Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 7 (1913)
- Issue
- 5 (31.1.1913)
- Date
- 1913-01-31
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2438141-2438432-2438437--3420-2443183- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
Nr; 5 JÜDISCHE ZE1TUN0 Seite 5 Ziehungen zur arabischen Umgebung zu schaffen; jetzt isbt' M@rchavvja ini besten Frieden mit, den- Umgebenden DörfCrnj. die, hinter die wahrrii Absichten der: judenfeindJicllen, Hetzer gekommen sind. Und bei der vorzüglichen Bodenqualität dieser Kolonie und der hervorragenden-Tüchtigkeit der jüdischen Landarbeiterschaft ist zuVhpffen, daß Merchawja zu einer der blühensten Kolonien werden wird, dem jüdischen Kolonisationswerk zur Ehre und dem Lande zum Segen.; Weirt aus-. Rischon Le-Zion und Orangen aus Pethäch-Tikwah wurden herumgereicht. Bei Gesang und Tanz blieb man bis spät in der Nacht in bester Stimmung zusammen. Merchawja, das dicht an der Eisenbahn Haifa-Damaskus liegt- und bloß anderthalb' Stunden von Haifa entfernt ist, wurde seinerzeit vpht. Palästina-Amt für 'die Palestine Land' Development Company erworben. Einige tausend Dunam wurden für die Oppenheimersche SiedlUhgsgeijossenschaft bereitgestellt, der ■ Rest Wqrde für private Käufer parzelliert. Da der Boden von Merchawja in jeder Beziehung zu dem besten in 'Palästina gehört, war der Absatz 'der; Parzellen sehr, leicht. Es sind daher dort nur noch wenige Baüernstellen für neue Ansiedler vorhanden, £ V Der Jüdische Nationalfonds im Jahre 1912. j;: : Be? v8n der zionistischen Organisation begründete Jüdische Nationalfonds, der die' Be-; Stimmung hat,-ländlichen und ■ städtischen Grundbesitz in Palästina für gemeinnützige jüdische Zwecke zu erwerben, hat im Jahre 1912 über 590.000.Mark.‘;an -Spenden eingenommen. An der Spendensämmlung haben sich hauptsächlich die. Juden aus folgenden Ländern beteiligt: Rußland mit' 5rund 140.000,': Oesterreich mit 117.000,Vereinigte'Staaten von Nordamerika mit 101.000,.. Deutschland mit 77.000, Südafrika mit 32.000, Kanada mit 31.000, Rumänien mit 17.000, Holland mit 12.ÖQ0, Beigiert mit 10.000, England und Ungarn mit je 8000 M. Der Jüdische .Nationalfonds hat bisher die Höhe von über'3 Millionen Mark erreicht. Eine Reihe äußerst segensreicher Wofllfahrtsinsritutionen in Palästina zeugt -von seiner großzügigen Wirksamkeit, So ist ihm die Erbauung des modernen, alleg Anforderungen der Hygiene und der. Sozialen Fürsorge ert+sprächenden jüdischen Wohnviertels Tel-Awiw bei Jaffa zu verdanken. Durch Anlage ausgedehnter Oe'baump'lanzungen an verschiedenen Punkten des Landes hat der Fonds sich Um die Aufforstung Palästinas große Verdienste erworben. Er hat ferner eine Anzahl Landarbeitersiedlungen, auf . moderner genossensriiäftlicher Grundlage beschaffen, die1 Einwanderung -der Grausam verfolgten Juden des- Jemens nach Palästina und ihre Niederlassung in den dortigen jüdischen Ackerbaukolonien mannigfach gefördert und auch dem höheren Schulwesen tatkräftigen Beistand angedeihen 'as-‘ sen. So ist z. B. der Baugrund des Hebräischen Svmnasiuros in Jaffa und teilweise des Technikums in Haifa, sowie die Gebäude der Kunstgewerbeschule .Bemale!“ in Jerusalem Eigentum des Jüdischen Nationalfonds. .