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Jüdische Zeitung · 1912-05-23 · 21 (23.5.1912) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
6 (1912)
Issue
21 (23.5.1912)
Date
1912-05-23
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr, 21 diktierten Elfnieterstrafstoß läßt Hakoah: unausgenützt und Schiedsrichter Baar, (der sein Amt famos versehen hatte, pfiff ab. Die Hakoahner, darauf bedacht, dem Publikum ein schönes Spiel zu zeigen, spielten mit großer Bravour. Das Spiel verflachte nie in Einseitigkeit, sondern bot in schnell wechselnden Situationen den Zuschauern stets Genuß und Anregung. Die Leistungen Halperns im Tore und seiner zwei Stützen Rosental und Sträussler, wurden direkt bejubelt Unermüdlich' die Half es Dukes, Glasl, Burian. Die Seele der Mannschaft ist ihr Kapitan Schönfeld. Jenö, Weinberger und Spitzer Klasse wie immer. Statt Bader (der leider nicht antreten ‘konnte) rechts außen Bank sehr brav! Sonntag, den 19. spielte Hakoah II. gegen Sparta II. 8:1. Hakoah I. gegen Sparta I. 8:0 (Meisterschaft). Hakoah III. gegen Baumgarten 6:2. Ein goalstillender Tag für unsere braven Hakoahner. K. Ein jüdisches Sportfest. Berlin: Anläßlich des V. Jüdischen Turntages veranstaltet die jüdische Turnerschaft am Montag, den 27. Mai, nachmittags 4 Uhr, ein großes jüdisches Sportfest auf dem Sportplatz des Bar Kochba in Schulzendorf (bei Tegel). Das Fest ist das erste (in fceiner Art und. stellt die jüdischen Sportmannschaften der ganzen Welt im friedlichen Wettkampf gegenüber. Im Mittelpunkt des Interesses steht ein Fußballmatch zwischen Berliner, Hamburger und Budapester jüdischen Turnern. Der V. Jüdische Turntag wird am Sonntag, den 26. Mai, vormittags lli/s Uhr, eröffnet Er Endet statt im Marinehaus, Brandenburger Str. 1, und ist öffentlich. Eingesendet. Wir erhalten folgende Zuschriften: Wien, den 20. Mai 1912. Sehr geehrter Herr Redakteur! In der Sommerfrische Millstatt am Millstätter See, welche von vielen Juden frequentiert wird, besitzt der christlichsoziale Wiener Gemeinderat Dr. Pupovac, der. sich1 während der letzten Gemeinderatswahien am judenfeindlichsten gebärdete, die größte Hotelpension, genannt „Lindenhof“. Dieses Hotel wurde bisher vielfach von Juden aufgesucht, und Dr .Pupovacversendet daher an viele Juden Prospekte, in denen die Vorzüge seines Etablissements angepriesen werden. Ich' gestatte mir, auf diesen Umstand aufmerksam zu niach'en und.der Meinung Ausdruck zu geben, daß es für Juden ein Gebot des Anstandes ist, das Hotel eines Antisemitenführers zu meiden. Hochachtungsvoll A. G'. Sehr geehrter Herr Redakteur! In der Döblinger Bezirksvertretung (wurde beschlossen, dem Wiener Gemeinderate einen Antrag betreffend die Auflassung und Parzellierung des Döblinger Friedhofes zu unterbreiten. Sollte dieser Antrag — was nicht unwahrscheinlich ist — angenommen' werden, so müßten alle auf dem Döblinger Friedhofe Bestatteten exhumiert und auf den Zentralfriedhof überführt werden. Nun ruhen aber auf dem Döblinger Friedhöfe die sterblichen Ueberreste (unseres großen Führers Dr. Theodor Herzl, deren Ueberführung in das Land {unserer Väter Ehrenpflicht aller Zionisten ist Allerdings gedachte die zionistische Organisation diese Pflicht in einem späteren Zeitpunkte zu erfüllen. Wenn jedoch' 'der Döblinger Friedhof aufgelassen werden soll, so müssen die Zionisten beizeiten dafür sorgen, daß Herzls sterbliche Reste vor ihrer endgilhgen Bestattung inmitten des Herzlwaldes nicht einer Irrfahrt in Golus ausgesetzt sein. Ich danke Ihnen verbindlichst für die Aufnahme obiger Zeilen und zeichne mit ergebenen Zionsgrüssen L. S. Vom Vereinsausschusse des Vereines jüdischer Hochschüler ,,Mensa academica Judaica“ in Wien, IX., Pramergasse 31, erhalten wir folgende Zuschrift: Wien, den 16. Mai 1912. In seiner Plenarversammlung vom 15. April 1912 hat