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Jüdische Zeitung · 1911-03-17 · 11 (17.3.1911) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
5 (1911)
Issue
11 (17.3.1911)
Date
1911-03-17
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 11 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 7 Wien. [Jüdischer Turnverein F a v o r i t e n.[ Am 19. Februar fand das Anturnen ini neuen, vollständig eingerichteten Turnsaale, X., Erlachgasse 131, statt. Der Saal konnte «die Gäste kaum fassen. Obmann Herr Rudolf Fried begrüßte die k Versammelten und dänkte in formvollendeter Rede allen Förderern und Mitgliedern, die es durch ihre Opferwilligkeit ermöglicht hatten, daß der Jüdische Turnverein Favoriten nach kaum halbjähriger Vereinstätigkeit sein eigenes Heim beziehen konnte. Hierauf verlas er unter stürmischen Ovationen die Begrüßungstelegramme, die Präsident Wolfsohn und Dr. Max Nordau gesendet hatten. Der 1. Wiener jüdische Turnverein und der Jüdische Turnverein Fünfhaus hatten Gastriegen entsendet. Alle Uebungen fanden den herzlichsten Beifall der Anwesenden. Gegenstand besonderer Ovationen war der Turnleiter Herr med. Adolf Taglicht, dem von seinen Turnerinnen und Turnern ein Lorbeerkranz überreicht wurde.- An das Anturnen schloß sich eine gemütliche Zusammenkunft. —■ Am 26. Februar arrangierte die Damenriege einen Teeabend, der sich eines glänzenden Besuches erfreute. Der Verein dankt den Abend, der auch ein gutes Reinerträgnis abwarf, den Bemühungen seiner Turnerinnen, vor allem der Leiterin der Damenriege, Frl. Martha Läufer, und ihrer'Stellvertreterin, Frl. Mizzi Eis ne r, sowie der Vorturnerin, Frl. Ornstein. Wien. [,,J o r d a n i a“.) Chargenwahlen: med. Phöbus Tuttnauer, Präs., vet. med. Adolf Heitel, Vizepräs., med. Osias Scha- •p i r a , Schriftführer. Wien. („Esperanza“, akademi;cher Verein der spanischen Juden in Wien.) Resultat der Chargenwahlen: Präses M.U.C. Sol. Abraharn o f f, Vizepräsident: cand. arch. Sam. Sumbul, Schriftführer: stud. med. Esra E. Kajon, Kassier: stud. med. Sol. Davidovitz, Bibliothekar: stud. med. Abr. Nissim. Bielitz. Am Sonntag, den 5. d. M., vor* anstaltete der zion. Bürgerverein .Haschachar“ ■im Festsaale des jüd. Gemeindehauses eine öffentliche Versammlung, in der unser Gg., Se. Ehrw. Rabb. Dr. Julius Reacli, einen instruk* tiven Vortrag über die Palestine Land Deve* lopement Company hielt. Die Versammlung war aus allen Kreisen der hiesigen Judenschaft sehr gut besucht. Von Seite der .Kultusgemeindever* tretung, die den Saal unserem Vereine bereits zu wiederholten Malen in bereitwilligster Weise unentgeltlich zur Verfügung stellte, waren etliche (Vertreter erschienen, so auch seitens der Lipnik= Bialaer Kultusgemeinde. Das Auditorium lauschte den lichtvollen Ausführungen des temperament* vollen Redners mit gespannter Aufmerksamkeit und spendete ihm lebhaften Beifall. Redner setzte in klarer und leichtfaßlicher Weise die Ziele und Zwecke der P. L. D. C. auseinander. •Mit einem dringenden Appell an die Versammlung zur Zeichnung von Aktien für diese Ge* slellschaft schloß der Redner seine 'fast ein* stündigen, gediegenen,, von Begeisterung und edlem Pathos getragenen Ausführungen. Unter dem Eindrücke der Rede wurde sofort eine erhebliche Anzahl Aktien gezeichnet. Durch die* sen Vortrag hat sich unser Gg. Dr. Reach die Werbearbeit des „Haschachar“ wesentlich erleichtert, der es sich nun zu seiner. nächsten Aufgabe machen wird, durch rege Agitation für die Landentwicklungsgesellschatt