Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 6 (1912)
- Issue
- 35 (30.8.1912)
- Date
- 1912-08-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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JÜDISCHE ZEITUNG ■ Erscheint wöchentlich. — Redaktion, Administration und Inseratenaufnahme: Wien, II.,Stefaniestraße Nr. 12. — Sprechstunden ■ a tätlich von 11—12 Uhr vormittags und 4—5 Uhr nachmittags. — Manuskripte werden nicht zurückgestellt. — Abonnementspreise: Für Oester- _ ■ reich-Ungarn: Ganzjähr. K 10.—, halbjähr. K 5.—, Vierteljahr. K 3.—. Für Deutschland: GanzjShr. Mk. 10.—, halbiähr. Mk. 5.—, Vierteljahr. ™ ■ Mk. 3.—. Für das übrige Ausland: GanzjShr. Frcs. 15.—. Einzelexemplare 20 h. Postsparkassenkonto 133.404. Telefon 22.075. B Nr. 35 Wien, Freitag, den 30. August 1912 VI. Jahrgang Palästina im Bild . Die Palästinabilder sind in folgenden Ausgaben erschienen: a) Albums. Album I enthält Ansichten von Jaffa bis Jerusalem. Album II enthält Ansichten von Jerusalem bis Haifa. Album III enthält Ansichten von Haifa nach Damaskus (Galiläa). Jedes Album enthält 60 Bilder in vornehm aüsgestatteter Holzmappe. b) Wandbilder. Größe 48X58 cm., 24 Sujets. L Jaffa in Sicht 2. Alt Jaffa. 3. Herzlstraße in Tel Awiw. 4. Wächter der Kolonie Rechoboth. 5. Schule aus! im hebräischen Gymnasium. 6. Pflüger in der Kolonie Rechoboth. 7. Hauptstraße in Petach Tikwah. 8. Jugendspiele im hebr. Gymnasium. 9. Yefnenitische Silberschmiede. 10. Tempelplätz in Jerusalem. 11. Gräber im Tal Kidron. 12. Bergstraße v. Jerusalem hach Sichern. 13. Königsgräber in Jerusalem. 14. 85jähriger Kolonist mit Urenkel am Pflug in der Kolonie Sichron Jakob. 15. Kunstgewerbeschule Bezalel. 16. Alt- Jerusalem. 17. Bergstraße in Judäa. 17. Herzlcypresse bei Mozzah. 19. Heueinfuhr in Kinereth. 20. Szenerie in Rosch-Pinah. 21. Nordufer des Tiberiassee. 22. Durch die Jordans- ' quellen. 23. Talmudschule in Meron. 24. Alte Sarazenenbrücke über den Jordan. c) Fensterbilder. (Diapositive) Sujets nach Wahl aus den Albums, ln elegantem Nickel-; rahmen. Preise: -Albums ä K 12.—; die 3 Albums zusammen K 30. Wandbilder ä K 5.—, 10 Bilder K 40. Alle 24 Bilder K 100.— in schöner > . Leinenmappe. Bestellungen und Anfragen an die Jüflildie Zeitung, Wien, II., Stefaniestr.12 Telephon 22.075. Oie zionistifdie Jahresbonferenz. Am 1. September wird in Berlin die zionistische Jahreskonferenz, die regelmäßig in dem kongreßlosen Jahre abgehalten wird, eröffnet werden. Der diesmaligen Konferenz kommt eine erhöhte Bedeutung zu. Zum erstenmal wird das vor einem Jahre gewählte Engere Aktionskomitee vor einem größeren Forum zionistischer Vertrauensmänner Rechenschaft über seine Tätigkeit ablegen. Noch ist in frischer Erinnerung, welche jahrelangen Kämpfe der Etablierung der neuen Leitung vorangegangen sind, wie der Streit die Organisation in ihren Grundfesten erschüttert hat, wie ein ganzer Kongreß resultatlos verlief und mit schwerer Mißstimmung geendet hat. Erst ein Jahr ist seit Abschluß der vieljährigen Kämpfe vergangen und doch fwie weit scheinen uns diese zurücfczuliegen! Durch keinen Nachklang aus jener Zeit wird unsere Stimmung heute getrübt und die Gegner von ehedem kämpfen Schulter an Schulter für die gemeinsame große Sache. Dieses Schauspiel zeugt von der Macht und Größe des zionistischen Gedankens, dessen einigende Kraft über die schwersten Hindernisse persönlicher und sachlicher Natur hinweg seine Bekenner zusammenzwingt, so daß sie in ihrem brüderlichen Wirken ein Beispiel sind für die zionistische Grundwahrheit: daß nur die Arbeit für die Zukunft der Nation das zersplitterte, zerstreute, individualisierte Volk zu einer gefestigten Einheit zusammenschmieden kann. Nur weil unsere Führer mit allen