Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 5 (1911)
- Issue
- 31 (4.8.1911)
- Date
- 1911-08-04
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 31 Delegierten der westösterr. Landsmannschaft statt Gesellschaftsreise Basel. Dieselbe muß unterbleiben, da die bisher angemeldete Teilnehmerzahl für die Erlangung der Fahrtermäßigung zu gering ist. Gegen die „Jüd. Zeitung“. Wir hatten die sonderbare Tatsache registriert, daß Herr Kaplanski, Führer der Poale Zion und Berichterstatter der „Welt“, in der Wahlkampagne für den konfessionslosen Antisemiten Austerlitz gegen den Zionisten Stricker gearbeitet hat. Herr Kaplanski fühlt sich darob sehr gekränkt. Er schickt aber nicht etwa eine Zuschrift an die „Jüd. Zeitung“, pondern eine solche an die „Welt“, wo auch schon andere Ablagerungen gegen lunser Blatt ein Asyl fanden. Was schreibt nun Herr Kaplanski gegen unsere Behauptungen? Berichtigt er, daß er nicht „Berichterstatter der Welt“ ist? Nein. Er ist es seit 4 Jahren und momentan nur wegen seines Studiums „beurlaubt“. Berichtigt er vielleicht, daß die Poale Zion und er für Austerlitz eingetreten sind? Nein! Er schreibt vielmehr wörtlich: „Es ist nun wahr, was aber die „Jüd. Ztg.“ gar nicht erwähnt, daß die Wiener Poale Zion beschlossen haben, für den Sozialdemokraten Austerlitz einzutreten. Warum meine Wiener Parteifreunde diese Stellung eingenommen habeij,'soll an dieser Stelle nicht erörtert werden.“ Das glauben wir gerne, daß Herr Kaplanski es ablehnt, die Gründe dieses schmählichen, der Zionistischen Weltanschauung Hohn sprechenden Beschlusses einer sich zionistisch nennenden Gruppe zu erörtern. Weiter sagt Herr Kaplanski, daß er als derzeitiger Vorsitzender der Poale Zion den Beschluß zu prüfen hatte. „Ich tand keinen Anlaß zum Einschreiten“ c— — — Was Kvill {also .Herr Kaplanski? Er denunziert uns, daß wir mit jener Notiz ihn um sein Brot bei der „Welt“ bringen wollten, nachdem er übrigens im Eingang seines Briefes sagt, daß er dieses Brot schon lange nicht mehr ißt. Aber das (glaubt Herr Kaplanski selber nicht. Er weiß, daß das zionistische Zentr alkomitee für Westösterreich öflentlich gegen seine Berichterstattung protestiert hat, .er aber trotzdem in Köln genehm blieb. Er weiß auch, daß die Zentrale in Köln dem Wiener Zentralkomitee mitgeteilt hat, daß die Redaktion der „Welt“ ihre Berichterstatter nach eigenem Gutdüncken ernennt und die Landeszentrale .nichts dreinzureden hat Dieses Verhalten der Zentrale gehört übrigens in ein ganz anderes Kapitel. Herr Kaplanski, der mit seiner 40-Männer-Partei einen antisemitischen Renegaten gegen einen Zionisten unterstützt und sich damit im Zionistischen Zentralorgan noch brüstet, übergeben wir hiemit ruhig dem Urteil der zionistischen Oeffentlichkeit. Sammlung für die Hinterbliebenen der Drohobyczer Opfer. VI. Ausweis. Sbg. 633 B. Hermann (Achwah IV) 18.—, Sbg. 307 Dr. Weiner, Wien 28.90, Sbg. 371 S. A. Häusler, Kossow 50.—, Sbg. 391, 256, 490 dch. Dr. Brauner, Prof. Lieben, A. Sträußler, Ung.