das schwere Werk der jüdischen Kolonisation in Palästina mächtig zu fördern. Für denr Jüd. Nationalfond wurden 25 K gesammelt. Hruschau. Der am 26. Februar 1. J. hier stattgefundene Purimball nahm einen glänzen* den Verlauf infolge zahlreicher - Beteiligung der hiesigen und auswärtigen Gäste. Der große Saal des Hotels Oskar Willer war bis auf das letzte Plätzchen besetzt. Das Ballkomitee hatte durch emsige Arbeit einen Reingewinn von 525 Kronen erzielt, welcher Ertrag dem Tempel* baufonds zufällt. Der neugegründete Leseverein „Z i o n“ veranstaltet für die hiesige jüdische Jugend ein Kinder*Purimfest mit Theateraufführung. Daran wird sich ein Unterhals tungsabend anschließen. Oderberg. Der jüdische Volksverein „Zion“ hat am 19. Februar seine zweite ordentliche Generalversammlung in den Lokalitäten des Hotels „Austria“ abgehalten. Nach Erstattung des 'Rechenschaftsberichtes seitens unserer Gg., der Herren Adolf S t ö s s e 1 und Jakob Eichen* bäum wurde dem abtretenden Ausschüsse der Dank und die Anerkennung für seine Tätigkeit ausgesprochen. Bei der hierauf erfolgten Neus wähl wurden nachstehende Herren gewählt: Josef Zant er, Obmann, Leopold Färber, Obmann*Stellvertreter, Jakob Eichenbaum, Kassier, Adolf S t ö s s e 1, I. Schriftführer, Her* :mann G o 1 d s ch 1 ä g e r, II. Schriftführer, Jonas G o I d m a n n, Bibliothekar, sowie die Herren Moritz Popper, Oskar S a f i e r, Josef D a* wid, Herrn. Winterstein, Simon Glaser und Jakob Neuhaus. Herr Dr. Bloch aus Ratibor hielt hierauf einen sehr interessanten Vortrag über Reiseeindrücke in Palästina, wel* eher dem Redner reichlichen Beifall eintrug. Lemberg. [„Makkabäa“.] Chargenwahlen für das IV. Semester: cand. jur. Chaim BurstinX, stud. jur. Sigmund Schorr XX, cand. jur. Phö* bus Rubinfeld XXX Brünn. [Jüd. akad. Lese* und Redehalle.[ Am 10. März fand die XIX. ord. Generalver* Sammlung statt. Nach Erstattung des Rechen* Schaftsberichtes durch den Präses Bb. Jacques Spitzer wurde dem Ausschüsse das Abso* lutorium erteilt und der Dank ausgesprochen. Neuwahlen: Präses: ehern. J. Spitzer, Vize* präses: ehern. Rud. B r a m m e r, Schriftführer: ing. Ed. Fischgrund, Kassier: stud. ing. G. Horowitz, Bibliothekar: ehern. N. Da* v i d, Zeitungswart: ing. Ernst E g e r. Aussig. Der Jüd. Volksverein „Theodor Herzl“ hat als Vereinslokal das „Dampfschiffhotel“ gewählt, wo jeden Donnerstag abends, die Vereinsmitglieder gemütlch beisammen s'nd und auch die „Welt“, „Selbstwehr“, „Jüdische Zeitung“ und „Pa'ästina“ ständig aufiiegen. Das Hotel wird der geneigten Beac/itung aller reisenden Gesinnungsgenossen empfohlen. Graz. [Verein „Zion“.| Samstag, den II. d. M. fand in dem festlich, blau-weiß dekorierten und mit HerzFs Bildnis geschmückten Sälen der Steinfelder Bhrhal'e eie t-urimf i:r d:s Vereines statt. Ein zahlreiches Publikum aus allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung, der Kultusvorsrand an der Spitze, wa^en erschienen. Eine große Anzahl jüdischer Künstler der hiesigen, städtischen Bühnen bereicherten den Abend durch glänzende Vorträge. Unser bewährter Gesinnungsgenosse, Herr Regisseur Egon Brecher hatte die Leitung der Vorträge inne. Fräulein Lola Eecker, Frln. Marianne Heller, Herr Fritz Becker, Herr Kapellmtis.er Rcbirt dünler, Herr Viktor Eckhardt, Herr Nestor Lampert Herr Mendsen >und Herr Brecher selbst, gestalteten den Abend euren ihre Mitwirkung, zu einem der glänzers en. der je in Graz gtbsten \\U‘de. Obgenann^en jüdischen Künstlern der Grazer