* Annahme der Ru-n^tschen Finwandernmn'svorlage im amerikanischen Rcp'Jsen'a-tTihause. . Newvork. Nachdem in einer Sitzung des von den beiden Häusern des Kongresses eingesetzten Komitees zur Prüfung der Burnetfschen Einwanderungsvoriabe eine Einigung erzielt worden war, /wurde die modifizierte Gesetzesvorfage am 17. Jänner vom Repräsentantenhause angenommen. Sie bestimmt, daß die Einwanderer imstande sein müssen, ihre eigene Landessprache zu lesen. Von dieser Bestimmung sind Gattinnen, Witwen und ledige weibliche Personen ausgenommen. Die Forderung der Kenntnis des Schreibens wurde fallen gelassen. Die Konfsteuer für Einwanderer wird von 4 auf 5 Dollar erhöht. Jedes Einwanderer befördernde Schiff muß behördlich ernannte amerikanische Aerzte,Inspektoren und Wärterinnen an Bord haben. Hierzu wird aus Newyork noch folgendes geschrieben: Vermutlich um die einwandererfeindliciie Burnettsche Gesetzesvorlage zu rechtfertigen, werden; augenblicklich von amerikanischen Politikern wieder alle möglichen Zahlen angeführt, um; zu beweisen, daß die Einwanderer den größten; Teil der Insassen von Wohltätigkeits-, namentlich Irrenanstalten, bilden. Der Grund zur Verschä'rfung des Einwanderungsgesetzes soll ja der sein, daß die Staaten und Städte entlastet werden und ihnen die Kosten erspart werden, die durch eine Flut von Einwanderern entstehen, welche bald nach ihrer Ankunft, teils aus angeborener Veranlagung, teils infolge widriger Schicksale, dem Irrsinn oder der Not veriallen. Wenn man in Amerika von „Einwanderern“ spricht, so meint man heutzutage damit Juden und 11a 1 ien er, und in diesem Sinne erscheint der erwähnte Vorwurf als ein neuer Ausfall der amerikanischen Staatsregierung gegen die jüdischen Einwanderer, noch dazu als ein völlig unberechtigter, wie aus den Ausführungen des bekannten New-Yorker Soziologen und Philan- Öiröi>eiKMörri$ -D.'Walduianj. dem .Manager des „United Hebrew Charities“! hervorgeht. In einem Vortrag, den Waldman jüngst vor der State Conference öt Charities hielt,' bewies er an der Hand eines reichen Zahlenmaterials, daß der von der Regierung erhobene Vorwurf durchaus Unbegründet ist, daß die Zunahme der Geistesgestörten im Verhältnis Zür Zunahme der Bevölkerung nur 24:25 Prozent beträgt, und daß die Zahl der im Auslande geborenen Irren kaum größer ist, als die der in [Amerika geborenen; daß endlich die Einwanderer aits Nord- und West-Europa einen viel größeren Teil der Irren liefern, als die aus Ost- und Süd-Europa. VeFeinsnaduMen. Wien. (Jüd.-Akad. Verbindung „Ivria“.) Die Chargenwahlen für das S. S. 1912/1913 (44. Semester) hatten folgendes Ergebnis: J. U. C. Richard Koch x, ing. Ernst Roth xxFx, ing. Robert Feiner xxx. Die Budenstunden sind von 6 bis 8 Uhr abends; Bude: IX., Glasergasse 4a. * t Wien. (Herzl-Klub.) Dienstag, den 4. Februar findet im Vereinslokale, II., Leopoldgasse, ein sozialpolitischer Vortrag des Herrn Simche Landau statt. Gäste, Damen und Herren, herzlich willkommen! Wien. (Peaie Zion.) Samstag, den 1. Feber, 8 Uhr abeilds, inl Vereirislokal, II., Stefaniesfraße 3, Vorträg des Genössen M. Kohn: „Unsere Erwartungen vom nächsten Zionistenkongreß“. Gäste willkommen, * j Wien. (I. Wiener Jüdischer Turnverein, IX., Liechtensteinstraße.) Samstag, den 1. Februar, präzise y«9 Uhr, im Turnsaale Vortrag des Herrn Dr. Georg Weiner über „Palästina“ mit Lichtbildern. Gäste willkommen. * Wien. (I; Wiener Jüdischer