Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 5 (1911)
- Issue
- 52 (29.12.1911)
- Date
- 1911-12-29
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 52 Die exakt durchgeführten Freiübungen der Damen-, Herren- und Kinderabteilung fanden ebenso vollen und starken Beifall, wie die oft schwierigen Gerätübungen; (der Turnerinnen und Turner. Besonders hervorzuheben sind die Vorführungen der Kinderabteilung, die für ihre schöne Leistung mit Jubel überschüttet wurde. Alles in allem kann der Verein mit seinem ersten Schauturnen wohl zufrieden sein und wenn er auf dem betretenen Wege fortfährt — dafür bürgt der glänzende Turnleiter med. Adolf T agl i ch t und der Eifer seiner Turner — so wird er wohl bald mit den anderen Turnvereinen in einer Linie marschieren und dann in edlem Wettstreit mit ihnen wirken. Wien. (Chanukafeier des Hietzinger Frauenwohltätigkeitsvereines.) Unter den vielen Festen, die in Wien zu Chanuka gefeiert werden, verdient das des Hietzinger Frauenwohltätigvereines, welches am IQ. Dezember 1911, in 'Hopfners Parkhotel Schönbrunn, Hietzing, Hauptstraße 12—14, veranstaltet wurde, besondere Würdigung. Der Vorstand des Vereines hat sich zur Aufgabe gemacht, gegen 200 verlassene Kinder, die auf Kosten von Behörden in Familienpflege in Wien untergebracht sind, stetig zu inspizieren, sie mit allem, was sie an Kleider, Wäsche und Schuhe brauchen, zu versehen und ihnen vor allem Liebe und Freude zu bieten. 30 Damen sind an diesem Liebeswerk beteiligt, sind die mütterlichen Schützerinnen und Freun- ' dinnen der armen, entweder beider Eltern oder eines Elternteiles beraubter Kinder. Zu Chanuka erhielten sie eine ganz neue Ausstattung; Bilder rührender Freude und inniger Rührung boten sich dar, wenn die Kleinen in veränderter, äußerer Gestalt aufmarschieHen. Am 19. d.I wurden 231 Kinder mit Spielsachen, Büchern und Backwerk beschenkt uno im herrlichen Saale des Parkhotels mit einer Festjause von den Damen selbst bewirtet. Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald begeisterte in einer Ansprache die Jugend. Herr Oberkantor Gotthold Friedländer entzündete die Chanukalichter und sang mit einem Kinderchor das Chanukalied erhebend und eindrucksvoll. Die mächtige Bewegung der Kinderfürsorge findet im Hietzinger Frauenwohltätigkeitsvereine unter Leitung der Frauen Laura Krenberger, XIII., Auhofstraße 221, Gisela Zirner, XIII., Neue Weltgasse Q und Hermine Bernfeld, X1II./6, Suppegasse 10, werktätige Hilfe. Es ergeht der Aufruf zur Mitarbeit an alle Damen, die mit warmem Herzen .unsere Jugend heben und stärken wollen. Wien. (Verein „Mensa academica Judaica::.) Am 20. Dezember a. c. veranstaltete der Verein „Mensa academica Judaica“ im eigenen Lokale, IX., Pramergasse 31, eine Chanukafeier, die von Studenten und Freunden der Mensa zahlreich besucht war. Nach Begrüßung der Gäste durch den Präses des Vereines, Herrn Ing. Saul Sokal, steckte Herr Oberkantor Neumann die Chanukakerzen an und sang einige Lieder. Herr phil. Braslawski begleitete ihn am Klavier. Fräulein Lola Stern, begleitet von Frl. Gab}' Lifczis, trug Lieder vor und -erntete stürmischen Beifall. Die Festrede hielt Herr exp. acd. Reiner und erläuterte trefflich die Bedeutung des Chanukafestes. Auch Herr phil. Feld hielt eine Rede, die mit großem Beifalle aufgenommen wurde. Frl. Scharge und Herr med. Bercovic erfreuten zum Schlüsse die Gäste durch iein treffliches Violinkonzert. Nach dem Schlüsse des offiziellen Teiles fand ein Festkommers jstatt. Das Fest hatte einen echt jüdisch-studentischen Charakter und alle Gäste schieden in fröhlichster Stimmung. Tarnopol. In der Generalversammlung der hebräischen Schule „M a k a b i“ wurden gewählt: Samuel Freud, Präsident; Hirsch Seidmann, 1. Vizepräsident; Jakob Pfeffer, 2. Vizepräsident; Josef Koffler, Sekretär; Israel Nüsse n b a u m, Kassier. Kiste Oer Überlauter. Süß Hermine, 1881, St. Anton (Nied.