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Jüdische Zeitung · 1912-04-19 · 16 (19.4.1912) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
6 (1912)
Issue
16 (19.4.1912)
Date
1912-04-19
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Bureau vorläufig stationiert ist. Er wird seine Tätigkeit am' 1. August dieses Jahres aufnehmen. Adresse: Heälth-Bureaji of fhe Jewish Agriculture Experiment Station, Chederah via Jaffa. Herr Nathnh Strauss hat ferner für die Errichtung einer großen Volksküche in Jerusalem, in der 5000 Personen gespeist werden sollen, 150.000 Frcs. bei der zionistischen Bank (Anglo-Palesitne Company) hinterlegt. Zu Kuratoren dieser Stiftung hat er die Herren Dr. J. Levy,- Leiter der Jerusalemer Filiale der Anglo- Pälestine Company, Rabbiner J. Horowicz und Dr. med. M. Wallach ernannt. Außerdem hat Herr Strauss dem Krankenhause Schaare Zedek in Jerusalem 5000 Frcs. und der dortigen sephardischen Gemeinde 2000 Frcs. gespendet Festspiele in Redioboth. Rechoboth: Wie alljährlich fanden auch diesmal in unserer Kolonie während der Halbfeiertage des Pessachfestes öffentliche Festspiele statt. Dxfe Programm der diesjährigen Festspiele umfaßte folgende Punkte: 1. Turnübungen; 2. Schnelllaufen; 3. Pferdewettrennen; 4. Ringkämpfe; außerdem Schießübungen, Wasserspiele usw.' Am Abend fand unter Mitwirkung des Herrn Hopenko von der Jaffaer Musikschule ein Konzert statt. Zu den Festspielen hatte sich ein zahlreiches Publikum aus Jaffa, Jerusalem und den jüdischen Kolonien eingefunden. Eine Anzahl Preise gelangten zur Verteilung. ,,Zionistisches Distriktskomitee für InnerösterreidiL“ Proponentenkomitee des „Herzl-Klub“. Mittwoch den 24. April 1912, halb 8 Ohr abends im „Jüdischen Volksheim“, IL, ‘Stefaniestraße 12 Tagesordnung: Die Judenfrage und ihre Lösungen. Referent: Hrr Dr. Leopold Plaschkes. Die Aufgabe dar jüdischen Moderne. Referent: Herr Dr. Hermann Kadisch. Mahnworte an die jüdische Jugend von Herrn Moritz Geiger. Diejenigen Herren, die auf eine Einladung reflektieren, werden ersucht, ihren Namen, und Adresse der Redaktion der Jüdischen Zeitung (Telephon Nr. 22075) bekanntzugeben. Rabbi Bloch als Osterhäsdien. Ein' Mitarbeiter unseres Blattes teilt uns ein ergötzliches Histörchen mit: Herr Dr. Josef Samuel Bloch, Herausgeber der „Oesterreichischen Wochenschrift“, ist ein kranker Mann. Seit Dezennien schüttelt ihn schon das politische Fieber und wirft ihn von einem Ende der Temparaturskala zum andern. Bald war er Nationaljud, bald Polenklubler, bald Zionist, bald wieder Ehrensubventionist desKahals. Als seine Glorie in Europa verblich, floh er vor einigen Monden nach Amerika und ließ sich dort als Retter des Judentums verhimmeln. Dieser Erfolg ist ihm so zu Kopf gestiegen, daß bei ihm nach seiner Heimkehr das Fieber in besonders akuter Form ausgebrochen ist. Rabbi Bloch bildet sich nämlich par tout ein, ein Osterhäschen zu sein: Für einen verflossenen Rabbiner immerhin eine merkwürdige Sache! ln einer der letzten Nummern seines „Organs für die gesamten Interessen des Judentums“ schreibt er nämlich wortwörtlich: „Ostergaben: Der immer mehr aufkonrmende Brauch, den Kunden zum Osterfeste nicht ausschließlich Leckereien zu schenken, die mit mehr oder weniger üblen Folgen schnell dahin sind, wie der Schnee in der Frühlingssonne, hat in diesem Jahre aut dem Gebiete des Künstelr-Bilderbuches recht erfreuliches hervorgebracht Der durch seine wertvollsten Erzeugnisse rühmlichst bekannte Verlag von Jos. Scholz in Mainz legt uns nachstehend ganz entzückende Neuheiten vor, mit denen man bei allen Jungen und Mädchen, kleinen und größeren, sicher mit hellem Jubel rechnen kann. Osteipostkarten-Malbuch von Arpad Schmidhammer, 16 zum Abtrennen perforierte Postkarten mit Hasen- und. anderen Osterbilöern. . . . Wunderhübsches für Knaben und< Mädchen. Für : die O.s terzeit besonders reizvoll. Jedermann ist mit Hilfe dieser beliebten, "leicht nachzumalenden Künstler-Vorlagen sein ^eigener Pöstkartenmaler. — Der Frühling kömmt! Ein Oster- und Frühlings-Bilderbuch von Eugen Osswald, mit Versen von Adolf Holst . . . Ein wunderschönes Buch, voller Frühlings- und Osterfreude, mit herzigen, innigen Versen und farbenprächtigen Bildern. Eine entzückende Festgabe für JÜDISCHE ZEITUNG alle Kinder, Knaben und Mädchen, die bereits lesen können, bis zum vierten Schuljahre etwa.