Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 6 (1912)
- Issue
- 5 (2.2.1912)
- Date
- 1912-02-02
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nn 5 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 flus dem jüdischen heben. Die Kämpfe in der Alliance. Gründung eines Deutschen Landes-Komite;s. Am Sonntag den 28 d. M., fand in Berlin eine von der Deutschen Konferenzgemeinschaft der Alliance Israelite Universelle einberufene Delegiertenversammlung der deutschen Lokalkomitees statt, die zu dem Vorgehen der Pariser Leitung Stellung nehmen sollte. Die Versammlung war sehr stark beschickt. Abgesehen von zahlreichen Gästen, die den Verhandlungen folgten, nahmen daran als stimmberechtigte Mitglieder 18 Berliner und etwa 50 Herren aus allen Teilen des Reiches teil. Nach längeren Verhandlungen wurde mit allen gegen eine Stimme die Gründung eines Deutschen Landes-Komitees der Alliance Israelite Universelle beschlossen und ein Komitee aus 5 Personen eingesetzt, das bis zur Einsetzung des definitiven Vorstandes die Geschäfte des Landeskomitees führen wird. Diesem vorbereitenden Komitee gehören auch die Herren Geheimrat Landau und Justizrat Fuchs an. Der Leitung der deutschen Konferenzgemeinschaft wurde einstimmig ein Vertrauensvotum erteilt. Die jüdische Wissenschaft an europäischen Universitäten. Das Beispiel der Leipziger Universität, die vom 1. April ab ein Lektorat für späthebräische, jüdisch-aramäische und talmudische Literatur einrichtet, dürfte bald auch an anderen Universitäten Nachahmung finden. In einflußreichen jüdischen Kreisen Berlins wird die Errichtung eines Lehrstuhls für die Wissenschaft des Judentums an einer preußischen, womöglich der ’ Berliner Universität angestrebt. Zu diesem Zwecke sollen Anfang März 1. J. in allen preußischen Gemeinden Geldsammlungen veranstaltet werden. Bedenken bestehen nur in der Richtung, ob ein einziger Lehrstuhl für das umfangreiche Gebiet der jüdischen Wissenschaft genügt. Die ungarische Regierung trägt sich schon lange mit dem Gedanken, an der Budapester Universität einen Lehrstuhl für Talmud und talmudische Literatur zu errichten. Die Verhandlungen stießen ursprünglich in den Kreisen des hohen Klerus auf Widerspruch. Nun sind diese Verhandlungen so weit gediehen, daß die Vereinbarung getroffen wurde, anstatt einer Lehrkanzel zwei solche für Talmud zu schaffen, und zwar eine auf der katholisch-theologischen Fakultät und die zweite auf der. philosophischen Fakultät. Die maßgebenden Kreise haben sich auch bereits auf die Personen der für diese Disziplin zu berufenden Gelehrten geeinigt. Demnach wurde für die talmudische Lehrkanzel auf der katholisch-theologischen Fakultät der Jesuitenpater Professor Leopold Huber, gegenwärtig Lehrer am erzbischöflichen theologischen Seminar in Kolocsa, und für die philosophische Fakultät der Proefssor für Talmud am Budapester Rabbinerseminar, Dr. Ludwig Blau, in Aussicht genommen. Beide Lehrkanzeln sollen zu Beginn des nächsten Schuljahres inauguriert werden. Von der hebräischen Uebersetzungsliteratur. Die hebräische Tageszeitung „Hasman“ bietet ihren Lesern Uebersetzungen der hervorragendsten Neuerscheinungen der national-jüdischen Literatur. So erscheint jetzt in dem genannten Blatte fortlaufend eine Uebertragung der Schrift von Dr. Felix A. Theilhaber „Der Untergang der deutschen Juden“. Demnächst wird „Hasmann“ das bekannte Buch von Dr. Arthur Ruppin „Die Juden der Gegenwart“ in hebräischer Uebersetzung veröffentlichen. Der hebräische Verlag „Turgeman“ in Odessa veranstaltet Uebersetzungen der bedeutendsten' Jugend- und Volksschriften der Weltliteratur. In nächster Zeit erscheint im genannten Verlag „Don Quichotte“ von Cervantes in einer von dem Dichter Ch. N. Bialik besorgten hebräischen Uebertragung. Im Druck befindet sich ferner die Märchensammlung „Tausend und eine Nacht“, aus dem arabischen Original übersetzt von dem .bekannten Jerusalemer Hebraisten David Jellin. PaptelsNachrichfen. Vereinsnaduifhten. Konstituierende Sitzung des i.