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Jüdische Zeitung · 1912-04-12 · 15 (12.4.1912) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
6 (1912)
Issue
15 (12.4.1912)
Date
1912-04-12
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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.Nr. 15 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 PapteisHachrichten. -• Hebr. Gymnasium in Jerusalem. Auf dem Brünner Parteitage 1911 wurde folgende Resolution gefaßt: Der III. westösterreichische'Zionistentag spricht den Wunsch aus, daß sich die westösterreichische Organisation des Hebr.'•Gymnasiums in Jerusalem annehmen möge und fördert alle der Organisation angehörigen Gesinnungsgenossen 'zur regsten Unterstützung, jeder zugunsten rdieser Anstalt rvom ZK. zu unternehmenden' Aktionen auf. Im •Sinne dieses Beschlusses werden alle Gesinnungsgenossen zu einer regen Sammeltätigkeit für das’ Hebr. Gymnasium in Jerusalem aufgefordert. Die aus Westösterreich einlangenden Spenden, die nicht den deutlichen Vermerk „Für das Hebr. Gymnasium in. Jaffa“ tragen, werden gemäß, 'der Bestimmung des ZK fortab zugunsten des. „Gymnasiums in Jerusalem von der NF-Sammelstelle weitergeleitet. Mitteilungen., des innerösterr. Distriktskomitecs. Laut Beschluß der letzten DK.-Sitzung wurde der Verein jüdischer Hochschüler „Theologia“ m den innerösterr. Distriktsverband aufgenommen. Sitz des Vereines: Wien, II., TempeJgasse 3. PalMstinavorträge in Wien. Die akad. Verbindung „Kadimah“ .veranstaltet zu Anfang des nächsten Monats in Wien einen Palästinakurs. Es ist ihren Bemühungen gelungen, Gg.. Herrn Davis Trietsch aus Berlin für die Abhaltung dieser Kurse zu gewinnen. Trietsch zählt bekanntlich zu den besten Kennern des neu-jüdischen Palästina. Sein eben in dritter Auflage erschienenes Handbuch über Palästina bildet ein wertvolles Werk der Palästinaliteratur. Herr Trietsch hat ähnliche Kurse im verflossenen Winter in Berlin und jüngst auch in Böhmen abgehalten und einen großen Erfolg gehabt. Es ist zu erwarten, daß die Wiener Gg., deren Interesse für Palästina stetig wächst, die Gelegenheit, die ihnen von der Verbindung „Kadimah“ geboten wird, gerne ergreifen werden, um ihre Kenntnisse über Palästina zu erweitern. Näheres unter Vereinsnachrichten. jüdischer Volksverein für die Leopoldstadt. Die pl t. Mitglieder werden hiemit ersucht, die Mitgliedskarten ijji Büro, 11., Stefaniestraße 12, von 6—8 Uhr abends, zu beheben, Wohnungsänderungen wollen gef. sofort an das Büro bekanntgegeben werden. I Maltin- I I Kakao I ■ Ersetzt die Fleischnahrung H H Kräftigt den Organismus I ■ Ist außerordentlich billig B Hus dem judifriien Leben. Generalversammlung des „Jüdischen Nationalvereines für Oesterreich“. Donnerstag, den 4. April fand im Lesesaale des „Jüdischen-Volksheimes“ ’die [heurige Generalversammlung ’aes jüdischen Nationalvereines statt. Gg. Dr. Hermann Kadisch hielt einen Vortrag über die bevorstehende politische Konferenz, welcher mit großem Beifalle aufgenommen wurde. Hierauf verlas der Schriftführer des National-- Vereines, Herr Leopold Sitz mann, den an anderer Stelle veröffentlichten Rechenschaftsbericht, an welchen-sich eine längere lebhafte Diskussion schloß. Hierauf wurde dem Vorstände das Absolutorium erteilt. Die -Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: Dr. Jakob Ehrlich, Obmann; Dr. Fritz Löhner, Obmannstellvertreter; Leopold Sitzmann, I. Schriftführer; Alexander Geller, II. Schriftführer.; Ingenieur Oskar Kramer, Kassier; Moses Hammer, Kassarevisor; Dr. Otto Abeies, Dr.. Hugo Löwy,J. H. Waltuch. Es wurde beschlossen, anläßlich der politischen Konferenz, über Vorschlag der Provinzkomitees, auswärtige Gesinnungsgenossen in die Vereinsleitung zu berufen.' J Rückreise Professor Moss'nsohns nach Jaffa. Mittwoch, den 10. d. M. trat Professor Doktor Mossinsohn, welcher eine Agitationstournee in den Vereinigten Staaten absolviert und die Osterferien in der Schweiz verbracht hatte, die Rückreise nach Jaffa an, um den Unterricht am dortigen hebräischen Gymnasium Wieder aufzu- . Mittwoch den 10. a. trat Professor Doktor lichte und von der „Oesterreichischen Wochenschrift“ reproduzierte Nachricht, wonach Professor Mossinsohn wegen seines Modernismus entlassen worden