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Jüdische Zeitung · 1912-09-11 · 37 (11.9.1912) · page 1

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
6 (1912)
Issue
37 (11.9.1912)
Date
1912-09-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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■ Erscheint wöchentlich. — Redaktion, Administration und 1 nserat edaufnahtne: Wien, ll^tehniestraBe Nr. 12. — Sprechstunden ■ _ tS >.lich von 11—12 Uhr vormittags und 4—5 Uhr nachmittags. — Manuskripte werden nicht znrflckgestellt. — Abonnementspreise: Für Oester- B refcb-Ungarn: Ganzjähr. K 10.—, halbjähr. K 5.—, Vierteljahr. K 3.-J Für Deutschland: Ganzjähr. Mk. 10.—, halbiäbr. Mk. 5.—, Vierteljahr. ■ ■ Mk. 3.—. Für das übrige Ausland: - Ganzjähr. Frcs. 15.—. Einzelexemplare 20 h. Postsparkassenkonto 133.404. Telefon 22.075. | Nr. 37 Wien, Mittwoch, deh 11. September 1912 VI. Jahrgang asagssBsBssBasassBBBBBBBSssiBssBiBBBaäBBBaBSBBBaaEBBMBnBSBaaa Die nächste Nummer unseres Blattes erscheint Mittwoch, den 25. d. M. □□□□□□□□□□□□□□□□□□□ Allen unseren Lesern und Gesinnungs- Genossen entbietet die besten Glückwfinsche zu smrvmmn Die „Jüdische Zeitung“. □ □□□□□□□□□□□□□□□□□'□ Ppogpammziele der judlldicn National- Partei. Von Adolf B ö h m, Wien. Die Jüdische Nationalpartei für Oesterreich! setzt sich in ihrem Krakauer Programm (1006)! ■ die. Erringung der nationalen Autonomie der,, österreichischen Juden als Hauptziel ihrer politischen Aktion. Was ist nun unter nationaler Autonomie zu verstehen? Weitaus die überwiegende Mehrzahl der Parteigenossen stellt sich darunter nichts anderes vor, als eine Autonomie der einzelnen-, zu Rechtspersönlichkeiten zusammengefaßten Nationen Oesterreichs inbezug aut ihre nationalkulturellen Angelegenheiten und ihrer Vertretung nach außen, wobei ihnen eine gewisse Steuerhoheit zur Einbringung der Mittel für die Errichtung der national-kulturellen Anstalten, Schulen, Museen üsw. vom- Staate verliehen werden soll. Die Analogie mit den Religionsorganisationen wäre nach dieser Auffassung der nationalen Autonomie eine vollkommene. Ueber die Vorteile einer solchen ..Ordnung der Dinge in Oesterreich für die innere Konsolidierung der Nationen braucht nichts gesagt zu werden; auch jene für das gesamtstaatliche Leben sind sehr einleuchtend, weil die Ausschaltung aller nationalen Streitigkeiten aus Parlament, Landtagen usw., durch die heute, wie jedermann weiß, die Staatsmaschine lahmgetegt und der Fortschritt des Reiches gehindert wird, nur wohltätig wirken kann. So ähnlich haben sith die Schöpfer des Krakauer Programms, unter denen auch ich mich befand, die „nationale Autonomie“ gedacht, wobei sie die nähere Ausführung und theoretische Durcharbeitung dieses Pfogrammpunktes der weiteren Parteiarbeit überlassen mußten. Leider ist aber auf diesem Gebiete bisher nichts geleistet worden,1) man war überdies im Zuge der sich häufenden praktischen Aktionen versucht, die Theorie überhaupt gering zu schätzen, und so wurde verkannt, wie nötig zti jedem Schritt in der Praxis eine Viorherige theoretische Untersuchung der anzustrebenden Ziele ist: Zuerst war das kommunistische Manifest und dann, auf ihm fußend, konnte erst eine sozialdemokratische Partei entstehen. Ich höre schon deh Einwand, der mir gemacht werden wird, denn ich habe ihn immer wieder vernommen: die „nationale Autonomie“, ist theoretisch bereits m klassischer Weise von Dr. Karl Renner (Rudolf Springer) durchgebiTdet worden. Gewiß! Aber haben wir auch schon untersucht, ob gerade das Schema Renners geeignet ist, ein Programipziet der Jüdischen Nationalpartei zu bilden?: Das ist bisher nicht geschehen, wäre aber, wie aus folgenden Erwägungen hervorgeht, äußerst' notwendig. “ - Das Rennersche Schema ist nicht identisch mit einer bloß national-kulturellen Autonomie, sondern Renner3) verbindet diese mit einer Demokratisierung der Verwaltung nach englischem Muster- („Local Self-Government“), wodurch es ihm möglich wird, die Autonomie der Nationen fast zu vollkommener Gebietshoheit, die ja das letzte Ziel jeder Nation ist, auszuweiten und gegen alle Zwischenfälle des staatlichen Lebens zu versichern. Nach Renner soll ganz Oesterreich in möglichst national - geschlossene Selbstverwaltungskreise eingeteilt werden. Den auf Grund des allgemeinen Stimmrechtes gewählten Kreisvertretungen sollen die Verwaltungsfunktionen der staatlichen und territorialautonomen Organe (Landtag, Bezirks-, Gemeindevertretung) übertragen werden. Dort, wo gemischtnationale Kreise geschaffen werden müssen, deren Zahl* wie die Becksche Wahlkreiseinteilung zeigt, aut ein