Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 5 (1911)
- Issue
- 14 (7.4.1911)
- Date
- 1911-04-07
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 14 nahm. 1661 konnte schon Karl II. 13 Besitzer, die aus Barbados eine Einnahme von 10.000 Pf. Sterling bezogen, zu Baronen ernennen, und um 1676 war die Insel bereits imstande, jährlich 400 Schiffe mit je 180 t Rohzucker zu beladen. Von Barbados führte 1664 Thomas Modyford die Zuckerfabrikation nach Jamaica ein, das damit rasch zu Reichtum gelangte. 1656 hatten es die' Engländer den Spaniern endgültig entrissen. Während es damals nur drei kleinere Siedereien auf Jamaica gab, waren 1670 schon 75 Mühlen im Betriebe, deren [manche 2000 Zentner Zucker erzeugten, und im Jahre 1700 war Zucker der Hauptartikel Jamaicas und die Quelle seines Wohlstandes. Wie stark die Juden an dieser Entwicklung beteiligt waren, schließen wir aus der Tatsache, daß schon 1671 von den christlichen Kaufleuten bei der Regierung der Antrag auf Ausschließung gestellt wird, der aber nur die Wirkung hat, daß die Ansiedlung der Juden von der Regierung noch mehr befördert wird. Der Gouverneur verwarf die Petition. So kam es, daß die Juden aus Jamaica nicht, ausgewiesen wurden. Im 18. Jahrhundert tragen sie alle Steuern und haben Industrie und Handel größtenteils in ihren Händen. Von den übrigen englischen Kolonien bevorzugten sie insbesondere Surinam. Hier saßen seit 1644 Juden, die bald mit Privilegien ausgestattet wurden. Diese bevorzugte Lage dauerte natürlich an, als Surinam [1667] von England auf Holland überging. Ende des 17. Jahrhunderts ist ihr numerisches Verhältnis wie 1 zu 3. Sie besitzen 1730 von den 344 Plantagen in Surinam, auf denen meist Zucker gebaut wurde, 115. Dasselbe Bild wie die englischen und holländischen Kolonien gewähren die wichtigeren französischen: Martinique, Guadeloupe, S. Domingo. Auch hier ist die Zuckerindustrie die Quelle des „Wohlstandes“ und auch hier sind die Juden die Beherrscher dieser Industrie und des Zupkerhandels. In Martinique wurde die erste große Plantage und Siederei 1655 von Benjamin Dacosta angelegt, der dorthin mit 900 Glaubensgenossen und 1100 Sklaven aus Brasilien geflüchtet war. In S. Domingo wurde die Zuckerindustrie schon 1587 begonnen, aber erst die „holländischen“ Flüchtlinge aus Brasilien bringen sie in ©lüte. Man muß sich nun immer vor Augen halten, daß in jenen kritischen Jahrhunderten, als die amerikanische . Kolonial Wirtschaft begründet wurde [und durch« sie der moderne Kapitalismus], die Zuckergewinnung [außer natürlich der Silberproduktion und der Gewinnung von Gold und Edelsteinen in Brasilien] das Rüdegrat der ganzen kolonialen Volkswirtschaft und damit indirekt der einheimischen Volkswirtschaft bildete. Man kann sich kaum noch eine richtige Vorstellung machen von der überragenden Bedeutung, die ZuCkerindustrie und Zudcerhandel in jenen Jahrhunderten hatten. Es war gewiß keine Uebertreibung, wenn es in einem Beschluß des Pariser Handelsjrates vom Jahre 1701 heißt: „Frankreichs Schiffahrt verdankt ihren Glanz dem Handel seiner Zuckerinseln und kann nur durch diesen erhalten und erweitert werden.“ Und diesen Handel hatten die Juden fast monopolisiert [den französischen insbesondere das reiche Haus Gradis aus Bordeaux].' Bettung Hationalfond:KDiiuisslFE! Zu Chälhamoed-Pessach sind überall die Büchsen zu leeren. Bestellet bei uns rechtzeitig Büchsen-Flugblätter, Empfangs- und Leerungshefte!; Das NF-Hauptbüro hat ein Goldenbuch- Konto „Jeanette Herzl s. A.