Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 5 (1911)
- Issue
- 48 (1.12.1911)
- Date
- 1911-12-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 48 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 Diu zionistischen Korporationen unter Leitung des innerösterreichischen Distriktskomitees veranstalten am 12. Dezember 1911 in den Sofiensälen eine grobe Waltäabäerleier mit nachfolgendem iTanz. Die Festrede hält Dr. Schemarjahu Lewin, Mitglied des engeren Aktionskomitees in Berlin. Ihre Mitwirkung haben gütigst zugesagt: Herr Konrnd Loewe, k. k. Hofschauspieler; Fräulein Vika Engel, Mitglied der Wiener ’ Volksoper; Herr Egon Brecher, Mitglied des k. k. priv. Josefstädter-Theaters; I. Wiener jüdischer Turnverein. Karten sind erhältlich: Zion. Zen-, tralbureau: IX., Türkenstraße 9, Telephon 14.199; Jüdisches Volksheim: II., Stefaniestraße 12; Cafe Arkaden: 1., .Universitätsstraße 3; Cafe Brammer: IX., Liechtensteinstraßei; Cafe City: IX., Porzellangasse 1; Cafe Gartenbau: I.,- Kaiser Wilhelm-Ring 10; -Cafe Jägerhof: IX., Porzellangasse 22; Cafe Louvre: L, Wipplingerstr. 27; Cafe Marienbrücke: I., Rotenturmstr. 31; Cafe Mariahilf:-VI., Mariahilferstr. S9a; Cafe Maria Theresia: I., Maria Theresienstraße 10; Theaterkartenbureau: Carl Kehlendorfer, I., Krugerstraße 3; Konzertbureau: Albert Gutmann, I., Schellinggasse 3. — Abendkassa der Sofiensäle. Preise der Plätze: Parterreloge K 30.—, Ralkonloge K 40.—, Orchestersitze K 12.—, K 10.—; Cercle K S.—, 6.—; Parkett K 4.—; Entree K 2.—. Die Musik besorgt die Regimentskapelle des k. u. k. Infanterieregiments Nr. 67 unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters Hermann ' Dostal.i'Saaleröffnung: halb S Uhr. Beginn präzise halb 9 Uhr. Sitzung des Exekutivkomitees. Nächste Sitzung des Exekutivkomitees: Montag d. 4. Dezember, 8 Uhr abds., in der Türkenstraße. Vollzähliges Erscheinen dringend erforderlich. Gesangschor für die Makkabäerfeier. Die Proben für die bei der Makkabäerfeier zur Aufführung gelangenden f vierstimmigen Chöre’sinyi im vollen Gang. Es ist zu erwarten, tlaß die Darbietungen einen glänzenden Verlauf nehmen werden. Sangeskundige Gesinnungsgenossen werden behufs Verstärkung einiger Stimmparten dringend gebeten, freundlichst mitzuwirken und sich im Büro des i.-ö. D.-K., IX., Türkenstraße 9; oder am Uebungsort, Vereinslokal der ak. Verb, „lvria“, IX., Glasergasse 4 a (Souterrain), zu melden. Nächste Probestunde: Freitag den 1. Dezember 1911, präzise S Uhr abends. Die Sänger werden um pünktliches, zuverlässiges Erscheinen gebeten. Kartenausgabe im Zentralbüro. Die Kartenausgabe im Zentralbüro der Makkabäerfeier, IX., Türkenstraße 9, findet täglich in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags und 2 bis 7 Uhr nachmittags, statt. Dortselbst werden audi telephonische Bestellungen (Nr. 14199) entgegengenommen. Die Gesinnungsgenossen werden in ihrem eigenen Interesse ersucht, ihren Bedarf an Karten ehestens zu decken. Reklamationen. Reklamationen bezüglich der zu erfolgenden Einladungen. usw. sind ausschließlich ans Zentral-Büro der Makkabäerfeier, IX., Türkenstraße