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Jüdische Zeitung · 1910-11-04 · 44 (4.11.1910) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
4 (1910)
Issue
44 (4.11.1910)
Date
1910-11-04
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr: 44 : JÜDISCHE ZEITUNG. Seite 5 Zionistischer Distriktstag für Böhmen. 1'' An die Vereine und Vertrauensmänner!. ,; Der diesjährige- Deiegi.ertentag der Zionisten in Böhmen findet endgültig '"Sonntag, den 6. November 1910, in Präg, im Festsaale des jüdischen Rathauses statt. Beginn 10 Ühr vormittags. Die Tagesordnung ist folgende: I. Eröffnungsansprache. II. Wahl des Bureaus. III. Bericht des D.-K.: a) -Generalbericht, b) Kassabericht, c) Nationalfondsbericht, d) Bericht der Revisoren, e) Diskussion. : IV. Wahlen: a) des D.-K., b) der Parteileitung, c) der Revisoren, d) des Schiedsgerichtes, ej Präsentation für das Z.-K. f. W.-Oe., f) Präsentation für das GAC. V. Die gegenwärtige Lage im Zionismus. - VI. Freie Anträge. Die Vertrauensmänner besitzen am'Distriktstag beratende Stimme. Ist von der Schekelzahlergruppe, die sie vertreten, außer dem Schekel auch die Parteisteuer .-.für mehr als 10 Mitglieder entrichtet worden, dann genießen sie die vollen Rechte eines Delegierten. Es wird noch einmal darauf aufmerksam gemacht, daß das Recht' der Vertretung am Distriktsfag den Vereinen nur dann gebührt, wenn sie rechtzeitig vor der Tagung außer' den Schekeln auch die Parte;isteuer entrichtet .haben. - Das letzte Zirkular wird Ihnen nochmals dringlich in Erinnerung gebracht. Wir erwarten einen zahlreichen Besuch. . Mit Zionsgruß Zionistisches Distriktskomitee für Böhmen: ‘ Der Präsident: Dr. Emil Margulies. Von der „Alliance israelite.“ Nun, da der schneidige Herr Goldberger gegangen und der konziliante und wohlgesinnte Dr. Timmendorfer an die Spitze der „Deutschen Kon-. ferenz-Gemeinschaft“ der Alliance israelite getreten ist, ziemt es sich, eine abwartende Haltung eirizunefimen. und zu sehen, ob die Alliance nicht doch eine vernünftigere Richtung einschlagen wird. Wenn man 50 Jahre alt geworden ist, könnte man schon etwas aus der Erfahrung gelernt haben. Immerhin kann man trotz aller guten Vorsätze den eben erschienenen Bericht der Alliance pro 1909 nicht ohne ein paar herbe Worte der Kritik aus der Hand legen. Schon die Art der Zusammenstellung des Berichtes wirkt aufzeizend. Wenn man einen Ausgabenetat von 2 Millionen hat und rund 150 Schulen subventioniert oder erhält, dann hat man die-Pflicht, der Oeffentlichkeit und speziell den Mitgliedern, die das Geld geben, etwas mehr zu sagen, als dies in dem Berichte geschieht. Die Schulen werden summarisch auf einer fünfseitigen Tabelle mit bloßen Zahlen zusammengestellt. Außerdem werden nur ein paar Briefe von einigen Schulleitern abgedruckt. So findet man z. B. unter „Lehrlingswerk“ nichts, aber gar nichts, als einen Brief eines Lehrers der Knabenschule in Tunis. Ja, hat denn die Oeffentlichkeit kein Recht, genau zu erfahren, wie die Verhältnisse an jeder einzelnen Schule liegen? Warum kann der viel kleinere Hilfsverein einen so ausführlichen und gediegenen Spezialbericht mit allen Details geben und die reiche Alliance nicht? Die Art der Berichterstattung derselben ist völlig ungenügend und macht den Eindruck der Mißachtung der öffentlichen Meinung: Auch die paar Seiten, welche der Beschreibung der Lage der Juden in den einzelnen Ländern gewidmet sind, wiegen nicht entfernt das auf, was der Hilfsverein in seinem Berichte bringt. - - Nur über die zwei Ackerbauschulen finden wir ausführlich referiert. Aber daraus ist der ganze Geist der Alliance zu entnehmen. Von 31 Absolventen .der Ackerbauschule Mikweh Israel bei Jaffa haben sich nur 20 der Landwirtschaft gewidmet und selbst davon blieben nur 7 in Palästina! Sechs von den abgehenden Schülern, die aus Palästina stammten, wurden nach Argentinien „geschickt“ wie es im Bericht heißt. Die Schule ist also nach wie vor eine Exportanstalt für jüdische Kolonistensöhne. Dabei sucht die mit der Alliance verbündete JCA fortwährend nach