wäre, entspricht daher nicht den Tatsachen. Einquartierung. Wir erhalten aus Krakau nachfolgende Zuschrift : „Die Pflicht der Einquartierungen des Heeres ist für die Dorfbevölkerung wie bekannt eine große Last. Leider sind damit nicht selten noch große Schäden und empfindliche Unannehmlichkeiten verbunden. Als klassisches Beispiel kann der Vorfall, der sich Ende März 1J. in Sulköw (West-Galizien) abgep’e't hat, dienen. Durch diese Ortschaft zog das 15. Dragonerregiment. Der Gutsbesitzer Herr S., ein Jude, logierte die ganze Reiterkompagnie mit außerordentlicher Gastfreundlichkeit in den Hofgebäuden ein und, da er in Krakau wohnt, trat er sein ganzes prächtiges Hofhaus den k. u. k. Offizieren ab. Wie groß war sein Staunen, als er seinen Hof nach dem Abmarsch des Militärs besichtigte. Das Haus befand sich in einem Zustande, als ob ein Hunnenvolk und nicht Soldaten eines konstitutionellen Staates dort gehaust hätten. Die üblichen Mesusoth, die an allen Türen befestigt waren, wurden abgerissen, der Gebetmantel (Tales) zerrissen, die Gebetriemen (Tefilim) zerstückelt, alle Gebetbücher zerschnitten, die Schlösser der Schränke abgerißen etc. etc. Ein wahrer Vandalismus, eine niederträhctige Schändung der Heiligtümer einer im Staate anerkannten Religion! Wir hoffen, daß die jüdischen Vertreter die nötigen Schritte einleiten werden.“ Jüdischer Handlungsgebflfenverband, Wien. Der Jüdische Handlungsgehilfenverband hielt am 31 .März seine 2. ordentliche Hauptversammlung ab, an welcher 18 Delegierte der 5 Ortsgruppen, sowie die Verbandsleitung teilnahmen. Nach der Begrüssung durch den Obmann Siegfried Kessler und Verlesung des Einlaufes, erstattete der Schriftführer Koll. Grünhut den Rechenschaftsbericht. Der Verband hat sich in erfreulicher Weise entwickelt. Die Mitgliederzahl ist um 243 gestiegen, die Zahl der Ortsgruppen von 1 auf 5. Ferner wurde das Vertrauensmännersystem über den größten Teil Westösterreichs verbreitet und die Bildung weiterer Ortsgruppen vorbereitet. Zu allen Berufsfragen nahm der Verband Stellung; u. a. verlangte er in einer motivierten Eingabe an das Ministerium des Inneren die Ausscheidung aller kaufmännischen Angestellten aus der Pensionsversicherung. Das Rechtschutzbüro des Verbandes hat oft interveniert und die Stellenvermittlung konnte 80 Prozent aller Stellenlosen sofort placieren. Dem Kassenberichte des Koll. W. Löwy ist zu entnehmen, daß das Verbandsvermögen eine weitere Steigerung erfuhr; vor allem wurde mit Genugtuung des gedeihlichen Entwickelns des Konditionslosen-Uunterstützungsfonds erwähnt, welcher trotz der großen, an ihn gestellten Ansprüche einen Ueberschuß von K 751.05 aufweist. Nach Erteilung des Absolutoriums wurde die Neuwahl der Verbandsleitung vorgenommen und ergab dieselbe die einstimmige Wiederwahl des bisherigen Obmannes Koll. S. Kessler; ebenso wurde der bisherige Ausschuß fast unverändert einstimmig wiedergewählt. Die weiteren Verhandlungen waren vor allem bestimmt, die fernere Taktik des Verbandes fest- „Palästina“ :: Monatsschrift für die Erschließung :: Palästinas. IX. Jahrgang 1912: Soeben erschien die Sondernummer. „Oer Jüdische Nationalfonds1* AUS DEM INHALT: Die Bedeutung des Jüdischen Nationalfonds. Von Ad. Bchm. Die Landarbeiterfrage in Palästina. Von Dr. Arth. Ruppin. Ueber die . Ansiedlung der Jemeniter. Von Jos. Feldmann. Palästina-Honig-Produktivu. Konsumgenossenschaft Von Dr. A. Chwolles. Wirtschaftliche Haltung des Milchviehs. Von Dir. Hub. Auhagen. Ein historischer Rückblick. Von Hugo Schachtel. Aus der Statistik unseres Nationalfonds. Von Dr. Egon Zweig. Auf nationalem Boden. Von Dr. E. Müller. Abonnementspreis: Pro Jahr: Cesterr.-Ungarn K 3.—, Deutschland M. 3:—, Ausland Frs. 4.—, Bei Bezug von mindestens 50 Exemplaren, durch Vereine 33'A>0/o Rabatt. Redaktion und Administration: Wien, IX., Türkenstraße 9. Probenummern gratis und franko. zulegen und Maßnahmen zur inneren Festigung desselben zu treffen. U. a. wurde beschlossen, die I. Beitragsklasse aufzuheben und wird der Mindestbeitrag von nun ab K 1.