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Jüdische Zeitung · 1912-11-15 · 45 (15.11.1912) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
6 (1912)
Issue
45 (15.11.1912)
Date
1912-11-15
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNG Nh- Mä. MetalM - o. Touristen-Ausristi MM lelefon iffl. Ludwig Lazar Wien, IX., Kolingasse Nr. 13, Liechtensteinstraße 6 empfiehlt sein großes Lager in allen Fecht-, Turn-, Sport-, Tennis-, Fußball-, Hockey-, Militär- und Beamten-Uniformsorten in billigster bis feinster Ausführung und gewährt allen ^Mitgliedern sämtlicher akad. Verbindungen, Turn- und Sportvereinen 10% Rabatt auf die auf jedem Stück ersichtlich gemachten Preise. Die Dwnavahlen in Uaridiau. Die für Donnerstag den 7. November anberaumte Dumawahl verlief zunächst ergebnislos. Für Kudiarzewski wurden 35, gegen ihn 45 Stimmen abgegeben; der Kandidat der Arbeiterpartei Jagello erhielt 37, Dr. Alexander Lippstadt, ein jüdischer Rechtsanwalt, 33 Stimmen. Da keiner . der Kandidaten die absolute Mehrheit erlangt ■hatte, mußte ein zweiter Wahlgang für den, darauffolgenden Tag angesetzt werden. Trotz des unerhörten Terrorismus der Polen und ihrer Verbündeten, der würdelosen jüdischen Assimilanteu (von denen einzelne „führende Persönlichkeiten“ drohten, — sich taufen zu lassen, wenn die jüdischen Wahlmänner nicht den Erwählten des edlen Polenvolkes, den erklärten Antisemiten Kucharzewski, wählen würden), und obgleich alle Mittel, von unverhüllten Pogrom- und Boykottdrohungen bis zu den schamlosesten Bestechungsversuchen angewandt wurden, um die jüdischen Wahlmänner den Wünschen der „unter- . drückten“ Polen gefügig zu* machen,' beharrte . das jüdische Wahlmännerkollegium bei seinem Entschluß, unter keinen Umständen die Wahl "eines Abgeordneten zuzulassen, der sich nicht unsunbedingt zum Grundsatz der jüdischen Gleichberechtigung bekennt. Nur ein einziger jüdischer Wahlmann war umgefallen und hatte schon am Donnerstag für Kucharzewski gestimmt, während ein. anderer Jude der Wahlhandlung fernblieb. : Bei dem Wahlgang am Freitag, den 8. d..; stimmten nun die jüdischen Wahlmänner für den Kandidaten der Arbeiterpartei Eugen Jagello, der ■ sich verpflichtet hatte, für die absolute Gleichberechtigung der Juden einzutreten. Jagello erhielt auf diese Weise die absolute Majorität <43 Stimmen), während für Kucharzewski 34 und für Dr; Lippstadt 36 Stimmen abgegeben wurden. Jagello wurde also zum Dumaabgeordneten von ' Warschau gewählt, ln jüdischen Kreisen Rußlands herrscht Befriedigung über die Standhaftigkeit der jüdischen Wahlmänner, wenn es auch "nicht an gewichtigen Stimmen fehlt, die bedauern, daß die Warschauer Juden nicht noch ■weitergegangen und einen Juden gewählt haben. Man hält diese'zarte Rücksicht auf die nationale Empfindlichkeit der Polen, die sich ihrerseits, wo die „Wahlgeometrie“ für sie günstig ist, gar kein Gewissen daraus machen, die Juden zU vergewaltigen (in Wilna z. B. wollen die über eine Zufallsmehrneit verfügenden Polen den 250.000 Juden nicht ein einziges ihrer fünf Mandate abtreten!) für