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Jüdische Zeitung · 1911-10-13 · 41 (13.10.1911) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
5 (1911)
Issue
41 (13.10.1911)
Date
1911-10-13
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 41 vor Schluß des Matches diktierter 11 Meter- Strafstoß wird von Halpern in schönen Stil abgewehrt und trotz gewaltiger Anstrengungen beiderseits bleibt das Resultat unverändert. Jüdische Mitbürger! Die letzten Reichsratswahlen haben bewiesen, daß sich auch in der Leopoldstadt die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer jüdischen Organisation Bahn gebrochen hat, daß eine Zusammenfassung aller jüdischen Elemente von vielen sehnlich erwünscht und freudig begrüßt wird. Die Leopoldstadt, welche zufolge der Zahl und Art ihrer jüdischen Bewohner den Kernpunkt jüdischen Lebens in Wien und ganz Oesterreich repräsentieren soll, konnte dieser Aufgabe bisher nicht gerecht werden, weil ihr jede Organisation und würdige Vertretung fehlte. Die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Kräfte dieses Bezirkes wurden bisher im Dienste unbedeutender und grundsatzloser Parteien (und Fraktionen verzettelt. In wirtschaftlicher Hinsicht wurde so gut wie nichts geleistet, ia nationaler Hinsicht einer törichten und schädlichen Deutschtümelei gehuldigt. Ueber leere Phrasen kam man nicht hinaus, für die wirtschaftlichen und nationalen Interessen der Juden in der Leopoldstadt wurde nichts geleistet. Unsere neue Organisation, der „Jüdische Volksverein für die Leopoldstadt“, soll gründlichen Wandel schaffen. Auf dem Boden der jüdischen Nationalität stehend, bezweckt er die Hebung der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lage der Juden in ganzOesterreich. Mittel zur Erreichung dieses Zweckes sind: Zielbewußte Agitation .für die tatsächliche rund vollständige Gleichberechtigung der Juden mit allen Nationen und Konfessionen des Reiches. Ehrliche Arbeit für die endliche Versöhnung der Völker in Oesterreich, welche lediglich durch Einführung der nationalen Autonomie für alle Völker, die Juden mitbegriffsn, Zustandekommen kann. Förderung der Erwerbstätigkeit seiner Mitglieder. Errichtung von jüdischen Spar- und Vorschußkassen. Förderung aller genossenschaftlichen Bestreb ungen. Rechtsschutz. Gewährung unentgeltlicher Rechtshilfe an die Mitglieder, falls diese in ihren wirtschaftlichen oder politischen Rechten als Juden gekränkt werden. Pflege der nationalen Kultur, moderne nationale Erziehung. Gründung von Volksbibliotheken und Lesehallen, Errichtung von jüdischen und allgemeinen Lehrkursen. Verbreitung der Kenntnisse der nationalen Geschichte und Sprache. Errichtung eines jüdischen Volkshauses in der Leopoldstadt als Mittelpunkt des nationalen Lebens der Juden in der Leopoldstadt. Publizistische Vertretung der Interessen des Vereines und seines Programmes durch ein modern und ehrlich' geleitetes jüdisches Organ, welches alle Mitglieder zu minimalem Preise beziehen können. Vorbereitende Arbeit für die Schaffung einer jüdischen Tagespresse. Jüdische Mitbürger! Wer an der Verwirklichung dieses, das Interesse unseres Volkes fördernden Programmes mitarbeiten will, der trete dem neugegründeten „Jüdischen Volks verein für die Leopoldstadt“ bei. Für das Gründerkomitee: Dr. L. Plasclikes. Ingenieur R. Stricker. Dr. G. Wolf mann. Beitrittserklärungen' und Anfragen sind bis auf weiteres an Dr. Wolf mann, II., Förstergasse 3 und an die Redaktion der „Jüdischen Zeitung“ zu richten. JQdlfches fSaOclien Wir rufen Euch;zu jüdischer Arbeit! Wir