Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 5 (1911)
- Issue
- 9 (3.3.1911)
- Date
- 1911-03-03
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 Getaufte Rothschilds. Das Haus Rothschild erscheint den volkstreuen Juden ifi einer Art Verklärung, weil hier die Taufe — in wohltätiger Unterscheidung von anderen mosaischen Adelsgeschlechtern viel jüngeren Datums —* verpönt ist. Diese Annahme trifft jedoch nicht ganz zu. Wahr ist es allerdings, daß noch kein männlicher Rothschild dem Glauben seiner Väter untreu geworden ist — es soll das auf eine Testämentsklausel des Gründers der Dynastie zurückgehen —, hingegen waren die weiblichen Rothschilds weniger skrupulös. So haben sie sich an folgende illustre Christen verheiratet: Alexander Berthier, Prinz von Wagram, einen Enkel der Herzogin in Bayern, Herzog Anton Agenor von Grammont, den Earl of Roseberry, Elliot York, den vierten Sohn des Earl of Hardwike, Baron Raymondo Franchetti, Baron Etienne Gustav Friederich van Zuylen van Nyerelt. Gleich und gleich gesellt sich gern. Vor wenigen Monaten führte Herr Maxime Kraßny, Direktor der N.-Oe. Eskomptegesellschaft, sich und sein Haus in den Schoß der alleinseligmachenden Kirche und, siehe da, es ward ihm zum Heile, es riß ihn nach oben, er wurde „v o n“. Das Töchterlein Mary von Kraßny mochte sich nun reif fühlen, irgend einem verkrachten Blaublütter das Wappenschild frisch zu »vergolden. Richtig, diese Woche stand ihre Vejlobung schon in allen Blättern. Aber, aber der Bräutigam ist — Herr Dr. Paul Cahn- Speyer, der sich auch erst am 25. Oktober 1910 hat taufen lassen. Wozu dann die ganze Tauferei, wenn die Rasse (doch unter sich bleibt? Nur damit Güdemann um seine Taxe kommt? Das hat er wirklich nicht um seine reichen Schäfchen verdient! ffepcins-a.QBFsamnilunpsnaGhrichten. Voranzeigen. Wien. Sonntag, den 26. März d. J. veranstaltet der Verein jüdisch-sozialistischer Studenten „Cheiruth“ und der allgemeine jüdische Arbeiterverein „Poale-Zion“ im Festsaale des Hotel Kontinental, II., Taborstraße einen Bibelabend. Herr Dozent Dr. Fra,'._ Oppenheimer aus Berlin spricht über „P i e sozialen Ideen der Bibel“. Herr Hermann Bahr über ,,Die Bibel als Kunstwerk“. Weiters haben Herr Albert Heine, k. k. Hofschaupielser und Frl. Lia Rosen k. k. Hofschauspielerin ihre Mitwirkung zugesagt. Die befreundeten Organisationen werden höfl. ersucht “atr diesem“ Abend^keme -Veranstaltungen anzu-. beraumen. Wien. [Humanitärer Verein der „Kolomear“.] Die Wohltätigkeitsakademie mit anschließendem Balle dieses Vereines, findet Sonntag, den 12. d. M. statt, in der Akademie gelangt die Operette „Herr und Frau Biedermayer“ von Ziehrer zur zur Aufführung. Herr Waldemar vom Carltheater und andere Kunstkräfte werden mitwirken. Karten im Vorverkauf zu 2 Kronen sind bei allen Komiteemitgliedern und im Cafe Stefanie, II., .Stefaniestraße 2 erhältlich. Das Reinerträgnis fällt ausschließlich wohltätigen Zwecken zu. Wien. [Arbeiterverein zur Förderung jüd. Literatur und Wissenschaft „Jiddisch“.] Sonntag, den 5. März um 2 Uhr nachmittags wird im Cafe Dohan [Untere Augartenstraße 26] Herr Maxim- Anin seinen Vortrag halten, über das Thema „Otto Weininger über das Judentum!“ Entree 10 Heller. Wien. Hebräischer Konversatiönsklub „Jbriah“.] Samstag, den 4. d., im „Cafe Bramer‘£ IX., Lichtensteinstraße 1 ein Vortrag des GG C hach am über „Religion, und Nationalis- - müs“. Beginn halb 8 Uhr abends. Wien.' Donnerstag, 9. März, halb S Uhr abends im Ingenieur- und Architekten-Verein, ‘ I., Eschenbachgasse 9, Vortrag des Herrn Professor Ludwig Stein aus Berlin: „Die monistische Bewegung der Gegenwart und das Judentum“. Eintritt frei, ohne Karten. Zweite Wiener Universitätsreise. Die Wiener Universitätsreise, die sich heuer nach Griechenland erstreckt, findet zu Ostern 1911 statt. Da dife Anmeldung zur Teilnahme durch die Fachvereine erfolgt, werden jene jüdischen Kollegen, die sich an der Reise zu beteiligen gedenken, ersucht, Namen und Adresse dem gemeinsamen Komitee der jüd. akad. ' Fachvereine, IX., Müllnergasse 35 bekanntzugeben, wo auch diesbezügliche Auskünfte erteilt werden. o Wien. [Ness-Zionah.]