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Jüdische Zeitung · 1912-01-26 · 4 (26.1.1912) · page 1

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
6 (1912)
Issue
4 (26.1.1912)
Date
1912-01-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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JÜDISCHE ZEHUNE NflTIIML -JUDI5IIHE5 DRGHN_ gjjj ■ Erscheint wöchentlich. — Redaktion, Administration und Inseratenaufnahme: Wien, II.,Stefaniestraße Nr. 12. — Sprechstunden?■ _1 täglich von 11—12 Uhr vormittags und 4—5 Uhr nachmittags. — Manuskripte werden nicht zurückgestellt. — Abonnementspreise: Für. Oester- _ •’ reich-Ungarn: Ganzjähr. K 10.—, halbjähr. K 5.—, Vierteljahr. K 3.—. Für Deutschland: Ganzjähr. Mk. 10.—, halbjähr. Mk. 5.—, Vierteljahr. | Mk. 3.—. Für das übrige Ausland: Ganzjähr. Fr cs. 15.—. Einzelexemplare 20 h. Postsparkassenkonto 104.067. ■ Nr. 4 , Wien, Freitag, den 26. Jänner 1912 VI. Jahrgang llortrag Oes Professor Werner Somtort * „Die Zukunft der Juden“ am 18. Februar 1912, um halb 9 Uhr abends im Sofiensaal. Karten ä Kronen 10, 8 (Fauteuil- und Podiumsitze) 5, 4, 3,' Entree K 2,. erhältlich in den Kartenbureaus Kehlendorfer, , I., Krugerstraße 3, Konzertdirektion Guttmann, Hofoper, Büro Ferstel, Bellanastr. 4 und im Jüdischen Volksheim, II. Bezirk Stefaniestraße 12. Da die Karten in der kürzesten Zeit vergriffen sein werden, ersuchen wir insbesondere die gesinnungsgenössischen Vereine resp. deren Mitglieder ihren Bedarf sofort zu decken. Schriftliche Bestellungen sind an das Volksheim zu richten. JÜDISCHES VOLKSHEIM II., Stefaniestraße 12. Volkstümliche .Vorträge im Jüdischen Volks- Oheime. Sonntag, den 28. Jänner spricht Herr ' Moses Waldmann über „Die Juden in Galizien“. Beginn halb 5 Uhr nachmittags. Die Gesamtauflage enthält ein .Beiblatt mit den Tätigkeitsberichten des Distriktskomitees für Innerösterreich an den Distriktstag und des Ausschusses des „Zion. Zentralvereines“ an die Generalversammlung. Für den Zentralfonds. Vom X. Zionistenkongreß in Basel wurde ein Budget beschlossen, welches für die laufenden Ausgaben der Weltorganisation 170.000 'Mark festsetzt. Mit dieser Summe kann aber die Organisation , wenn sie allen erforderlichen vom Kongreß stipulierten Aufgaben gerecht werden soll, ihr Auslangen nicht finden. Im Interesse der Bewegung liegt es, wenn sich die Ausgaben vergrößern, damit die Kulturarbeit im Orient aufgenommen, Propaganda in der Türkei betrieben und der Ausbau der zionistischen Vertretungen in Konstantinopel und Palästina bewerkstelligt werden. Wenn nunmehr durch Schaffung eines Zentralfonds der Versuch unternommen wird, Geld für diese Zwecke zu beschaffen, so sollten alle organisierten Zionisten einsehen, daß es wahrlich nur einer kurzen, aber energischen Anstrengung bedarf, um diese Mittel nicht nur für diese Kongreßperiode, sondern für alle zukünftigen zu erlangen. , Die Institution des Schekels soll bestehen bleiben, Der Schekel ist ein Symbol, seine Entrichtung bedeutet das Bekenntnis -zum zionistischen Programm, und da wir nicht Vereine gründen, sondern das Volk erobern wollen, muß der Schekelbetrag so-gering bleiben, wie er jetzt ist. Es gibt aber Tausende, Zehntausende von Schekelzahlern, die für die Zwecke der Organisation einen höheren Betrag als eine Mark geben können und —. geben wollen! Nur fehlte bisher die organisatorische^ Ausnutzurig „dieser Tatsache, und diese Ausnützung* ist 'die* Gründung des Zionistischen Zentralfonds. Wiederholt