“ Soweit Bloch. . Es ist eine irrige Annahme, der wir entgegentreten müssen, daß diese wahrhaft inbrünstige Empfehlung der Ostergaben für unsere Kinder ein Teil der vom Kultusvorstand eingeleiteten Aktion zur Vertiefung des jüdischen Jugendunterrichtes sei und mit als Gegenleistung für jene von Elah bezogenen Ehrensubvention erfolge; vielmehr ist die ganze Idee spontan Blochs überreiztem Hirn entsprungen. Jedenfalls würde unseren Kindern der Genuß der vom Osterhasen Bloch zugetragenen Leckereien die übelsten Folgen bereiten, so daß sie vom Pfade des altererbten Judentums stark abweichen würden. Beim Anblick des greisen Rabbi aber können wir nicht umhin, besorgt den Kopf zu schütteln:' „Armes Häschen,bist du krank?!“- Aufruf an die denkende judiKche lugend. . In einigen Städten Deutschlands bestehen „Herzl-Klubs“. Es sind dies Organisationen, welche die Pflege und Erhaltung zionistischen Geistes unter der Jugend bezwecken. In der Vorwoche hat sich nun auch in Wien ein Komitee gebildet, das gemeinsam mit dem zionistischen Distriktskomitee für Innerösterreich an die Gründung eines Herzl-Klubs schritt , In Wien existieren sehr viele junge Leute, die gern an der zionistischen Sache mitarbeiten würden, wenn sie ein rechtes Betätigungsfeld hatten. Da wir aber, außer vielen studentischen Organisationen, die eben nur für Akademiker bestimmt sind, keine in Betracht kommende Jugendorganisation besitzen, gehen diese jungen Leute unserer Bewegung nach einem gewissen Zeiträume verloren. Der „Herzl-Klub“ wird’ sich' nun bemühen, diese wertvollen Kräfte zu sa'mr mein und ihnen tein Gebiet schaffen, auf dem sie für unsere Idee Ersprießliches leisten können. Ein großer Teil der jüdischen Jugend Wiens steht dein Zionsideale zwar sympathisch gegenüber; aber noch nicht fest an unserer Seite. Der „Herzl-Klub“. wird seine Vornehmste Aufgabe darin erblicken, diese Schwankenden ganz auf .unsere Seite zu bringen. .' . Oft - übersiedelt : aus einer andern Stadt ein jünger Zionist nach*'Wien und würde sich gern einem Zirkel lansdhließen, wo er mit seinen Altersgenossen vereint zionistische Arbeit leisten könnte. Da in Wien bisher ein ■ solcher; Kreis fehlt, geht er unserer Bewegung verloren. Der Bestand des „H e r z 1- K l u b“ soll diesem Uebelstande abhelfen. Die akademischen Korporationen haben ungemein Ersprießliches für die Hebung jüdischen Geistes unter der studierenden Jugend geleistet. Der „Herzl-Klub“ soll dies bei der intelligenten Jugend, die deuhHaudel und der Industrie obliegt oder dem Beamtenstande angehört, besorgen. Durch Vorträge über Themen zionistischen, jüdischen und auch rein wissenschaftlichen Inhaltes wird der „Herzl-Klub“ Streiter für die Zionssache'erziehen und durch Geselligkeit ein festes Freundschaftsbarid uni seine Angehörigen knüpfen. Junge Juden im Alter von 18 bis 28 Jahren! Wir fordern Euch' auf, bei dieser eminent wichtigen Sache -■ mitzuarbeiten! Es ist heilige Pflicht jedes jungen Zionisten, unserem Vereine beizutreten und sich so in den Dienst unserer hehren Idee zu stellen. Das Proponenten-Komitee des „Herzl-Klub“. Schriftliche Anfragen und Beitrittserklärungen sind zu richten an Herrn Simon Advokat, Wien, II. Stefaniestraße 12 (Jüd. VoIksheim)> Personalnadipiihten. Unser Gesinnungsgenosse . Herr, Dr. ' Abraham Schärf hat in S tulpikany, Bukowina seine'. Advokoturskanzlei eröffnet Unser Gg. Dr. Albert Schönhof (Brünn), Mitglied des 1 zionistischen Zentralkomitees fur: Westösterreich, hat sich am 14. d. mit Frl. Elsa Mü.ler (Wischaü) vermählt Gg. und Ausschuß - Mitglied des Vereines „Ahavath Zion, Eger“, Se. Ehrw. Herr Räbb. Lr. F. - Weiß hat sich mit dem Fräulein Emmy Herzstein, Tochter des Herrn Dr. phiL S. Herzstein in Fürth (Bayern), verlobt Gg. MUDri Ladislaus L ichtenstein hat sich in Pistyan.als Badearzt niedergelassen. Wir verweisen auf die. Ankündigung im Inseratenteil. Nr. 16 Vereinsnadiridifen. Wien. Oeffentliche Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Sonntag, den 21. April 1912, 10 Uhr vormittags L, Seitenstettengasse 4, 2. Stock. Tagesordnung: 1. Rechnungsabschluß über die Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde und sämtlicher unter Gemeideverwaltung stehender Fonde und Anstalten für d as Jahr 1911. 