wenig angebracht * Der Ausgang der Wahlen in Russisch-Polen . hat in der polnischen Presse eine Aufregung hervorgerufen, die an Paroxismus grenzt. Abgesehen von den antisemitischen und allpolnischen Zeitungen, die schon während der Wahlkampagne mit Pogromen drohten, gab sich auch in demokratischen und „judenliberalen“ polnischen Blättern wütender Judenhaß kund. Und all das, weil die Juden in Warschau mehr als taktvoll waren, indem sie ihre Ueberlegenheit nicht ausnützten und einen polnischen Sozialisten wählten und in Lodz, wo kein Pole kandidierte, gegen einen deutschen Wahlbewerber siegten. Geber die Verbohrtheit und den Chauvinismus der Polen wundern wir uns schon seit langem nicht mehr. Aber, daß die meisten polnischen Parteien darin ein Verbrechen sehen, daß die Juden die Wahl eines deklarierten Antisemiten ablehnten, ist doch zu stark." Immerhin haben diese Wahlen das Verhältnis zwischen Juden und Polen geklärt. Der „Kurjer Warszawski“, das Hauptorgan der Allpolen, sieht das ein und schreibt: „Nun wissen wir, woran wir sind. Wir müssen mit den breiten Massen des jüdischen Volkes rechnen. Die Juden-Polen (Assimilanten) haben auf ihreGlauensgenossen keinen Einfluß. Diese Komödianten, ■welche sich aus Privatinteresse als Polen bezeichnen, haben vollständig versagt.“ Wann wird der Zeitpunkt kommen, an dem auch die Rolle der galizisdi-polnischen Assimilanten ausgespielt ■sein wird? Die Vorgänge in Russisch-Polen, das in seiner gesellschaftlichen und politischen Zu- ■ sammensetzung nicht um vieles von Galizien verschieden ist, lassen hoffen, daß die galizischen Komödianten bald von einem ähnlichen Schicksal erreicht werden, wie ihre russisch-polnischen Genossen. Derrinsnadiriditen. Wien. (Allgemeiner jüdischer Arbeiter-Verein „Poale Zion“.) Samstag", den 23. November spricht im Souterrain-Saale des Industrielien-Cafes, I., Concordiaplatz 4, Gen. B. Borochow, Schriftsteller, über den Balkankrieg un'd seine Komplikationen vom sozialistischen und zionistischen Standpunkt. Beginn präzise 8 Uhr abends. Regiebeijrag 30 Heller. * Wien. (Große Makkabäerfeier.) Die „Wiener Zionistische Vereinigung“ veranstaltet gemeinsam mit den Jugendtruppen Samstag, den 21. Dezember, eine große Makkabäerfeier im Hotel Continental. * Wien. (Akademischer Verein „Jüdische Kultur“.) Wir geben hiermit bekannt, daß Freitag,; den 22. d. M. um 1 Uhr, im Festsaale der Uni-, verisität die Promotion unseres Bb. Mayer Präger, zum Dr. phil. stattfindet. * Wien. Der Jüdisch-Akademische Juristenver-; ein hielt am 9. d. im Vereinslokal, IX., Garnison-" gasse 24, die IV. ordentliche Generalversammlung ab. Nach Erstattung des Rechenschafts-: berichtes durch den gewesenen .Präses, Herrn; J. U. C. Erich Saxl, wurde dem scheidenden Ausschuß der Dank für seine Tätigkeit ausgesprochen und das Absolutorium erteilt. Die im An-: Schluß daran vorgenommenen Ausschußwahlen hatten folgendes Resultat: Präses: jur. Felix Lichtenstern; Vize-Präses: J. U. C. Martin Freud; I. Schriftführer:jur.Heinrich Weschler; I. Kassier: jur. Fliegei. Für die übrigen "Aussdiußmandate wurden die Herren " Schick, Fritz Stern, Glanz, Loria, Steiner" und Landau gewählt.; * Wien. (Vereinigung jüdischer Export-Akamiker.) Ausschuß wählen: Emil Borger, Präses; Jul. Fliegei, 1. Vize-Präses; . Jakob Gruber, 2. Vize- Präses; Siegfried Landau, 1. Schriftführer; Abraham Groß, 2. Schriftführer; Artur Berger, 1. Kass. und Hugo Wertheimer, 2. Kassier. — Die Vereinigung jüd. Exportakademiker hat den Zweck, den jüd.