“ eröffnet, das eine Kollektiveintragung darstellen und bis l.X. offen bleiben soll. Wer zumindest 120 K einzahlt, erhält eine Diplom-Abschrift. Zionisten, tuet Eure Pflicht! Oie Landessammelstelle Wien. IX. TSrkenstrasse.9. Wilhelm Teltsch ~~ . — Hafnermeister ~ ~ — Oefen- und Sparherd-Niederlage WIEN, II. Czerningasse Nr. 29 Kachelöfen und Sparhe: de sowie alle in .dieses Fach einschlagemlen - Arbeiten prompt und billigst Parteinachrichten. Mitteilungen des i. ö. Ü.-K. Reichsratswahlen. Das i.-ö. D.-K. fordert alle Wiener Gesinnungsgenossen, die Reichsratswähler sind, auf, dies umgehend schriftlich oder telephonisch (Nr. 14.199) unter Angabe der genauen Wohnungsadresse dem D.-K. bekanntzugeben. Jene Gg., welche sich freiwillig an der Wahlarbeit in Wien beteiligen wollen, mögen sich sofort melden. Amtsstunden täglich von 4—7 Uhr nachm. IX., Türkenstraße 9. Kongreß wählen. Mit Rücksicht auf die bevorstehenden Reichsratswahlen hat das i.-ö. D.-K. den Termin der Delegiertenwahlen zum X. Kongreß für die letzten Tage des Monats Juni festgesetzt. Die Bewerber um Kongreßmandate müssen, wofern ihre Anmeldung Berücksichtigung finden soll, ihre Kanditaturen dem D.-K., IX., Türkenstraße Nr. 9, bis längstens 15. April bekanntgeben. Die Vorstellung der Kanditaten und die Erstattung ihrer Referate über „Die Stellungnahme zum X. Kongreß“ werden im Mai und Juni in vom D.-K. einberufenen Wählerversammlungen erfolgen Schekel-Wocbenausweis „Ness Zionah“ (Sch.-K. Maier) (+ K60.—) K 36.—; „Zion“ Leopoldstadt (Sch.-K. Gewitsch) K 24.—; „Zion. Zentral vierein“ (Sch.-K. Ing. Groag) (-)- K 300.—) K 6.—; „Kadimah“ (Sch'.-K. Buchbinder) (+ K 52.80) K 7.20; „Theodor Herzl“ (Sch.-K. Rosenbaum) (+K 45.60) K 13.20; Jugendorganisationen Wiens der Ing. Groag (+ K '12.—) „Hyrkania“ K 12.—, „Zion“ K 3.60; Dr. Zweig (+ K 25.20) K 3.60; Dr. H. Löw K 6.—; Dr. Saggher (Innsbruck) K 12.—; S. Picker K 7.20; W. TeitelSbaura (+ K 91.20) K 4.60; „Moriah“ (Sch.-K Frl. Kohn) (+ K 36.—) K 12.—. Summe K 145.40; bereits ausgewiesen: K 964.20. Zusammen K 1109.60 Sederabende des i.-ö.D.-K. Die heurigen Sederabende des D.-K. werden in den Vereinen'-,Achwah“ II., Herminengasse 8 und „Einheit“ IE* >Mälzgässe 12, abgehalteii. Die Gg. werden ersucht, sich zahlreich zu beteiligen und ihre Anmeldung in den Lokalen der obgenannten Vereine rechtzeitig zu veranlassen. Palästina-Gesellschaftsreise. . Die vom1 Informationsbüro für Palästina arrangierte Gesellschaftsreise wurde am 24. März in Triest angetreten. An derselben beteiligten sich 13 Personen. Die geringe Zahl der Teilnehmer ist auf die däzwischenfallenden Ostern zurüdkzuführen, da viele Interessenten die Feiertage außerhalb ihres Familienkreises nicht verbringen wollten .Um dennoch diesen in Betracht kommenden Personen die Gelegenheit zu bieten, die gemeinsame Fahrt nach Palästina möglichst billig mitzumachen, hat sich das Informationsbüro veranlaßt gesehen, Ende April 1. J. eine zweite Palästina-Gesellschaftsreise zu arrangleren* Ausführliche Prospekte versendet das In f o r m at ion sbür o für Palästina, Wien, IXi,.Türkenstraße 9« Plenarversammlung der mähr.-schl. Studenten. . Die in der letzten Nummer veröffentlichte Resolution heißt richtig: „Die Versammlung begrüßt die Annahme der Resolution Dr. Wintersteins und fordert den National verein auf mit der politischen Tätigkeit in Mähren und Schlesien je früher einzjusetzen.“ Wien, II. Grosse Sperlgasse 7 ——- TELEPHON 13347 1 1 ■ Zinjmei? von K2.