Fasern ihres Herzens währe Zionisten sind, so konnten sich nach langem Bruderkampfe ihre Reihen wieder zusammenschließen, ohne daß gegenseitige Bitterkeit die Arbeit erschwert hätte. Hier ist an erster Stelle der frühere Präsident der Organisation David Wo 1 f f - sohn zu nennen. Er, in dessen Hand sich jahrelang alle Machtmittel der Organisation vereinigt hatten, der wie keiner nach Herzl Popularität besaß, beschied sich1 sofort nach dem 10. Kongreß damit, ein Helfer und Rater der neuen Leitung zu sein und seine ganze Kraft, seine reiche Erfahrung, stets nach wie vor im Dienste unserer Institutionen vor allem der Bank und des Nationalfonds zu stellen. So gibt Wolffsohn ein Beispiel der Parteitreue, das vorbildlich wirken muß. Die neuen Männer, denen er die Hauptleitung übergab, haben sich ihrerseits so sehr auf der Höhe ihrer Aufgabe gezeigt, daß darüber die ganze Organisation einig ist. Die neuen Männer sind nicht nur die richtigen Männer am richtigen Platz, sondern ihre Tätigkeit ist erfüllt von Gemeingeist, selbstloser Opferwilligkeit und zielbewußter Energie. Sie haben es verstanden, die Organisation zu beleben, indem sie die Verbindung der Zentrale mit all ihren Teilen hergestellt haben und sie nicht mehr unterbrechen ließen, sie haben allen Zionisten neuen Arbeitsmut durch das Gefühl gegeben, daß jetzt eine Periode rascherer Tätigkeit eingesetzt hat, daß aber auch die Wünsche jedes einzelnen Zionisten gehört und beachtet werden. Sie haben die Geister, die schon ermüdet und zum Teile verärgert waren, wieder erweckt, und selbst die ältesten Kämpfer treten mit neuen Kräften auf den Plan. Die neue Leitung hat dies zustande gebracht, weil sie sich nie als eine regierende Macht gefühlt, sondern sich vielmehr stets als die erste Dienerin des zionistischen Gedankens betrachtet hat. Als solche 'hat Sie der Meinung der Organisation, vertreten durch ihre Führer, den größten Einfluß auf ihre Entscheidungen eingeräumt, ohne sich ihrer Verantwortlichkeit zu entschlagen. Sie hat einer großen Zahl von Vertrauensmännern regelmäßig Berichte gesendet und damit den Kreis derer, welche an dem Gange ihrer Tätigkeit unmittelbares Interesse nehmen, wesentlich erweitert. Sie hat den einzelnen Landorganisationen ihre Hilfe in verschiedenen Formen angedeihen lassen, sie hat die Schmerzen der Föderationen zu ihren Schmerzen gemacht und so die zionistische Organisation zu einer Art Familie gewandelt. Ist ihr aber auch genug Dank geworden? Wir glauben: nein. Zu sehr ist noch der Gedanke eingewurzelt, die Leitung habe unter eigener Verantwortung alles zu machen und am Kongreß habe sie dann Rede zu stehen, als daß das Bewußtsein schon reger wäre, daß heute jeder Zionist zur Mithilfe bereit sein müsse, daß die Leitung nichts machen kann, wenn ihr nicht die nötigen Mittel gegeben werden: die moralischen der Mitarbeit, der Anerkennung des Geleisteten, und die finanziellen. Wohl ist es viel, wenn in einem halben Jahre an besonderen Organisationsbeiträgen, die bekanntlich nicht sehr beliebt sind, über 50.000 K eingeflossen sind, aber das ist kaum die Hälfte dessen, was die Leitung als unbedingt erforderlich für Durchführung der nächsten Aufgaben bezeichnet hat. Diese Aufgaben sind groß und weitreichend. Nicht nur die innere Arbeit muß immer mehr ausgebaut und vertieft werden, noch wichtiger ist die politische und die kolonisatorische. In beiden hat das Aktionskomitee die bedeutendsten Fachmänner in ihrer Mitte, deren Tätigkeit zu loben heute mehr als überflüssig erscheint. Die Art und Weise, wie trotz der schwierigen Situation in der Türkei die Arbeit in Palästina vorwärts getrieben werden konnte, zeigt, daß nichts mehr unseren Fortschritt aufhalten kann. Der Bericht, welcher der Jahres-