Minimum beschränkt werden könnte, soll die Kreisvertretung proportional nach den Bevölkerungszahlen der im Kreis ansässigen Nationen zusammengesetzt werden. Aus den nationalen Kreisvertretungen setzt sich sodann die nationale Rechtspersönlichkeit zusammen. Wie aus diesem Schema hervorgeht, ist auch für Renner nicht, wie man fäschlich annimmt, das reine „Personalitätsprinzip“, die Zusam - menfassung der Nationsangehörigen, das alleinige konstituierende Prinzip, sondern seine Konstruktion setzt voraus, daß jede Nation ein bestimmtes territoriales Gebiet, in welchem sie allein siedelt, besitzt. Diese national geschlossenen Territorien mit ihrer nationalen Selbstverwaltung im Kreise sind die Zentren und Stützen der nationalen Autonomie. Die Angliederung der Nationsgenossen iu der Diaspora zum Zwecke ihrer nationalen Sicherung ist auch bei Renner trotz des reinen Personalitätsprinzips, das er anwendet, von weniger als sekundärer Bedeutung. Oh der Rennerschen Konzeption nicht schwere Mängel anhaften, ob nicht nach ihrer Durchführung, anstatt daß gerade die kleinen Völker geschützt sein würden, wie man heute allgemein annimmt, gerade die drei großen Völker (Deutsche, Böhmen und Polen/ eine noch; stärkere Präponderanz gewinnen würden, als [ heute (vermöge ihrer ungleich höheren Steuer-! kraft und des Einflusses, den das Gewicht ihrer Gesamtzahl in den gemischten Kreisen, aus- > marhen würde, die auf Reziprozität angewiesen sind); will ich nicht untersuchen. Hier handelt es sich nur um die Frage, wie das Rennersche Schema, einmal durchgeführt, auf die speziellen Verhältnisse der Juden wirken würde. Ich denke: Nicht sehr günstig. Die Juden besitzen nirgends ein geschlossenes Siedlungsgebiet, sie sind auchin Oesterreich nur ein Diasporavolk. Sie hätten in keinem Kreise die Majorität. Vielleicht könnten im Osten einige jüdische Kreise gebildet werden, was mehr als fraglich ist, in Westösterrdch ist das ausgeschlossen. Selbst im zweiten- Bezirk von Wien haben die Juden keine Majorität. Wenn wir auch das eine Uebel, das hieraus resultieren würde: dab die Juden sich auf kein Kraftzentrum im Lande stützen könnten, nicht so hochanschiagen wollten, da es gegen den bestehenden Zustand wenigstens keine Verschlimmerung bedeutete, so sind andere Gefahren, die sich aus der Lage der Juden als Diasporavolk bei der Durchführung der nationalen Autonomie nach Rennerschem Schema ergeben würden, viel ernster zu nehmen. Erstens würden die Juden in den Kreisvertretungen, welche, Wie bereits erwähnt, sämtliche Verwaitungsagenden in Händen hätten, / Verlag „Jüdische Zeitung“, Wien, II., Stefaniestraße 12. Gibt esteinen künstlerischen und charakteristischen Schmuck für das jüdische Helm? Durch Herausgabe von „Palästina im Bild“ erscheint diese Frage endlich in bejahendem Sinne beantwortet. Bisher mußte man darauf verzichten, durch Kunstwerke jüdi- sehen Charakters seinem Heim ein schönes und dabei eigenartiges Gepräge zu verleihen, seinen heran wachsenden Kindern nachhaltige Eindrücke jüdischen Wesens zu vermitteln. Was der Markt bot, war unbedeutend, «schmacklos, das gebildete Auge verletzend. Nun aber haben 'wurden so schmerzlich vermißten jüdischen Bildschmuck und er kann den Vergleich mit dem aller anderen Völker ruhig aufnehmen. GrOßfi Kunstblätter cm* * 60 cm. — Als gerahmtes Wandbild und in der Mappe vollendet wirkend. Auf feinstem dicken Japanpapier r~~„ ,; . mit geprägter Facete und Unterschrift in Kunstdruck. — Lagernde Sujets: 1. Jaffa in Sicht 2. Alt-Jaffa. 3. Herzlstraße m Tel-Aww. 4. Wächter der Kolonie Rechoboth. 5. Schule aus! im hebräischen Gymnasium. 6. Pflüger in der Kolonie Rochoboth. 7. Hauptstraße in Petacb Tikwah. 8. Jugendspiele im hebr. Gymnasium. 9. Yementische Silberschmiede. 10. Tempelplatz in Jerusalem. 11. Gräber im Tal Kidron. 12; Bergstraße von Jerusalem nach Sichern. 13. Königsgräber in Jerusalem. 14. 83 jähriger Kolonist mit Urenkel am Pflug in der Kolonie Sichron Jakob. 15. Kunstgewerbeschule Bezalel. 16. Alt-Jerusalem. 17. Bergstraße in Judäa. 18. Herzlcypresse bei Mozzah. 19. Heueinfuhr in Kinereth. 20. Szenerie in Rosch-Pinah. 21. Nordufer des Tiberiassee 22. Durch die JordansqueUen. 23. Talmudschule in Meron. 24. Alte Sarazenenbrücke über den fordan. - - ■■ - . Preise: 1 Blatt nach Auswahl K 5.—, 10 Blätter nach Auswahl K 45.—, affe 24 Blätter samt Prachtmappe K 100.— — — — — Bestellungen (Angabe' der Bildernummer genügt) an die „Jüdische Zeitung“, II.» Stefaniestraße 12. Illustrierter Prospekt gratis. Lieferung gegen Vorausbezahlung oder Nachnahme.

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