Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 6 (1912)
- Issue
- 36 (6.9.1912)
- Date
- 1912-09-06
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2438141-2438380-2438416--3194-2442938- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 36 Mt Telelon 12429. MM 12429.- Wien, IX., Kolingässe Nr. 13, Liechtensteinstraße 6 empfiehlt sein großes Lager in allen Fecht-, Turn-, Sport-, Tennis-, Fußball-, Hockey-, Militär- und Beamten-Uniformsorten in billigster bis feinster Ausführung und gewährt allen Mitgliedern sämtlicher akad.' Verbindungen, Tum- und Sportvereinen 10°/o Rabatt auf die auf jedem Stück ersichtlich gemachten " Preise. Titel „Wiener hebräische Epitaphien“ . in den Sitzungsberichten der Wiener Akademie I der Wissenschaften, Band 156, IV (1907) er- I schienen war. Die Erwartungen,- die ich in jenem Referate an die Gesamtpublikation geknüpft habe, haben in diesem Bande in erfreulicher Weise ihre volle Bestätigung gefunden. Erst die Gesamtpublikation mit der Fülle ihres Materials (es sind 636 datierte und 58 mangelhaft und ganz undatierte Inschriften) zeigt uns so recut klar und deutlich, wie es der Verfasser verstanden hat, stumme und halbverwitterte Grabdenkmäler zu laut kündenden Zeugen einstigen Lebens zu machen, welche Summe gründlicher Kenntnisse ihm zu Gebote stehen und wie viel Scharfsinn und feinen kritischen Geist, aber auch wieviel ehrliche Arbeit und Mühe er zu dieser mustergültigen Forschung verwendet hat. Wohl sind seit dem Erscheinen der genannten Probepublikation manche wertvolle Quellen zur äußeren Geschichte der Wiener Juden veröffentlicht worden, deren sich Wachstein bedienen konnte, aber gerade die Art, wie er diese neuerschlossenen Quellen in den Dienst seiner Forschung zu stellen wußte, macht dieser letzteren alle Ehre. Zunächst kam es bei den allermeisten der in den Inschriften enthaltenen Namen auf die Identifizierung der Persönlichkeiten und. auf die Feststellung der genealogischen Verhältnisse an. Diese mühevolle Arbeit, die besonders bei vornehmen und als gelehrt geltenden Namen durch ein schier endloses Labyrinth literarischer Quellen und biographischer Details führt, hatte den günstigen Erfolg, daß viele Einzelheiten in historischen und genealogischen Schriften, die von Werk zu Werk übernommen worden waren, berichtigt und korrigiert werden konnten. Das ist wohl die allerstärkste Seite in Wachsteins Untersuchungen, die dem künftigen Schreiber einer zusammenfassenden Geschichte der Juden in Wien große Dienste leisten dürfte. Aber auch die philologische Aufgabe der Forschung ist in gebührender Weise gelöst worden. Unterstützt von seiner profunden Belesenheit in der gesamfen hebräischen Literatur sowie von einer seltenen Kombinations!