-ö. D. K. Mittwoch, den 7. Februar, präzise 7 Uhr abends, findet im Beratungssaal IX.. Türkenstraße 9 die konstituierende Sitzung des innerösterr. D. K. statt. Die Mitglieder werden, um pünktliches. Erscheinen gebeten. Zionistischer Verband ehemaliger Hochschüler. Dienstag, den 13. Februar, präzise 8 Uhr abends, findet im „Jüdischen Volksheim“, II., Stefaniestraße 12, ein Vortrag des Herrn Z. K. Präsidenten Adolf B5hm über „Die Entwicklung des Zionismus nach Herzl“ statt. Obmännerkonferenz der zion. Studentenkorporationen. Mittwoch, den 7. Februar, präzise 6 Uhr abends, findet im Büro IX., Türkenstraße 9 eine vom D. K. einberufene Obmännerkonferenz der zion. Studentenkorporationen statt. Die Vereinsleitungen werden ersucht, den Abend freizuhalten und zuversichtlich zu erscheinen. Tagesordnung und Näheres im Zirkular, das genauest zu beachten, frdl. ersucht wird. GENERALVERSAMMLUNG des „Zion. Zentralvereins“.' Die Generalversammlung des „Zion. Zentralvereins“, die, wie bereits verlautbart, am 5. Februar, präzise S Uhr abends, im Jüdischen Volksheim, II.., Stefaniestraße 12, stattfindet, wird durch ein Referat über den Brünner Partei- und innerösterr. Distriktstag eingeleitet. Die weitere Tagesordnung: 1. Unser Kultusgemeindeprogramm (Referent Dr. Egon Zweig); 2. Tätigkeitsbericht des Ausschusses; 3, Neuwahlen; 4. Eventualia. Stimmberechtigt sind lediglich die ord. Mitglieder des Vereines. „Zionistischer Verband ehemaliger Hochschüler“ mit dem Sitze in Wien. Mittwoch, den 17. Jänner a. c. fand die Konstituierung statt. Der Verband bezweckt den Zusammenschluß aller Zionisten, die ihre akademischen Studien beendet haben. Er soll, als Reichsverband ausgestattet, den Sammelpunkt jüdisch-nationaler Betätigung auch für diejenigen bilden, die durch Beruf oder örtliche Verhältnisse in gelockerter Fühlung mit der Bewegung stehen. Nach § 4 der Statuten können Mitglieder des (Vereines Personen jüdischer Rationalität werden, welche a) eine Hochschule absolviert haben, oder b) ordentliche Hörer einer Hochschule waren und das 24. Lebensjahr erreicht haben. Zur gemeinsamen Vertretung von Standesinteressen sind innerhalb des Verbandes Fachorganisationen durchgeführt. Mitgliedsbeitrag pro Jahr K 6.— (exklusive Schekel). Anmeldungen an die Adresse des Schriftführers Dr. O. Horner, IX., Porzellangasse 16.. Der Ausschuß hat sich wie folgt konstituiert: Ober-Ingenieur Emil Fried, Obmann; Dr. Otto Abeies, 1. Obmann-Stellvertreter; Arnold Reich, 2. Obmann-Stellvertreter; Dr. Oskar Horner, 1. Schriftführer; Dr. L. Friedmann, 2. Schriftführer; Dr. G. Weiner, Kassier. Ausschußmitglieder: Dr. F. Eckstein, Dr. Leo Blum, Dr. D. Kinsbrunner, Dr. J. Landau, Dr. J. Schwarz, Dr. W. O. Strisower, Dr. Alfred Löwy, Dr. E. Skuletzky, Ing. W. Winter. Bezalelsflusstellung. Der „Verband jüdischer Frauen zur Förderung der Kulturarbeit in Palästina“ veranstaltet in den Räumen des jüdischen Nationalfondes, IX„ Türkenstraße 9, eine Schaustellung orientalischer Spitzen u. Erzeugnisse der Kunstgewerbeschule „Bezalel“ Die Besichtigung findet vom 11. bis 18. Februar 1912, täglich von 10—1 Uhr vormittag und von 3—6 Uhr nachmittag statt. Verein „Theodor Herzl". Sonntag, 11. Februar 1912, im „Jüdischen Volksheim“, 1L, Stefaniestraße 12, 11. Jüdischliterarischer Abend als Bialik-Abend. Herr Dr. David Rotblum wird die einleitende Conference halten, worauf Frl. Frieda Helldorf sowie der bekannte Bialik-Uebersetzer Dr. Ernst Müller einiges aus den Werken des^ Dichters vortesen werden. Beginn 5 Uhr. Regiebeitrag 50 Heller. Reservierte Sitze 1 Krone. Karten im Vorverkauf sind im „Jüdischen Volksheim zu haben. I. Wiener Jüdischer Turnverein, IX., Liechtensteinstraße 20 (Frauen-Turnkurs). Der I. Wiener Jüdische Turnverein hat, einem fühlbaren Bedürfnisse Rechnung tragend, einen Separat-Turnkurs für junge Frauen unter der bewährten Leitung des Turnlehrers Herrn Rudolf Pollak errichtet. Das Turnen findet satt: Montag von 1.4 bis r.5 Uhr nachmittags und Donnerstag von |5 bis >16 Uhr nachmittags. Monatsbeitrag K 6.