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Jüdische Zeitung · 1911-05-12 · 19 (12.5.1911) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
5 (1911)
Issue
19 (12.5.1911)
Date
1911-05-12
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 1» in der jüngsten Nummer der „Hazefirah“ über die AJKO.. Er fü gt noch hinzu, welchen Schwin- del die AJKO. mit Lancierung von Nachrichten über ihre „Erfolge“ treibt, insbesondere im Falle von Ratte, einer geplanten ^Ansiedlung ßialystoker Juden in Elstrish. Ach ad Haam fragt,'wie lange wir noch das Treiben dieser Gesellschaft ruhig mitansehen werden. Darauf können wir antworten : Wir haben nicht lange zugesehen und waren die ersten, welche das verderbliche Gebahren des AJKO. ebenso brandmarkten, wie wir auch — trotz aller Beschwichtigungshofräte und Leisetreter — gegen das noch schäd- ' lichere Treiben der Ito und der Alliance stets rücksichtslos zu Felde gezogen sind. Getreu unserer Ansicht, daß schwürende Wunden am: Leib des Judentums .nur durch radikales Ausbrennen beseitigt werden können. - - Kandidatenspiegel. i. Dr. Josef Redlich. Also kam Dr. Josef Redlich in die Politik:' Nach der mährischen Landtagswahlreform war ein jüdisches Mandat zu vergeben. Man entsinnt sich noch des geflüsterten Getuschels der mährischen Kultusvorstände. „Pst!“ Nur kein Aufsehen! Wir stellen den Herrn Fabrikanten Redlich auf!. Ein unabhängiger Mann -— das Wörtchen „unabhängig“ wurde mit jenem Augenzwinkern unterstrichen, welches mehrere Millionen bedeutet — ein glaubenstreuer Marini ein fortschrittlicher. Mann, ein einflußreicher Mann. Es wird Israel zur Ehre gereichen, wenn es ihnkandidiert. Ob er auch nur wollen; wird? Die ersten Advokaten und Kultusvorstän'de des Landes sprachen im Bratenrock und Zylinder bei ihm vor und meldeten alsdann begeistert, Redlieh habe jovial die Kandidatur akzeptiert. Nun . gings von allen heiligen Tempelkanzeln und bei allen Kasinospieltischen los und die Agitation , war im vollsten Gange -• Da gestattete sich der Gödinger Großindu- . strielle mit seinen Israeliten folgenden Spaß: Er trat von der Kandidatur zu Gunsten seines ge tau ft en Bruders Dr. J osef Redlich zurück.. Die Herren Schrittmacher hatten sich inzwischen so verhandelt, daß es mit Rüdesicht auf erlangten Konnaissanzen ■ und den Einfluß der Millionenfirma kein Zurück mehr gab, U n d d i e mährischen Juden besetzten ihr einziges Mand at mit einem Renegaten. So kam der Täufling Dr. Josef Redlich in den Landtag und in den Reichsrat. Bei der einen Spezies von Assimilanten, die im öffentlichen Leben stehen, pflegt man sarkastisch' zu werden und darzutun, wie possierlich und lächerlich sie sind. Bei einer zweiten Gruppe muß man schon'ernster sein, weil sie Uns mit Höhn und Schande bedecken, ßr. Josef Redli ch aber gehört zu jener dritten Gr uppe der Entarteten, von denen man mit geballter Faust ausrufen muß, daß sie lauter Ja’m-mer und bif-tete Lebensnot!ü bers jüdische Volk heraufbeschwören. So wie damals die israelitischen Kahalbonzen um den Gödinger Fabrikanten herumscherwenzelten, um ihn unter tiefen Bücklingen das jüdische Mandat zu Füßen zu legen, so umwinselte sein unterschobener Bruder die Christlichsözialen, schlängelte sich in den Couloirs an Bielohläwek heran und hielt jene schändliche, Speichelleckerische Rede, ip der er. für Dr .Gefimann eine Lanze brach, fyer’s nicht glaubt, lese es im Reichsratsprotokoll: Der von den mährischen Juden gewählte Dr. Redlich votierte dem blutigsten Judenhasser, dem furchtbaren Organisator des antisemitischen Boykotts das Vertrauen! Daipäls ging , ein