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Jüdische Zeitung · 1912-09-25 · 38 (25.9.1912) · page 1

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
6 (1912)
Issue
38 (25.9.1912)
Date
1912-09-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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NnTIQNHL -JUDI5LHE5 uRGRN;J,fr. - v.B tr$chetot wöchentlich.— Redaktion, Administration und loseratenaufnahme: Wien, Il^Steianiestraße Nr. 12. — Sprechstunde» ■ '•,r ^..iä^rfehCvbn 11—12 Uhr vormittags und 4—5 Uhr nachmittags. — Manuskripte werden nicht zurückgesteOt. — Abonnementqireise: Für Oester- _ 4 1 £"J-Teich->Ungarn: Ganzjähr. K 10.—, halbjähr. K 5.—, vierteil ähr- K 3.—. Epr Deutschland: Ganzjähr. Mk. 10.—, halbiähr. Mk. 5.—.. Vierteljahr. ® ‘ Mk-. 3.—. Für das übrige Ausland: Ganzjähr. Frcs. IS.—. Einzelexemplare 20 h. Postsparkassenkonto 133.404. Telefon 22.075. ■ Nr. 38 Wien, Mittwoch, den 25. September 1912 VI. Jahrgang Gesinnungsgenossen! Der Kultusvorstand bringt zur Kenntnis, dab die Wählerliste für die diesjährigen Wahlen in den Kultusvorstand vom 30. September bis 14. Oktober - zur Einsicht der Gemeindeangehörigen im Sekretariate der Kultusgemeinde, I. Seitenstettengasse, iil. Stock, aufliegt. Reklamationen wegen Auslassung wahlberechtigter oder Aufnahme von nicht wahlberechtigten Personen sind bis inklusive 13. Oktober schriftlich in der Kanzlei der Kultusgemeinde einzubrtngen. Die wahlberechtigten Gesinnungsgenossen werden hiermit aufgefordert, in die Wählerliste Einsicht zu nehmen und sich auch davon zu überzeugen, ob ihre Bekannten in die Wählerliste aufgenommen wurden. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß diesmal auch diejenigen Kultussteuerträger, die mit der Steuerzahlung im Rückstände sind, Anspruch auf Aufnahme in die Wählerliste haben und ihr Wahlrecht auszuüben; berechtigt sind. Der XI. Kongreß. Gesinnungsgenossen! P^Siieirtra]ks®itee:.dp%,ziqnistisclieiiv,Org.at-.. nisätion hat "den Beschluß gefaßt, den nächsten Ziohistenkongreß für Ende August 1913 nach Wien einzuberufen. Wir glauben nicht zuviel zu sägen, wenn wir dieses-Ereignis als einen Wendepunkt'in der zionistischen Entwicklung Oesterreichs ansprechen. Von Oesterreich aus ist die zionistische Organisation geschaffen worden. In Wien war das Hauptquartier des Generalstabs, der sich seine Armee erst aufbauen mußte und aufgebaut hat; Wien ist das Zeichen jener Zeit, die uns heute schon als das heroische Zeitalter der Bewegung erscheint. Der Schwerpunkt der Organisation ist dann verlegt worden; er ist seit einem Jahre dort, wo wirklich der Mittelpunkt des zerstreuten Judentumsj ist, in Berlin. Pesterrerch ist zur zionistischen Provinz geworden. Und nun wird Wien für eine Woche wenigstens wieder Mittelpunkt Sein. Die ungeheure Kraft, die in der zionistischen Organisation vereinigt ist und alle zwei Jahre für kurze Tage losgebunden in Erscheinung tritt, jene Kraft-, die von .Oesterreich aus geschaffen wurde, wird sich Tür. einmal wieder Oesterreich zu\venden, aut Oesterreich wirken. Wir haben der Welt, die Organisation gegeben, und unsere eigene Organisation war zurückgesetzt. Als andere Länder an unsere Stelle träten, ging uns viel verloren: der große Führer, der uns einen Schimriier seines Heldentums gab, und der Elan, der won dem Bewußtsein unserer Mission im Judentum ausging. Nun kehrt die Organisation, groß und Imachtvolt, stark und sicher geworden, zu uns zurück: wir werden ihre Wirkung fühlen.; Wir fühlen sie schon" heute. Der österreichische Zionismus wird den Zionismus der ganzen Welt zu Gaste haben; . Hunderte. von Delegierten, Tausende von Gästen, die Führer der Bewegung, die Arbeiter am Werke, Soldaten und Offiziere der großen Armee und der ganze Troß wird nach Wien aufgeboten. Wir sind die Wirte, wir die Gastgeber. 4. Und eine Empfindung » beherrscht uns, seit wir von dem Beschlüsse erfahren haben. Der Kongreß wird uns unendlrch viel geben; aber er soll uns nicht nur geben, er soll auch von uns empfangen. Er soll vor allem sehen, daß es nicht eine beliebige zionistische Provinz ist, wo er tagt, sondern das Land, das große zionistische Traditionen hat, »die' es kennt, ehrt und Ein Jahr trennt unsnqch von dem Wiener Kongreß. Wir wollen dieses Jahr nützen. Der Gedanke, daß altes, was wir'haben und können, das alles!, was Wir sind, .vor den Augen aller Zionisten entfaltet sein wird, wird uns befeuern; wir werden in diesem Jahre! doppelt Und dreifach arbeiten, um vor dem Kongreß als eine machtvolle, imposante Gruppe zu stehen. Wir werden alle Kräfte anspannen; der Kongreß in Oesterreich soll ein starkes Oesterreich im Kongresse vorfinden. Das Wort „Wiener Kongreß“ weckt große Vorstellungen. Wir möchten, daß alle Zionisten in den österreichischen Distrikten sich mit dem Gedanken vertraut machen, daß der. uns bevorstehende Wiener Kongreß keine alten Vorstellungen zu scheuen braucht. Die Arbeit des beginnenden Jahres soll getragen sein von der Devise, die alle Kräfte auslösen wird: Wir arbeiten vor dem Wiener Kongreß, wir arbeiten für den Wiener Kongreß. Zionistisches Zentralkomitee für Westösterreich. 