geeigneten Kolonisten für Galiläa ... Der Bericht enthält auch die im Vorjahre verübten Heldentaten gegen den Zionismus. Die Ansprache Levins an die jungtürkische Deputation und manche Aeußerungen des verflossenen Herrn Goldberger. Wir wollen heute, nachdem die Akten hierüber geschlossen sind und Herr Goldberger gefallen ist, darüber nicht - mehr rechten. Welcher Anmaßung aber sich dieser Herr befleißt, beweist seine Aeußerung über die AJKO in der offiziellen Generalversammlung der deutschen Alliance. Er ironisierte diese neue Gesellschaft, die ihn -ja gar nichts angeht und meint, daß ihr bisher die ungezählten Millionen, die zur Kolonisation nötig sind, bisher nicht zur Verfügung ständen. Er fährt dann in seiner „Frozzelei“ wie folgt fort: „Ob die JCA der dank ihres nach hunderten von Millionen zählenden Kapitals und dank ihrer Erfahrung die Kolonisation einzig und allein zustehen dürfte, der Mithilfe der neuen Organisation bedürfen wird entzieht sich meiner Kenntnis!“ . Wir stehen der AJKO völlig fern und haben sie nicht zu verteidigan. Aber als Beispiel für die unerhörte Anmaßung des Expräsidenten haben wir diese Aeußerung zitiert. Der AJKO ist es natürlich nie eingefallen, sich als Hilfstruppe fürdie ICA anzusehen, was um so weniger angebracht wäre, als diese trotz ihrer Millionen und Erfahrung mit ihren Kolonisationsmethoden vöilig Schiffbruch gelitten hat. Herr Goldberger aber dekretiert, daß sie trotzdem einzig und allein die jüdische Kolonisation zu besorgen hat. Das jüdische Volk und seine Organisationen haben natürlich in diese Angelegenheit nichts drein zu reden. r' . W.enn dieser absolutistische Geist verbunden mit einer rührenden Unkenntnis der Dinge mit Herrn Goldberger aus der Alliance verschwunden ist, soll es uns freuen. Wenn dies aber, wie wir fürchten, nicht der Fall ist, dann wird auch die Feier des 50jährigen Jubiläums der Alliance kein Volksfest sein, sondern Gelegenheit geben, mit dieser Assimilation gründlich Abrechnung zu halten. Die zionistischen Advokaten und Aerzte Oesterreichs und Ungarns werden gebeten, Namen und genaue Adressen umgehendst mitzuteilen. Es wird die Herausgabe eines Verzeichnisses, das allen Gg. Advokaten und Aerzten zugehen soll, geplant. Dr. Hermann Löw, Wien, VIII. Kochgasse 19. V ereinsu . V ersammlungs- Nachrichten. Wien. (Neß-Zionah.) Dienstag, den «.November a. c., 8 Uhr abends, findet im Klublokal Cafe Mocca, I. Schottenring 12, ein Vortrag des Herrn Sigmund Jonas über das „Irrlicht und der Keil im Judentum“ statt. Die Gg. werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Gäste, auch Damen, herzlich willkommen. — (Share-Klub.) Die Vereinigung „Neß-Zionah“ (Cafe Mocca, I Schottenring 12) hat die Absicht, in ihrer Mitte einen Share-Klub zu gründen. Das Wesen derselben besteht darin, daß jedes Mitglied einen Monatsbeitrag leistet, wovon Palästinaaktien angekauft werden. Durch Amortisation gelangt jedes Mitglied in den Besitz einer Aktie. Beitrittsanmeldungen sind an das Klublokal zu Händen des Ausschußmitgliedes Herrn Benno Maier zu richten. Wien. (Allgemeiner jüdischer Arbeiterverein.) Samstag, den 5. d. M., präzise halb 8 Uhr abends, findet im Vereinslokale, II. Stephaniestraße 2 (separierter Saal des Cafe „Stephanie“) eine Vereinsversammlung statt. Tagesordnung: Bericht über den V. Parteitag der Poale-Zion Oesterreichs, erstattet von Gen. Salomon Kaplansky. Gäste jeder Paiteirichtung willkommen! Vollzähliges und pünktliches Erscheinen der Mitglieder Pflicht! Wien. (Jüdischer Handlungsgehilfenverband „Achwah“.) Samstag, den 5. d. M. findet im Vereinsheim, If. Taborstraße 20 (Souterrain), eine Vortragsakademie statt. Beginn 9 Uhr abends. Mittwoch, den 9. d. M.. 8 Uhr abends, Vortrag des Herrn Dr. Paul W e i ssengrün. Thema: Klassenkampf und Judentum. Gäste herzlich willkommen. Wien. (Jüd.