-Hradisch 315.40, Sbg. 56 E. Flußmann, Angern 2.90, Sbg. 851 Frl. E. Kleinmann fy—„ Sbg. 850 Grat 3.—, Sbg. 885 Frl. Waltuch, Wien 10.—, Sbg. 335 Frl. R. Waltuch, Wien 37.— Sbg. 187 Ing. Altr. May, Wien 13.50, Sbg. 61 L. Fridetzky, Freiberg 15.40, Sbg. 158 M. Leystina, Aussig 66.—, Sbg. 512 M. Leystina, Aussig 75.—, Sbg. .511 M. Leystina, Aussig 33.—, Sbg. 510 M. Leystina, Aussig 31.—, Sbg. 513 M. Leystina, Aussig 67.—, Sbg. 514 M. Leystina, Aussig 64.—, Sbg. 759 M. Leystina, Aussig 81.—, Sbg. 757 M. Leystina, Aussig 41.—, Sbg. 758 M. Leystina, Aussig 10.—, Sbg. 108 Ing. Baumgarten, Bielitz 32.—, Sbg. Dr. L. Blum Nr. 34 14.—, Sbg. 437 Lesehalle, Wien 19.—, Rosenthal unter Kameraden 5.50, Sbg. 826 K. Markbreiter, Wien 5.40, Sbg. 320 Kadimah II Dr..-Liechtenstein 25.—, Sbg. 876 Frl. Advokat, Wien 2.—, Sbg. 350 Theodor Herzl, IX., Wien 7.50, Sbg. 748 Fr. Pick, Freiburg 8.55, Sbg. 747 F. Pick, Freiburg 11.50, Sbg. 746 F. Pick, Freiburg 4.—, Sbg. 625 Dr. Beer, Wien 2.—, Sbg. 693 Jüd. Turnverein, Wien, X. 23.20, Sbg. 694 Jüd. Turnverein, Wien, X. 9.14, Sbg. 690 Jüd. Turnverein, Wien, X., 4.97, Sbg. 337, 339, 340 Jüd. Turnverein, X. 43.60, Sbg. §33 Frl. M. Steiner, Wien Kronen 14.—. VI. Ausweis: K 1199.40 In Nr. 20 ausgewiesen: K 14.146.28 Summe K 15.345.68 * An alle Gesinnungsgenossen, in deren Besitz sich noch Sammelbögen befinden, richten wir die Bitte, ihre Sammlungen ehebaldigst zu beenden und deren Ergebnisse im Wege der Postsparkassa an die „Jüd. Zeitung“ (Konto 104.067) oder direkt an die Administration, IX., Liechtensteinstraße 11, zu überweisen. Für den Jüd. Nationalverein O. Kramer, Kassier. Dr. J. Ehrlich, Obmann. Aufruf an die zionistischen Studentenvereine und Studenten! Anläßlich' des X. Zionistenfcongresses wird eine große Zahl zionistischer Studenten nach! Basel kommen. Dies veranlaßt Irnich, mich an die bestehenden Organisationen und hichtinkorporierten zionistischen Studenten Zu wenden, um sie zu einer Konferenz einzuladen zur Besprechung und Vorbereitung einer Weltorganisation der Zionistischen Studenten. Ich bin zwar alter Herr, die Sache scheint mir aber, besonders nach den Unterredungen, die ich in diesen Tagen mit den Ost-Europäischen Berner Studenten gehabt habe, von so großer Wichtigkeit, daß ich midi dazu gezwungen fühle, einen Versuch zu machen, etwas in dieser Hinsicht zustande zu bringen. Obgleich die Vorbereitung und die Aufgaben dieser Organisation auf der erwähnten Zusammenkunft gründlich besprochen Werden sollen, möchte ich doch einen flüchtigen Umriß dieser Aufgaben schon hier zeichnen. Die Hauptaufgabe dieser Organisation wird ohne Zweifel die sein, (ein Band Zwischen den zionistischen Studenten der verschiedenen Länder zu knüpfen, welches Ihnen sowohl in zionistischer Hinsicht als auch in Studienangelegenr heiten nützen soll. Man Wird. weiter danach streben müussen, der in so verschiedener Weise assimilierten Jugend Einheit der Gesinnung zu bringen. Der deutsche Verbindungsstudent soll die Ost-Europäer achten lernen, die mit so großer Hingebung sich' wissenschaftlich Zu bilden versuchen, und deren Jude-sein so viel