Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 5 (1911)
- Issue
- 22 (2.6.1911)
- Date
- 1911-06-02
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE ZEITUNG Seite Nr.. 22 Der größte Teil der aus. dem Lande des katholischen Ferdinand und Isabella geflüchteten - Juden waren auf der Suche nach einem' Zuflutfitsland und wendeten sich an Bayazet II. und baten ihn um seine Gastfreundschaft. Der Sultan gewährte sie ihnen mit Vergnügen, denn er war froh, neue Untertanen zu gewinnen, sie durch das B and der Dankbarkeit an seine Krone zu .binden' und überdies Saloniki, das damals noch sehr schwach bevölkert war, durch eine Anzahl tätiger und ergebener Elemente zu bevölkern. Bezeichnend für diesen Sultan ist der verbürgte Ausruf, den er vor seinem Hofstaate gemacht hat: „Man sagt, Ferdinand sei ein weiser König. Wie kamiNias möglich sein, wenn er sein Land verarmt, um das meinige zu bereichern?!“ Banyazet trug seinen Gouverneuren auf, die J uden entgegenkommend aufzunehmen und ihnen die Ansiedlung zu erleichtern. Diejenigen, welche die Juden unterdrückten, oder ihnen ein Leid zufügten, wurden strenge bestraft. ''Rabbi Capsali erwirkte vom Sultan große Begünstigungen für seine Glaubensbrüder. Die Juden, die sich in Saloniki ansiedelten, waren so zahlreich, daß die übrigen Elemente schließlich in den Hintergrund traten. Der Dichter Samuel Usque nennt Saloniki: „Die Mutter Israels“, weil es den verfolgten Juden Schutz und Obdach gewährte. Die kasti.ianische Sprache wurde beibehalten, jedoch allmählich verderbt im Gebrauche und durch die Sprachen, die die Juden hier von ihrer Umgebung täglich hörten. Die spanischen Juden lebten in ihrer neuen Heimat sehr glücklich. Sie luden ihre Verwandten, die sich auf ihrer Flucht in andere Länder, so nach Frankreich und Italien gewandt hatten, gleichfalls ein, nach Saloniki zu kommen. Don Juda Senor Banbaneste, der Sohn eines spanischen Finanzministers, dem es gelungen war, einen großen Teil seines Vermögens zu retten, ließ sich ebenfalls in Saloniki nieder und gründete daselbst eine große Bibliothek, die er den Studierenden zur Verfügung stellte. Man nahm das Talmudstudium wieder aut, gründete eine Hochschule, in welcher rabbinische Wissenschaft und Astronomie gelehrt wurde. Der wirtschaftliche Wohlstand stellte sich allmählich wieder ein, dank dem Unternehmungsgeiste der Juden und den Beziehungen, welche diese mit ihren Glaubensbrüdern in allen Ländern unterhielten. Der Fiskus fand in dieser Tätigkeit eine wichtige Quelle neuer, reichlicher ■Einnahmen. Von den Gelehrten jener Epoche seien hier besonders erwähnt: Josef Passy, Meir Arma, Salotnon Cavalliero, Samuel Uziel, Samuel el Bohri, Josef ben Yahia, Salomon Mitrani, Salomon Hazen, Abraham Sidalvo, Abraham ben Baiomon Taitacak, Jacob ben Habib, Perahia Cohen, Aron Asia, Samuel Fresco und vor allen der berühmte Moehe Almosnino. Die Juden haben .ihre Sitten erhalten. Sie haben ihren Kult, haben ihre Religion erhalten und sie bis auf die heutige Zeit überliefert. Sie waren sehr fromm und wirtschaftlich. Allmählich verbanden sich die einzelnen Gruppen miteinander und waren für ihre Umgebung der Gegenstand der Bewunderung und des Neides. Todesfall, ln Bisenz wurde Donnerstag, den 25. d. M., der dortige Kultusvorsteher Josef Fürst zu Grabe getragen. Der plötzliche Tod dieses im schaffensfreudigsten Mannesalter stehenden treuen Sohnes des jüdischen Volkes, der sich insbesonders um seine Gemeinde große Verdienste erwarb, hat abseitige Teilnahme erregt. Ehre seinem Angedenken! Nachtrag. Die Wahlbewegung. Zionistische Kandidatur in Neusandez. Aus Neusandez wird uns telegraphiert: Eine große Anzaht von Wählern hat in einer gestern abgehaltenen Wählerversammlung beschlossen, Gg. Dr. Silbermann als Kandidaten für den Wahlkreis Neusandez-Neumarkt aufzustellen. Es kandidieren hier noch der polnische Demokrat Ludowil German und der Sozialist Dr. Mare k. Wahlfond VI. Ausweis. Slg. Stephanie K 15.