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Jüdische Zeitung · 1912-11-08 · 44 (8.11.1912) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
6 (1912)
Issue
44 (8.11.1912)
Date
1912-11-08
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 44 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 Korkidi. Es wurden noch folgende Kommissionen gewählt: für die offizielle Vertretung der Gemeinde (diese Kommission ist. bereits von der Regierung: bestätigt), für den Schutz der Gemeinde, für sanitäre Kontrolle in den Straßen und am Hafen, für die Emigrantenfürsorge (zu diesem Zwecke soll am Hafen ein Haus gemietet werden) und für die Regelung der Lebensmitte'preise. Außerdem wurden vom Waad-Ha’ir Vertrete^ in die Verwaltung der Chewra Ka-. disdha und der Volksküche, ferner ins Komitee zur Gründung des neuen Krankenhauses, endlich in die Verwaltung der Mädchenschule delegiert. Es wurde auch beschlossen, eine Unterstützungskasse für durchreisende Arme zu begründen. Das Bureau des Waad-Hai’r befindet sich im Hause des Chachambaschi. Ein antisemitischer Verkaufstag. Die Redaktion des antisemitischen „Tagblattes“ in Wilna organisierte einen „Verkaufstag für den christlichen Handel“. An einem bestimmten Tage sollten die Polen nur bei christlichen Kaufleuten ihre Einkäufe besorgen. In letzter Stunde erhielt die Redaktion eine Verständigung des Wilnaer Gouverneurs, welcher die Abhaltung des Verkaufstages mit der Begründung verbot, daß in dem Unternehmen der Zeitung die Aufreizung eines Teiles der Bevölkerung gegen einen anderen gelegen sei. Die Redaktion mußte nun den Verkaufstag absagen. Die Oppenheimersche Siedlungagenossenschaft. Kürzlich fand in Berlin die erste Gesellschafter - Versammlung der Oppenheimerschen Siedlungsgeriossenschaft statt. Nach der vorgelegten Bilanz war das Kapital am 31. Dezember 1911 M 115.560,77. Das Wirtschaftsjahr in Merchawja ist noch nicht abgeflossen. Die Siedlungsgenossenschaft übernahm ferner von der P. L.-D. C. die Genossenschaft. Dagania am Tiberiassee, wo der N. F. Gebäude für Frs. 67.000.— aufführen ließ. Durch die Uebernahme von Dajania ist es nötig geworden, daß neue Mittel für den Genossenschaftsfonds aufgebracht werden. Ein Zinsenertrag von M 2749,17 wurde auf Reservekonto gebucht. Max Weißmann ■ Mittwoch,-. den ’ 6: d: M. ist der V Adthini-- strator der „Jüdischen Zeitung“, unser bewährter Gesinnungsgenosse Herr Max Weißmann, nach kurzer Krankheit in jungen Jahren verstorben. Der Verblichene war Mitglied des Jüdischen Handlungsgehilfenverbandes, Sekretär des Arbeitsvermittlungsbüros für jüdische Hochschüler und Gründungsmitglied des Sportklubs „Hakoah“. Ueberall erwarb'er sich infolge seines freundlichen, zuvorkommenden Wesens herzliche -und aufrichtige Sympathien. Weißmann entstammte einer kleinen mährischen Gemeinde, wo die jüdischen Traditionen hochgehalten wurden. Daher rührte des Verstorbenen unerschütterliche Liebe zum jüdischen Volke. In Max Weißmann verliert die „Jüdische Zeitung“ einen treuen Mitarbeiter, seine Freunde und Bekannten einen lieben Kameraden, die zionistische Partei einen braven und anhänglichen Soldaten.