— per Monat betragen; ferner soll die jüdische C schichte und Literatur intensiver gepflegt werden umi der gewerkschaftlichen Erziehung der Mitglieder die größte Aufmerksamkeit gewidmet wvd.n. Schließlich wurde noch eine Resolution ai: e nommen, welche ausspricht, daß auch in Z’.ikun:t der J. H. V. seinen streng unpolitischen blardpunkt zu wahren hat. Nach achtstündiger Beratung wurde die Versammlung geschlossen, deren Verlauf eitlen neuerlichen Beweis für die glückliche Vereinigung von gewerkschaftlichem Streben und Liebe zum Volkstum erbracht hat. Hoffentlich wird sich der Verband auch in Zukunft gedeihlicher entwickeln; Sache eines jeden jüdischen Angestellten ist es, durch seinen Beitritt sich selbst, aber auch der Gesamtheit der jüdischen Angestellten, im Handel, '"dustrie und Spedition zu nutzen, denn in der igkeit liegt das Heil. ZeitfdmftenfAau. Die Zeitschrift „P a 1 ä s t i n a“, das bereits im IX. Jahrgang stehende Zentralorgan für die jüdischen Palästinabestrebungen, edierte soeben ein Doppelheft (März-April), welches dem J üdischen Nationalfonds aus Anlaß seines 10jährigen Bestandes gewidmet ist. Das überaus reichhaltige und mit zahlreichen Illustrationen und Tabellen versehene Heft enthält eine Reihe von Artikeln über den Nationalfonds und die Fragen der jüdischen Kolonisation Palästinas. A. Böhm (Wien gibt in einem Artikel über die „Bedeutung des Jüdischen Nationalfonds“ eine übersichtliche Zusammenstellung der bisher vom JNF geleisteten Tätigkeit, die er nach ihrer Bedeutung würdigt. -Hugo Schachtel (Breslau) erzählt unter dem Titel: „Ein historische r Rückblick“, die Geschichte des JNF von der ersten Anregung durch Prof. Schapira angefangen. Dr. E. Zweig gibt unter dem Titel: „Aus der Statistik“ eine Uebersicht über die Sammelstelle des JNF und ihre Resultate, der zwei äußerst instruktive Diagramme beigegeben sind. Dr. Artur Ruppin (Jaffa) erörtert in einem Aufsatz: „Die Landarbeiterfrage in Palästina“, welche bekanntlich das kardinalste Problem der jüdischen Kolonisation darstellt. Er entwickelt ein System, das nach den bisherigen praktischen Erfahrungen geeignet wäre, den besitzlosen ostjüdischen Proletarier langsam zum eigenwirtschaftenden Landwirten aufsteigen zu lassen, wobei natürlich die Mithilfe der nationalen Institutionen im Anfänge nicht zu entbehren ist. In einem weiteren Aufsatz stellt das von Dr. Ruppin geleitete Palästinaamt einen Plan auf, wie der Jüdische Nationalfond mit anderen Kolonisationsgesellschaften zweckmäßig Zusammenarbeiten kann. Joschuah Feldmann hält in einem Artikel über „Die Ansiedlung der Jemeniter“ die Beihilfe des JNF zu dieser wichtigen Arbeit für dringend nötig. Die Juden, welche aus Arabien nach Palästina strömen, stellen ein überaus nützliches Element für die Kolonisation dar, weil sie an Klima und harte Arbeit gewöhnt sind und den Arabern an Genügsamkeit nicht nachstehen. Dr. Ernst Müller (Wien) schildert in seinem Artikel: „Auf nationalem Boden“ überaus anziehend, welches Bild die Nationalfondsfarm Ben-Schamen früher geboten hat und wie es jetzt dort aussieht. Dr. Chwolles schreibt über die in Palästina einzuführende Bienenzucht, Direktor Auhagen über die Haltung des Milchviehs usw. Die Nummer enthält auch die üblichen reichhaltigen Rubriken: Miscellen, Nachrichtenschau, Bücherbesprechungen etc. Eine Reihe wohlgelungener Abbildungen unterstützen den Text aut das wirksamste. Die Zeitschrift, deren Abonnement sich sehr empfiehlt, kostet nur K 3.— (M 3.—) pro Jahr. Ihre Adresse ist Wien, IX., Türkenstraße 9. Eingelaufene Bücher. Heimkehr. Essays jüdischer Denker, herausge - geben vom akad. Verein „E m u n a h“ in Czernowitz. Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Leon Kellner. Verlag Louis Lamm, Berlin. Zionismus oder liberales Judentum von Dr. Max Ko Genscher. Herausgegeben von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Susiana. Ein persisches Heldenepos, bearbeitet von Ben J a i s. Verlag A. J. Hoffmann, Frankfurt a. Main. Aus der Werkstatt eines Bankmannes von Karl Morawetz. Verlag Hugo Heller & Co., Leipzig-Wien. Lebenserinnerungen eines Staatsmannes von Albert Graf Apponyi. Verlag Hugo Heller & Co., Leipzig-Wien. Anton Reiser. Ein psychologischer Roman von Karl Philipp Moriz. Verlag Georg Müller, München. Sämtliche obenangeführten Bücher und Broschüren, deren Besprechung sich die Redaktion vorbehält, sind durch die „Jüdische Zeitung“ zu beziehen.

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