2. Statutenänderung: Streichung der alinea b) des § 2, Anhang I.der Wahlordnung. (Derselbe lautet: Ausgeschlossen vom aktiven Wahlrechte sind: b) diejenigen, welche vom Tage des Ablaufes des kundgemachten Wahlreklamationstermines (§ 6) diesen Tag mitgerechhet, für das laufende Jahr die Kultussteuer nicht gezahlt haben. Wien. (Sportklub „Hakoah“.) Sonntag, den 21. d. spielt die Hakoah gegen die in der Meisterschaft der I. Klasse gut stehende Mannschaft des Simmeringer Sportklubs. Es ist dies wohl der stärkste Gegner, dem die Hakoah je gegenüberstand. Das Wettspiel findet auf dem Simmeringer Sportplatz, XL, Zipperergasse statt. Beginn halb 5 Uhr, vorher Spiel der beiderseitigen Reserven. Vormittags Spiel der III, Mannschaft und Training der Leichtathleten auf dem eigenen Sportplätze in Floridsdorf. Eingesendef. Erklärung. Von gewissen Seiten werden unter meinen Freunden und Bekannten Gerüchte verbreitet, wonach ich in meiner gegenwärtigen Stellung als Sub - Direktor der „Niederländischen Lebensversicherungs-Gesellschaft“ kein Interesse werben. Dem gegenüber erkläre ich, daß diese Gerüchte auf nicht sauberer — um nicht zu sagen: schmutziger — Konkurrenz beruhen; wahr ist vielmehr, daß ich. als Sub-Direktor noch größere Verpflichtungen meiner Gesellschaft gegenüber habe und all meine Kraft in den Dienst der „Niederländischen“ stellen muß. Ich hoffe, daß meine Freunde und Bekannte mich tatkräftigst unterstützen werden. Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, daß die „Niederländische“ sich durch ihre Kulanz, Pünklichkeit und überaus bllige,'feste, nicht schwankende und nicht „schätzungsweise“ berechnete auszeichnet. Besonders günstig sind die Tarife mit 3 und 5prozentiger garantierter fallender Prämie. Hochachtungsvoll /r Löbel Taubes, Sub-Direktor. der „Niederländischen Lebensv.-Ges.‘‘ in Lemberg.; Eiste öep Überläufer. Vom 10. April bis 16. April 1912. Zelenka Anna, Schuhstepperin, II., Wolfgang Schmälzlgasse 16. — Füchsel Pauline, 1891, Wien, ledig, Kontoristin, IX., Gießergasse 4. — Friedl Richard, 1889, Fischamend, ledig, Hilfsarbeiter, IX., Clusiusgasse 12. — Wolf geb, Koreft Therese, 1871, Wien, gerichfl. getrennt, Krankenpflegerin,. IX., Berggasse 7. — Fischer Wladimir, 1884, Radovesnic (Böhmen), ledig, Privatbeamter, IX., Harmoniegasse 2. — Steinsberg Witolda, 1881, Ostrog (Rußland), ledig, Kontoristin, IX., Löblichgasse 8. — Ehrenstein Gustav Adolf, 1878, Wien, ledig, Bankbeamter, VII., Zeismannsbrunngasse 1. — Schwarz-Philipp, 1884, Wien, ledig, Kaufmann, VII., Schottenfeldgasse 53. — Herliczka Albert, 1888, Wien, ledig, III., Thongasse 11. — Tauber Dr. Siegfried, 1881, Wien, ledig, Arzt, XX., Klosterneuburgerstraße 1. — Kaiser Sigmund, 1875, Wien, ledig, Privatbeamter, IX., Hahngasse 6. — Hradetzky Bertha, 1889, Wien, ledig, Postbeamtin, XVI., Ottakringerstraße 189. — Krämer Lotti, 1858, Dvvoretz (Ungarn), ledig,. Private, XVIII., Paulinengasse 7. VORANZEIGE! Der jüd. Sportklub „Hakoah“ veranstaltet am 16. Mai 1912 einen Propagandatag (Leichtathletisshes Meeting, Fukball-Matches etz.) — Ort: Kriqueterplatz. — Vollständiges Programm in der nächsten Nummer. Viele Sportporeme und studentische Korporationen haben bereits ihre Mitwirkung angemeldet M.U. Dp. MDISMUS E1CHCENSTEIN gew. Sekundararzt am k. k. Kaiser Franz Josefspital in Wien, zeigt an, daß er vom 16. April an in Bäd Pistyän in seinem Institut für physikalisch-diätetische Behandlung [Radiumemanatorium, Diathermie, Elektrotherapie, Massage] ordiniert

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