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Jüdische Zeitung · 1912-11-29 · 47 (29.11.1912) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
6 (1912)
Issue
47 (29.11.1912)
Date
1912-11-29
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 47 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 gierung die Gesellschaft aufzulösen. Die Bauern kehrten sich ah er wenig an diesen Ukas undversammelten sich nach wie vor zu ihren religiösen Uebungen. Die Führer der Gesellschaft wurden zu schweren Strafen verurteilt. Wie man hört, sind die Leute entschlossen, Haus und Hof zu lassen und gemeinschaftlich nach Amerika auszuwandern. Tod eines zionistischen Pioniers. Jerusalem. Hier starb vor kurzem Herr Joel Moses Salomon, der zu den Gründern und ersten Kolonisten von Pethach-Tikwah gehörte und sich um das jüdische Kolonisationswerk in Palästina große Verdienste erworben hat. Mit seinem Freunde David Gutmann gründete er im Jahre 1878 in Jerusalem eine Gesellschaft •jüdischer junger Leute, die mit geringfügigen Mitteln den Boden von Mulebbis (Pethach- Tikwah) erwarb und ihre Mitglieder^ dort als Ackerbauer ansiedelte. Als die ersten Ansiedler infolge der Malaria und anderer Widerwärtigkeiten die Kolonie verließen, blieben Salomon und Gutmann allein in der verödeten, von den arabischen Nachbarn bedrohten Kolonie zurück und bewirkten dadurch, daß das Terrain, auf dem sich jetzt die schönste und größte jüdische Kolonie Palästinas befindet, in jüdischem Besitz blieb. Jerusalemer Chronik. Der Verband der jüdischen Zimmermaler und Anstreicher, der hier vor kurzem gegründet wurde, veröffentlicht seine Satzungen. Danach strebt er nicht bloß die materielle und geistige Hebung seiner Mitglieder an, sondern will sich auch ihre praktische berufliche Fortbildung angelegen sein lassen. 'Der Verband richtet einen Arbeitsnachweis für diese Fächer ein und gedenkt auch von Zeit zu Zeit Ausstellungen der Arbeiten seiner Mitglieder zu veranstalten. Ein einzurichtendes Schiedsgericht soll sowohl etwaige Streitigkeiten zwischen Meistern und Gesellen, wie auch Differenzen zwischen den selbständigen Handwerkern und ihren Auftraggebern schlichten. Im hiesigen Stadtviertel „Jegia Kapajim“ ist dieser Tage der Grundstein zum Bau einer Synagoge gelegt worden. „Jegia Kapajim“, das' bis jetzt etwa 60 Häuschen zählt, ist fast ausschließlich ein Handwerkerviertel. Der zu diesem Zwecke gegründete Verein umfaßte ursprünglich viel mehr Mitglieder, weshalb auch ein größeres Bauterrain gekauft wurde. Die Gründer des Viertels hofften nämlich, für .alle finanziell schwache,^ •'Genössen'’"eine Anleihe '’aüTriehmen "zu können.’ Sie hatten aber darin vorläufig keinen Erfolg, und so konnten bisher nur diejenigen Genossen sich Häuschen erbauen, die eigenes Kapital hatten oder für sich, persönliche Darlehen erhielten. Dr. Segall, der Leiter des Meier-Rothschild- Hospitals, untersuchte dieser Tage die Augen der Schüler des Hebräischen Gymnasiums. Das Resultat war ein befriedigendes. Es wäre zu wünschen, daß auch in den anderen Schulen eine augenärztliche Untersuchung der Schüler vorgenommen würde. Im Bezalel und im'Spitzenatelier des jüdischen Frauenverbandes geschieht dies bereits seit einiger Zeit. Wie hiesige Zeitungen melden, wird hier demnächst ein Fachmann eine Fabrik für Dachziegel errichten. Dieses Projekt. wird schon seit längerer Zeit in Palästina erwogen. Die Dachziegel werden aus Marseille bezogen und. sind im letzten Jahre außerordentlich im Preise gestiegen, von 13—15 Frs. pro 100 auf 25 Frs. und mehr.. Im Viertel Beth-lsrael fand man bei Baugrabungen eine Höhle mit Gräbern aus dem Altertum. Herr J. S. Persitz aus Moskau ließ auch in diesem _ Jahre 1250 Frs. an