-nat. Hörern. dieser Anstalt eine nationale, wissenschaftliche^ und fachliche- Ausbildung und gesellschaftlichen 'Anschluß zu bieten. Ferner soll sie die InteresseiyderKonnationalenan der Exportakademie; vertreten'und in jeder.Weise;schützen. Die Vereinigung ,wurde im Jahre 1911 gegründet und zählt heute 70 aktive Mitgliedern .; * Wien. (Vereinigung jüdischer Jiochschüler aus Galizien „Bar-KochbafL) Ghargeriwahen: Dr. J. Kimei, Präses; M. U; C. D. Mayer, Vize-Präses; J. U. C. L. Tannen zapf, I. Schriftführer; cand. arch. S . Torbee, II. Schriftführer; M. U;C. H. Pechner, Kassier. Der Verein jüdischer Hochschüler aus Galizien „Bar-Kochba“ in; Wien gibt hiemit bekannt, daß ihr Präses, J. U. C. J. Kimel, Mittwoch, am 13. November, zum "Doktor der Rechte promoviert wurde. ■ ■ \ ■ * Wien. (Jüdischer Handlungsgehilfen-Verband.) Samstag, .den;16. d. iM., 8 Uhr abends, findet im Verbandslökal, II./Taborstraße lib, din Vortrag des Herrn Dr.. Josef Strauß statt. Thema: „Ziffer, Zufall und Zahlenmystik.“ — Dienstag/ den 19. d. M., 8 Uhr ‘abends, Vortrag des Herrn Rudolf Deininger..Thema: „Eindrücke aus Frankreich und Spanien.“ Sonntag, den 17. d. M., 4 Uhr nachmittags, in den Souterrainlokalitäten des Cafe City, IX., Porzellangasse 1, Vortragsakademie mit Tanz. — Mittwoch, den 20. d. M., 8 Uhr abends, in Kesslers Restauration, 11., Untere Augartenstraße 26, . öffentliche Vereinsversammlung. (Für die Siebenuhr sperre.) Gäste bei allen Veranstaltungen willkommen. * Wien. (Akademisdier Verein „Jüdische Kultur“.) Das neue Lokal des Vereines befindet sich IX., Garnisöngasse 24. — Montag,- den 18. d. M., spricht Bb. Rosenstock über „Die jüdische Intelligenz“. — Mittwoch, den 20. d. M. Vorlesung aus Schulem-Alejchem. * Wien. (Zionistischer Mädchenverein „Moriah“) Am 15. Dezember veranstaltet dieser Verein im Saale des Hotels Continental eine große Makkabäexfeier unter Mitwirkung erstklassiger Kunstkräfte. Nähere Angaben werden in der nächsten Nummer bekanntgegeben werden. — Ab 16. d. M. finden die Vereinsabende im neuen Lokale, II., Leopoldsgasse 31;, II. Stock, statt. Gäste herzlich willkommen./ ■ * Wim. Die akademische Verbindung „Kadimah“ feiert im Monate Jänner ihr 6Qsemestriges Stiftungsfest. Das Programm für die Feierlichkeiten enthält unter “-anderem einen Ball Yam 28. Jänner) und einen großen Kommers (am 30. Jänner) im Beethoyensaale. Alles Nähere wird in besonderen Ankündigungen bekann(gegeben werden. Wien. (Vereinjüd. Hochschüler „Mensa academica judaica“.) Der Verein jüdischer Hochschüler „Mensa academica Jüdaica“, IX., Pramergasse 31,- übernimmt die unentgeltliche Vermittlung von