der Verein „Einheit“ beschlossen* seinen Namen in „Verein Einheit, rituelle Mensa academica und Speisehalle“ umzuändern, trotzdem bereits seit November 1911 eine Mensa academica Judaica im. 9. Bezirk besteht, welche unter Aufsicht des~Rabbinats und der Kultusgemeinde steht, und allen Anbrüchen der rituellen Zubereitung der Speisen Genüge leistet. Indem wir auf die untenstehende deddierte Erklärung sämtlicher jüdischer Studentenvereine und Verbindungen Wiens hinweisen, aus der die ablehnende Haltung der der jüdischen Studentenschaft gegenüber der „Einheit“ deutlich hervorgeht, sind wir bemüssigt festzustellen, daß die „Einheit“ kein moralisches Recht hat, auf Grund der neuen Namensänderung den für die jüdischen Studenten vorhandenen Wohltätigkeitssinn in Anspruch zu nehmen, da die jüdischen Studenten mit der „Einheit“ nichts mehr zu tun haben wollen. phil. B. Diamant exp. acad. A. E. Reiner dz. Präses. dz. Schriftführer. Erklärung. Die Vertreter der jüdischen Hochschülerverbindungen und Vereine Wiens erklären auf diesem Wege, daß sie in Wien nur 'eine Mensa für jüdische Hochschüler anerkennen, und zwar die „Mensa academica Judaica“ in Wien, IX., Pramergasse 31. Sie erheben Protest: gegen den Mißbrauch mit den Namen „Mensa academica“. Namentlich erheben sie Protest dagegen, daß die „Einheit“ fürderhin den Namen ,,Mensa academica Judaica“ führt. Wien, im Dezember 1911. Akad. Verbindung „Kadimah“, 'Akad. Verbindung „Unitas“, Jüd. akad. Verbindung „Ivria“, Akad. Verbindung „Zephirah“, Vereinigung jüd. Hochschüler aus der Bukowina „Jordänia“, Vereinigung zionistischer Hochschüler ' „Theodor Herzl“, Sociedad academica de los Israelitas espanoles „Esperanza“, Lese- und Redehalle jüd. Hochschüler, Vereinigung jüd. Hochschüler aus Galizien „Bar Kochba", Jüd. akad. Juristenverein, Akad. Verein jüd. Mediziner, Vereinigung jüd. Hochschüler „Bar Giora“, Akad. Verein „Theologia“, Jüd. akad. Ferialverbindung „Massada“, Verband der (mähr.-schles. Ferialverbindungen, Akad. Verein „Jüdische Kultur“, Akad. Vereinigung „HatcKiah“, Unterstützungs- Verein jüd. Hochschüler aus Galizien, Unterstützungsvenein - jücL Höchschüler aus . der “Bukowina,' Vereinigurig jüd. ExportakademikeF. Zeitährifteiifdiau. „Palästina“,. Monatsschrift' für die Erschließung Palästinas, Wien. Helft 5 «vom jl5. Mai bringt eine interessante Schilderung der (Anfänge der Siedliungsgenossenschaft aus der Feder ihres Leiters, Agron. D y k,' Merchawia. Zum erstenmal wird hier über die ersten praktischen Versuche mit dieser vielversprechenden Kolonisationsmeth'ode berichtet. Nach Dyk scheint die Hauptbedingung für das Gelingen der genossenschaftliche Geist der Arbeiter in hohem Grade vorhanden zu sein. .Gleich zu Beginn der Arbeit konnten die gewählten Vertreter der Arbeiterschaft zur Mitverwältung herangezogen werden. Dr. Chwolles macht nähere Angaben über die Mandelkultur in Italien, aus denen sich wertvolle Winke für Palästina ergeben. Agronom Dr. PickWolz veröffentlicht jeine eingehende Untersuchung, die fortgesetzt werden soll, über die Einführung des Karakulschafes in Palästina. Diese Schafrasse ist jene, welche das Persianer genannte Fell liefert und auch für Fleischzucht weit rentabler ist als das palästinensische Schaf: Dr. Pickholz vergleicht die natürlichen Bedingungen Palästinas mit denen des Heimatlandes:• der Rasse (Bochära) und kommt zum Schlüsse, daß deren Einführung in Palästina günstige Aussichten bietet. — Des weiteren veröffentlicht die Nummer die Bilanz der Amglo Palestine Cv. iund knüpft daran, wie üblich',' einige wertvolle kritische Bemerkungen. — Die :Novelle „Gründer“ von Barsilai wird fortgesetzt, außerdem - enthält die Nummer, wie gewöhnlich, eine reichhaltige Bücberschan, Miszellen, Nachrichten usw. — Immer wieder müssen wir allen Palästinafreunden das Abonnement dieser vortrefflichen und wohlfeilen (Abonnement K 3.