Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 5 (1911)
- Issue
- 32 (11.8.1911)
- Date
- 1911-08-11
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 32 möglich ist, zieht es der Waad. vor, ein neues Wort (zu schaffen, anstatt sich eines strittigen Wortes zu bedienen; b) aramäische Wörter,.insofern sie fehlende hebräische Wörter ersetzen: In diesem Falle bestrebt sich, der Waad den Worten in bezug auf Form, Laut und Schreibart <§in .hebräisches Gepräge zu verleihen; c) nichtsemitische Wörter .werden nur dann verwendet, wehn sie eine hebräische Form haben und schon lange in der Form, eingebürgert sind. 2. Um fehlende Wörter zu ersetzen, schafft der Waad neue Wörter: a) in erster Reihe aus hebräischen Stammwörtern; b) in zweiter Reihe aus. allgemein semitischen Stammwörtern, aramäischen, phönizischen, ägyptischen und insbesondere arabischen; c) nichtsemitische Wörter werden im allgemeinen vermieden; d) für wissenschaftliche Begriffe, für die in der alten Literatur noch kein Ausdruck geschaffen wurde, sucht der Waad die Benennung gemäß der Bedeutung der Begriffe zu bestimmen; die neu zu schaffenden Wörter haben nicht bloß den sprachwissenschaftlichen, sondern auch den sprachästhetischen Anforderungen zu entsprechen. * Die erste authentische Nachricht über die Belagerung von Jerusalem. In Ober-Aegypten {ist, dein' „Journal du Caire“ zufolge, eine interessante archäologische Entdeckung gemacht Worden. Man hat ein hölzernes Paneel äusgegraben, auf dem eine lateinische Inschrift von 50 Zeilen entdeckt wurde, -- von denen 35 Zeilen leserlich sind. Diese Schrift zeigt, neben den in Pompeji ausgegrabenen Tafeln, eine der schönsten Spezimen der lateinischen Sprache. Der Inhalt bezieht sich auf die Belagerung Jerusalems durch Vespasian und Titus. Die genannte Zeitung bemerkt hierzu, daß diese Inschrift die erste authentische Nachricht über die Belagerung Jerusalems darstellte und die Erzählungen des Josephus und anderer Historiker bestätigte. Der dieswöchentllche Ausweis der Sammlungen für die Drohobyczer Opfer musste wegen Raummangels zurückgestellt werden und wird in der nächsten Nummer erscheinen. Personalnachrichten. Dr. Michael Ringel hat seine Advokaturskanzlei in Lemberg, Walowagasse 11 eröffnet Vereinsnachrichten. Bad Kudowa. (Preuß.-Schlesien.) Am 18. Juni fand hier m Pollaks großem Saale eine Trauerteier für die Getöteten von J>r oh obycz satt. Für die Trauerrede war der Schriftsteller Maxim Koplowitz aus Scharley, O.- S., gewönnen und ein Komitee entfaltete eine rege Agitation, so daß der Saal am Abend überfüllt war. In fesselnden Worten verstand es der Referent, den zahlreichen Anwesenden die traurigen Ereignisse in zu Herzen gehender Weise zu schildern und so die Greuel einer unschuldig .medergemetzelten Masse plastisch vor Augen zu führen. Er gab aber auch in. kurzen Zügen ein Bild von der gesamten wirtschaftlichen und politischen Entwickelung und gegenwärtigen Lage der Juden in Galizien, unter besonderer Berücksichtigung der zionistischen Strömungen, deren er als Freund und Mitarbeiter Theodor HerZIs gedachte. * Radautzer Jüdischer Gesangverein. Einem sehr eifrigen Komitee, an dessen! Spitze Herr phil. Dr. Ijak Menscher stand, ist es gelungen, in Radautz einen jüdischen Gesangverein in? JLejben zu rufen und fand bereits am 17. Juli die Konstituierung des Ausschusses, welcher sich wie folgt zusammensetzt, statt: Obmann Herr Adv. Dr. Benedict Storfer, I. Obm.-Stellv. Herr Adv. Dr. Sigmund Rosenteld, II. Obm.-Stellvertr. Herr Adv. Dr. Moriz Fischer, I. Schriftführer Herr Kultussekretär Chaim Kupferberg, II. Schriftführer Herr Krankenkassekassier Wolt Sperber, Kassier Herr Adolf Harth, Ordner Herr phil. Dr. Isak Menscher, Archivar Herr jur. Leopold Grimberg, I. .Chormeister Herr Volksschuldirektor Moses Seidner, II. Chormeister Herr Süße Hörer. Als Ausschußmitglieder ohne Funktion wurden gewählt die Herren: Adolt Terner, Jacob Kraft, Samuel Harth junior* Pharm. Mr. Samuel Dubs, Pharm. Mr. -Adolf ßeral, jr. Motios Schärf, jur. Mathias Kreisel, Bautechniker Moriz Austresser und Etroim' Lauter. * Friedek. Jüd.