städtischen Bühnen sei auch an diestr Stelle noehma's der herzlichste Dank des Vereines für ihre liebenswürdige Mitwirkung, ausgesprochen. Prag. Festabend des Jüdischen Frauen- Vereins in Prag. Sonntag abends beging der „Jüdische Frauenverein“ die Jubelfeier seines zehnjährigen Bestandes. Im Prunksaale des „Hotel Zentral“ hatten sich fast sämtliche jüdische Korporationen Prags, sowie viele Provinzvereine eingefunden. Den Abend leitete eine Begrüßungsansprache der Vereinspräsidentin, Frau Sophie Roubitschek, ein, die seit Gründung des Vereines in unermüdlicher und aufopfernder Weise dessen Geschicke leitet. Nach ihr ergriff Frau Edith Lachmann aus Königshütte das Wort zur Festrede. In klaren, treffenden und sichtlich empfundenen Worten schilderte sie die physische Not und das Elend der jüdischen Voiksmassen im Osten, um dann auf die moralischen Demütigungen und Drangsalierungen, denen die Juden des Westens ausgesetzt sind, überzugehen. Ihr warmer Appell an die jüdischen Frauen ist nicht wirkungslos im Saale verhallt, was die zahlreichen Beitrittsanmeldungen bewiesen. Dann folgte die Vorführung von lebenden Bildern aus der Geschichte des jüdischen Volkes. Den Mitwirkenden nicht minder, wie den Zusehern, wird diese lebendige Vermittlung längst entschwundener Pracht im Gedächtris haften bleiben. Den Prolog, den Epi og hatten die Herren Jur. Mannheimer und Kohn zutreffend abgefaßt. An diesen offiziellen Teil schloß sich dann ein gemütliches Tanzkränzchen. Mähr.-Ostrau. Der Jüd. Volksverein „Zion“ hielt am 8. d. M. seine gut ibesuchte zweite ordentliche Generalversammlung ab. Nach einem warmen Nachrufe für die verstorbenen Vereinsmitglieder und den heimgegangenen Reichsrats- Abg. Dr. Gabel wurde der Rechenschafts¬ und Kassabericht vorgetragen, welche unter lebhaftem Beifall einstimmig genehmigt wmrden. Insbesondere wurde der schöne Erfolg der N.-F.- Sammlungen, mit w'elchen der Verein an erster Stelle in Mähren-Schlesien vorrückte, anerkannt. Der Bericht hebt u. a. das glänzende Resultat der Bezalel-Aussteilung hervor, ferner die Rechtsschutzstelle, um welche sich das Ausschußmitglied Herr Bezirksrichter Dr. Ignaz Schwarzkopf unveTgäng iche Verdienste erworben hat. Die Rechtsschutzstelle leitet nunmehr Herr Dr. Max Beer in erfolgreichster Weise. Nach der Wahl von Delegierten zum mähr.-schles. Distriktstage wurde die Neuwahl der Ausschußmitglieder vorgenommen, bei welcher die Herren Dr. Beer, Dr. F e r b e r, Gleitsmann, Kraus, Krieger, Lerchenfeld, Nacher und Süssmandl wieder- und die Herren L ö w v und Wechsberg neugewählt. Herr Bezirksrichter Dr. Schwarzkopf wurde unter Beifall einstimmig zum Ehrenmitgliede des Vereines ernannt, um dem Dank des Vereines für seine besonderen Verdienste Ausdruck zu geben. Czernowitz. [„Die Makkabäer“.[ Anläßlich des Gründungskonzertes des Czernowitzer jüd. Gesangs Vereins wurde das Werk des jüdischen Kpmponisten Abraham Chaitmann, Oberkantors aus Suczawa, äufgeführt. „Die Makkabäer“, eine- Kantate in drei Teilen für Soli, Männerchor und Orchester, ist das' erste, klassisch-jüdische Werk, das die Geschichte der Makkabäersich zum Thema genommen. Das aus 20 Mann bestehende Orchester setzte mit kräftigen Tönen die Zuhörer in Bewunderung. Den Höhepunkt bildete der zweite und insbesonders der letzte Teil der Kantate, wo die ausgezeichneten Solopartien [gesungen von Opernsänger Hans Arnold und jur. Schächter| den größten Beifall hervorriefen. Der Schluß zeugt in seinen schwierigeren Partien von der wahrhaft künstlerischen Ausbildung des Komponisten. Liste der Ueberlänfer [Vom 7. bis 14. März 1911.] Sokal Joachim, 1887, Lemberg, ledig, stud. med., XVII., Gürtel 39. Menkes Gustav, 1869, Raab [Ung.], verheiratet, Kaufmann, II., Obermüllnerstraße 4. Wachs Josef Hersch, 1891, Podlipce [Galizien). Feuer Menasche, 1S64j Kimpolung, verwitwet, Friseur, XV., Graug. 