- Ehre seinem Andenken! PapteisNacfirichten. Alle Gesinnungsgenossen, die. Schekelblocks behoben haben, werden dringendst ersucht, bis Dienstag, den 12. November, IX., Türkenstraße Nr.. 9, von Mittwoch, den 13. November an II-, Karmeliterplatz Nr. 1, im Notionaffon|dsbüro, die gesammelten Schekelgelder unverzüglich abzuführen und die Schekelblocks . zurückzustellen. _; Vom jüdischen Nationalfonds. .. Die Spendeneingänge bis 30. September betrugen ■ M 392.473,34 gegen 330.897,90 im Jahre 1911, was einen Fortschritt von rund 62.000 M oder ’ fast 20°/o bedeutet. Aus Oesterreich kamen M 85.574,54 gegen M 69.441,82, also eine Steigerung von 16.000 M öder 23°/o. Der III. Distriktstag für Podolien wird Sonntag, den 1. Dezember 1. J., um 2 Uhr nachm., im Lokale des akad. Vereines „Bar-Kochba“ in Tarnopol mit folgender. Tagesordnung stattfinden : ". 1. Begrüßung der Delegierten. (Gg. Dr. Israel W a 1 dm a n n.) - - 2. Wahl des Bureaus. '3. Rechenschaftsbericht des D.-K. (Gg. Dr. A. Kleinman n.) 4. „Die Lage im Zionismus“. (Referat des Gg. Dr. Michael Ringel,delegierter des Z.-K. in Lemberg.) 5. „Unsere Palästina- und kulturelle Arbeit“. (Ref. des Gg. Dr. M.!W e inr eb.) 6. „Organisation und Agitation.“ (Referent Gg. M. W a 1 d m a n n.) 7. Wahl des neuen D. K. Mitteilungen des Palästina-Informationsbüro, Wien, II., KarmeHterpIatz 1. Wir können mit Freude konstatieren, daß die Zahl der jüdischen Auswanderer nach Palästina durch unser Büro in den letzten Monaten bedeutend gestiegen ist, und zwar sind es meistens junge Leute aus Rußland und Galizien von verschiedenen Berufen, wie Handwerker, Handelsangestellte, Lehrer, Studenten etc., die fast ausschließlich als Landarbeiter sich dahin begeben. Dem Wunsche vieler Interessenten Rechnung tragend, veranstaltet das Palästina-Informationsbüro am 3. Jänner 1913 eine Gesellschaftsfahrt nach Palästina. Die Reise wird Freitag, den 3. Jänner, 1 Uhr nachmittags, mit dem Lloyd-E,ildampfer angetreten. Die Rückfahrt ist nicht gemeinschaftlich und kann mit jedem beliebigen Eildampfer des Oest. Lloyd erfolgen. Die Retourkarte hat eine Giltigkeit von vier Monaten und gestattet längere Fahrtunterbrechungen in Alexandrien und Brindisi, so daß den Teilnehmern auch Gelegenheit geboten wird, unterwegs Aegypten und Italien zu besichtigen. Preise von Triest nach Jaffa und retour: I. KL: Frcs. 679.60 mit Bett und Verpflegung; II. Kl.: Frcs. 474.10 mit Bett und Verpflegung; III. Kl. (ab Alexandrien II. Kl. syr.): K 252.— mit Bett und Verpflegung, dieselbe mit Bett aber ohne Verpflegung K 200.60. Ferner: III. Kl. (Bett und Verpflegung Triest- Alexandrien): jC 187.—; III. KI. (Bett Triest- Alexandrien): K 164.— ohne Verpflegung; IV. Kl.: K 91.— mit Bett und Verpflegung. Die Anmeldungen für die Gesellschaftsreise werden bis inklusive 30, November entgegengenommen und muß das . Geld für die Hin- und Rückfahrt bis zu diesem Zeitpunkte im Büro erlegt werden. (Geldsendungen sind an die Sammelstelle des jüd. Nationalfonds, Wien, II., Karmeliterplatz 1, mit dem Vermerke: „Für . P3!ästina-Gese4sch9ft§reisej.‘;iziL,adrsssier.ejis)i,.JNn-, : Here-Auskünfte erteilt das Palästina-Informationsbüro, Wien, II., Karmeliterplatz 1. Offizielle ' Mitteilungen des Zentralkomitees für Westösterreich. Zentralf on:d: . ■ Eingänge für den Zentralfond vom 1. September bis 1.’ November' 1912. Böhmen. Aussig: Äd. Preß K 2.