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Jüdische Zeitung · 1912-05-31 · 22 (31.5.1912) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
6 (1912)
Issue
22 (31.5.1912)
Date
1912-05-31
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Hr. 22 qualitativ undquantitativ außerordentlicli befriedigend sein.. Die Zahl der jüdischen Landarbeiter in Chedera ist in den jüngsten Monaten erheblich gestiegen. . Während es hier vor einem halben Jahre bloß dreißig jüdische Arbeiter gab, sind jetzt bei den verschiedenen Pflanzungen etwa 70 aschkenasische und 40 jemenitische Arbeiter beschäftigt. Vor kurzem wurde hier eine gemeinsame Arbeiterküche eröffnet, der auch eine kleine Bibliothek angegliedert ist. Der Lehrer der Kolonieschule hat im verflossenen Winter hebräische Unterrichtskurse für die Arbeiter eingerichtet, die sich eines regen Zuspruches erten. Es ist in Aussicht genommen, für die neuangekommenen Jemenitenfamilien kleine Wohn - häuser zu j'rriditen. Hierdurch wird die dauernde Seßhaftigkeit dieses sympathischen und arbeitssamen Bevölkerungselements in unserer Kolonie erreicht werden. Im allgemeinen kann man sagen, daß Chedera sowohl in wirtschaftlicher, wie in nationalkultureller Hinsicht bedeutende Fortschritte macht.' Auch die Gesundheitsverhältnisse dieser in den ersten Jahren von der Malaria schwer heimgesuchten Siedlung sind jetzt durchaus zufriedenstellend. Die ausländischen Juden in Hessen. Darmstadt: Bei der letzten Volkszählung am' 1. Dezember 1910 wurden im Großherzogtum Hessen 2502 ausländische Juden, 715 mehr als im Jahr 1905, gezählt, die fast ausschließlich in den größeren Städten lebten, so in öffenbach 1131, in Darmstadt 512 und in Mainz 380. Der Staatsangehörigkeit nach sind die ausländischen Juden hauptsächlich Russen (1606) und Oesterreicher (689). Bemerkenswert ijst,d aß seit der letzten Volkszählung im Jahre 1905'besonders viele Juden in die Stadt Offenbach eingewapdert sind, so daß deren Zahl von 330 auf 874 gestiegen ist. Dies rührt daher, daß die Polizei im! benachbarten Frankfurt a. M. in den letzten Jahren viele russische Juden — nach dem1 Muster anderer preußischer Städte — ausgewiesen hat, während ihnen in Offenbach die Aufenthaltsbewilligung anstandslos gewährt wird. Dem Beruf nadi sind die meisten Juden in Offenbach (Portefeüiller iund Zigarettenarbeiter. Neue Freie Persse-Würdelosigkeit. In einer sehr aktuellen politischen Rede am 20. Mai in Klagenfurt gedachte der Delegationspräsident Abg. Dobernig mit besonderer Liebenswürdigkeit der N. F. P. Nach der Grazer „Tagespost“ wörtlich: „Mich als Deutschösterreichischen Abgeordneten .... überzeugt das jüngste Verhalten der Adels- und Börsenclique in Ungarn, deren Größenwahn durch die Gefügigkeit der „N. Fr. P>.“ leider tänglich genährt wird, wiewohl diesesi große Organ die wichtigere und näherliegende Aufgabe einer kräftigen Deckung der deutschösterreichischen Bolange zu besorgen hätte, von der Richtigkeit . . ... In unbegreiflicher Verkennung und Unterschätzung gewichtiger- Erscheinungen hat die „N. Fr. P.“ den Trialismus „eine Salonunterhaltung gesättigter Leute nach dem Diner“ genannt nur um den Fürsten Schwarzenberg, der sich in den Delegationen über den Trialismus ausgesprochen hat, eines am Zeuge zu flicken. Das ist die falsche liberale Doktrin: „Hohn und Spott für Alles, was die Leute in Wien nicht verstehen wolle n“. . . . Abg. Dobernig ist ein ruhiger, äußerst überlegter Mann und spricht, wie ein gebildeter Europäer. Wie würde beispielsweise ein Radikaler statt „Gefügigkeit“ und! statt „nährt (den Größenwahn der Borsendique“ sagen? Dobernig ist ist auch einer der angesehendsten Männer des deutschen Nationalverbandes. Seine Meinung ist •die des Verbandes.' Als ob es nach der bekannten Interpellation des ganzen Verbandes gegen die;,N. Fr. P.