6. Doktor Alfred, 18SÜ, Horitz, Böhmen, ledig, Beamter, XV., Löhrgasse 13. Weiszberger Izak Mordcha [JgnazJ 1852, Starina [Ung.], verheiratet, Damenmodist, I., Wallfischgasse 7. Personalnachricht. Wien, Unser geschätzter Gesinnungsgenosse Herr Fabrikant Rudolf Weil aus Wien feierte am 14. d. M. das Fest seiner silbernen Hochzeit. Herr Weil schloß sich unserer Bewegung beim Auftreten Herzls an und wirkt seit jener Zeit unablässig in den westlichen Wiener Bezirken, wo’ er sich des größten Ansehens erfreut. Oderberg. f„Z i o n“.[ Am 25. Februar feierten Tempelvorsteher, Kultusrat und Obmann der Ortsgruppe Oierbzrg „Zion“, Herr Josef Zänker und dessen Gattin Charlotte, Gründerin und Präsidentin des Frauen-Wohhätigkeits-Vereines, die silberne Hochzeit und wurde diese Feier von der Gemeinde festlich begangen. Schon in der, dem Festtage vorangegangenen Woche hielten der Bethausverein, der jüdische Volksverein „Zion“, sowie der Frauen-Verein außerordentliche Generalversammlungen ab, in denen die einstimmigen Beschlüsse gefaßt wurden, Herrn und Frau Zänker zu Ehrenmitgliedern dieser Vereine zu ernennen und denselben Diplome im Prachteinbande zu überreichen. Der Verein „Zion“ widmete 10 Stück Oelbäume im mähr.-schlesischen Heime des Herzlwaldes, die den Name*T Charlotte und Josef Zänker führen sollen. Am Festtage wurde vom Bethausverein im Tempel ein Festgottesdienst veranstaltet, bei welchem Gg. Ehrwürden Herr Dr. Friedmann aus Troppau die begeisternde Festpredigt hielt. Beim Eintritt in das Gotteshaus wurde das Jubelpaar vom Kultusvorsteher und Bürgermeister Herrn Victor Lustig, sowie von dem Tempelvorsteher Herrn Hermann Immerglück und dem Kultusrate Herrn Leopold Wiener, durch Ansprachen ausgezeichnet und zu ihren festlich mit Blumenkränzen geschmückten Plätzen geleitet. Welch, großer Beliebtheit sich die Gefeierten erfreuen, war durch den übergroßen Tempelbesuch dokumentiert. Ich gratuliere herzlichst Frl. Malka Kurz zu ihrer Verlobung mit Herrn Osias Schmidt aus Wien und wünsche Ihnen eine glückliche Zukunft. Schulim Rechtschaffen Rozniatow. g Hoza Taflet Leopold Huttrer | S Krakau Troppau £! VERLOBTE. £ ■ Statt jeder besonderen Anzeige. Jüdisches Theater. Direktion M. Siegler. Hotel „Stefanie“, II., Taborstraße 12. Freitag, 17., Samstag, 18. und Sonntag, 19. März, „König Achaschwerusch“, Operette von A. Goldfaden. Sonntag Nachmittag: „Gott, Mensch und Teufel“, von J. Gordin. Aus besonderer Gefälligkeit Auftreten des Herrn Sam. Hahn als Uriel Masek. Montag, 20. März: „Ben Jakojw“, Operette von J. Latainer. Dienstag, 21. März: „Rabi Joselman“, Operette von A. Goldfaden. Mittwoch, 22. März: Ehrenabend der Brüder A. und L. Rosenstein. Zur Aufführung gelangt „König Lear“, von J. Gordin. Herr A. Rosenstein als König Lear. Donnerstag, 23. März: „Die Goldene Hochzeit“, komische Operette von J. Lateiner. In Vorbereitung: „Chaim in Amerika“. Richard Rostofalds HSschasahm Gumpendorferstraße 18. Telephon 7381. Damenwäsche — Herrenwäsche — Kinderwäsch» Spezialität: CompUtc 8rantwäsche-äDsstcu<r. Zusammengestellte Preislisten gratis und franco.

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