müssen Euch rufen, idenn von selbst seid ihr nicht gekommen. Als vor wenigen Jahren das große Wecken im Judentum anhob, da scharte sich um die frohe Fahne der jungen Juden alles, was gesund , und schaffensfreudig, was jung und kräftig war' im Judentum. Aber doch nicht alles. Die Mädchen fehlten. Fern und fremd standen sie, als ob das gemeinsame Schicksal des Volkes nicht auch das ihrige wäre. Und fern und fremd stehen sie größtenteils auch heute noch. Das muß anders werden. Nicht nur der jungen Juden bedarf das neue Judentum,' sondern auch der jungen Jüdinnen. Und Eeurer vielleicht noch mehr; denn Jhr seid die Mütter der Zukunfts-Juden. All seine Jungen braucht unser Volk, denn es ist auf dem Kriegspfade. Auf unserer Generation, auf denen, die jetzt jung sind, lastet eine weltgeschichtliche Verantwortung. Von uns wird es abhängen, ob ein altes Edelvolk, ob unser Volk aus Not und Schmach, aus Krankheit und Vielfältigkeit zu Glück und Ehre, 'Kraft und Einheit kommen wird; ob es in der alten Heimat das gesunde Leben von Freien führen wird, oder weiter dahinsiecht, dem sicheren .Untergang entgegen. Junge Jüdinnen, erfüllt Eure Pflicht! Wir, unser junger Verein, wollen Euch - dabei helfen. Wir wollen Euch Gelegenheit geben, Eurem Volke, dem Jhr entfremdet wurdet, wieder nahe zu treten. Wir wollen gemeinsam in die Kultur dieses Volkes eindringen, seine Vergangenheit wart und 'Zukunft,: die Schöpfungen von ehesoll uns ebenso beschäftigen, wie seine Gegenmals ebenso wie seine beginnende Renessainze. Nichts Jüdisches sei uns fremd! Junge Jüdinnen, wir haben Euch gerufen. | An Euch ist es, dem Rufe zu folgen. ^Zionistischer M ä d c h e n v e r e i n „M o r i a h“, Wien, IX., Türkenstraße 9. PasMachpichters. Mitteilungen des i.-ö. D.-K. Für die zahlreichen Beileidsbezeugungen, die uns anläßlich ‘ des Ablebens unseres D.-K.-Mitgliedes Hugo E b e rf: zugekommen sind, sagen wir hiemit herzlichen _ Dank. •'•.Für das i.-ö. 'D.-K. ...Der Obmann: Dr.. J. H. Körner. Außerordentlicher Distriktstag. - Dieser findet mit, Rücksicht auf die-Sonntag, den 22. d. M.,. stattfindende Sitzung des Zentralkomitees für V£/?estösterreich, Sonntag, den 29. Oktober, 10 Uhr vormittags, im Saale IX., Türkensträße 9, statt. ' Sitzung der studentischen Vereinsleiter. Die Vereinsleiter 'der studentischen Korporationen des i.-o. Distfiktsverbandes werden hiemit zu einer vom i.-ö: D.-K. einberufenen w i c htigen Besprechung eingeladen. Dieselbe findet Montag, den 16. Oktober, S Uhr abends, im Saale IX., Türkenstraße 9, statt. Doktor Mossinsohn in Wien. , ' ’t * Der Direktor des hebräischen Gymnasiums in Jaffa, Gg. Dr. Mossinsohn wird in der nächsten Zeit in Wien einen Vortrag halten. Ort und Zeit derselben werden rechtzeitig bekannt gegeben werden. > . Jüdisches Volksheim. Rechte finden werden, in welchem auch dem: Schwächsten und Aermsten Blldungsgelegenheiten jeder-Art geboten werden sollen, in welchem der verfolgte und verachtete Jude als gerngesehener Gast und Freund Stärkung seines Selbstbewußtseins erfahren * wird, ist gewiß der Unterstützung aller Volks g; nossenwert. Spendet für den Fonds des Jüdischen Volksheimes. Dr. L. Plaschkes, ' Ingenieur R. Stricker, Dr. Ch. Wolffmann. Spenden sind bis auf weiteres an die Redaktion der „Jüdischen Zeitung“ zu senden.. Auch Sammelbogen sind daselbst zu beziehen.. Jüdischer Volksverein für die Leopoldstadt. Dienstag, den 17. d. M., findet im Cafe Rembrandt, II., Untere Augartenstraße 13, eine: Versammlung statt. Gleichzeitig werden alle Vertrauensmänner ersucht, zuversichtlich