“ notwendig gewesen wäre, derselben die Zeichen der Zeit ganz genau zu verdeutschen, — zeichnete sie Dobernig, wegen ihres unwürdigen, blos geschäftlichen Kriecherdienstes angeeckelt, aus, aber — wie üblich — nur mit einem kräftigen Fußtritte. Wie quittiert 'die „Fr. P.“ solche Liebenswürdigkeiten? Sie wird viel chauvinistscher und macht es in ihrer „liberalen Doktrin“ so, als wäre sie gar nicht gemeint. Echte, typische Mauschelmanier!! Vor kurzem hat dieselbe „N. Fr. P.“ im „Salzburger Volksblatt“, Organ des Präsidenten Dr. Sylvester, vom deutsch-völkischen Standpunkt eine gründliche Zurückweisung erfahren. Und in der Pfingstnummer der „Fr. P.“ wird Dr. Sylvester als der geschickteste und gescheiteste Mensch gefeiert. Es ist sicherlich anzunehmen, daß sich Dobernig mit dem Fußtritte in Klagenfurt bei der „Fr. P.“ eine Verherrlichung seiner Präsidentenschaft bestellt hat. Die Deutschnationalen kennen die Würdelosigkeit der jüdischen Renegaten, die nach empfangenem Fußtritt zum Handkuß kriechen! Leoben, Mai 1912. M. M. Vereinsnadiridifen. Wien (Herzl-Klub). Samstag, den 1. Juni 1912, V.8 Uhr abends, im Vereinslokale, II. Stefaniestraßc 12, (Jüdisches Volksheim), Vortrag des Herrn Dr. Leopold Plaschkes. Thema: „Die politischen Pflichten des Zionisten.“ (Anschließend Diskussion.) Gäste herzlidhst willkommen! — Sonntag, den 2. Juni 1912 Ausflug nach: Leopoidsberg—Kahlenberg—Hermannskogel—Neuwaldegg. T reffpunkt: Perron der Stadtbahnstation Brigittabrüeke. Abfahrt: 2 Uhr nachmittags nach Kahlenbergerdörf. Führung: Herr Josef Stein .(Gäste willkommen.) Wien. (Jüdischer Handlungsgehilfen-Verband.) Dienstag, 4. Juni, II. Taborstraße 20 (Eingang durchs Cafe, Schmelzgasse 4), Vortrag des Herrn phil. Gustav Köhn: Thema: „Judentaufen vcm Werner Sombart“. Beginn 8 Uhr abends. Gäste willkommen. Wien. (Verein zion. Hochschüler „Theodor Herzl“.) Seminar-Programm: Mittwoch, den 29. Mai: Bb. Mathias Gans über „Frank und Frankisten“. Samstag, den 1. Juni: Dr. Otto Abeles: „Z i on is t i sehe S t r ei tf ragen“. Mit^vpch, den 5.- Juni-:-Bb. Doktor .Heinrich Schiffmann: „Neue, Jüdische Bücher“. Beging der Vorträge i/*8 Uhr abends: Gäste willkommen!. Wien. (Wiener zionistische Vereinigung, 11., Stefaniestraße 12.) Dienstag, den 4. Juni, findet ein Vorträg des Herrn N. M. Gelber über die „Judenfrage in Polen im 18. Jahrhundert“ statt. Beginn 1/28 Uhr. Ort: „Jüdisches Volksheim“, II., Stefaniestraße -12. Gäste willkommen! Trautenau. Der zionistische Volksverein „Theodor Herzl“ hat den hiesigen Kultusgemeinde-Vorstand mittels Gesuches um Gewährung einer alljährlichen Subvention angegangen. — In der am Sonntag, den 25. Mai 1. J. abgehaltenen Sitzung des verstärkten Kultusgemeinde- Vorstandes gelangte beregtes Gesuch' zur Behandlung und wurde die ängesuchte Subvention im Betrage von 100 Kronen jährlich bewilligt. Mitteilungen des podoli sehen zionistischen Distriktskomitees. Wir erlauben uns, alle zionistischen Institutionen und Vereine wie auch Parteigenossen darauf aufmerksam zu machen, daß wir ab 1. Juni 1. J. ein Parteisekretariat für das Podolische Distriktskomitee kreiert haben. Adr.: Dr. Anselm Kleinmann, Tarnopo’, Bialeckag. 16. Für das Podolische D.