Turnverein, IX., Liechtensteinstraße 20.) Sonntag, den 26. d. M. vormittags, fand in der Turnhalle das Wetturnen der Zöglinge statt, welches einen sehr hübschen Verlaut nahm und zu schönen Hoffnungen für die Zukunft berechtigt. Als Sieger gingen aus demselben hervor: Paul Schiller mit 62 Punkten als erster, Viktor Kellner mit 61 Punkten als zweiter und Kurt Skutezky mit 60 Punkten als dritter. Am Nachmittag fand der five o’clok tea der Damenabteilung statt, welcher sich eines überaus zahlreichen Besuthes erbeute und in jeder Beziehung als vollkommen gelungen bezeichnet werden kann. Ernste und heitere Vorfrage wechselten ab, bis'£ief vom Tanzie abgelost wurden: Die ''Leitung1 “derWeränstaltüng' Tag in den Händen des Fri. WeHwarth, welche sich um den Erfolg der Veranstaltung sehr verdient gemacht hat. >f: Sedziszow. Samstag, den 11. d. feierte der Verein , Haschachar“ die 6. ordentliche Generalversammlung. Die Versammlung wurde vom Senior Herrn Lör eröffnet; nachher erstattete N. F. K., zugleich Sekretär des Vereines, Herr Biron, den Rechenschaftsbericht, aus dem zu entnehmen war, daß sich der Verein günstig entwickelt. Die N. F.-Spenden stiegen beinahe aut das doppelte; auch die Zahl der gesammelten Schekolim stieg erheblich. Für andere zionistische Zwecke wurden beträchtliche Summen gespendet; für das Hebr. Gymnasium Jerusalem 100 K, Hebr. Lehrerseminar 50 K u. s. f. Sodann wurde dem langjährigen Mitgliede des Vereines Herrn Joseph Löw für seine unermüdliche und opferungsvolle Arbeit Dank und Anerkennung seitens der Generalversammlung ausgesprochen. Die Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: M. Löw, Biron, Wachtel, Taffel, S. Löw, Goldberg und Birnbaum. Das anläßlich des Kadimah-Jubiläums für den 31. Jänner geplante zionistische Meeting wird nicht abgehalten. JüöifAe Bühne. Direktion M. ‘Siegler. Hotel Stefanie, II., Taborstraße 12. Freitag, den 31. Jänner 1913, Samstag, den 1. und Sonntag, den 2. Februar 1913: „Der Philosoph im Irrenha-use“, Lebensbild in 4 Aufzügen von Professor Horowitz. — Sonntag, den 2. Februar, 1/24 Uhr nachmittags: „Schimschen Hagibor“, Operette in 4Aufzügen von Oberkantor B. Schorr. — Montag, den 3. Februar: „Bar Kocbba“, Operette in 4 Anträgen von Goldfaden. — Dienstag, den 4. Februar: „Die goldene Hbchzeit“, Komödie in 4 Aufzügen von Lateiner. — Mittwoch, den 5. Februar: „Der wilde Mensch“, Drama in 4 Aufzügen von J. Gardin. Auftreten des Herrn -Sam Halm: — Donnerstag, den 6. Februar : Wohltä igkeitsvorstellung „Die weiße S k 1 a v i n“, Drama in 4 Aufzügen von Salotorewski. — In Vorbereitung: „Der Schabes Göi.“. Palästina-Gesellschaftsreise. Das Palästina-Informationsbüro in Wien veranstaltet auch heuer im Frühjahre eine Gesellschaftsreise nach Palästina, wobei den Teilnehmern Gelegenheit geboten wird, das Passahfest in unserem zu dieser Zeit blühenden Lande zuzubringen. Die Reise wird am Freitag, den 28. März mit dem Lloyd-Eildampfer angetreten. Ankunft in Jaffa Donnerstag, den 3. April, um 7 Uhr früh. Ermäßigte Fahrpreise Triest—Jaffa und retour: t. Kl. ..Fres. 643£0 mit Kaj. u. VerpfL H.. .. . 447.10 . . » KI., (ab Alexandrien II. Syr,) . 252.— . . . UL , (ab Alexandrien UI. Syr.) , 167.— , . . IV., . 