—. Auskünfte am Turnplatz. Wien. („Bar Giora“, Vereinigung jüdischer Hochschüler aus den südslavischen Ländern) teilt allen Gesinnungsgenossen mit,daß ihr alter Herr cand. med. Moscha Munk am 26. v. M. zum» Doktor der gesamten Heilkunde promoviert wurde. Wien. (Zionistischer Mädchenverein „Moriäh“, 1L, Stefaniestraße 12.) Montag, den 5. Februar wird Herr Moses Waldmann sprechen. Thema Vorbehalten. Gäste, Mädchen und Frauen herzlichst willkommen. Wien. („Bar Kochba“.) Anschließend an den Vortrag im Ingenieur- und Architektenverein wird Herr Prof. Dr. M. B a 1 a b a n an der Universität im Saale 35. der philos. Fakultät über das Thema: „Aus der Geschichte der Juden ■ in Krakau“ sprechen. Anfang präzise 7 Uhr abends. Wien. (Vortrag aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur.) Donnerstag, den 8. Februar 1912, halb 8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvereinesv L, Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Oberrabbiner Dr. Julius Welleß pus Altofen statt. Thema: „R. Isak Or. Sarua aus Wien.“ Ein rabbinsches Lebensbild. Eintritt frei, ohne Karten. Wien. (Israelitische Kultusgemeinde.) Oeftentliche Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Sitzungssaal), Dienstag, den 6. Februar 1912, 6 Uhr abends. Tagesordnung: 1. Aenderung einzelner Bestimmungen des Kultusgemeinde-Statutes. 2. Reform des Religionsunterrichtes an den obersten Klassen der Mittelschulen. Wien. (Jüdische Toybee-Halle, XX., Othmargasse 46.) Vortragsprogramm für die Zeit vom 3. Februar bis 9. Februar 1912. Samstag, 3. Feb.: Konzert. Arrangement: Herr Max Schw'ager. — Sonntag, 4. Feb.: „Eine jüdische Militärkolonie an der Südgrenze Aegyptens im fünften vorchristlichen Jahrhundert.“ (Unter Vorführung von Papyris.) Rabbiner Dr. M. Rosenmann. — Montag, 5. Feb.: Oesterreichische Bürgerkunde. (Zyklus I.) Schriftsteller Dr. Heinrich Herbatschek. — Dienstag, 6. Feb.: Benjamin D’Jsraeli. (II.) phil. J. Krug. — Mittwoch^ .7. Feb.: Ursachen und Verhütung der Blindheit. Dr. Max Meißner. — Donnerstag, 8. Feb.: „Ueber Zahnpflege.“ (Mit Lichtbildern. Dr. H. Wolf. — Freitag ■,9. Feb.: Bibelvortrag. Herr J. Rosner. Wien. (Allgem. jüd. Arbeiter-Verein „Poale- Zion“.) Samstag, den 3. Februar 1912, im Saale des jüdischen Handelsangestellten-Verbandes, II., Taborstraße, 20 (Eingang Schmelzgasse, Cafe „goldener Brunnen“), literarischer Abend. Einleitung: Herr M. Waldmann. Rezitation, Gesang, Musik. Mitwirkend Herr Kantor Grob und andere. Beginn 8 Uhr abends. Regiebeitrag 20 h. Mähr.-Ostrau. Am 28. Jänner 1912 veranstaltete der Jüdische Volksverein „Zion“ in Mäh-* risch-Ostrau einen Palästinavortrag. Herr Dr. ing. Artur Felix aus Andrychau hat sich in uneigennützigster Weise zur Verfügung gestellt und für den ausgezeichneten Vortrag, der durch zirka 60 vortreffliche Lichtbilder wirksam unterstützt wurde, stürmischen Beifall gefunden. Der geräumige Saal war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt und die Zuhörer folgten mit ungeteiltem Interesse den Ausführungen des Vortragenden, der sich durch die Abhaltung dieses Vortrages den aufrichtigsten Dank der Ostrauer Gesinnungsgenossen, wie überhaupt aller Zuhörer gesichert hat. Nach dem Vortrage be- <<<<<<<♦»»»> Hotel Pitter SALZBURG _in nächster Nähe des Bahnhofes, Station ^1 der Elektrischen Bahn nach Berchtes- ” gaden u. Königsee, Automobilgarage etc. Familien-Hotell. Ranges, Zentralheizung, j Bäder, vorzügliche Küche. 1..