—, Brth. A. B. K K 150.—, Dr. M. K 20.-, L. W. Klshbg. K 10 -, E. A. T. H. (2. Rate) K 50.—, N. T. Antwerpen Sammlung K 47.50 (Frcs. 50.—), Büchsensammlung Nestroy K 10.—. Br. A. E. A. T. K 1.-. Wir teilen unseren Freunden und Gesinnungsgenossen mit, daß die Trauung unserer Tochter G i s a mit Herrn Dr. Maurycy S e 1 z e r, am 4. Juni, um 4 Uhr, im Tempel der Seitenstettengasse stattfindet. Norbert Rappaport und Frau. Die Trauung der Tochter unseres Gesinnungsgenossen, Norbert Rappaport, des Frl. Gisa Rappaport mit Herrn Maurycy S e 1 z e r, findet Sonntag, den *4. Juni, um 4 Uhr, im Tempel. I., Seitenstettengasse, statt. Die Redaktion. Anläßlich meiner Heirat spende ichmeine langjährige, wertvolle Markensammlung unserem jüdischen Nationaltond. G i s a Rappaport. Anläßlich der Trauung der Tochter unserer Kassierin Berta Rappaport, des Frl. Gisa Rappaport mit Herrn Dr. Maurycy Selzer, spenden wir 5 Oelbäume für Dr. Kahn-Hain. I. Zionistischer Frauenverein. Wien. Jüdischer Handlungsgehilfen verband, II., Schmelzmasse 1 (Souterrain). Sonntag, den 4. Juni, A u s 11 u g nach Mauer. Zusammenkunft der Teilnehmer um 2l 4 Uhr nachm, beim Verbandslokal, Diensta g. ■ä. c., S Uhr abepds, Referat des Herrn E. Kafka über seine „Palästinareise". Gaste (Damen und Herren) sind bet allen Veranstaltungen willkommen. Herr Dr. Wach st ein ersucht uns mit Bezug aut eine Vereinsnachricht der ..Ness Zionah*; festzustellen, daß nicht er, sondern Staatsarchivar G o 1 d m a n n -die jüdischen Briefe aus dem 17. Jahrhundert" gefunden hat. Durch Herrn Dr. Alfred Landau darauf aufmerksam gemacht, hat Dr. Wachstein den aut die jüdisch-deutsche Sprache bezughabenden Teil bearbeitet. lIIEDERtAHDISCBE Wien, I,, Alpsrnplatx 1, im eigenen Palais. — Versichertes Kapital ca. 380 Millionen. Reserven ca. 113 Millionen Kronen. NÄHERE AUSKÜNFTE erteilt: Sub-Direktion ilsr „Niederländiechen“ Lemberg, Sxajnocha 3. — Lobe! Tnnbee. — Vertreter werden gestiebt. Hotel-Cafe-Restaurant MAX SCHWARZ Größtes vornehmstes Restaurant, Anerkannt beste Küche. Zentrale Lage, Zimmer nt. all. Komfort. Eiekrr.Betcht. 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Heute sch' i verabreicht der Verein „Einheit" in seiner mit allen moderner, hygienischen Einrichtungen .lusgestatteten Speisehalle und den. den jüdischen Studenten zur Veifügung stehenden eigener. Mensaräumen täglich durchschnittlich 1000—Ü00 speiseportior.cn Jeder Jude, in detn roch ein jüdisches Herz schlägt, ir. dem das alte iüdische Humanitätsgefüh! nicht ausgestorben ist. und der rsinn hat für eine modern-soziale Fürsorge, wird dieses dem Gemeinwohl dienende l nternehmer. durch Ankauf unc Verbreitung der Lose fordern. Die ersten vier Haupttreffer im Werte vor. K 30.000, K 5000, K 3000 a. K 1000 können auf Wunsch des Gewinne» tu barem Getaabselöst werden. Lose;i K 1 ünd m alL-n Tabak-Trafiken un i im Hureao dsv Lo'-teriöverwultunsj!. A,>1<- Zrile;24 z’d haben. I M//- .LTexxxielo „Monopol* Wien V. Laurenzgasse Nr. U offeriert Sortiment von Tisch-, und Taschenfeuerzeugen von l K aufwärts. Cereisen (Feuerstein) per 1 K. Bei Engros-Abnahme Spezial-Offert. 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