-Oest.), ledig, Private, XIII-, Haddiggasse 118. — Seidenberg Leiba, 1868, Ekaterinoslaw (Rußland), verheiratet, Kaufmann, II., Hotel Newyork. — Hochstim Chaskel, 1869, Podgorce, ledig, k. k. Finanzsekretär, IV., Karlsgasse 11. — Seideriberg Guissiageb. Charret, 1881, Kiew, verheiratet, Kaufmannsgattin, II., Hotel Newyork. — Goldmann Bernhard, 1865, verwitwet, Uhrmacher, XVII., Hernalser Gürtel 15. — Brüll geh. Handl Ernestine, 1873, Wien, verheiratet, Kaufmannsgattin, VIII., Schönborngasse 6. — Resler Fanny (Feige), 1884, Czernowitz, ledig, 1., Annagasse 3. — Russo Marcell, 1887, Wien, ledig, III., Weißgärberlände 40. — Goldmann Otto, 1882, Sodek (Bez. Trebitsch), ledig, Landwirt, IX., Thurngasse 15. — Weisbach geb. Cohn HedWig, 1846, Berlin, verwitwet, Private,. IX., Hörigasse 16. — Ferstner Alfred; 1886, Wien, ledig, Maschinenarbeiter, XX., Universumstraße 50. — Schick Hermine, 1S74, Wien, ledig, Private, II., Franzensbrückenstraße 4. — Winter Oskar,.1862, Solotwina (Bez. Brzesko), ledig, Baurat, II., Czerningasse 7. — Sternberg Hermann, 1888, Wien, ledig, Mediziner, VL, Millergasse 40. — Brand Berta, 1SS7, Maidling, ledig, Magazineurin, XIL, Bendlgasse 8. — Weiß Emil, 1880, Wien, konfessionslos, laut des israei. Matrikelamtes Budapest. Rppell an die jüöiirfien HMaten, Riditep, Notare und übrigen Juristen. An der Wiener Universität hat sich ein jüdisch-akademischer Juristen-Verein gebildet. Der Verein, der jede politische Tendenz aus schließt, hat den Zweck, einerseits eine Standesorganisation der jüdischen Rechtshörer, anderseits eine Pflegestätte der allgemeinen und jüdischen Rechtswissenschaft zu schaffen. Eine studentische Fachorganisation auf nationaler, also immerhin separatistischer Grundlage ist deshalb dringend notwendig, weil die Verhältnisse auf den Hochschulen Oesterreichs in den letzten Jahren derartige geworden sind, daß ein Zusammenarbeiten zwischen jüdischen und deutschen Studenten, selbst in einem wissenschaftlichen Vereine überaus schwer, in Wien aber vollständig unmöglich ist, da der bisher einzige juristische Fachverein an der Wiener Universität, der deutsch-akademische Juristenverein, statutengemäß nur deuts ch - arische, also keine jüdischen Juristen aufnimmt. Ein intensives Fachstudium ist aber speziell für den Juristen geboten, da derselbe an der Universität keine Gelegenheit zur praktischen Betätigung hat, wie z. B. der Mediziner an der Klinik. Diese Misere unserer Studienordnung soll nun durch unseren Fachverein abgeholfen werden. Aus all diesen Gründen glauben wir, daß der ergebenst gefertigte Verein auf die Billigung und Förderung seiner Ziele von Seiten der jüdischen Juristenschaft sicher rechnen kann, um so mehr, als z. B. der deutsch-akadem. Jüristenverein von Seiten der deutsch-arischen Advokaten und Richter in jeder Weise unterstützt wird. Wir-richten daher an alle jüdischen Juristen die dringende , > AUFFORDERUNG: dem Verein beizutreten, sowie denselben durch Rat und Tat zu unterstützen. Insbesondere bitten wir um Ueberlassung von Büchern, Gesetzesausgaben (ev. ältere Jahrgänge), oder Abhaltung von wissenschaftlichen Vorträgen und Referaten. Zuschriften und Beiträge werden zu Händen des Präsidenten erbeten! Für den Vorstand: Der Schriftführer: Jur. Wilhelm Lederer. Der Präses: J. U. C. Oskar Trnka. IX., Hernalsergürtel 30. . Telephon: 3667/1V. Zur gefl. Beachtung! Der Verein empfiehlt auch tüchtige und gewissenhafte Kollegen als Kanzlisten, Stenotypisten etc. und ersuchen wir im Bedarfsfälle um gütige Verständigung. Schutz gegen Erkrankung. Guttmann’s Original-Patent- Zimmerhlosett (garantiert geruchlos) :: in den verschiedensten Möbelformen :: L. GUTTHANN, Wien, VI., Mariahilf erstr. 1/B, Mezzanin, Casapiccola Filialfin Lemberg, Jagiellonengasse 8. — Prag, Brennte- IIIIUIull. gasse 48. — Budapest, VI., Väczi-körut 1. Bidets in größter Auswahl. . Illustrierte Kataloge A. gratis und franko. Austro-Americana. Der prachtvolle Doppelschrauben - Eiidampfer „Martha Washington“ unternimmt zwei Sonderfahrten nach: Rio de Janeiro, Santos und Buenos-Aires unten, Berührung der Zwischenhäfen: Neapel, Bartelona, Teneriffa (Kanarische Inseln). Abfahrten von Triest am: 11. Jänner und 7. März 1912. Reisedauer: Neapel. Buenos-Aires nur 16 Tage. 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