag, den 6. d. Ausflug. Treffpunkt: Stadtbahnstation Schottenring präz. 1/22 Uhr nachm. Purkersdorf—Troppberg. Gäste bei allen Veranstaltungen herzlichst willkommen. — Samstag, den 15. März d. J. fand das Maskenfest des Herzl-Klub statt. Nach dem am 1. März stattgefundenen Vorkränzchen war es zu schließen, daß dasselbe gut gelingen werde. Die Hoffnungen wurden erfüllt und der Verein hat einen vollen moralischen und materiellen Erfolg zu verzeichnen. * Wien. Der „Misrachi“ Wien veranstaltet am 10. April 1. J. im Festsaale des Hotel Continental, II., Taborstraße 4, einen Vortragsabend, an welchem Sr. Ehrw. Rabb. Dr. Grunwald über „Palästin a jud ent um“ unter Vorführung von Lichtbildern sprechen wird. Beginn 8 Uhr