-Dienstag, den 7. März 1911 im Vereinslokale Caere Mocca, L, Schottenring 12, Vortrag des bekannten Schriftstellers M a x im Anin (Dr. Max Schatz) über „M a rxismus und Juden frag e“. Beginn 8 Uhr. Gäste willkommen. — Ab Dienstag, den 14. März,. wird Herr Dr. Hermann Kadisch ein Seminar im Vereinslokale abhaltenj in welchem er durch eine Reihe aufeinanderfolgender Vorträge eine systematische, zusammenhängende Erörterung aller jüdischnationalen und jüdischsozialen Probleme liefern wird. Es ist hier jedermann, auch Nichtmitgliedern, ‘Gelegenheit geboten, eine gründliche Durchbildung in allen zionistischen Fragen zu erlangen. Teilnehmerkarte für die ganze Dauer 2 Kronen. Anmeldungen erbeten an Herrn David Nebenzahl, 111'., Radetzkystraße 10. 1 Wien. [Jüdischer Handlungsgehilfen - Verband.] Samstag, den 4. dV M. Vortrag über: „Moderne jüdische Literatur“, Referent Herr Dr. Oskar R.osenfeld. Dienstag, den 7. d. M., Vortrag über „Bürgerlicher und proletarischer'. Zionismus“ Referent Herr Salomon K a p 1 a n s k i. Beginn präzise-8'Uhr abends. (Ort: Vereinsheim II., Taborstraße 20 Souterrain). G^ste willkommen. Wien. [Akademischer1 Verein „Jüdische Kultur“ in Wien.] Die bereiis angekündigte Schalom Asch-Vorlesung findet Sonntag, den 5. März, präzise 9 Uhr abends, im Kursalon der Stadt Wien statt. Außer dem Dichter, der im Original (Jüdisch) lesen wird, hält Schriftsteller Dr. Marek Scherlag die einleitende Conference. K. k. üofschauspieler Herr Albert Heine und Schauspielerin Fräulein Frieda Helldorf werden Uebersetzungen lesen. Karten zu K 6, 4, 2 sind erhältlich: in Guttmanns Hofmusikalienhandlung (Hofopernhaus)J in Kehlendorfs Zentralkartenbureau (I., Krügerstraße 3) und in der Buchhandlung R. Löwit (I., Rotenturmstraße Nr. 22). Studentenkarten zu 1 Krone im Vereinslokale (II., Blumauergasse 20) täglich von 7—8 Uhr abends. *; Wien. Vereinigung: zionistischer Handelsakademieabsolventen , N eure Jehud a“. Die Ausschußwahlen für das Sommersemester 1910/11 ergaben folgendes Resultat: Präses: Edgar Bing, Vizepräses Gustav Rosenbaum, Schriftführer: Moriz F i n z i, Kassier: Josef Pick, Bibliothekar: Erwin Bier er. Die Vorarbeiten für den Samstag, den 18. März 1911, im Kursalon der Stadt Wien stattfindenden Festabend mit anschließendem Kränzchen schreiten rüstig vorwärts und werden diesbezügliche Auskünfte täglich zwischen 7 und 9 Uhr abends auf der Bude, IX., Servitengasse 10, erteilt. Wien. („Bar Kochba“.) Die Ausschußwahlen ergaben folgendes Resultat: JUC. Abraham W i st r e i ch,. Präses, JUC. Naftali Me nasse, Vizepräses, JUC. Moriz Rottenberg, erster Schriftführer, Jur. Hermann Roller, zweiter Schriftführer, MUC. Leiser Band ler, Kassier. Karlsbad. [Einzelverein „Zion“.] In der am 10. Feber stattgefundenen Generalversammlung wurden in den Ausschuß gewählt: Obmann: Leop. Hirsch; Obmann-Stellvertreter: JUDr. Rob. Neubauer; 1. Schriftführer: JUDr. Oswald Löbl; Kassier: Rudolf Hirsch; 2. Schriftführer : Eduard Steiner;-Nationalfondskommhsär Rieh. Seligmann. — Am 14. Feber fand ein Vortrag des/ Herrn JUC. Herbert Birnb au m-Prag über „Taufjudentum“ statt. Der Referent zeichnet in anschaulicher Weise mehrere Typen von Taufjuden, zu denen wir eine nach den Beweggründen verschiedene Stellung in ihrer Beurteilung einnehmen müssen, entgegen unserem instinktiven Gefühl,, das sich ganz gegen das Taufjudentum wendet.