-akäd. Ferialverbindung „H a smonaea“. Ergebnis der Chargenwähl: J. U. C. Fritz Singer, * M. U. C. Emil Tränier, *k F* J. Ü. C. Leo Singer, * Zawoja. Donnerstag, am 27. Juli, veranstaltete ein unter dem Vorsitze des Gg. Herrn Fischer gebildetes Komitee einen Abend zu Ehren Theodor Herzls. Das Hauptinteresse des zahlreich erschienenen Publikums konzentrierte feich auf die von Herrn M i f e 1 e w gehaltene Festrede, sowie aut die hebräischen Deklamationen der zwölfjährigen Pauhna •Dresdner aus Krakau. Auch die Herren Himmelblau und Jakob Herzog ernteten reichen Beifall. Der 'Reinertrag wurde für den Herzlwald bestimmt. Gg. Herrn Fischer gebührt für seine aufopfernde Arbeit besonderer Dank. - * Proßnitz. Feriälverein jüdischer Hodischüler „Giskalah“, Proßnitz. "Die Chargenwahl hatte folgendes Resultat: Präses: cand. ehern. Hans Löw, Vizepräses: Cand. ing. Daniel Mandl, Schriftführer: cand. phii. Paul Altar. — Es promovierten am 18. d. M.: Bb. phil. Walter L ö w zum Doktor der Philosophie und am 22. d. M. Bb. J. U. C. Viktor Altar zum Doktor beider Rechte. — Am 22. d. M. fand hier eine Herzlfeier statt, die dank der schönen Darbietungen der Gesinnungsgenossen A. H. Friedrich Löw und Bb. jur. Max Zweig einen würdevollen Verlaut .nahm. * Wien. Die jüd. akad. tVbdg. „U n i t a s“ gibt bekannt, daß ihr l, a. B. cand. jur. Ernst SkuteCky am Samstag, den 22. Juli 1911, zum1 Doktor beider Rechte promoviert wurde. — Zuschriften an die Verbindung während der Ferialmonate sind an die Adresse des Ferialleiters, cand. jur. M. Bandler, Wien XVIII., Gentzgasse '32, zu richten. ’ M.-Weißkirchen. Am 30. Juli fand der XV. ordentliche Generalkpnvent der jüd. akad. Ferialverbindung M a s s a d a statt. Nach Erstattung des Rechenschaftsberichtes durch den Präses M. U. C. Hugo A d 1 e'r wurde dem Ausschuß das Absolutorium erteilt find der Dank ausgesprochen. Das 'Ergebnis der Neuwahlen lautet: J. M, C. Josef T a u s s i k *, stud. jur. Ernst Wolf ”, stud. jur. Karl Rosenbaum ”*. * Holleschau. Jüd. akad. Ferialverbindung „Zephyra“ in Holleschau. Chargenwahlen für das Jahr 1911 und 12: cand. ing. Berthold Blum vet. med. Viktor Braun” F*, stud. med. Leo Kohn * Göding. Jüd. akad. Ferialverbindung „G am a 1 i a“. Das Ergebnis der Chargenwahlen mit: candi ng. Julius Goldschmidt *, cand. mech. Ludwig Reiß ”, cand. ing. Siegfried Marchfeld * Nikolsburg. Am 22. Juli 1911 fand die konstituierende Generalversammlung des „Jüd. Turnverein in Nikolsburg“ statt. Den Bemühungen des Obmannes des Exekutivkomitees, Herrn Oberoffizial D. Läwitz ist es zu danken, daß die Anregungen der hiesigen akademischen Jugend aut fruchtbaren Boden fiel. Die Generalversammlung wählte folgende Damen und Herren A. in den Ausschuß: Obmann: Hr. Dr. V.'Steiner, Obmannstellvertreter: Hr. D. Läwitz I. Frau Ad. Abeies II. Turnwart: Hr. cand. med., H. Glogau I., Hr. M. Mährischl II, Biblothekfaij:. inr. O. Glogau I., Frl. S. Grauberg II. Kassier: Hr. R. Teltscher I,/ Hr. O. Wellward II., Schriftführer:-Frl. G. Schey I., Hr. Dr. Adler II. Materialverwalter: IHr* A.Epstein, Hr. J. Finsches.’Beiräte: S. Menzeles, Jir. cand, phil. V. Spitzer. B. zu Revisoren: Herren W. Finsches, W. Spielmann, S. Kraukau. In den Ehrenrat: Herrn Gemeinderat F, Deutsch, Herrn Bürgermeister M, Abeies, Herrn Fabrikant G. Abeies und Herrn Gustav Kohn. Eingesendet. Das neue Programm in „Venedig in Wien“. Je weiter diese erfolgreiche Saison fortschreitet, in der. Wien vollauf schätzt, was es in seinem' einzigartigen Vergnügungsetablissement am Praterstern mit seinen Parktheatern, Konzerten und grandiosen Festlichkeiten hat, desto großartiger werden