Sturm - der ' Entrüstung durch die freiheitlichen Parteien; die sjch verratensahen, man’ wies 'mit den Fingern nach ’ diesem feilen jüdenstämmling und nur der Himmel weiß wie viele Juden die Schandtat des Herrn Professors im gesellschaftlichen und im Wirtschaftsleben“'büßenmußten. Eine zweite Episode: Ein deutschnätiönäles Trutzfest am- Gödinger Marktplatz: Die Leidenschaft der mit Polizeisäbeln und den Gewehrkolben der Gendarmen . zürückgedrängten tschechischen Volksmassen ist bis zur- Gluthitze gesteigert. Oben aber, am Podium, hält der -Dr. Josef Redlich ' eine deutschvöikische ' -Brafidrede und während die „Wacht am Rhein“ steigt, befestigt er an dem schwarz-rot-goldnen Banner des neuen Trutzver'eihes den ersten Nagel . Die Statistik kann’s riachredmen, für wie viele Existenzen kleiner darbender jüdischer Fmalienväter' dieser Nagel eiff Sargnagel war: Und nun, ihr jüdischen Wähler von'Göding und Nikolsburg, von Pohrlitz und Lundenburg, von Kostel und Auspitz — — wählet Dr. Josef Redlich! Rote Assimilanten in Galizien. webe, soviel Prinzipienverrat, dieses feile Verdingen an die schamloseste' Korruption noch mit dem Namen Sozialdemokratie zu bezeichnen» Im ganzen Wahlkampf stellt eiitzig; und allein die zionistische Partei mit blankem Schild.und peinlichem Festhalten, an ihrem.-ehrlichen Programme da! Bei allen änderen Parteien wetteifern frecher. K,uh hantle Imit. Programmen und. verantwortungslosen * Voiksverführunge’n miteinander. An der. Spitze dieser politischen Abenteurer und Freibeuter aber marschiert die rotgeschminkte, moralisch versumpfte galizischfe Sozialdemokratie. . ' ■./ . So siiid denn .die Zionisten gezwungen gegen; drei Fronten zu kämpfen. 'Gegen die Regierung, gegen den Kahal und gegen die Sozialisten, Viel. Feind viel Ehr! Und. nicht nür Ehre, sondern, auch — einmütig ist das .Urteil aller Kenner der Verhältnisse -— Erfolg! Denn die jüdischen Massen Wollen weder von Kahals, noch von roten Assimilanten etwas wissen/ Im ganzen. Lande lebt die Begeisterung für die zionistische Politik mit noch - größerer Heftigkeit als im. 'Jahre -i907 auf: Denn.die Juden’Galiziens fühlen und glauben, daß es den Zionisten um-mehr als-, tim Mandate und Stimmen geht. Die (armen .unterdrückten Juden unterscheiden bereits" genau,:. •Volksbefreiung ist das Ziel der Ziönjsten, Machtbestrebungeri das der bürgerlichen lind sozialistischen Moschkos!. " . ‘ : ' . (Von unserem Korrespondenten.) .; Lemberg, 10. Mai. Im gegenwärtigen Wahlkampfe spielen von allen sogenannten „jüdischen“ Politikern in Ga-; lizien die S ozialdemokraten die schäbigste . Rolle. Während sie im Munde Phrasen von Gleichberechtigung, Völkerbefreiung und Korruptionstötung führen, tun sie in Praxi das gerade Gegenteil davon. Vorerst leugnen sie, die sie sich' merkwürdiger Weise hauptsächlich an jüdische Wähler wenden und als p o 1 n i s.c h e. Partei in Wahlzeiten ein . Jargon-Wahlblatt herauszugeben gezwungen sind, die Existenz .des jüdischen Volkes.' Der Heuchelei erster Teil! Ferner wenden sie sich ausgerechnet in erster Linie •gegen die demokratischen Zionisten und nicht gegen die wahren Schädlinge ,die Schlachzizen u. Kahalsleuten .Das ist derHeuchelei zweiter' Teil. Schließlich haben sie mit den widerlichsten Vertretern der Assimilation, den Großwucherern und Geschäftspolitikern v. Horowitz und Dr. Löwensteinein förmliches .Wahlbündnis; geschlossen. Das ist ihrer Heuchelei, wenn nicht letzter,; so doch-ärgster Teil. ... Man'stelje,:sich nur dieses Verhältnis vor: die „korruptionstötende“, antikapitalistische, radikaldemokratische Sozialdemokratie Arm