-K. Dr. Waldmann. Dr. Kleinmann. Pepsonalnaiftpiditen. Die Trauung des Frl. Elise Stein, Tochter unseres Gg. Herrn Sigmund Stein, mit Herrn Edmund Deutsch findet Sonntag, den 2. Juni 1912, um 6 Uhr nachmittags im israelitischen Tempel, VIII. Bez., Neudeggergasse, statt. Jüdischer Volksverein für die (Leopoldstadt. Der „Jüdische Nationalverein für Oesterreich“ hat für den 30. Juni I. J. eine p o 1 i|-t ische Konferenz der jüdischen Nationalpartei nach Wien einberufen. Diese Konferenz soll uns endlich die langersehnte und für eine weitere Entwicklung unserer Idee der nationalpolitischen Betätigung der österreichischen Juden' unbedingt notwendige Zentralorganis a t i o n schaffen. Wir hoffen daher, daß unsere Mitglieder die Bedeutung derselben voll erfassen und mit großem Interesse die Verhandlungen verfolgen werden. Zwecks Besprechung und Wahl unserer Delegierten zur Konferenz berufen wir für Mittwoch, den 5. Juni 1. J., i/ä9 Uhr abends, ins Jüdische Volksheim, H., Stefaniestraße 12, eine MifglieMmammliing ein, zu welcher das Erscheinen aller unserer Mitglieder umso notwendiger ist, als bei dieser Versammlung auch1 die weitere Tätigkeit unserer Organisation beraten werden soll. Mitglieder! Zeiget Euer Interesse für unseren Verein durch einen massenhaften Besuch unserer Versammlung. Eingesendet. Sehr geehrte Redaktion! Die letzte Nummer der „Jüdischen Zeitung“ veröffentlichte unter „Eingesendet“ eine Zuschrift betreffend die eventuelle Auflassung des Döblinger Friedhofes. Nun handelt es sich aber um den an .der Hauptstraße liegenden sogenannten alten Friedhof, während jdie Leiche Herzls auf dem neuen Friedhöfe (Hardeckerstraße) ruht. Dr. J. K. Eiste der Überläufer; T vom 22. Mai bis 29. Mai 1912. Popper Silvia, 1884, Wien, ledig, IV. Guß- : hausstraße 23. — Rosenzweig Friedrich, 1889, Wien, ledig, Kontorist, VI. Gfrornergasse 8. — Wagner Armin, 1881, Rezsony-Nepröd, X. Leibnitzgasse 21. — Dr. Laub ßerthold, 1887, Wien, ledig, VII. Neustiftgasse 55. — Jellinek Rosa, 1885, Wien, ledig, III. Radetzkystraße 17. — Weiß Rudolf, 1888, Sopron (Ung.), ledig, Ab-, solventd er Hochschule für. Bodenkultur, IV. ‘ Hauptstraße 39. — Bondi Margarethe, 1890, Wien, . ledig, Private, IX. Widerhofergasse 7. — Kardos Otto, 1907, Wien, VI. Mariahilferstraße 19/21. — Kardos Alice, 1909, Wien, VI. Mariahilferstraße ,19/21. — Freund, geb. Löw Adele, 1875, Olmütz, verheiratet, VI. Getreidemarkt 7. — Müller Sofie, 1881, Wadowice, le- : dig, Kontoristin, VI. Magdalenenstraße 26. — Goldmann Frida, 1893, Hungerleiden (Mähren), ledig, Private, VI. Stumpergasse 9. — Lukan, geh. Wolfher Marta, 1883, Marienbad, gerichtl. getrennt, I. Petersplatz 9. — Günszberger- Hein-, rieb, 1888, Fünfkirchen (Ungarn), lecug, Handelsangestellter, VIII. Lerchenfelderstraße 94. — Breiner, geb. Schall Marie, 1879, Wien, verheiratet, Private, VIII. Pfeilgasse 34. — Popper, geb. Haymann Ida, 1876, Wien, getrennt, Private, XVI11. Sdiafberggasse 5. — Reich1 Bernhard, Klosterneuburg, ledig, Zuschneider, IX. Pfluggasse 6. — Weisz Ignaz, 1884, Feh'ergyarmat (Ungarn), verheiratet, Zeichner, IV. Mittersteig 15. Df« Sandler, Bresiau 'wieder in Bad Kudowa Kc<«<u«ucaa<cc<«c»»»»»»»»»»»» Soeben erschienen: Ausgabe für Oesterreiifellngarn. Aus dem Inhalte: I. Die zionistische Organisation. — II. Zionistische Institutionen. — III. Palästina (A. Das Land. B. In Palästina arbeitende Organisationen. C Land- und Pflanzungs-Gesellschaften. D. Genossenschaften. E. Schulwerk. F. Palästina-Wissenschaft. G. Bibliotheken-Volksbildung etc.) IV. Jüdischer Nationalismus. — V. Historisches. VI. Zionistische Landes- und Sonderverbände etc. Preis 30 Heller (Porto 3 h), 100 Stuck K 20—. Unentbehrlich für jeden Zionisten. Zu beziehen durch: Jüdische Zeitung, Wien, II., Stefaniestraße 12. r««««<« «<«cc

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