diejenigen Jünger der Jeschibah „Ez Chajim“ verteilen, die sich durch besondere talmudische Kenntnisse auszeichneten. Don Quixote — ins Hebräische übersetzt. Ch. N. Bialik, der größte hebräische Dichter der Gegenwart, hat den altberühmten Roman des Miguel de Cervantes, Don Quixote de la Mancha, ins Hebräische übersetzt. Der erste Teil dieser Uebersetzung ist soeben im Verlage »Turgeman“ in Odessa erschienen (Preis 75 Kopeken, zu beziehen durch M. Ussischkin, Odessa, Chersonskaja 46). Der Verlag „Turgeman“ („Dolmetscher“) wurde durch die Stiftung der Frau Moses Zeitlin zum Andenken an ihren verstorbenen Gatten begründet und hat den Zweck, die besten Bücher der Weltliteratur in hebräischer -Sprache herauszugeben, und zwar in einer Bearbeitung für die Jugend. Es sind bisher folgende Werke in dem Verlage erschienen: „Onkel Toms Hütte“, aus dem Englischen übersetzt von J. Ch. Tawjew, „Tausend und eine Nacht“, aus dem. Arabischen übertragen von David Jellin, „Spartacus“, aus dem Italienischen von S. Jabotinski, und nunmehr der „Don . Quixote des Cervantes. Es sind demnach in das Programm lauter Werke aufgenommen, welche sich längst als treffliche Jugendlektüre bewährt haben. Die Bücher sind gut gedruckt, schwierigere Ausdrücke in Anmerkungen erklärt, so daß sich diese Veröffentlichungen auch sehr gut dazu eignen, die Kenntnisse der modernen hebräischen Sprache zu fördern. * Neues aus Jaffa. Der „N. J. K.“ wird aus Jaffa unter dem 10. November berichtet: Der Vortrag über „Volksuniversitäten“, den Dr. Metmann-Kohen vor einem Monat im hiesigen Arbeiterklub hielt, hatte die Einsetzung eines Arbeitskomitees aus Vertretern einiger Organisationen und Institute zur Folge, dem die regelmäßige Veranstaltung populär-wissenschaftlicher Kurse obliegt. Das Komitee, dessen Obmann Dr. Metmann-Kohen ist, ist bereits eifrig an der Arbeit, und demnächst werden die Kurse sowohl im Gymnasium wie auch in der Mädchenschule ihren Anfang nehmen. Zu gleicher Zeit hat auch der Tachkemoni, wie im vorigen Jahre, die einmal wöchentliche Abhaltung öffentlicher Vorträge wieder aufgenommen. Das erste Referat hielt A. S. Rabinowitz über den „Wilnaer Gaon und der Raw von Lady“. Bekanntlich ist jetzt genau ein Jahrhundert seit dem Hinscheiden des Raws von Lady, des Begründers der Chabad-Richtung innerhalb des Chassidismus, verstrichen. Auch die seit einigen Jahren bestehenden Abendkurse für Hebräisch, Rechnen, Bibel und Geographie Palästinas haben wieder begonnen. Um einem dringenden Notstand abzuhelfen, haben einige angesehene Leute Jaffas einen Verein „Pikuach Jethomim“ für Waisenfürsorge gebildet. In letzter Zeit sind hier wieder jemenitische Familien engetroffen. Die Unterkunft bot keine Schwierigkeiten mehr, da der Jüdische Nationalfonds hier eine Holzbaracke als provisorische Herberge eingerichtet hat. Ein Teil dieser Einwanderer wurde nach der Kolonie Ness-Zionah gebracht, einige finden Arbeit in Jaffa selbst. Leider erwiesen sich einige Familien untauglich zur Arbeit. Da sie noch über das nötige Reisegeld verfügten, traten sie auch bald die Rückreise über Port- Said an. *• Die Zahl der Juden in Kroatien-SIavonien. ln den „Narodne Novine“ vom 12.. November d. J. teilt der kroatische Statistiker Dr. R. Signjar in großen Zügen die Ergebnisse der Volkszählung in Kroatien und Slavönien vom Jahre 1910 mit. Danach betrug die Zahl der dortigen Juden im Jahre 1910 21.230 bei einer Gesamtbevölkerung von 2,622.000. Im Jahre 1900 lebten in Kroatien-SIavonien 20.200 Juden, der Zuwachs beträgt demnach, 5.7 Prozent. ParteisHachrichten. Beratung der neugewählten zionistischen Gemeindefunktionäre. Die zionistischen Mitglieder des Wiener Kultusvorstandes Dr. Jakob Ehrlich und Obering. Robert Stricker haben die zionistischen Mitglieder der Bezirkskommissionen zu einer konstituierenden Sitzung eingeraden. Diese Sitzung, zu welcher besondere Einladungen ergangen sind, findet am Samstag, den 30. d. M.; 8 Uhr abends, im Zionistischen Zentralbüro (II., Karmeliterplatz 1) statt. Offizielle Mitteilungen des Zentralkomitees für Westösterreich. Z e ntralfond. Eingänge für den Zentralfond vom 1. bis 25. November 1912. Böhmen: (Böhm.