— aufwärts ■ 5 J. Tolczyner, Hotelior. S *«imnnuHnmumiMUMiumnm»H^ M. Mittenhuber Ausführung von Gas-, Wasser- und sanitären Anlage:. Uehernahme von elektrischen Licht- und Kraft-Anlagen. _____ :—: Billige Preise. Wien IV.. Hauptstrasse 67. — Telephon 5328. WEIKEBSOQhF b. Baden, ßrailnerstraße 77. Eingesendet. Wohltätigkeitslotterie des Vereines „Einheit“. Die Lotterieverwaltung des jüdischen Vereines „Einheit“ hat bereits-mit-der—Ausgabe der Lose begonnen. Das große Interesse, welches dieser’ ausgesprochen jüdischen Lottgrie besonders in der Provinz entgegengebracht wird, beweist, daß die Wichtigkeit der vom Vereine in Wien, II., Malzgasse 12, errichteten jüdischen Volksspeisehalle in den weitesten Kreisen der österreichischen Judenschaft anerkannt wird. Der Ruf dieser jüdischen Volksspeisehalle, in welcher täglich 1200 bis 1500 Mahlzeiten an unbemittelte Juden gegen ein mäßiges Entgelt verabreicht werden, ist von den hunderten galizischen Schänkern, die anläßlich der Schänkerdeputation in Wien in der Volksspeisehalle der „Einheit“ in mustergültiger Weise verköstigt wurden, auch in die Provinzstädte des Reiches getragen worden. Die vom Vereine „Einheit“ ausgegebenen Lose präsentieren sich auch äußerlich jn ihrer Form sehr einladend. Man sieht in 3 Abbildungen die mit den modernsten Behelfen ausgestattete große Anstaltsküche, in der Mitte die große, saubere Speisehalle selbst, in welcher Juden jeden Alters vergnügt ihre Mahlzeit einnehmen; rechts ist die Abbildung des separierten Saales sichtbar, den der Verein „Einheit“ den jüdischen Hochschülern als „Mensa academica judaica“ zur Verfügung gestellt hat. Besonders lobenswert ist die Einrichtung in der Volksspeisehalle der „Einheit“, daß die jüdischen Festtage auch in der Feststellung des Menus ohne erhebliche Erhöhung der billigen Preise zum Ausdrucke gelangen. So wird es an Sabbathen und Festtagen geübt und so hat die Vereinsleitung auch am letzten Purimtage die Gäste der Volksspeisehalle mit einer Purimsude pberrascht, wie sie in manchem bürgerlichen Hause nicht würdevoller und reichlicher zu sehen war. Diese Rücksichtnahme auf jüdische Sitte und Tradition macht die Volksspeisehalle der „Einheit“ so populär und förderungswürdig. Und für die Zwecke dieser Speisehalle, welcher später noch andere in anderen Bezirken folgen sollen, ist das Reinerträgnis der Lotterie bestimmt. ' Abgesehen von dem humanitären Zweck, bietet aber der Spielplan der Lotterie auch bedeutende Gewinnstchancen. Der gesamte Wert der Treffer beträgt K 63.000, darunter 4 Haupttreffer Von K 30.000, K 5000, K 2000 und K 1000, die auf Wunsch des Gewinners nach den üblichen Abzügen auch in barem Gelde ausbezahlt Werden. Die Lose, zu K 1.— das Stück, sind im Lotteriebüro des jüdischen Vereines „Einheit“, I., Wollzeile 24 (Tel. 11.356), zu haben. Konditorei-Artikel p|DS “lEO in feinster Qualität, bei der seit 70 Jahren bestehenden ältesten Firma (afKonditorrf VI. Todesco (vormals Johanna Löwy) Wien, L, Rabensteig 2—4 Telephon 20027). RoiVliste Auswahl aller Gattungen Torten, Mandel« bäckereien, KonMcte, Bonbons und Kompots, Eistorten und Eiscröme. mEDERLäHDISCHE tTSKffiTi Wien, I., AsparnpUtz 1, im eigenen Palais. — Versiehe!» Us Kapital ca. 380 Millionen. Reserven ea. 113 Millionen Kronen. NÄHERE At’SKÜNFTE erteilt: Snb-Direktion der „Niederländischen“ Lemberg, Szajnoeha 3. — Löbel Taubes. — Vertreter werden gesucht. GEZA ÄRVAY Orthopädischer Schuhmacher WIEN, II. Gredlerstrasse 9. Gegründet 1888. Spezialität: Massarbeit. Schuhe für alle Fussleiden. Grosses Lager moderner Schuhe, und hygienischer Kinderchuhe. A-qsrCüBtviBmreaa. für Einjahrig-Freiwillige.