— (ist Mk. 3.—) Zeitsch'. i.t empfehlen. Deren, neue Adresse ist: Wien, II/3, Stefaniestraße 12. VereinsnaAriditen. 'Wien (Herzl-Klub). Samstag, den 25. Mai 1912, 1/28 Uhr abends, hn Vereinslökale, II. Stefaniestraße. 12 („Jüdisches Volksheim“) Vortrag des Herrn cand. phil. Gustav Kohn („Hessiana“ Mähr.-Ostrau) über „Kulturpsychologische Grundlagen zum Zionismus“. Gäste herzlichst willkommen! Wien. (Jüdischer Handlungsgehilfen-Verband.) Sonntag, den 26. d. M. Ausflug nach! Weissenbaöh(—Neuhaus—SteinWandklaknml —''Türkenloch'—Myrafälle. Abfahrt 6 Uhr 15 Min. früh von Aspangbahhhöf. Gäste (willkommen, l— Dienstag, den 28. d (.-M. im Verbandslokale, Taborstraße 20. Rezitationen aus modernen jüdischen. Dichtungen. Beginn 8 Uhr abends. (Gäste willkommen.) Wien. „Der Jüdischäkademische Juristenverein hat sich im abgelaufenen Semester aus verschwindend kleinen Anfängen zu neuem kräftigen Leben entwickelt. Die Mitgliederzahl, die anfangs des Semesters kaum ein halbes Hundert betrug, hat sich im Laufe von wenigen Monaten aut '186 erhöht. Viele namhafte jüdische Wiener Advokaten sind dem Vereine als Förderer beigetreten und haben die Bestrebungen des Vereines unterstützt: Die Vereinstätigkeit hat weite Gebiete in ihren;Kreis gezogen. Es wurden Vorträge veranstaltet, Vorbereitungskurse zu den juristischen Staatsprüfungen gehalten, eine reichhaltige Bibliothek wurde angelegt, Soweit es die Mittel des Vereines gestatteten, wurden mittellose jüdische Studenten mit Geld unterstützt. Leider ist. der Verein laus pekuniären Gründen nicht in der Lage, die Leistungen mit den Zielen, die er sich’ gesteckt hat, in Einklang zu bringen. Es ergeht daher an alle Volks- und Glauo^nsgenossen, welche dem Juristenstande angehören, sowie an alle, denen (an der Ausbreitung und Vertiefung des jüdischen Nationalbewußtsejnesl unter den jüdischen. Angehörigen (der Juristenfakultät etwas gelegen ist, die herzliche Bitte, dem Verein als Mitglieder .oder Förderer beizutreten, oder ihn. durch eine Spende zu unterstützen. Beitrittserklärungen und Spenden'nimrifi der Kassier des Vereines Herr J. U. C. Ernst Bauer, VI. Pröschkogasse 2 .entgegen.“ Graz.. „Vereinigung jüdischer Finken.“ Ausschußwahlen fürs Sommersemester.: Obmann: abs. jur. Adalbert Weiss; Kassier: Max Brodowsky cand. med.; Bibliothekar (und Schriftführer : Chaim Milenband cand. ichem. — Mitteilungen' sind bis auf (weiteres an A. Weisis; Auenbruggergasse 37, Parterre zu richten; TescWen. „Jüd. akad. Ferialklub, Teschen“. Die Chärgenwahlen für das Häufende Somirtersemester 1912 hätten folgendes Ergebnis: cand. vet.med. Siegfried Lustig, Präses; LU.'C.’ Heinrich1 Görlitz, Vizepräses; cand. phil. Walter Robitschek, Schriftführer. Moledeth Es wird die hebräischen Leser auf die einzige hebr. Monatsschrift für die Jugend „Moledeth“, die in Jaffa, Palästina erscheint, aufmerksam gemacht. Dieselbe ist zu abonnieren durch das Palästina-Informationsbüro Wien, IX., Türkenstraße 9 und durch die „Jüdische Zeitung“. Auch einzelne Hefte sind zu haben in der Redaktion der „Jüd. Zeitung“. Abonnements-Preis: Jährl.: 13 Frcs., halbjhr.: 6.50 Frcs, Einzelheft: 1.50 Frcs. Soeben erschienen: Zionistisches Merkbuch OesierreiAsUngarn. Aus dem Inhalte: L Die zionistische Organisation. — II. Zionistische Institutionen. — III. Palästina (A. Das Land. B. In Palästina arbeitende Organisationen. C. Land- und Pflanzungs-Gesellschaften. D. Genossenschaften. E. Schulwerk; ’ F. Palästina-Wissenschaft G. Bibliotheken-Volksbildung etc.) IV. Jüdischer Nationalismus.— V. Historisches. VL: Zionistische Landes- und'Sonderverbände etc. Preis 30 Heller (Porto 3 h), 100 Stuck K 20—. Unentbehrlich für. jeden Zionisten: . Zu beziehen durch: Jüdische Zeitung, Wien, II., Stefaniestraße 12. A A A A o ▼ V V V V

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