natürlicher und ungezwungener ist als das seine. Dem Ost- Europäer wird ■ es dann leichter fallen, zu verstehen, daß der Weg izum Zionismus für die Westler schwerer war als für ihn, und so wird er glauben, daß es, -wenn gleich die Form eine andere ist, auch bei den Westlern. ein warmes, jüdisch-nationales Empfinden gibt. Und wenn er das erkannt hat, so wird es ihm vielleicht auch leichter fallen, von den Anderen Zu lernen, was ihm fehlt. Für unser Volk und für unsere Bewegung dürfte dies von großer Bedeutung werden; denn wenn unsere Intelligenz so eins werden wird, wird es auch leichter sein, diese Einigkeit auch unserem Volke zu geben. Als Programm möchte ich beantragen: die gemeinschaftliche Arbeit an der Kulturtrage; und an erster Stelle eine kräftige Förderung des Hebräischen bei der studierenden Jugend. Weiter eine systematische Vorbereitung unserer jungen Leute zur Arbeit in Palästina. Als Organisationsform dürfte eine polch'e in Betracht kommen, die die großen, in dieser Hinsicht bestehenden Unterschiede unberührt läßt. Die freie Vereinigung der Russisch- und der Holländisch-jüdischen Studenten wird neben den deutschen Verbindungen bestehen bleiben; keiner versuche seine Form pls die superiore den andern aufzudrängen. Deshalb soll die Organisation eine Föderation der bestehenden Vereine werden, die außerdem sich1 bemühen soll, überall dort, wo es noch' keine zionistischen Studentenvereine gibt, solche Zu bilden auf einer Organisationsbasis, die sich den örtlichen Verhältnissen (am besten anpaßt. . Diejenigen, die mit einer vorläufigen Konferenz einverstanden sind, (bitte ich, mir kurz schriftlich ihre Zustimmung zu geben. Ich werde dann so bald wie möglich in diesem Blatte anzeigen, wo und Wann (während des Kongresses) die Zusammenkunft stattfinden wird. Bottminger Schloß bei Basel. Prof. Dr. Ornstein, Universität Groningen. Personalnachrichten. Sabine Nims Samuel Jangermana Bolechöw Wien Verlobte Im Juli 1911. Bücherschau. Da9 Programm des Zionismus. Von Richard Lichtheim. Herausgegeben von der „Zionistischen Vereinigung für Deutschland“. 1911, 52 Seiten, gr. Oktav. Preis 30 Pfennige. Was ist Zionismus? Noch nicht lange ist es her, da hatte die breitere Oeffentlichkeit von den Zielen dieser durchaus politischen Bewegung nur recht verschwommene Vorstellungen. Zu den vielfachen religiösen Sekten unserer Zeit eine neue! Dazu der Traum eines jüdischen Königtums mit dem Palaste aut dem Berge Zion! So ähnlich malte sich der Zionismus in den Köpfen gebildeter Westeuropäer. Die Kongresse des Zionismus, die alle zwei Jahre in breitester Oeftentlichkeit zusammentreten, die von Hunderten von Juden aus allen Teilen der Welt besucht werden und auf denen politische und kolonisatorische, wirtschaftliche und kulturelle Fragen mit ernster Sachlichkeit erörtert werden, haben mzwiscneij bewirkt, daß viele politisch Interessierte —, Juden wie Nichtjuden :— es für nötig hielten,, sich über die Bewegung ein Urteil zu bilden. Denn wie die Judenfrage durchaus ‘.nicht nur eine innerjüdische Angelegenheit ist, so