Hauslehrer- (auch für Hebräisch), Hofmeisterposten, Uebersetzungsarbeiten und Büroarbeiten. Aufträge wolle man richten an die „Mensa academica Judaica“, Wien, IX. Pramergasse 31. * Wien. (Jüdisch - Akademischer Philisophen- Verein.) Die am,7. November abgeheltene VII. .ordentliche Plenarversammlung des jüdisch-aka- . demischen Philosophen-Vereines ergab folgendes Resultat: Präses: phil. Ignaz Frankfurter; Vizepräses: Walter Robitschek; I. Schriftführer: Paul Silbermann; II. Schriftführer: Gustav Schön; I. Kassier: Adolf Meerschwamm; II. Kassier: Moritz Bronner; I. Bibliothekar: Hermann Brief; II. Bibliothekar: Siegfrid Schmeidler; 1.Revisor: Dr .Karl Kraus; II. Revisor: Dr. Bert. Hirschl. Im Laufe des Wintersemesters werden im . obgenannten Vereine nachstehende Kurse abgehalten werden: Gotisch und Althochdeutsch; Kursleiter Dr. B. Hirschl. Grundriß der deutschen Literatur; Kursleiter phil. M. Präger. .Altfranzösisch .und französische Konversation; , Kursleiter phil. Ernst Bemann. Einführung in;das : Studium des Altkirchenslav.; Kursleiter phil. Gustav Schön. Moderne cechische Literatur; Kursleiter phil. Em. Jedlinsky. Lateinkurs für Realschulabsolv.enten; Kursleiter phil. Armin Schläfrig. Eventuelle Anfragen müssen ehebaldigst an phil. Ign. Frankfurter, II., Rembrandtstraße 35/8, gerichtet werden, da die Kurse am 15. d. M. beginnen. Sädagöra. ’ (Jüd .'-akadetn. Ferialverbindung „Makkabäa“.) Chargenwahlen: cand. pharm. Heinrich Grünberg x, cand. iur. Jakob Stup,xx, stud. iur. Sinai Burger xxx. Personalnacfipiditen. Herr Wolf Teitelbaum gibt bekannt, daß "seine Adresse-nunmehr lautet:; II.; Taborstraße 17 .(Hirschenhaus). Jüdisto Sport. Beda-Abend. Der Sportklub „Hakoah“ veranstaltet Samstag, den 23. November, im Beethovensaale, 1., Strauchgasse, einen Beda-Abend, dessen Rein' ertrag dem veranstaltenden Vereine Zufällen wird. Mitwirkende: Beda, Garli Nagelmüller (Hölle); Else Saldern (Fledermaus); Else Sander (Bürgertheater); Komponist Oskar- Steiner (Fledermaus); Alwin Neuß "(Neue. Wiener Bühne); Dr.- Benno Wünsch (Neue Wiener Bühne); Leo- Valberg (Simplicissimus). Anfang 8 Uhr. Soiree-Toilette. Karten ä 6, 4, 3 und 2 Kronen zu" haben im Vorverkäufe bei Kehlendorfer, Cafe ' „Marienbrücke“ und Cafe „Liechtenstein“, Liechtensteinstraße. * .... *. - - * ■ . - Sonntag, den 3. November a. c.: Hakoah schlägt Lyon 5:1. Hakoah durchwegs überlegen. Schiedsrichter und Krenberger sehr gut. Hakoah II —Lira II 3:0. — Sonntag, den 10. November a. c. Hakoah schlägt Neutral 5:1. Obwohl auf fremdem Platze spielend, brachten auch hier die Unserigen die beiden Punkte leicht nachhause. Es ergab sich, daß Hakoah über einen sehr guten Nachwuchs verfügt. Hirsch; Pollitzer und. Fischer, die sonst in der Reserve spielen, stellten auch in der ersten Mannschaft ihren Mann. Die poalschützen waren: Jennö (wie immer), Kongo, Burian und" Sträußler. Grasgrün durch seine Bombenschüsse " und. meisterhafte Technik die ständige Gefahr des gegnerischen Tores. Deckung und Verteidigung brav, wie

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