Nr. 9, zu richten. Damen- und Herrenkomitee. Für das große Damen- und Herrenkomitee ist für Mitte der nächsten Woche eine gesellige . Zusammenkunft in Aussicht genommen, wofür spezielle Einladungen zur Versendung gelangen werden. Rus dem judilchen Reben. Das deutschliberale „Prager Tagblatt“ rät zur Taufe. Unser Prager Bruderblatt „Selbstwehr“ ' schreibt: „Im „Prager Tagblatt“ vom 17. November 1911 schreibt der „Ratgeber“ unter „Haus und Hof“: „M i 1 i t ä r W i e n. Lassen Sie sich taufen und dann in aller. Stille früh in einer Kirche trauen. Das ist vernünftig ui^d ökonomisch. Sie werden d am it den Wünschen Ihres Zukünftigen entgegenkom- men. Das Leben in Wien ist teuer . .“ Es ist charakteristisch, daß das durch die deutschen Juden fettgewordene „Prager Tagblatt“ den Glauben an JesUs Christus vom Stand- Punkte der Fleischteuerung beurteilt. Pfui Teufel!“ Die Juden in Russisch-Polen. Die polnischen Blätter veröffentlichen sehr interessante Zahlen über das Anwachsen der Juden in Russisch-Polen trotz der starken Auswanderung. In den letzten Jahren hat sich die Zahl derselben in dieser Provinz des alten polnischen Reiches bedeutend vermehrt, während in Polen sich die Zahlder Juden sehr verminderte, in Galizien nach der letzten Volkszählung stabil blieb. Der größte Teil der Juden, die aus Rußland auswanderten, blieb in Russisch-Polen ansässig und deshalb ist ihre Zahl von 7.8° „ auf 14.6° 0 der Bevölkerung gestiegen. Auf 11,935.318 Bewohner zählt nach der letzten Volkszählung Russisch-Polen 1,747.655 Juden. Von 116 größeren Städten in Russisch-Polen besitzen 70 eine jüdische Mehrheit. Darunter sind 33 Städte mit 50 bis 600 „, 21 mit 70 bis 80° „ Juden. Warschau zählt 30S.000 Juden, 39.4" Nasielsk 80o '(„ Dzialoszyce 84 n'„, Chmielnik Lodz 22.7 °j„ Lublin 50.7 "„, Kaluszvn S5"„, 79 0 „, Terespol-S2 °/„ Juden. In Russisch-Polen gibt es keine Stadt ohne Juden, während es 1827 noch 10 solche Städte gab. Der berühmte Wahlfahrtsort Czenstochau hat 22.000 Juden. In Galizien gibt es nur eine Stadt ohne Juden, S a y b u s c h. ' Die Stadt hat bis jetzt den Gemeindebeschluß aufrecht erhalten, daß Juden in derselben weder Grundstücke oder Häuser ankaufen, noch ständigen Aufenthalt nehmen dürfen. Tolstoi in hebräischer Uebersetzung. Wilna. Der hiesige Verlag „Misrach U- Maarab“ (Ost und West) gibt eine Auswahl von Tolstois Werken in hebräischer Uebersetzung heraus. Als erster Band dieser hebräischen Tolstoi-Ausgabe erschien vor kurzem der Roman „Kindheit“ in der Uebertragung von J. D. Berkowitz. Dem Buche gehen als Einleitung zwei literarische Essays voraus: „Tolstois Lebensgeschichte“ von J. Ch. Rawnitzky und „Tolstoi der Künstler“ von Dr. J. Eljascheft. Fast gleichzeitig mit der hebräischen Ausgabe von Tolstois „Kindheit“ ist im Verlage „Jepeth“ in Jaffa eine hebräische Uebersetzung der bekannten Tolstoischen Erzählung „Der Tod des Iwan Ilitsch“ aus der Feder von A. S. Rabbinowitz erschienen. Protest der russischen Rabbiner gegen die Ritualmordnetze. Petersburg. Mit Rücksicht auf die immer gefährlichere Formen annehmende Ritualmord- und Pogromhetze., in