- fähigkeit, ist es ihm gelungen, unleserliche Stellen in den auch sonst unklaren, weil phrasenhaften Texten zu erkennen und Fehlendes an ihnen zu ergänzen, Stileigenheiten zum Zwecke wichtiger Feststellungen und Vergleichungen aufzudecken und in den erklärenden Noten interessante Schlüsse zu ziehen auf das Leben und Streben der Dahingeschiedenen, sowie auf das Denken und Fühlen der Lebenden, die ihnen ein Denkmal gesetzt haben. Nur sehr wenige unbedeutende Fehler von Lesungen mangelhafter Texte wären zu verzeichnen; sie sind aber so geringfügig und für die Beurteilung des vortrefflichen Werkes so irrelevant, daß sie dessen hervorragenden Wert nicht im Geringsten beeinträchtigen. Deren Berichtigung, die ja bloß hypothetischen Charakter haben könnte und nur die Möglichkeit anderer Lesungen zur Diskussion stellen würde, gehört vor das Forum der engeren Fachgenossen und dürfte weitere Leserkreise nicht interessieren. Hier finde ich es nur noch am Platze, auf die schön geschriebene Einleitung des Verfassers aufmerksam zu machen, in der in allgemeinen Zügen ‘ das zusammengefaßt wird, was wir zur kulturgeschichtlichen Beurteilung jener Zeit, von der uns die Inschriften erzählen, aus diesen lernen können, welche Tugenden an den Einzelnen gerühmt wurden und welche Ideale die Gesamtheit, die jüdische Gemeinde, beseelten. Es sind dies die guten alten Tugenden der Familie und des Hauses, die das jüdische Volk lebens- und widerstandfähig gemacht, jene Ideale von Selbstschätzung und Selbstbewüßtsein, die den Gemeinden den inneren Halt verliehen, der sie vor der Vernichtung der Eigenart oder Verleugnung derselben bewahrte. Die Wiener jüdische Gemeinde kann sich großer, hehrer Traditionen rühmen. Möge die Pietät, die jetzt dem Begräbnisplatz und den Denkmälern der Vorfahren zuteil geworden ist, sich auch auf diese Traditionen selbst erstrecken, auf daß die Wiener Juden würdige Epigonen werden jener Helden, die im Jahre 1670 lieber das schreckliche Los der Vertreibung ertrugen, als ihre Ueberzeugungstreue und Eigenart aufzugeben! Paplei.-Nachpichfen. Zentralfond. Eingänge für den Zentralfond vom 12. August bis 1. September 1912. Böhmen. Aussig: „Theodor Herzl“ K8.—. Kwasney: Gottlieb Fischer K 10.—. Prag: Familie Bondy K 5.—. Summe K 23.—. Innerösterreich. Wien: Emil’ Kafka K 10.—; H. Menachem K 2.—. Summe K 12.—. Mähren-Schlesien. Boskowitz: „Laetitia“, Jüdischer Turnverein K 50.—; Blocksammlung: Boskowitzer Sportklub K 3.—; ,,Gideonia“, Alfred Munk ä 1.—. Oderberg: „Zion“ K 75.—. Proßnitz: Turnverein-Sammlung K 10.—. Summe K 140.—. Gesamteingang aus Westösterreich K 6480.57, und zwar: Böhmen K 2755.64, Innerösterreich K 2176.70, Mähren und Schlesien K 1548.23. Vereinsnadipidifen. Wien. (Jüdischer Schulverein’ für den IX. Bezirk, IX., Seegasse 16.) Der Vorstand des Vereines gibt bekannt, daß die Einschreibungen Sonntag, den 15. September, vormittags von 10 bis 1 Uhr, Montag bis Mittwoch (16. bis 18. .September) abends von 5 bis 1/08 Uhr, stattfinden. Es wird ersucht, die Anmeldungen rechtzeitig vorzunehmen, da bereits eine größere An- ’zahl von Schülern und Schülerinnen vorgemerkt ' ist. ‘ Wien. (Herzl-Klub.) Dienstag, den 10. d. M.!präzise 3/i8 Uhr abends: Diskussion zum Vorfrage des Herrn Simon Advokat über „Die Zukunft der Juden“ nach . Prof. Werner Somlbart. Ort: Jüdisches Volksheim, II., Stefanie- Straße 12. Gäste herzlichst willkommen! Sonni tag, den 8. d. M.: Ausflug nach Leopoldsberg)- Kahlenberg; Treffpunkt: Stadtbahnstation Brigittabrücke, präzise 2> Uhr nachmittags. Führer: :Gg. Josef Stein. Wien. (Jüdischer Handlungsgehilfen -Verband. Sitz: Wien, II., Taborstraße 