bedeutet auch der Zionismus einen Versuch der- Lösung, der die allgemeine Aufmerksamkeit der zivilisierten Welt wohl verdient. Unter diesem Gesichtspunkt wird man. eine programmatische Darstellung, wie die vorliegende, nur begrüßen (können. Wer der Lektüre einige Stunden zu -widmen. bereit ist, - wird staunend erkennen, wie wohldurchdacht der gewaltige Plan ist, mittels dessen das so oft totgesagte Judentum sich anschickt, seine Lage von Grund aut zu ändern, und wie zielbewußt die Anfänge zur Realisierung der zionistischen .Idee gemacht werden. Viele werden das Programm des Zionismus: ablehnen! Aber jeder Gebildete sollte es kennen und prüfen. Bei diesem Bestreben wird das flott geschriebene und hübsch ausgestattete Büchlein, besonders im Hinblick aut den in der Zeit vom 9. bis 15. August in Basel stattfindenden X. Zionistenkongreß manchem ein willkommener Helfer sein. * Das hohe Lied ,ars Operette, bearbeitet von" J. Rosenthal. Preis 50 Pfennig. Verlag" „Hatikwah“, Berlin. Aufruf! Hilfsverein jüdischer Handwerker für Mährische Ostrau und Umgebung. An Eltern und Vormünder! Nach dem Schulschluß tritt an viele die Frage, heran, was soll aus unseren Jungen werden? Bei der Wahl, des Berufes soll der Wunsch des Knaben berücksichtigt werden, denn der Erfolg ist ausgeschlossen, wenn man für ein Fach bestimmt wird, für das man keine Neigung hat, oft wählt aber der Junge einen Beruf, zu dem er nicht geschaffen ist oder seine geistige Veranlagung nicht paßt. Darum muß neben der- Vorliebe des Knaben für die Berufswahl auch, die reifliche Üeberlegung von Eltern und Vormündernbestimmend sein. In den letzten Jahren hat sich die Jugend massenhaft dem Studium Zugewendet, und darum ist eine Ueberproduktion von Absolventen verschiedener Lehranstalten geschaffen worden, für die Stellungen nur schwer zu haben sind. Im Handwerkerstande haben immer noch tüchtige ausgebildete Menschen ihr gutes- Fort-, kommen gefunden, und immer noch wird stets eine gute Handwerkerschaft gesucht. Der Unterzeichnete Hilfsverein jüdischer Handwerker für Mähr.-Ostrau und Umgebung hat es sich statutarisch zur Aufgabe geiiiacnt, Knaben, welche Lust und Liebe zum Handwerk haben, verläßliche Lehrstellen zu besorgen. Beim Vorstande oben bezeichneten Vereines haben sich bewährte Lehrmeister aller Handwerke angemeldet, welche brave Jungen zu tüchtigen Handwerkern iausbilden wollen. Zivnostenskä banka Filiale Wien i. Heppengasse 12. EINLAGEN auf Büchel: EINLAGEN im Konto nach Vereinbarung. Zentrale in Prag, gegr. 1868. Aktienkapital und Reserven: K 95 Millionen. Wechselstuben I. Herreng. 12, IL Praterstr. 24, VII. Mariahilferstr. 84, -in-Wien: -X. Favoritenstrasse 95, XVI.Neulerchenlelderstrasse 41. ^Vepzinsung 0 Kulante Besorgung aller. Bank- und Börsentransaktionen, gßgefl Bankschuld- | Stahlkammer mit vermietbaren SAFES. AbonnementvonK7!^i^r| VßrSClirßibUnQßn! 0 0 Filialen: Brünn, Budweis, Friedek-Mistek, Iglau, Klattau, Königgrätz, Krakau, Lemberg, Melnik, Olmütz, Mähr.-Ostrau, Pardubic, Pilsen, Pilsek, Proßnitz, Reichenberg, Tabor, Triest. '