91 — . ■ Auf Wunsch rituelle Verpflegung. Die Retourkarte hat eine Giltigkeit von vier Monaten und gestattet längere Fahrtunterbrechungen in Alexandrien und Brindisi, so daß den Teilnehmern auch Gelegenheit geboten wird, unterwegs Aegypten und Italien zu besichtigen. Mehrere Teilnehmer haben sich bereits gemeldet. Es wird um rechtzeitige Anmeldungen ersucht, damit die entsprechenden Vorbereitungen getroffen werden können. Die Anmeldungen für die Gesellschaftsreise werden bis inkl. 3. März d. J. entgegengenommen. Das Fahrgeld für die Tour- und Retourfahrt muß bis zu diesem Zeitpunkte im Büro erlegt werden. Geldsendungen sind an die „Jüd. Zeitung“ für Palästina-Informationsbüro, 11., Karmeliterplatz 1, zu richten. Auskünfte erteilt das Palästina-Informationsbüro, II., Karmeliterplatz 1. Nr. 62/13. Konkurs-Kundmachung. wegen Besetzung der Stelle eines Rabbiners in der Stadt Czemowitz ^(Bukowina). ln der israel. Kultiisgemeinde der Landeshauptstadt CzernowPz (Bukowina) ist die Stelle eines Rabbiners neu zu besetzen. Nach dem Gesetze vom 21. März 18ont R.-G. BI. Nr. 57, und nach dem für diese Kultusgemeinde gel+enden 5+ariite hat der Bewerber für e:ne derartige Rahhiners+e'le einen den bestehenden* gesetzlichen VorschrifteneiFsgre*-- chöiden a’Wemeinen BFdun^spe-ad naehwwefcetv sowie bezüglich seiner rabbinisch-tarhl;chen Befähigung Zeugnisse von zwei a's hervorragend nnerkann+en rabbinischen Autoritären Oa'izi“ns orthodoxer Richtung hei-znbringen. Er .rniiä ösr“rrf»jehiscber St'iaA‘‘öri-f^e*', «nd S"in sittlich-re'ioiöser und stae^sbür^e-’Vher Lriv^sw^n^ef sein. Oer Anzusteflende so’I nicht über 40 lahre al+ sein. Der Tahr»srreha>t be^rä^t 3000 K tseh^eibe Ar«>;+ausenA grnne"), zahlbar in gleichen antizipativen Monatsraten. D:e erste Anstellung einigt nroviso-isr-h orr_ gen das iederzeit iedem Teil zustehende Recht einer seriismona*1irhen Kündigung. Wenn dr"L lahre seiner Funktion abge’a'den sind, ohn“ daß von d:esem Rechte der Kün^ign-" Ciebra'«eh gemacht worden ist, wird die Stellung des Rabbiners de iure eine dauernde/ womit zugleich die Pensionsberechtigung verbunden ist. Der Wirkungskreis sowohl des .hierortigen Oberrabbiners, als auch des anzusteuenden Rabbiners ist in den mit Erlaß der k. k. Bur*owinaer Landesregierung vom 5. November 1897, Z. 18 908 ex 1897, genehmigten Ku1+tisgemcindesta*ute genau umschrieben; die bezüglichen statutarischen Bes+immungen, sowie iene des obxitier+en Rpichsgesetzes vom 21. M5rz 1800 bilden zugleich einen integrierenden Bestandteil der Anstellungsbedingungen und enthalten auch das hei der Anstellung einzuhaltende Verfahren. Die Amts- und Geschäftssnrache innerhalb dieser Kultusgemeinde ist die deutsche. Bewerber um die anmit ausgeschriebene Rabbinerstelle haben ihre mit den gehörigen Nachweisen über die erforderlichen Bedingungen und Qualifikationen, sowie des Alters, des Familienstandes Und der gemessenen Studien versehenen Gesuche, welchen eine Darstellung über das bisherige rabbinische Wirken, resp. mit einem Curriculum vitae anzuschließen ist, sind bis soätig*erzeirhne‘en Kultusgemende zu überreichen. Der Kultusvors+and behält sich das Recht vor, den einen und den anderen Bewerber zur AbhaFung von Probevorträ^en nach Cze mwi'z einzuladen; die Reise- und Aufen" ha'ts'<os*en werden jedoch nur dem akzeptierten Bewerber aus Mitteln der Kultusgemeinde vergütet werden. Vom Vorstande der israel. Kultusgemeinde, . Czernowitz,. den 1J. Jänner 1913.