—. — Gablonz: Jak. Duschinsky, M. D. Urabin ä K 20.—; Rab. Dr. Baneth, H. Hojtasch ä K 10.—; Duschak, {Weil ä K 5.—. — Kwasnay: Gottlieb Fischer K 10.—. — Prag: Karl Taussfg (Rakonitz), Ella Taussig (Karolinenthal) äK2.—; Rud._ Mautner (Aussig) K 1.—; Rob. Guttmann K 25.—. — Trautenau: Volksverein, Rest der Slg. K 10.—. — Trupschitz: Dr. Jul. Weiß K 10.—; Summe K 132.—. Innerösterreich. Wien: Necher ben Jakob K 3.80; Dr. Karl Sch. K 5.—; Summe K 8.80. Mähren und Schlesien. Brünn : E. Böhm K 1.60; Horowitz Blocksammlung K 0.50. — Komitee d. II. jüd. Stud.-Kränzchen K 7.—. — Göding: Slg. bei Schlußkneipe der „Gamala“ K 7.74. — Proßnitz: Jul. Neumann sp. .1 P. L. D. C.-Aktie K 24.25; Ungenannter K 20.—; Hans und Fritz Sborowitz K 5.—; Hammel Tempelspende K 5.—; Parteiratssitzung K 2.—. — Trebitsch: Dr. H. P. K 10.—; per Lang (Iglau) K 2.05; Summe K 85.14. Gesamteingang aus Westösterreich Kronen 6706.51, und zwar: Böhmen K 2887.64, Innerösterreich K 2185.50, Mähren und Schlesien K 1633.37. Schekeleingänge. Böhmen. Brüx: 25 und 15; Dux: '25; Kwasnay: Fischer 1; Pilsen:' 115; Prag: Jüd. Beamte 18; Teplitz: 50 Schekel ä K 1.20; Summe K 302.40. Innerösterreich: K 240.—. Mähren und Schlesien: K 152.80. Vereinsnadvidifen. Verein jüdischer Hochschüler „Mensa aeademica Judaica", Wien, IX. Pramergasse 31. Donnerstag, den 31. Oktober I. J., fand anläßlich des erstjährigen Bestandes . der „Mensa academica Judaica“ in deren Lokalitäten eine Feier statt, zu der auch als Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde Herr Univ.-Prof. Dr. J. Pollak und für das Kuratorium der Mensa Herr Generalstabsarzt Dr. J. Zuckermann erschienen waren. Auch hatten fast (älle Wiener jüdisch-academischen Vereine und Korporationen Vertreter entsandt. Nachdem der Präses des Vereines, med. J. V e c s I e r, die zahlreich erschienenen Gäste aufs herzlichste begrüßt hatte, nahm exp. acad. A. Emanuel Reiner das Wort zur Festrede. Derselbe wies darauf hin, daß die jüdische Oeffentlichkeit ursprünglich voller Skeptizismus und Mißtrauen der Schaffung einer jüdischen Mensa durch die jüdischen Studenten gegenüber gestanden sei. Heute, nachdem die Mensa durch ihren einjährigen Bestand, durch die hohe, stets wachsende Zahl der täglichen Frequentanten, durch die Größe des jährlichen Umsatzkapitales (gegen K 53.000.—) und durch die Sympathien, die sich durch eine hohe Mitgliederzahl dokumentieren, ihre Existenzberechtigung, ihre Notwendigkeit und ihre Lebensfähigkeit bewiesen hat, wandte sich dieser Institution auch das Vertrauen der gesamten jüdischen Oeffentlichkeit, u. zw. nicht nur Oesterreichs, sondern auch des Auslandes zu. — Die Mensa wurde vor einem Jahre fast ohne Mittel förmlich aus dem Boden gestampft, heute sei ihr Bestand gesichert. Die jüdischen Studenten haben durch die Gründung einer eigenen Mensa bewiesen, daß sie zu praktisch positiver Arbeit fähig seien und das ihnen von der jüdischen Oeffentlichkeit geschenkte Vgrtrauen vollauf rechtfertigen und verdienen. Wenn die jüdischen Studenten auch weiterhin mit derselben Begeisterung wie bisher an diesem kojlegial humanen Werke mitarbeiten und auch die jüdische Oeffentlichkeit durch Zuwendungen die edlen Bestrebungen des Vereines fördert, dann werde die Mensa nicht nur dem heimatlosen Studenten das Heim ersetzen, den ärmeren Kollegen durch Verabreichung von billigen und dabei doch genügenden und rituell zubereiteten Speisen eine Stütze sein, sondern auch — und die Mensa sei der geeignetste Ort dafür — der geistige Brennpunkt der jüdischen Studentenschaft werden. Nach den mit Beifall aufgenommenen Ausführungen des Festredners beglückwünschte im Namen der israelitischen Kultusgemeinde in Wien, Herr Univ.