-akad. Verbindung „Zephirah“.) Die Vortragsserie im Wintersemester wird Samstag, den 5. November 1910, 7 Uhr, durch einen Vortrag des Bb. Herrn med. Adolf S t e r n 1 i e b über „Antisemitismus der Jetztzeit“ eröffnet. Weitere Vorträge werden angekündigt. Bude: IX. Porzellangasse 7b. Tel. 20031. Budenstunr.cn täglich von 6—8 Uhr. Zum Vortrag sind Gäste herzlich willkommen. Wien. Die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien veranstaltet Donnerstag, den 10. November, 7 Uhr abends, iin- Hörsaale 41 der philosophischen Fakultät einen J u n g j ü d i s c h e n Abend. Vortragen werden die Herren: Dr-. Hugo Zuckermann, Lyrische Gedichte; Schriftsteller Dr. Oskar .Rosenfeld, Novellen; cand. phil. Theodor Reik, Aphorismen und Satiren. Gäste willkommen. Wien. „Hasomir“, Verein zur Förderung jüdischer Literatur und Kunst.) Die nächste Gesangsprobe findet Mittwoch, den 9. d. M.. um halb 8 Uhr abends im Cafe „Dohan“, II. Unt. Augartenstraße 26, statt. Jene Damen und Herren, die der Gesangssektion beitreten wollen, werden zu dieser Probe höflichst eingeladen. . Wien. (Verband der jüdischnationaten Finken an den Wiener Hochschulen!) Der Ausschuß bringt hiemit zur Kenntnis, daß die IV. ord. Generalversammlung'Samstag, den i9. November 1910, 7*/- Uhr abends, im Saale des Zentralvereines, IX. Türkenstraße stattfindet. Statutengemäß wollen Anträge und Kandidaturen bis 16. November in kl: an unten bezeichneten Adressen bekänntgegeben werden. Alle Gg- Finken werden zur Teilnahme an der Versammlung aufgefordert, da wichtige Fragen zur Sprache kommen sollen. Der Ausschuß teilt ferner mit, daß die Fechtsektion auch in diesem Semester wieder eingerichtet wird und ersucht um umgehende Anmeldung der Interessenten. Zuschriiten und Anfragen sind derzeit an die Adressen der Herrn cand. phil. A. Engländer, II. Schwarzingergasse 8, dz. Vizepräs. und cand. iur. F. Wessely, II. Darwingässe 27, zu richten. Spart. Sportklub „Hakoah“, Wien. Sonntag, 30. Oktober 1910, eröffnete der Sportklub „Hakoah“ seine Fechtsektion, deren Leitung wieder in liebenswürdigster Weise Herr cand. arch. Max Pollak übernommen hat. Fechtzeiten vorläufig jeden Sonntag vormittags 9—1 .>11 Uhr für Anfänger, für Fortgeschrittene '/sl 1—12 Uhr. Ort: Bude der akademischen Verbindung „Makkabäa“, HL, Reisnerstraße 23. Neueintretende werden ersucht, sich an einem Mittwoch oder Donnerstag, abends 8—11 Uhr, im Klublokal „Cafe Jägerhof“, IX., Porzeilang. 22, persönlich beim Sekretär des Vereines anzumelden. Wiener Sportklub Jungmannschaft—„Hakoah“ (komb.) 2:1. Der durch mehrere Spieler der Reservemannschaft verstärkten Jugendmannschaft trat ein aus fünf Spielern der ersten und sechs Spielern der zweiten- Mannschaft gebildetes Hakoahteam entgegen. Es entspann sich ein fesselndes Wettspiel, aas nur der blinde Zufall gegen Hakoah entschied. Nachdem das Spiel lange Zeit lebhaft gewechselt, vermag sich der Sportklub zu Beginn der zweiten Halbzeit, auf kurze Zeit im Felde der Hakoah festzusetzen und mit einem Schuß von unheimlicher Schärfe sein erstes Tor zu erzielen. Nun macht auch Hakoah alle Anstrengungen zu Goalehren zu kommen. Eines wuchtigen Angriffes vermag sich der Sportklub nur auf unfaire Weise zu erwehren und wird deshalb durch einen Strafstoß bestraft, den Bader gut plaziert einsendet. Beide Gegner machen nun starke Anstrengung, das Match für sich zu entscheiden, bis in der letzten Minute der linke Hakoahverteidiger den Ball ins eigene Tor befördert. Sehr gut waren Gansl, Horwitz und Burian. Auch Freund zeigt seine alte gute Form. Kandl im Tor hielt einige Bälle in schönem Stile. Einlagen auf Büchel : 4 % — An-_.und Verkauf von Wertpapieren. Börsenordres. Darlehen auf Wertpapiere. Wechsel-Eskompte. Versicherung gegen Kursverlust. Safes der besten Konstruktion. WIENER FILIALE DER ZlVNOSTENSKÄ BANKA PRO Cechy a moravu WIEN, I., HERRENGASSE Nr. 12. Aktienkapital K 60,000.000. Reserveumt SichErstellangsfanis ranl { 16,900.030 Zentrale in Prag, gegr. 1868. Filialen: Brünn, Bndwefs, Iglaa Krakau, Lemberg, Mähr.-Ostrau Olmütz, Pardubitz, Pilsen, Profinitz, Tabor nnd Triest. Wechselstuben: 1., Herrengasse 12; II., Praterstr. 42 VII., Mariahilferstrafie 84, X., Favo ritenstraße 95.

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