zu erscheinen und die Mitgiiederblocke mitzubringen. Erscheinen unbedingt erforderlich, da die Installierung des neuen Volksheimes Gegenstand' der Besprechung ist. Vereinsnartirfditen. Wien. Zion. Mädchenverein „Moriah“. Dienstag den 17. ,d. M. erstattet um 7 Uhr abends im Saale des Zion. Zentralvereines, IX., Türkenstraße 9, Gg. Adolf Böhm ein Referat über den X. Zionistenkongreß. Gäste herzlich willkommen. Wien. (Vesammlung des zionistischen Zentral Vereines.) Mittwoch fand im Restaurant Pinkas (Hotel Newvork) eine. Plenarversammlung des zionistischen Zentralvereines unter Vorsitz des Obmannes Gg. Doktor Körner statt, die sehr zahlreich besucht war.. Die Referate der Gg. -Gg. Dr. Zweig und Ludwig B a 16 über den Kongreß, sowie des Präsidenten des westösterreichischen Zentralkomitees, Gg. Adolf Böhm über die westösterreichische Organisationsfrage wurden mit großem Beifall aufgenommen. An die Referate schloß sich eine lebhafte Debatte, in welcher. von Seite des Gg. Böhm auf die Notwendigkeit einer strafferen Zusammenfassung der zionistischen Organisation und einer einheitlichen jüdischen gesamtösterreichischen Politik hingewiesen wurde. Es sei ein vollständig unmöglicher Zustand, daß in Wien, Prag, Troppau, Lemberg und Czernowitz unbekümmert um gesamtjüdische und um gesamtösterreichische Interessen nach dem Muster der Assimilanten eine exklusiv lokale Politik kultiviert werde. Der .Zionistentag müsse endlich eine stabile Ordnung schaffen. An einer Reihe von Beispielen illustrierte überaus treffend Ingenieur Stricker, wohin die derzeit durch die jetzige Organisation ermöglichten Sonderbündeleien geführt haben und bezeichnete eine Neugestaltung der Organisation im einheitlchen Sinne als oberste Vorbedingung jeder positiven Arbeit. Die Versammlung erklärte sich mit der Forderung einer einheitlichen zionistischen Organisation und einer, jüdischnationalen demokratischen gesamtösterreichischen Politik einverstanden und wählte als Delegierte zum Distriktstag und Zionistentag folgende Herren: Bato, Böhm, Dr. K a d i s c h, Dr. E h ri'ich, Dr. Weisengrün, Ing. Stricker, Sitzmann, Geller, -Dr.- Jakob Kohn, Dr. Lanzer, ' Dr. Krasn y. I1HB■IIIBilBIIIII Jacpes Löw'Hriu- IKIlllli Der Jüdisch e-‘ V p 1 ksverein für die Leopoldstadt gründet im Zentrum der Wiener Judenschaft ein V o 1 k s h e i m, in welchem, neben anderen gemeinnützigen Institutionen, eine Volkslesehalle, VolksBibliothek und ein Rechtsschutzbüro ihren Sitz haben sollen. Die Gründung dieses Volksheimes, in welchem unsere jüdischen Mitbürger Schutz ihrer wirtschaftlichen und politischen für distinguierte Kreise. 11. Bezirk, TabopstpaEie Nr. 20 a Geschlossene Kurse für Höchschüler. Die P. T. Studierenden sowie Korporationen erhalten auf Wunsch :-: Honorarbegünstigungen. :-: Bi Bl Bi B B I Sl B ZIVNOSTEHSKfl BflNKfl EIME BIEN, I., Herrcniftse Nr. 12. EMMCai nl Bitafc HN1ABEN im Konto nach Vereinbarung. * j° Aktienkapital und Reserven: 95 Mi 11 i o n en Kronen. Wechselstuben I., Herreng. 12, II!,’ Praterstr. 24, VII., Marialiilferstr. S4, in Wien: X., Favoritenstraße 95, ■ XVI., Neulerchenfelderstraße 41. Kulante Besorgung aller Bank- und Börsentransaktionen. Stahlkammern mit vermietbaren SAFES. Abonnement von K 7.— an. : VEOSON6 s 41 gegen BanRscttmliiversilimliiinp: * Zentrale in Prag, gegründet 1868. — Filialen: Brünn, Budweis, Friedek-Mistek, Iglau, Klattau, Königgrätz, Krakau, Lemberg, Melnik, Olmütz, Mähr.-Osfrau, Pardubitz, Pilsen, Pilsek, Proßnitz, Reichenberg. Tabor, Triest.

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