in Arm mit dem Wahlschwindelverteidiger Löwenstein, dem Großkapitalisten Kolischer und dem Großwuchener S. v.. Horowitz! Mand atsh unger und; bloße Furcht vor den Zionisten, sowie die gemeinsame Schäbigkeit des Assimilationsgedan- ■ kens hat diese -sonst wütenden Gegner (allerdings nur in Worten, in der Tat sind sie in Galizien Pack von derselben Geistesart) geeinigt. Unter dem Gesichtswinkel, ob der Millionär Diamant ein Mandat bekommen soll, werden •Prinzipien und'Weltanschauungsgegensätze gebrochen und überbrückt! Zu diesem Zwecke entblödet sich die Partei nicht, einem Löwenstein Wahlunterstützüng zu gewähren.' Ist je -mit dem Rechne und dem Wohle des jüdischen Volkes frivoler umgesprungen worden, als es die „völkerbefreienden“ Sozialdemokraten Galiziens tun? . Es ist wohlbekannt, daß die .roten Mauschelin Westösterreich ihrem Volkstum gegenüber perfid- Vorgehen, aber es ist zweifelhaft, ob sie es wagen würden, ein derartiges Lügengeffir gesunde u.kranke Kinder sowie Magenleidende- VerhüfBl u. beseitig! Brechdurchfall, Oiarrfioe.Oarmkafarrfc Preis per Dose K1.8Q,erhälMich inJeäerDrog.ü.Apbrti Ui Wjen. (Ness/ Ziona) Dienstag, 16. Mai d> J. . 8 Uhr abends, findet im Souterrainlokale .des Cafe Marienbrücke (Herz) L, Franz Josefs-Kai Cein Vorträg des Schriftstellers Herrn Bernhard Tag statt. Thema: Jüdische Briefe -aus dein.. 17. Jahrhundert. Es; handelt sich hier um einen' bedeutenden kulturhistorischen Fund,des' Bibliothekars der Wiener. Kultusgemeinde Herrn/ B. Wachstein,/weshalb um zahlreiches-Ersehenen gebeten wird. . '. .-•• •' Wien (Theologischer Verein der/ Hörer.-.kn; der isr. jt.heo). Lehranstalt). Liste des, -lieiigei wählten Ausschusses: Präsident --Dr.. Alexander Kristiämpoller, Vizepräsident: (-Mayer- Vfänklörj; Kassier: Hersch Andermann, 1. 'Sdiriftfülir'er:. Albert Weiher, 2. Schriftführer: Güsta\r/$ehon, NF.-K. Ernst Deutsch. ’ Wien (Danksagung an den jüdischen* Verein „Einheit“;. Der Vorstand ees-Vereines ^Einheit“, der bekanntlich 'zugunsten seirter.v,Jüdischen Volksspeisehalle einegroße-; *!WJb^uStig-- keitslotterie veranstaltet, erhielt'-. von;;. (Jen,: jüdischen Soldaten, welche anläßlich-;:des.-'diesjährigen Pessachfestes; -aut Kosten cLes'/Vörständes der Wiener isr. Kultusgemeinde fiijyjjer;; Speisehalle der.„Einheit“ verköstigt wurdet; jääs:nachfolgende Dankschreibeil': ^iAn detf/gtfehrten.Vorstand des jüdischen; Vereines jEinjhqit“ Wien. Die Unterzeichneten - israelitistheir,; Spldaten der Wiener Garnison' erachteu .es';'äls,';>ihre Pflicht,; einem geehrten Vöfstanäe für.'iiiö .'aüsgezeiehnete Verköstigung wühr.fend des; di&jährigen Pessachtestes ihren wärmsten Däftkrabziistatten. Wir sind dem löblichen Vörstände. per ’ isr. Kultusgemeinde Wien besoudefs^dänkbkr dafür, daß er die Geneigtheit Katj^'uns/die Verköstigung; während des Pessaöhfeäfpi, .Tip Verein „-Einheit“ anzuweisen: Die.-hejfzljai^. 'fast väterliche Art, Zeiten herrschte, dieß/ifuiis -vergessen, daß wir in der Fremde; jJdäs/jBrfSt der - Armut* genießen» Wir fühlten;es;‘.d.aß wjxin'einem jüdischen Hause jüdisches Gastrecht genießen,' und’ deshalb wer- den Uns diese-Tage* unvergeßlich in angenehmer Efinneruhg.bleiben. iNochmals besten Dank! Mit. vörzüglichec IfHochächtung vom 24. Inf.-Reg.. IC Wien, I., ^Tipplin^ßrstr. 2 Telepftonmniiperii 28067,23068, 4B347.21813^-^ \ÄkUPÄSLpitsl K 30,000 0,00.— besorgt sämtliche Bank- und WechselstiibengescMfte" 0 und verzinst, die Einlagen auf Einlagsbücher mit - ,, 14 — Die Rentensteuer trägt die Bank aufs-Eigene. 0 2401003001310102010202

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