-Prof. Dr. J. Pollak und im Aufträge des Kuratoriums, dessen Vize-Präsident, Herr. Generalstabsarzt Dr. J. Zuckermann, die Mensa, zu ihrem erstjährigen Bestände und wünschten ihr auch für die Zukunft das beste Gedeihen und vollsten Erfolg in ihren Bestrebungen. Tosender und nicht endenwollender Beifall belohnten die vom Herzen kommenden Worte. Nachdem noch cand. med. M. Keßler die tatkräftige Mitarbeit des Kuratoriums und insbesondere der dem Kuratorium angehörenden jüd. Universitätsprofessoren, . denen .die jüdische Studentenschaft. Wiens zu größtem. Danke verpflichtet ist, hervorgehoben hatte, überbrachten noch mehrere Vertreter jü- . discher Studenten der Mensa ihre Glückwünsche. Hierauf würde der offizielle Teil das Abends geschlossen und ein fröhlicher Kommers vereinte die Teilnehmer der Feier bis in die frühen Morgenstunden. . Wien. (Jüd.-akad. Verbindung „Makkabäa“.) Ergebnis der Chargenwahlen für das Wintersemester 1912/13: ing. Alex. Kremenezky X, jur. Paul Horovitz XX, JUC. Sandor Spitzer XXX. Wien. (Verein zionist. Hochschüler „Theodor Herzl“.) Seminar-Programm: Samstag, den 9. November: Mosche Waldmann: „Jüdische Zeitfragen“; Dienstag, den 12. November: Zion. Seminar, Moses Heß; Mittwoch, den 13. November: Statistisches Seminar; Samstag, den 16. November: Vereins-Prüfung. Beginn der Vorträge i/28 Uhr abends. Gäste willkommen! Wien. (Akademischer Verein „Jüdische Kultur“.) Chargenwahlen: cand. jur. Heinrich Fleiß, Präses, stud. ing. Siegfried Jakob, Vicepräses, stud. archit. Salomo Birnbaum, Schriftführer. Wien. (Akademischer Verein „Jüdische Kultur“). Derselbe veranstaltet in dieser Woche folgende Vorträge: Montag, 11. November: Bb. Rappapor t, Referat über das Sammelbuch. „Heimkehr“. — Mittwoch, 13. November: Bb. Haber, Vorlesung (Naturschilderungen aus jüdischen Dichtungen). — Samstag, den 16. November, findet ein Unterhaltungsabend in den Souterrainlokalitäten des Cafe Silier statt. Wien. („Esperanza“, acad. Verein der spanischen Juden.) Neuwahlen: Präses: Vita D. Kajon, Vizepräses: Ezza Kajon, cand. med., I. Sekretär: Elias Ovadia, stud. med., II. Sekretär : Samuel Eskenasy, stud. ing., Kassier: Avram Baruch, stud. ing., Bibliothekar: Daniel Nachmias, stud. ing., Archivar: Nisim Menasse, cand. med. Wien. (Akad. Verein jüdischer Mediziner.) Ausschußwahl: Obmann: MUC. Robert Fischer; 1. Obmann-Stellvertreter: MUC. Bela Szigeti; 2. Obmann-Stellvertreter: MUC. Theodor Sußmann; 1. Schriftführer: MUC. Edoardö Weiß; 2. Schriftführer: med. Edgar Weinsberg; Kassier: med. Eugen Schorr; Bibliothekar: med. Ernst Hirsch; Zeitungsverweserin: MUC. Hannah Weitz; Oekonom: MUC. Moses Rabach. Wien. ' Sonntag, den 8. Dezember d. J., findet das erste Kreisturnfest der jüdischen Turnerschaft, Kreis Westösterreich, in Wien statt,

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