Kiew und anderen Städten veröffentlichten 813 russische Rabbiner in dem offiziösen Regierunsorgan „Rossija“ eine feierliche Protesterklärung gegen das wahnwitzige Blutmärchen. Die Erklärung ist von den Rabbinern David Katzenellenbogen (Petersburg), Salomon Ahronsohn (Kiew) und Doktor M. Eisenstadt (Pertersburg) unter Mitwirkung der Rechtsanwälte Sloisberg, Grusenberg, Gordon und Krewer entworfen worden. Rus Palästina. Ausbeutung der Petroleum- und Phosphatlager Palästinas. T i b e r i a s. Zur Ausbeutung der im Ostjordanlande lagernden Bodenschätze h,it sich vor einiger Zeit eine Gesellschaft gebildet, die aus einer syrischen und einer englischen Gruppe besteht. Die syrische Gruppe, mit einer deutschen Firma an der Spitze, hatte die Konzession zur Ausbeutung der Petroleum- und Phosphatlager des Ostjordanlandes erhalten und suchte schon im vergangenen Jahre europäisches Kapital, insbesondere deutsches, an dem Unternehmen zu interessieren. Die Anfrage bei deutschen Häusern blieb aber ohne Erfolg. Nunmehr ist es den Inhabern der Konzession gelungen, englische Kapitalisten zu gewinnen. Vor etwa einem Monat war der Direktor der englischen Gruppe und mehreren Ingenieuren in Haifa. Die Urteile dieser Herren über die Aussicht und Rentabilität des Unternehmens lauteten sehr günstig, ebenso die Untersuchung der mitgenommenen Gesteinproben. Noch in diesem Winter wird vielleicht mit der Ausbeutung der Lager begonnen werden. Das in Frage kommende Terrain liegt im Ostjordanlande südlich von Deraa (wo die Verzweigung der Hedschaslinie nach Damaskus und Medina beginnt) bis in die Breiten des Toten Meeres. Da bei der Gewinnung von Psosphat viele für die Landwirtschaft gut verwendbaren Nebenprodukte abt'allen, so werden unsere Kolonisten hoffentlich bald einen guten, billigen Kunstdünger aus Palästina selbst beziehen können. Spenden palästinensischer Juden für die verwundeten Soldaten in Tripolis. Jerusalem. Der hiesige Zweigverein des „Roten Halbmondes“ (türkische Schwesterorganisation des Roten Kreuzes) erhielt dieser Tage von dem Direktor der Anglo-Palestine Company in Jaffa, Herrn S. D. Levontin, 1000 Frcs. als Beitrag der genannten Bank für die verwundeten türkischen Krieger in Tripolis. Die in Jerusalem für die verwundeten türkischen Soldaten gesammelten Spendenbeträge belaufen sich bisher auf ca. 800 türkische Pfund. In den letzten Tagen haben einige Komiteemitglieder des „Roten Halbmondes“ eine Rundreise nach den benachbarten Ortschaften unternommen, um dort Spenden zu sammeln. Von der Eisenbahnlinie Haifa—Akko. H a i f a. Die Bahn Haifa-Akko ist dieser Tage abgesteckt worden. Die Bahnbauten werden demnächst ausgeschrieben. Eine deutsche Eaufirma — Gebrüder Beiharz in Haifa — hat den Bau der Bahnstationen bis Maan erhalten. Von den hebräischen Gymnasien in Jaffa und Jerusalem. J a f f a. Die Leitung des hiesigen hebräischen Gymnasiums hat Herrn Dr. J. Zippernowitsch aus Rußland als Lehrer für Talmud und älthebräische Literatur, ferner Frau N. Malul als Lehrerin der arabischen Sprache für die unteren Klassen der Anstalt engagiert. Das hebräische Gymnasium