6fietfojudeRfum uni Eutoisfenftongieß. Der große Rummel ist vorüber, der eucharistische und der antieucharistische, und einer war hohler wie der andere. Durch das monatelange Geschreibsel zeilenhungriger Reporter um das Restchen klarer Ueberlegung gebracht, hat sich das Publikum wirklich eingebildet, große ereignisreiche Tage zu durchleben, Tage voll gewaltiger Kämpfe undunerhört wichtiger Kundgebungen. Und der Effekt? Wenn nicht auf ein paar Dächern vergessene schmutzige Fahnenfetzen kleben und aus dem Straßenkehricht Fragmente von antiklerikalen „Josefsblättern“ hervorlugen würden, kein Mensch dächte noch an diese „inhaltsschwere“ Zeit. Welche Offenbarungen wurden uns denn kundgetan? Daß in Oesterreich der Klerikalismus Trumpf ist, daß sich ihm alle Behörden und Verwaltungskörper dienstbar erweisen, das wußten wir bereits früher. Daß die Dynastie streng kirchlich gesinnt ist, ist -seib ungeÖfe ^OD Jahren* bekannt. .Daß ' vor den Willensäußerungen hoher und höchster Herrschaften der bürgerliche Freisinn hinschmilzt, wie Butter in der Julisonne, und der liberalste Journalist in Oesterreich alle freiheitlichen Ideen aufs Eis legt, wenn er in sieben Spalten die Karosse eines Kardinals und das goldene Sattelzeug und die frisierten Schweife kaiserlicher Rösser beschreiben kann, ist doch auch keine neue Wissenschaft. Längst bekannt ist auch die Tatsache, daß die katholische Kirche stark und mächtig und das Arrangement ihrer Demonstrationen pompös ist, der österreichische Antiklerikalismus hingegen schwach und ungeschickt arbeitet, daß die Kleriker das Volk aufsuchen und präparieren, während unsere Aufklärer mit Artikeln Dr. Ofners und der Frau Granitsch Roms Grundfesten erschüttern wollen. Es gab wirklich keinen Grund zur Aufregung, am allerwenigsten für uns Juden. Es kann auch mit Genugtuung konstatiert werden, daß sich die Wiener '; Verlag „Jüdische Zeitung“, Wien, If., Stefaniestraße 12. Gibt es einen künstlerischen und charakteristischen Schmuck für das jüdische Heim? Durcb Herausgabe von Palästina im Bild“ erscheint diese Frage endlich in bejahendem Sinne beantwortet Bisher mußte man darauf verzichten, durch Kunstwerke jfidin ■■!-—_ sehen Charakters seinem Heim ein-schönes und dabei eigenartiges Gepräge zu verleihen, seinen heranwachsenden Kindern nachhaltige Eindrücke jüdischen Wesens zu vermitteln. Was der Markt bot war unbedeutend, geschmacklos, das gebildete Auge verletzend. Nun aber haben . wir den so schmerzlich vermißten jüdischen Bildschmuck und er kann den Vergleich mit dem aller anderen Völker ruhig aufnehmen. firflRp Klincthlattor 50 cm. X 60 cm. — Als gerahmtes Wandbild und in der Mappe vollendet wirkend. Auf feinstem dicken Japanpapier W - ivUliaiwiaiicr mit geprägter Facete und Unterschrift in Kunstdruck. — Lagernde Sujets: 1. Jaffa in Sicht 2. Alt-Jaffa. 3. Herzlstrafie in Tel-Awiw. . 4. Wächter der Kolonie Rechoboth. 5. Kinereth am Rberiassee. 6. Pflüger an der Kolonie Rochoboth. 7. Hauptstraße in Petach Tikwah. 8. Jugendspiele im hebr. Gymnasium. 9. Yementische Silberschmiede. 10. Tempelplatz in Jerusalem, If. Gräber im Tal Kidron. 12. Bergstraße von Jerusalem nach Sichern. 13. Königsgräber in Jerusalem. 14. 83 jähriger Kolonist mit Urenkel am Pflug in der. Kolonie Sichron Jakob. 15. Kunstgewerbeschule Bezalel. 16. Alt-Jerusalem. 17. Bergstraße in Judäa. 18. Herzlcypresse bei Mozzah. 19. Heueinfuhr in Kinereth. 20. Szenerie in Rosch-Pinah. 21. Nordufer des, . . Tiberiassee 22. Durch die Jordansquellen. 23. Talmudschule in Meron. 24. Alte Sarazenenbrücke über den Jordan. ■ Preise: 1 Blatt nach Auswahl K 5.—, 10 Blätter nach Auswahl K 45.—, alle 24 Blätter samt Prachtmappe K 106.— — ,-==3 Bestellungen (Angabe der Bildernummer genügt) an die »Jüdische Zeitung“, II., Stefaniestraße 12. Illustrierter Prospekt gratis* Lieferung gegen Vorausr bezahlung oder Nachnahme. 2

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