“ Der Satz: was abfällt, ist Abfall, dürfe uns der behandelten Bewegung gegenüber nicht teilnahmslos werden lassen. Der Sieg aber gehört für alle Fälle dem Leben, der Bejahung. — Diesen Eindruck gewann das Publikum auch aus den Ausführungen der nachfolgenden Redner, JUC. Löbl und med. Walter K o h n e r. Die Ausführungen aller Redner zeichneten sich durch strenge Sachlichkeit und Wärme der Ueberzeugung aus, dis auch die größte Teilnahme und Zustimmung, des Publikums fanden. Auf Wunsch der Anwesenden sprach JUC. Oswald Löbl noch über Martin Buber, sein gegenwärtiges und zukünftiges Werk und über den Chassidismus in großen/ Zügen, worauf das Publikum in angeregter Stimmung auseinander ging. — Für die nächste Zeit sind folgende Vortragsthemen angekündigt: „Zionistische Institutionen“, „Die Westjuden und der Zionismus“, „Der Zionismus“ und „Das Volk und der Einzelne“. . Prag. Der Ausschuß der Freien zionistischen Vereinigung für Böhmen hat sich für das laufende Jahr wie folgt konstituiert: Präsident: Herr Fabrikant Leopold Mahler, Geschäftsführender Obmann: Prof. Dr. Alfred Engel, Obmann - Stellvertreter: Aladar Deutsch, Kassier: Fabrikant Anton Glaser, Kassier- Stellvertreter : Emil Thein, Schriftführer: J. U. Dr. Jaro Stein, Beisitzer: Druckereibesitzer R. Brandeis und Redakteur Franz Steiner, Revisor: Direktor Guttmann Stern und Fabrikant Ludwig P r o p p e r. Jägerndorf. Am 19. v. M. veranstaltete der Verein ,.Z i o n“ einen zahlreich besuchten Vortragsabend. Herr Rabb. Dr. Rudolfer sprach in fesselnder Weise über die ältesten Beziehungen des Volkes Israel zu Babylon und erntete den wärmsten Beifall. — Am 18. März d. J. tritt der junge Verein mit einer Purimakademie mit anschließendem Tanzkränzchen das erste Mal in die weitere Oeffentlichkeit. Budweis. Am 18. Feber fand ein Vortrag im jüdischen Volksverein „Z i o n“ statt. Nach Begrüßung durch den Obmann JUDr. Freund hielt Herr Professor Dr. Engel aus Prag einen höchst interessanten, sehr beifällig aufgenommenen Vortrag: „Sänge und Klänge in Altpalästina“. Dann hielt Herr JUC. . Otto Stern von der „Barissia“ in Prag einen Vortrag über „Geistiges Judentum von heute“. Auch er fand verdienten Beifall. Hierauf hielt der Vorstand des Vereines über Anregung des Herrn Professors Dr. Engel eine Beratung ab, bei welcher im Sinne des Beschlusses des Distrikiskomitees für Böhmen verschiedene Fragen der Taktik besprochen wurden. Schließlich wurde der Beschluß gefaßt, im April 1911 eine Bezalel-Ausstellung in Budweis zu veranstalten und zum Garantiefond für die Bezalel- Ausstellung den Betrag von 200 K zu zeichnen. Graz. Die jüd. akad. Verbindung „C h ar i t a s“ teilt mit, daß ihre a. B. med. Julius Schwarz und med. Alfred W e i s s am 23. Februar zu Doktoren der gesamten Heilkunde promoviert wurden. Graz. Am 26. Jänner hielt der Verein „J i s c h u w E r e z Israel“ seine erste Generalversammlung ab. Nach Erteilung des Absolutoriums wurden gewählt: Obmann Franz Löwy (Feldprediger), Obm.-Stellv. Ign. Hauser sen., Schrittführer J. Brings, Stellvertr. stud. phil. Isak Hauser jr., Kassier Leo T annenbaum, Stellvertreter Leo E g e r t, I. Beisitzender O. Lichtenstein, II. Josef Bänder, III. M. Schwarz, I. Revisor Arnold Friedländer, II. Revisor Med. M. P eck er. Lemberg. (Akad. zion. Verbindung „J u - däa“..) Die Chargen wählen ergaben folgendes Resultat: stud. jur. Salomoji Leder X, stud. jur. Adolf Tunis x X, stud. ing. Natan Korner x X X Wilhelm Te tsch ~ Hafnermeister ~ Ostenuad Spa.. iierd-Niederlac e WIEN, II. Czemingasse Nr. 29 Kachelöfen und Sparherde sowie alle in dieses Fach einschlagenden Arbeiten prompt und billigst AboBnem nts-Einladung Die „Jüdische Zeitung“ kostet: vierteljährlich . . . . K 3.— halbjährlich.„ 5.— für 1 Jahr.„10 — Die,, JüdischeZeitung“ ist Organ de» »Jüdischen Nationalvereinea für Österreich“ una der innerösterreichiscben zionistischen Partei JSs ist Pflicht meines jeden Gesinnungsgenossen, die „Jüdische Zeitung“ zu abonnieren und für ihre Verbreitung unablässig tätig zu sein. Einlagen auf Biiohel 4%'=' An- und Verkauf von Wertpapieren. Börsenordres. Darlehen auf Wertpapiere. Wechsel-Eskompte. 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