in Jerusalem entwickelt sich in erfreulicher Weise. Die Anstalt besteht aus einem dreiklassigen Vorkursus und sechs Gymnasialklassen. Das Odessaer Komitee hat in seiner letzten Sitzung dem Jerusalemer Gymnasium eine vorläufige Jahressubvention von 1000 Frcs. bewilligt. Von den Jaffaer jüdischen Schulanstalten. Mit dem 1. Marcheschwan beginnt in den hiesigen jüdischen Schulen das neue Schuljahr, ln diesem Jahre wurde der Unterricht in den meisten Schulen durch eine öffentliche Feier eingeleitet. Im hebräischen Gymnasium wurde die 7. Klasse eröffnet. Die Gesamtzahl der Schüler des Gymnasiums beträgt zurzeit etwa 300. Die hebräische Mittelschule „Tachkemoni“ zählt 196 ydie Talmud Thora 110, die Volksschule des Hilfsvereines und die Alliance-Schule je 140 Schüler. Die Tachkemoni-Schule hat neue Lokalitäten im Stadtviertel „Neweh Zedek“ gemietet und in der Person des Herrn Haus, früheren Leiters der Jaffaer jüdischen Bibliothek, eine neue Lehrkraft engagiert. Der neugewählte Chachambaschi von Jaffa, Rabbi Benzion Usiel, stattete einige Tage nach seinem Amtsantritt dem hebräischen Gymnasium, der Tachkemonischule und der Talmud-Thora längere Besuche ab. UereinsnaAriditeif. Wien. (Verein Jüd. Jug. Arbeiter, Wien.) Am 3. Dezember 1911 in den Sälen des Cafe Prückel, L, Stubenring 24, Ecke Wollzeiie, findet ein Unterhaltungsabend mit anschließendem Tanz unter Mitwirkung von Kunstkräften statt. Damenschönheitskonkurrenz, 3 wertvolle Preise. Juxpost, Juxbazar. Saaleröffnung 9 Uhr abends. Regiebeitrag 70 h. Karten sind zu haben: Cafe Prückel, Cafe Stefanie, 11., Stefaniestraße 2, Cafe Pramer, IX., Maria Theresienstraße und bei sämtlichen Vereinsmitglicdern. Wien. (Vortragszyklus der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien, IX., Miillnergasse 35.) Der nächste Vortrag findet am Dienstag, den 5. Dezember, halb 8 Uhr abends, statt. Redner: Herr Adolf Böhm, Thema: Der Zionismus nach ’Herzl. Der hervorragende Einfluß, den der Referent auf die Entwicklung des Zionismus nach Herzl genommen hat, verspricht einen interessanten Verlauf des Vortragsabends. — Gäste willkommen! Wien. (Jüdischer Handlungsgehilfen-Verband, II., Taborstraße 20.) Dienstag, den 5. Dezember 1911 findet im Privatlokale, 11., Taborstraße 20 (Souterrain), ein Vortrag des Herrn Dr. Koloman Freuder statt. The’ma: „F o r t s c h r i 11 e der Heilkunde im letzten Jahrhunde r t“. Beginn präzise 8 Uhr abends. Gäste willkommen! Wien. (Verein „Theodor Herzl“, II., Jüd. Volksheim.) Dienstag, i 5. Dezember: Bibelseminar (Lieder der Bibel); Mittwoch, 6. Dezember: Zionistisches Seminar; Samstag, 9. Dezember: Dr. Weiner, Die Mischehe und die Judenfrage. Gäste herzlichst willkommen. Beginn präzise halb 8 Uhr abends. Wien. Das Komitee für den am 9. Jänner 1912 in den Sofiensälen stattfindenden Ball der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler hat sich bereits konstituiert und seine Tätigkeit im vollen Umfange aufgenommen. Die bisherigen Erfolge berechtigen zu der Annahme, daß dieses Balltest, wie alljährlich einen Glanzpunkt in der Reihe der studentischen Veranstaltungen bilden