ist der Vorschlag aufgetaucht, Schekelklassen zu bilden, da es als soziale Ungerechtigkeit empfunden wurde, daß Arm und Reich den gleichen Beitrag leisten. Dieser Vorschlag wäre praktisch kaum durchführbar gewesen,. und hätte der Institution des Schekels geschadet. Denn das Prinzip der absoluten Gleichheit, das der Schekel darstellt, hat einen hohen inneren Wert. Der Zentralfonds aber ergänzt die Schekelinstitution in glücklichster Weise. Er ermöglicht jedem Gesinnungsgenossen, in Form einer Selbstbesteuerung nach seinen Kräften zur Entfaltung der Organisation beizutragen. Es wird sich empfehlen, die Agitation für den Zenträlfonds so .einzurichten, daß die Zuwendungen als ständige Jahresbeiträge gezeichnet werden und daß nur für Beiträge von einer gewissen Höhe an, etwa von 20 Kronen agitiert wird. Einmalige größere Beiträge sind gewiß erwünscht, haben aber vom. Standpunkt der Organisation nicht den Wert ständiger Beiträge, mögen diese auch erheblich kleiner sein. Allzu geringe Beiträge wiederum sind von geringem Nutzen, weil Einziehung und Kontrolle zu große Spesen verursachen. Wenn die zionistischen Landesorganisationen und Federationen, Vereine und die einzelnen Gesinnungsgenossen die Idee des Zentralfonds tatkräftig propagieren, so mögen sie sich stets vor Augen halten, daß es sich nicht darum handelt, Bureaukosten zu decken, sondern der Parteileitung die Möglichkeit fruchtbarer Arbeit zu erschließen. Das Aktions-Komitee besitzt keinen Pfennig. Es wird keinen ungedeckten Kredit in Anspruch nehmen und hat die Leitung in der sicheren Erwartung übernommen, daß die Einsicht und der Opfersinn, der von jedem organisierten Zionisten gefordert werden muß, ihm die nötigen Mittel schaffen wird. Im Vertrauen auf die Anhänger der ‘ ziönistrsc7Ten-~TÖee''Trär“rir^' Aktions'-Komitee seine Arbeit begonnen. Und schon sehen wir, wie rings das Verantwortungsgefühl der Zionisten erwacht. In Galizien haben die vier Distriktskomitees sich verpflichtet, je 7500 Kronen aufzubringen. Schon sind 5000 Kronen gesammelt. Sicherlich werden alle anderen Länder rasch folgen, und so werden wir endlich zur Gesundung unserer Finanzen gelangen. Das Beispiel der Deutschen Landesorganisation zeigt, was durch energische Organisationsarbeit an Beiträgen aufgebracht werden kann. Bis zum Frankfurter Delegiertentag vom Jahre 1 Ql0 mußte sich die deutsche Zentrale mit einem Jahreseinkommen von 3000 Mark behelfen. Da beschloß der Delegiertentag die Einführung regelmäßiger Jahresbeiträge — und heute verfügt die Zentrale über ein Jahreseinkommen von 18.000 Mark. Es ist kein Zweifel, daß die Gründung des Zentralfonds der einzige richtige Weg ist, die regelmäßigen Einnahmen des A. K., die bisher durchschnittlich nur 70—SO.OCjO Mark an Schekeln betrugen, zu verdreifachen. Und sie müssen verdreifacht werden, wenn das A. K. seinen großen Aufgaben auf politischem, kulturellem und organisatorischem Gebiet gerecht werden soll. Die westösterreichische Organisation hat auf dem Brünner Parteitage einstimmig die Sammlung von 18.000 Mark für den Zentralfond beschlossen. Jeder Distrikt ist somit durch Parteibeschluß verpflichtet, 6000 Mark aufzubringen. Wir zweifeln nicht, daß es bei energischer Arbeit gelingen wird, diese Beträge zu sammeln. Tue jeder seine Pflicht und das Aktionskomitee, dem wir vollstes Vertrauen entgegenbringen, wird imstande sein, wichtige und segensbringende Arbeit zu leisten!

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