11 b.) Dienstag, den 10. d. M., 8 Uhr abends, Vortrag des ■ Koll. Sam. Strauß: „Das Land der unbegrenzten Möglichkeite n“.; Todesfall. Unser' verdienstvoller Gg., Herr ' Ing. Robert K ö p p 1, Ausschußmitglied des zioi nistischen Zentralvereines, erlitt durch den Tod seiner Mutter, Frau Josefine Köppl, einen unersetzlichen Verlust. Das Begräbnis der Verstorbenen fand Dienstag, den 27. v. M. unter all-; gemeiner Teilnahme statt'. Ein Wämungsruf für arme Kranke! Wien ist einer der von armen Kranken am meisten aufgesuchtesten Orte, da der Ruf unserer medizinischen Fakultät und unserer Professoren und Aerzje bis in die entferntesten Winkel von Europa Teicht. Ein armer Kranker trifft am Bahnhofe ein, mit seinen letzten; Mitteln, die er zusammengeschärt hat, Um Rettung zu suchen. Er wird von gewissenlosen Agenten ,die sich wie Vampyre an ihr Opfer klammern, in Empfang genommen und so lange von diesen ausgesogen, bis er aller Mittel entblößt ist. Dann fallen diese armen Kranken gewöhnlich den öffentlichen Institutionen und Wohltätigkeits-Anstalten zur Last. Der Erste österreichische israelitische Hilfsverein für arme Kranke, richtet nun an die jüdische Presse die Bitte, durch Veröffentlichung dieses Warnungsrufes, die Kranken auf : diese- Gefahr aufmerksam zu machen und gleichzeitig die Behörden auf das unlautere Treiben dieser Agenten aufmerksam zu machen. Jeder Kranke, der nach Wien kommt, kann sich an den Hilfsverein wenden, der ihm mit Rat an die Hand geht, und eventuell für notwendige Unterstützung sorgt. Im Notfälle wird auch für ärztliche' Hilfe und Aufnahme in ein Spital gesorgt. Die Adresse des Hilfsvereines ist: Wien, II. Stephaniestraße 12. Hebräischer Lehrer (Hochschüler) sucht Posten als Leiter hebräischer Kurse (Berlitz-Methode) in einer Provinzstadt Westösterreichs. Unterrichtet auch die alte und /mittelalterliche Literatur. Zuschriften an das Palästina- Informationsbiireau, Wien, IX., Türkenstraße 9. Fanny Sonntag Maihias Kornreich; empfehlen sich als Verlobte. Statt jeder besonderen Anzeige.^ Wien, im September 1912. BETHAUS- KOMITE im Jüdischen Volksheim cyn m Wien, II., Stefaniestraße 12. An den hohen Feiertagen ms Din rwn twn wird im „JÜDISCHEN VOLKSHEIM“ II., Stefaniestraße 12 ein Gottesdienst abgehalten. Sitzkarten zu 10, 6 und 4 Kronen gelangen täglich mit Ausnahme des Samstages zwischen 6—8 Uhr abends zum Verkauf. Da die Anzahl der Bethaus-Sitzplätze eine Beschränkte ist, werden die p. t. Gesinnungsgenossen ersucht sich wegen Sitzkarten sofort vormerken zti lassen. Das Bethaus-Comit6 im „Jüdischen Volksheim“ II., Stefaniestraße 12. „Glasbilder“, Diapositive als Fensterbilder, dekorativ und plastisch, schönster Fensterschmuck, in feinem Rahmen mit Schnüren, Größe 18X24 cm, nur gegen Bestellung nach freier Auswahl aus 200 Sujets. Preis pro Bild samt Rahmen K. 7.— Bestellungen bei: „Jüdische Zeitung“, II., Stefaniestraße 12. $ * $ Beben erschienen! Meue Satiren $ * Neuf Aus dem Inhalte: Die göttliche Selma, Pollak v. Parnegg, Der Stolz von Göding, Die Nase des Ladislaus u. a. . Preis K 1.20, Porto 10 h. A Nur mb Mimnäutiij oder “ ‘ (45 li mehr) durcli die JÜsclifi ", Wien, ll|3, StßlanißstraBe 12. 5 728