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Jüdische Zeitung · 1911-08-18 · 33 (18.8.1911) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
5 (1911)
Issue
33 (18.8.1911)
Date
1911-08-18
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 33 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 7 regstes Interesse Zu erwecken.’ Herr Brunner verbreitete sich vornehmlich über die Frage, wie Deutschtum und Judentum sich zu einander verhalten. Geistreiche Gedanken wechselten mit humoristischen Erinnerungen oder Darstellungeu aus seinem reichen politischen Leben, mauch scharfer Hieb traf die Denklässigen und Charakterschwachen unter den Juden. Es war eine Freude, Herrn Brunner zuzuhören Und wir alle, lind besonders unsere wackeren Barissen klatschten ihm Beifall in reichem und verdienten Maße. So sagen wir den beidan Herren nochmals unseren besten Dank. * Boskowitz. Die Chargenwahlen der jüd.-ak. Ferialverbindung „L a e 111 i a“ in Boskowitz hatten folgendes Ergebnis: cand. ehern. Ernst Klingstein, * meu Felix Mandl, ** F" ing. SiegfriedSpitz*** * Satterbrunn. Sonntag, den 13. d. M. fand hier ein von Wiener Zionisten unter Leitung des Mitgliedes des i. ö. Dtstr. - Komitees Herrn Ingenieur Rudolf K ö p p 1 veranstaltetes, sehr gelungenes zionistisches „Sommerfest“ statt, dessen Reineiträgui« von über K 800.— zum grössten Teile dem jüd. National, fond und änderen jüdischnationalen Institutionen zu gute kommt jlach Schloss des Blattes: Der X. Zionistenkongreß. In der Diensttagsitzung erstattete 6g. Dr. Hausmann (Lemberg) den Bericht der Palästinakommission. Die Kommission beschäftigte sich zunächst mit politischen Fragen, insbesondere den Beziehungen zur Türkei und zu den Arabern. In bezug aut die'Türkei teilt die Kommission vollständig die Ansichten, die hier von berufenen Seiten geäussert worden sind. Aber sie unterstreicht, dass das Misstrauen, das durch Einflüsterungen in der Türkei herbeigefübrt worden Ist, nicht allein durch Worte und Informationen beseitigt werden kann. Die Kommission ist der Ueberzeugung, dass gerade die unbeirrbare Fortführung unseres Wirkens in Palästina die türkische Regierung und öffentliche Meinung nötigpn wird, sich mit den Tatsachen zu befassen, und dass dieses unser Wirken die stärksten Argumente in sich selbst tragen wird. Etwas besorgter sind wir im der arabischen Frage.- Das läßt sich nicht leugnen, daß in manchen Gegenden durch gewisse wirtschaftliche. Härten, die unvermeidlich sind, wo eine Verschiebung in Eigentumsverhältnissen und in den wirtschaftlichen Gruppierungen stattfindst, und vor allem, «furch Verhetzung Konflikte zwischen Arabern und jüdi«chen Kolonisten und neu eingewanderten jüdischen Elementen bestehen, die heute auf die Spitze getrieben sind. Die Kommission hält es für von grösster Bedeutung, daß das Palästinaamt und die Leitung der Bewegung die Lage in Galiläa fortgesetzt mit gespantester Aufmerksamkeit verfolgt und die erforderlichen Mittel ergreift. Bestimmte Vorschläge machen wir nicht; dii von anderen Herren gestellten Anträge überweisen wir direkt der Parteileitung. Dr. Hausmann legt dem Kongreß 9 Resolutionen vor, welche sich auf verschiedene Gebiete der Palästinaarbeit beziehen. Die Resolutionen werden nach kurzer Debatte angenommen. Bezüglich der vom Präsidenten Wolfsohn in Seiher Schlußrede zum Rechenschaftsberichte gemachten Äußerungen über die innerpolitische Betätigung stellt Stand an Wolfsohn eine Anfrage. Die Äußerungen Wolfsohns könnten zu einer mißverständlichen Auffassung gehen. Wolfsohn erklärte, daß ^nur die Betätigung der Gesamtorgan i - s a t i o n mit innerpolitischen Fragen für nicht angezeigt erachte. Die Emigrationskommission legt dem Kongreß mehrere Resolutionen vor, die angenommen wurden. Es kommt dann zu erregten Auseinandersetzungen mit den Delegierten der Misrachiorgamsation wegen der vom Kultusausschuß vorgelegten Resolutionen. Die Misrachi verfechten den Standpunkt, daß die zionistische Organisation keine Kulturarbeit leisten solle. Man sollte diese Aufgabe den einzelnen Partien überlassen. Sie drohen mit dem Austritt aus der Organisation für den Fall der Annahme der Resolutionen. Die Resolutionen verlangen die Organisierung und Zentralisierung der Kulturarbeit in Palästina und dem Orient. Gleichzeitig wird ausgesprochen, daß in keiner der zionistischen Kulturinstitute etwas unternommen werden dürfe, was der jüdischen Religion widerspreche. Die Resolutionen wurden fast einstimmig angenommen. Hierauf wurden unter großer Spannung die Wahlen vorgenommen. Dr. Wein mann schlagt namens des Permanenzausschusses verschiedeneLiaten für einzelne Kommissionen vor. ln das EngereAkti ob skomitee werden gewählt: Professor Dr. Otto Warburg, Dr. Robert Hantke Dr. Jakobson ' Dr. Schmarja Lewia Nahrnn Sokolow. Die Wahl geht unter stürmischen Ovationen besonders für Prof. Warburg vor sich. In das große Aktionskomitee, dessen Liste wir nachtragen werden, wird von Westösterreich Adolf B5hm gewählt. Die Wahlen bildeten ein Kompromiß zwischen den sogenannten politischen und praktischen Zionisten. Während im E A. C. aus-schließlich Anänger der letzteren Richtnng si :d, sind im großen Aktionskomitee auch Anhänger der ersteren vertreten. Nach Ansprachen. Warburgs, Tschlenows, Ussischkins,Simons und Bodenheimers wird der Kongress unter Absingung der „Hatikwah“ geschlossen. iiepeblAwdische WicälXlifwapliti 1, im el{ian Palais. — Versichertes Kapital Ci. SSO Millionen. Reserven ca. 113 Millionen Krenen. MÄHERS Al’SKÜNFTE erteilt: Snb-Direktion der „Wederlindlechen“ Lemberg, Sxajnocha. 3. — Löbel Taub«. — Vertreter werden geencht. Usus M. Mlttenüuber Ausführung von Gas-, Wasser- und sanitären Anlage-. Uebernahme von elektrischen Licht- und Kralt-Anlagen. ZZZI :—: Billig* Preise. :—: -Wien IV., Hauptsirasse 67. — - Telephon 6338. WEIKERSDORF b. Baden, Braitnerstraße 77. 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