-Kamnitz) Rieh. Buxbaum. K 2.—, (Böhm.-Leipa) K 50.—, (Kolin) Volksverein K 20.—, Saudek K 10.—, Dr. Ornstein, Beutter, Heller ä K 5.—, Freund, Bruck, Feldmann ä K 3.—, Goldschmied, Bergmann, Rud, Levin ä K 2.—, (Prag) G. König, Wien K 50.—, (Wottitz) K 16.30, Summe K 180.30. Mähren und Schlesien: (Olmütz) Auf Anregung des Gen. Sekr. Kurt Blumenfeld vom Verein Zion K 50.—, (Proßnitz) Slg. d. Parteirätssitzung K 2.92, Slg. bei Brith. Mila Samet Dr. Goldschmied, Dr. Löwenthal ä K 1.—, Seliger, Rudörfer, Kohn, Samet, Günsberg ä K 2.—, (Troppau) Direktor Viktor Kulka K 20.—, Weinreb für eine Anfrage an Blumenfeld K 10.—, Mor. Spiegel K 5.—, Summe K 99. 92. Gesamteingang aus Westösterreich K 6986.73, und zwar Böhmen K 3067.94, Innerösterreich K 2185.50, Mähren und Schlesien K 1733.29. S c h e k e 1 e i n g ä n g e. Böhmen: Aussig 44, Dobris 10, Gablonz 37, Karlsbad 50, Kolin 3, Komotau 6, Kuttenberg 25, Prag 212 (Zion. Vereinigung 70, Barissia 10, Bar Kochba 30, Lese- und Redehalle 40, Kart, jüd. Stud. 41, Frauenverein 15, Jüd. Beamte 6), Reichenberg 50, Trautenau 50, Wottitz 10 Schekel. Summe 497 Schekel ä K1.20 K 596.40, dazu Kolin: Rest v. Jahre 1910/11 K 8.20. Summe K 604.60. Mähren und Schlesien K 200.—. Das schönste I Chanufta-Gesdienftl Palästina! im Bild | a) Albums. Album I enthält Ansichten von Jaffa bis Jerusalem.12 K Album II enthält Ansichten von Jerusalem bis Haifa.‘ . . 12 K Album 111 enthält Ansichten von Haifa nach Damaskus.12 K Jedes Album enthält 60 Bilder in vornehm ausgestatteter Holzmappe. Alle 3 Albums.30 K b) Wandbilder. Größe 48x58 cm, 24 Sujets. 1. Jaffa in Sicht. 2. Alt Jaffa. 3. Herzlstraße in Tel Awiw. 4. Wächter der Kolonie Rechoboth. 5. Schule aus! im hebräischen Gymnasium. 6. Pflüger in der Kolonie Rechoboth. 7. Hauptstraße in Petach Tikvvah. 8. Jugendspiele im hebräischen Gymnasium. 0. Yemenitische Silberschmiede. 10. Tempelplatz in Jerusalem. 11. Gräber im Tal Kidron. 12. Bergstraße von Jerusalem nach Sichern. 13. Königsgräber in Jerusalem. 14. 85jähriger Kolonist mit Urenkeln am Pflug in der Kolonie Sichron Jakob. 15. Kunstgewerbeschule Bezalel. 16. Alt Jerusalem. 17. Bergstraße in'Judäa. 17. Herzlzypresse bei Mozzah. 19. Heueinfuhr in Kinereth. 20. Szenerie in Posch-Pinah. 21. Nordufer des Tiberiassees. 22. Durch die Jordansquellen. 23. Talmudschule in Meron. 24. Alte Sarazenenbrücke über den Jordan pro Stück 5 Kronen, 10 Stück 40 Kronen. c) Fensterbilder. (Diapositive) in elegantem Nickelrahmen 'per Stück 7 K. Bestellungen und Anfragen an die „Jüdische Zeitung“, Wien, II. Karmeliterplatz 1. Telephon 22.075. Zionistischer Mädchen-Verein „Moriah“. Brasse üiüMt im Festsaale des Hotel Continental am 15. Dezember d. J. Ihre freundliche Mitwirkung haben vorläufig zugesagt: Frau Betti Ulirkh, Mitglied des Deutschen Volkstheaters; Herr Neuß, Mitglied der Neuen Wiener Bühne; Herr Opernsänger Henrik Baumann; Herr Virtuose Laschkowitz. Ein von Maler Krestin u. H. Herschdörfer inszeniertes lebendes Bild bildet den Abschluß des Abends. Beginn präzise 8 Uhr. Karten (Sitze) ä K 4, 3 und 2; Stehplatz ä K 1, erhältlich im Kartenbureau: Kehlendorfer,!., Krügerstraße 4, Jüd. Zeitung, II., Karmeliterplatz 1 und im Cafe „Marienbrücke“.

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