die Attraktionen, die die umsichtige Direktion in erstklassiger Weise für das Programm de? Kaisermonats gewonnen hat. Sensationell sind die täglich um! 9 <und halb 11 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen um 6, 9 und halb 11 Uhr stattfindenden Produktionen Diavolos mit seiner unerreichten Höllenfahrt und dem todesmutigen Sprung auf dem Bicycle über dem See von „Venedig“. Diese einzigartige Schaunummer, für die d er Aufbau einer Riesenschleife und eines Podiums über dem Wasser notwendig war, ist den Besuchern „Venedigs“ ohne jedes Separatentree frei Zugänglich. Nimmt man dazu, daß auch die Märchenstadt „Liliput“ den Gästen unseres großen Wiener Sommeretablissements eröffnet wurde und daß der Aufenthalt im staubfreien schattigen Garten mit den alten Praterbäumen selbst an den heißesten Tagen eine wahre Erquickung bildet, so begreift man den kolossalen Zuzug, d en „Venedig“ in dieser Hochsaison findet. Auch die Theater sind mit glänzenden neuen Programmen für den Kaisermonat gerüstet. Die Sommerbühne hat mit „Miß Dudelsack“ für die tägliche 8 Uhr - Vorstellung den Saisonclou erhalten. Die melodiöse Musik, die prächtige Ausstattung und das originelle Sujet tragen mit der mustergültigen Darstellung durch die Damen Mizzi Freihardt, Mizzi Gribl, Claire von Münz und die Herren Brandt, Grunwald, Willenz, etc. zu den noch von Abend zu Abend steigenden Erfolge der Novität bei. Das Repertoire der 11 Uhr-Vorstellung beherrsdht die reizende, für „Venedig“ wie geschaffene burleske Operette „Eine göttliche Nacht“. Die „Parisiana“ versammelt allabends zu ihrem erlesenen, französischen Einakterprogramm mit Toni Tetzlaff a. G. etc. das vornehmste Publikum und im „Pele-Mele“ kommen die Freunde moderner Kabarettkunst beim Auftreten der deutschen Vortragskönigin Hansy Petra etc. bestens auf ihre Rechnung. Für den 18. August, der als der Kaisertag für ganz Wien solche Bedeutung hat, trifft die Direktion die umfassendsten Vorbereitungen. Liste der Überläufer. vom 1. bis 8, August 1911. Meier Strul Herseih, 1891, Jassy, ledig, Lehrer, 11., Odeongasse 6, Veczler Feija, 1889, Botosarii (Rumänien), ledig, Lehrerin, II., Odeongasse Nr. 6. Stromberg Leo nid, 1888, Adschaschka, (Rußland), ledig, Student, VII., Burggasse 2. Eichberg Felix, 1874, Wiese bei Iglau, ger. geschieden, Galvaniseur, VII., Bernardgasse 39. Pollak {Benedikt, 1883, Wien, ledig, Ingenieur, 1., Kärntnerrig 13. Munk Dr. Leo, 1861, Wien, verheiratet, Hof- und Gerichtsadvokat, I., Franz- Josefsquai 15. Söhwarlz Julius Josef, Galgocz (Ungarn), ledig, Etuimachergehilfe, III., Löwengasse Nr. 43. Jeüinek Therese, Brünn, ledig, Private, 111., Keinergasse 4. Jeüinek Karl, 1874, Sternberg, ledig, Uhrmachergehilfe, IX., Elisabethpromenade 35 A. Amdursky Samuel, 1882, Bialystvek (Rußland), ledig, II., KI. Stadtgutgasse 14. Friedmann Alexander, 1885, Kiew, ledig, II., Gr. Mohrengasse 39. Grottl-Grotte Irma, 1889, Wien, ledig, II., Rothensterngasse 22., Goetz Otto, 1885, Perchtholdsdort, led., Kapellm., L, Tuchlauben 11. Gessler-Mendl Berta Frida, 1890, Jägerndorf, ledig, Private, XVIII., Alseggerstraße Nr. 14. Maxi Karl, 1881, Bruck a. d. Leitha, laut Zuschrift der k. k. Bezirkshauptmannschaft Bruck a. d. Leitha. Zivnostenskä banka Wien i. Heppengasse 12. 4 o r Aktienkapital und Reserven: K 95 Millionen. Wechselstuben ln Wien:. I. Herreng. 12, II. Praterstr. 24, VII. Marlahilferstr. 84, X. Favoritenstrasse 95, XVI. Neulerchenfelderstrasse 41. jlfepzinsung^^^lj 0 EINLAGEN auf Büchel: »■LAGEN im Konto ■ach Vereinbarung. Zentrale in Prag, gegr. 1868. — Filialen: Brünn, Budweis, Friedek-Mistek, Iglau, Klattau, Königgrätz, Krakau, Lemberg, Melnik, Olmütz, Mähr.-Ostrau, Pardubic, Pilsen, PUsek, Proßnitz, Reichenberg, Tabor, Triest. IQ Kulante Besorgung aller Bank- und Börsentransaktionen, gegen Bankschuld* [stohltarnrnCTmirve^ätnTj VBrSChrCibunQSn! 0